U-Bahnhof Archäologie-Museum/Kreuzkirche

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Überblick
Bild: Clic 2019.[1]
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Bild: Clic am 18. Mai 2025.[2]

U-Bahnhof Archäologie-Museum/Kreuzkirche ist eine unterirdische Station der U35 in Herne. Sie liegt im Bereich des Europaplatzes an der Kreuzung von Bahnhofstraße, Sodinger Straße, Bochumer Straße und Holsterhauser Straße und erschließt damit den südlichen Bereich der Herner Innenstadt. Die Station wird nach dem benachbarten LWL-Museum für Archäologie und Kultur und der gegenüberliegenden Kreuzkirche benannt.[3]

In älteren Quellen und insbesondere im Zusammenhang mit der künstlerischen Gestaltung zum Herner Stadtjubiläum 1997 wird die Station als U-Bahn-Station „An der Kreuzkirche“ beziehungsweise kurz als Kreuzkirche bezeichnet.[4]

Lage

Die Station befindet sich unter dem Europaplatz und liegt zwischen den U35-Stationen Herne Mitte und Hölkeskampring. Der Mittelbahnsteig liegt unterhalb des Straßenraumes. An der Oberfläche treffen mehrere wichtige Verkehrsachsen der Herner Innenstadt zusammen.

Unmittelbar an der Station befinden sich beziehungsweise befanden sich bedeutende Einrichtungen des städtischen Lebens. Dazu gehören die Kreuzkirche, das LWL-Museum für Archäologie und Kultur, das Kulturzentrum Herne, das Amtsgericht und der Bereich der Herner Innenstadt mit der Bahnhofstraße.[5]

Die Lage der Station zwischen Museum, Kirche, Kulturzentrum und Innenstadt macht sie zu einem wichtigen Zugangspunkt zum kulturellen Zentrum Hernes.

Entstehung der U35

Die Station entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Stadtbahnstrecke zwischen Bochum und Herne. Der erste Abschnitt der U35 von Bochum bis Herne wurde am 2. September 1989 eröffnet. An diesem Tag nahm die U35 den Betrieb zwischen dem Bochumer Hauptbahnhof und Schloss Strünkede auf.[6]

Die Stadt Herne bezeichnete die Eröffnung als einen wichtigen Einschnitt in der Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs. Rund 800 Millionen DM wurden von Bund, Land Nordrhein-Westfalen sowie den Städten Bochum und Herne in das Gesamtprojekt investiert.[7]

Seit der Eröffnung gehört die Station zum Herner Abschnitt der U35. Die Linie verbindet Herne mit Bochum und führt heute von Schloss Strünkede über den Herner Bahnhof und die Bochumer Innenstadt bis zur Ruhr-Universität Bochum beziehungsweise Hustadt. Die U35 trägt seit 2011 den Zusatz CampusLinie.[8]

Die Station im Stadtzentrum

Bild:Clic am 16. Juli 2019.[9]

Die Haltestelle liegt in einem Bereich, der bereits vor dem Bau der U35 durch eine hohe Konzentration öffentlicher und kultureller Einrichtungen geprägt war. Die Kreuzkirche steht am Rand des Europaplatzes. Gegenüber befindet sich das Gebäude des heutigen LWL-Museums für Archäologie und Kultur. Das Kulturzentrum liegt wenige Gehminuten von der Station entfernt.

Das Museum bezeichnet die Station heute offiziell als Archäologie-Museum/Kreuzkirche. Auch für das Museum bildet sie den wichtigsten U-Bahn-Zugang. An der Oberfläche bestehen zahlreiche Umsteigemöglichkeiten zu Buslinien.[10]

„Künstler erobern die U-Bahn“

Eine besondere Bedeutung erhielt die Station im Jahr 1997. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Stadt Herne entwickelte der Herner Künstlerbund 90 ein Kunstprojekt für die U-Bahn-Station.

Unter dem Titel Künstler erobern die U-Bahn wurden zum Auftakt der Festwoche in der Station „An der Kreuzkirche“ insgesamt 20 schwarz-weiße Bildtafeln angebracht. Der damalige Vorsitzende des Herner Künstlerbundes, Willi H. Zehrt, und weitere Mitglieder des Künstlerbundes waren an der Umsetzung beteiligt.[11]

Die 20 Tafeln waren in zwei Gruppen von jeweils zehn Arbeiten angeordnet. Eine Reihe beschäftigte sich mit der Geschichte Hernes. Dafür wurden unterschiedliche Techniken wie Collage, Zeichnung und Linolschnitt verwendet. Die gegenüberliegende Reihe behandelte das Thema Zeit-Entwicklung. Dabei kamen unter anderem Schrift und Spiegelfolien als Gestaltungsmittel zum Einsatz.[12]

Damit wurde die U-Bahn-Station vorübergehend zu einem Ausstellungsort. Die Kunstwerke bezogen sich zugleich unmittelbar auf den Ort, an dem sie präsentiert wurden: Die Fahrgäste begegneten in einem alltäglichen Verkehrsraum der Geschichte und Gegenwart der Stadt.

