Neustraße

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Überblick
Neustraße 2015 (im 2. Haus links ist
das Kleine Theater) [1]
📅
Benannt am15. November 1881
durch Gemeindevertretung Herne [2]
🗺️
KartengitterG4
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Straßenansicht
StadtbezirkOrtsteilPLZ

Die Straße zählt nicht zu den „gewachsenen“ alten Straßen von Herne; es handelt sich vielmehr um eine Neuanlage. [3]

Sie wurde geradlinig von der Bahnhofstraße bis zum nördlichen Ende des Geländes der Zeche Shamrock sowie zu den damals hauptsächlich von Bergleuten bewohnten Koks- und Hoheneickstraße angelegt. Zwischen der alten Verbindung nach Crange, der Von-der-Heydt-Straße, und der Kirche-Sacher-Straße (Behrensstraße) entstand eine neue Wohnsiedlung für Bergleute, Handwerker, Kaufleute und Bürger.

Historie

  • 1881, 15. November: Neustraße
  • 1933, 27. September: Franz-Seldte-Straße
  • 1945, 27. April: Neustraße

Historische Entwicklung

Bereits der Name Neustraße verweist auf ihre Entstehung im Zuge der jüngeren Entwicklung der Herner Innenstadt. Die Straße wurde im Wesentlichen auf den Ländereien des Hofes Bergelmann angelegt. Als eines der ersten Gebäude entstand hier die katholische Schule, deren älterer, östlicher Gebäudeteil heute noch auf die ursprüngliche Entwicklung des Straßenzuges verweist.

Nachdem die 1866 an der Bahnhofstraße errichtete katholische Schule den wachsenden Bedarf nicht mehr decken konnte, erwarb die katholische Schulgemeinde 1877 von dem Landwirt Johann Diedrich Schulte genannt Bergelmann ein Grundstück für einen Schulneubau. Zunächst wurde dort ein Schulgebäude mit zwei Klassen errichtet. Bereits 1880 musste die westlich angrenzende Parzelle mit einer Fläche von 4 Ar 69 m² für 1587 Mark hinzugekauft werden.

Der damalige Zustand des späteren Straßenzuges wird in dem Kaufvertrag von 1880 deutlich. Darin verpflichtete sich der Verkäufer, von dem bestehenden Schulhaus bis zur Grenze des verkauften Grundstücks einen jederzeit offenen und mindestens zwölf Fuß breiten Weg unterhalten zu lassen. Die spätere Neustraße bestand zu dieser Zeit somit noch nicht als ausgebaute innerstädtische Straße, sondern zunächst lediglich als Weg von der Bahnhofstraße zur Schule.

Der Name Neustraße ist spätestens 1884 urkundlich belegt. Mit der weiteren Entwicklung des Schulgebäudes und der zunehmenden Bebauung wurde auch der Weg schrittweise verlängert und ausgebaut. 1882 und 1884 erwarb die Schulgemeinde weitere Grundstücke. Als der Bedarf an zusätzlichen Bauplätzen zunahm, wurde die Straße schließlich bis zur Hoheneickstraße durchgelegt.

Die katholische Schule selbst entstand ebenfalls nicht in einem einzigen Bauabschnitt. Das heute als zusammenhängend erscheinende Gebäude wurde im Laufe der Zeit durch mehrere westliche Erweiterungen vergrößert. Die Entwicklung des Schulkomplexes steht damit unmittelbar mit der Entstehung und Verlängerung der Neustraße in Zusammenhang.

Frühe Bebauung

Das älteste Wohnhaus an der Neustraße außerhalb des Schulgebäudes war das kleine Haus Nr. 4 östlich neben der Schule. Es wurde nach der überlieferten Darstellung um 1878 von Bergelmann errichtet. 1882 erwarb es Bertha Meimberg, die als erste katholische Lehrerin in Herne bezeichnet wird.

Meimberg verkaufte das Gebäude 1888 an den Kaufmann Waldemar Rochol. 1897 ging es in den Besitz des Metzgers Isaak Rothschild über. Unter Rothschild wurde das Gebäude um ein Schlachthaus, eine Wurstküche und einen Stall erweitert. 1936 befand sich das Haus weiterhin in seinem Besitz; eine Metzgerei wurde dort zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr betrieben. Bereits 1905 war das Gebäude modernisiert worden.

Die Entwicklung des Hauses Nr. 4 verdeutlicht exemplarisch den Wandel der Neustraße von einem zunächst nur zur Schule führenden Weg zu einem innerstädtischen Wohn- und Geschäftsbereich.[4]

Bilder

Lesen Sie auch

Quellen

  1. ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 Foto: Gerd Biedermann †
  2. ↑ StAH, Protokollbuch der Gemeindevertretung Herne 1873 - 1883, Blatt 143, TOP II, Nr. 21.
  3. ↑ "HERNE - von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße", Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Herne 1997
  4. ↑ Aus der Geschichte von Herne - Mitte / Die Nebenstraßen der Bahnhofstraße I