Herner Zeitung (1872-1966)

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Herner Zeitung

Wochenendbeilage
Gründung 22. August 1872
Gründungsherausgeber Peter Walther
(* 6. August 1833 in Barmen; † 22. Mai 1877 in Herne)
Herausgeber ab 1878 1878–1909: C. Th. Kartenberg
ab 1909: Carl Holtmann
Ausrichtung bürgerlich
Auflage 6.621 Stk. (6/1950)[1]
4.469 Stk. (IV/1965)[2]
Einstellung 30. Dezember 1966 (95. Jahrgang)
Nachfolger Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)

Die Herner Zeitung erschien von 1872 bis 1966 als bürgerliches Lokalblatt in Herne. Sie wurde am 22. August 1872 von Peter Walther gegründet und nach dessen frühem Tod von C. Th. Kartenberg und ab 1909 von Carl Holtmann herausgegeben. Nach 95 Jahrgängen stellte die Zeitung am 30. Dezember 1966 ihr Erscheinen ein und wurde von der WAZ übernommen.

Geschichte

Anzeige vom 14. September 1872

Gegründet wurde die Zeitung 1872 von Peter Walther. Nach dessen Tod 1877 übernahm 1878 C. Th. Kartenberg die Herausgeberschaft, die er bis 1909 innehatte; danach führte Carl Holtmann das Blatt fort.

Zum Zeitpunkt ihrer stärksten Verbreitung erreichte die Herner Zeitung eine Auflage von 6.621 Exemplaren (Juni 1950), die bis zum vierten Quartal 1965 auf 4.469 Exemplare zurückging.

Vor der Übernahme durch die WAZ am 30. Dezember 1966 lag der Marktanteil der Herner Zeitung bei 21 %.[2]

Digitalisate

Online auf zeitpunkt.Nrw:

Berichte über die Herner Zeitung

Das Ende der HZ – ein Artikel von Friedhelm Wessel

In den Herner Kinos (Resi, Union, Scala, Astoria, Gloria und Lichtburg) flimmerten Filme wie „Die Rechnung eiskalt serviert", „Die Puppen", „Der Blaue Max", „Maigret – sein größter Fall", „Unser Mann in Rio" und „Das sündige Dorf" über die Leinwände, als am 30. Dezember 1966 die Leser der seit 1872 bestehenden „Herner Zeitung" überraschend vom Aus des renommierten Lokalblattes erfuhren.

In der letzten Ausgabe berichtete die Zeitung, die in einem Gebäude an der Von-der-Heydt-Straße beheimatet war, noch umfangreich über die letzten Herner Gaslaternen und die aktive, ortsansässige Jägerschaft.

„Die Schließung der HZ kam für Redaktion und Technik völlig unerwartet."
– Rolf-Gerhard Lange, langjähriger Redakteur der Herner Zeitung, rückblickend auf den 29. Dezember 1966 (Artikel von Dezember 2016; Anm. d. Redaktion)

Lange hatte nach der Schließung großes Glück: Er wechselte in die Herner Lokalredaktion der Ruhr Nachrichten und arbeitete danach noch jahrelang bei einer Hertener Zeitung. Herne blieb er zeitlebens eng verbunden.

Die altehrwürdige Herner Zeitung, die viele große Ereignisse wie Bergarbeiterstreiks und Kriege überstanden hatte, wurde zuletzt von Carl Theo Holtmann herausgegeben, ihm standen als Chefs vom Dienst Heinrich Köster und Hans Rassmy zur Seite. Der Druck der HZ erfolgte im benachbarten Recklinghausen.

Die Schließung löste in der Stadt großes Entsetzen aus, denn etliche Mitarbeiter – vor allem aus den Bereichen Technik und Vertrieb – mussten sich nach neuen Arbeitsplätzen umsehen. Als die „HZ" ihre Ausgabe einstellte, kündigten sich im heimischen Bergbau bereits die ersten Zechenschließungen an, obwohl noch die Inbetriebnahme des zentralen Schachtes 6 von „Piepenfritz" (Friedrich der Große) anstand, der bis 1978 das schwarze Gold förderte.

Die HZ-Leser konnten ab dem 30. Dezember 1966 ihren lokalen Nachrichten- und Informationsdurst aus der „Westdeutschen Allgemeinen" stillen, die an diesem Tag unter anderem einen umfangreichen Bericht über die heimische Kinoszene brachte.[3]

Bildergalerie

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Einzelnachweise

  1. Vgl.: www.ivw.de (PDF), S. 39.
  2. 2,0 2,1 Vgl.: Karl-Martin Obermeier: Medien im Revier: Entwicklungen am Beispiel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). De Gruyter, 2019, S. 351.
  3. Ein Artikel von Friedhelm Wessel
  4. Aus den Beständen des Stadtarchivs Herne