Harpener Bergbau AG

Die Harpener Bergbau AG – heute Harpen AG – war ein deutsches Unternehmen der Energiewirtschaft mit Sitz in Dortmund. Heute betätigt sich das Unternehmen im Immobiliengeschäft.

Die bereits 1856 in Dortmund gegründete Harpener Bergbau-AG war nach dem bei Bochum gelegenen Dorf Harpen benannt, das mitten im Felderbesitz der Gesellschaft lag. Die Geschichte der Gesellschaft ist eng verbunden mit dem Namen der Gewerkenfamilie Müser. Dr. med. Friedrich Wilhelm Müser (1812-1874) war erster Verwaltungsratsvorsitzender. Die spätere Großschachtanlage Robert Müser trug den Namen seines Sohnes, der bis 1914 als alleiniger Vorstand tätig war und dessen Funktion später Eugen Kleine übernahm. In den Akten ist eine größere Anzahl von Briefen Robert Müsers (1849-1927) erhalten.

Die Zeche Heinrich Gustav in (Bochum-) Werne wurde zwischen 1856 und 1859 errichtet, die Kokserzeugung bereits 1861 aufgenommen. Nachdem 1926 die Bochumer Schachtanlage Vollmond mit Heinrich Gustav zusammengelegt worden war, erfolgte 1929 die Bildung der Großschachtanlage Robert Müser durch Zusammenfassung der Anlagen Heinrich Gustav, Caroline, Amalie und Prinz von Preußen. Die Zeche Dorstfeld, die 1916 zu einem Teil und 1923 ganz in das Eigentum der Essener Steinkohlenbergwerke AG übergegangen war, ging im Zuge der Entflechtung (zusammen mit Oespel) auf die Harpener Bergbau-AG über. 1934 wurde sie Teil des Flick-Konzerns. 1937 hatte die Gesellschaft ihre größte Ausdehnung erreicht, mit zehn Zechen, die in vier Gruppen gegliedert waren:

- Gruppe Bochum: Zechen Robert Müser (mit den Schächten Arnold-Jakob, Vollmond, Amalia, Caroline und Prinz von Preußen) und Neu-Iserlohn (mit den Schächten Neu-Iserlohn 1, Neu-Iserlohn 2 und Siebenplaneten) - Gruppe Herne: Zechen Julia (mit der Zeche von der Heydt), Recklinghausen 2 und Mont-Cenis - Gruppe Buer: Zechen Hugo 1 (vereinigt mit Hugo 3) und Hugo 2 - Gruppe Dortmund: Zechen Gneisenau (mit der Zeche Scharnhorst) und Victoria.1870 erfolgte der Börsengang des Unternehmens.

Nach dem Krieg verkaufte der Flick-Konzern die Harpener-Berbau AG an den Französischen Konzern Sidéchar.[1]

Im Zuge der Konsolidierung der deutschen Kohleförderung brachte Harpen seine Bergbauaktivitäten 1969 in die Ruhrkohle AG ein und konzentrierte sich auf die Verwaltung des Immobilienbesitzes, Logistik und Energiewirtschaft. 1992 übernahmen die Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen und die Westdeutsche Landesbank unter Friedel Neuber das Unternehmen. Durch die Fusion von VEW und RWE gelangte das Unternehmen zur RWE Power, die das Unternehmen zunächst als Kompetenzzentrum für Regenerative Energie führte. Die ursprüngliche Sparte regenerative Energieerzeugung ist in der RWE-Kraftwerkssparte aufgegangen, der Bereich Fernwärme wurde der RWE Energy zugeschlagen. Seitdem betätigt sich das Unternehmen ausschließlich im Immobilienbereich.

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Ursprungstext mit Autorenverzeichnis

Wikipedia: Harpen (Unternehmen) (Teilweise), abgerufen am 8. März 2015

Quellen