Willi Zehrt und der Kulturturm

Das Projekt des Herner Künstlerbundes beschränkte sich 1997 nicht auf die Station „An der Kreuzkirche“. An der U-Bahn-Station Herne-Mitte wurde im Bereich der Einmündung der Viktor-Reuter-Straße ein Fahrstuhl mit einer schwarz-weißen Gestaltung überbaut.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei der von Willi H. Zehrt entwickelte Kulturturm. Dieser wurde mit Planen bespannt, deren Beschriftung den Wandel der Typografie durch verschiedene Zeitepochen aufgriff. Ergänzend wurden kurze Texte zu markanten Daten der Herner Stadtgeschichte angebracht.[13]

Die Aktionen an den beiden U-Bahn-Stationen gehörten damit zu den künstlerischen Beiträgen des Herner Künstlerbundes zum Stadtjubiläum 1997. Parallel wurden im Stadtgebiet 42 Fahnen mit Bezug auf das 100-jährige Stadtjubiläum aufgestellt.[14]

Zwischenebene

Bild: Clic am 18. Mai 2025.[15]

Die bauliche Gestaltung der Station wurde später erneut Gegenstand städtischer Planungen. Im Februar 2018 befasste sich die Bezirksvertretung Herne-Mitte mit einem Maßnahmenbeschluss zur Umgestaltung der Zwischenebene U-35-Haltestelle Archäologiemuseum/An der Kreuzkirche.[16]

Die Bezeichnung „Archäologiemuseum/An der Kreuzkirche“ in den städtischen Unterlagen zeigt zugleich, dass die ältere Bezeichnung „An der Kreuzkirche“ auch Jahrzehnte nach der Eröffnung noch im Verwaltungsgebrauch vorkam.

Bedeutung für Herne

Der U-Bahnhof Archäologie-Museum/Kreuzkirche verbindet mehrere für die Stadtgeschichte und das heutige Stadtleben wichtige Orte. Neben seiner Funktion als Nahverkehrsstation bildet er den Zugang zum Bereich um die Kreuzkirche, das Archäologiemuseum und das Kulturzentrum.

Besonders bemerkenswert ist die Nutzung der Station als temporärer Kunstort im Jahr 1997. Mit den 20 Bildtafeln des Herner Künstlerbundes wurde die U-Bahn im Rahmen des Stadtjubiläums in die öffentliche Präsentation der Herner Stadtgeschichte einbezogen. Die Aktion gehört damit auch zur Geschichte des Herner Künstlerbundes und zur Kulturgeschichte des Stadtjubiläums.

Namensgeschichte

In heutigen Fahrplan- und Besucherinformationen wird die Station als Archäologie-Museum/Kreuzkirche bezeichnet.[17]

In der Chronik des Herner Künstlerbundes von 1997 erscheint dagegen die Bezeichnung An der Kreuzkirche. Auch städtische Unterlagen aus dem Jahr 2018 verwenden die Bezeichnung Archäologiemuseum/An der Kreuzkirche.[18][19]

Die Bezeichnung Kreuzkirche verweist auf die unmittelbar am Europaplatz gelegene evangelische Kreuzkirche, während Archäologie-Museum auf das gegenüberliegende Museum Bezug nimmt.

Die aktuellen Abfahrtszeiten sowie mögliche Änderungen und Ersatzverkehre sind über die Fahrplanauskunft der BOGESTRA abrufbar.

Linienfahrpläne der BOGESTRA
Elektronische Fahrplanauskunft
Aktuelle Verkehrsmeldungen und Umleitungen

Lesen Sie auch

Einzelnachweise

  1. ↑ https://commons.wikimedia.org
  2. ↑ https://commons.wikimedia.org)
  3. ↑ Stadt Herne: Stadtgeschichte, Eintrag 1989: https://www.herne.de/Stadt-und-Leben/Stadtgeschichte/
  4. ↑ Herner Künstlerbund 90 e.V.: Chronik, Abschnitt 1997: https://www.hernerkuenstlerbund.de/downloads/hkb_chronik.pdf
  5. ↑ LWL-Museum für Archäologie und Kultur: Anreise: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/de/
  6. ↑ Stadt Herne: Stadtgeschichte, Eintrag 1989: https://www.herne.de/Stadt-und-Leben/Stadtgeschichte/
  7. ↑ Stadt Herne: Stadtgeschichte, Eintrag 1989.
  8. ↑ inHerne: U-35 feiert Silberjubiläum: https://inherne.net/u-35-feiert-silberjubilaeum/
  9. ↑ https://commons.wikimedia.org
  10. ↑ LWL-Museum für Archäologie und Kultur: Anreise, https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/de/
  11. ↑ Herner Künstlerbund 90 e.V.: Chronik, 1997: https://www.hernerkuenstlerbund.de/downloads/hkb_chronik.pdf
  12. ↑ ebd.
  13. ↑ Herner Künstlerbund 90 e.V.: Chronik, 1997.
  14. ↑ ebd.
  15. ↑ https://commons.wikimedia.org
  16. ↑ Stadt Herne: Amtsblatt Nr. 5/2018, Tagesordnung der Bezirksvertretung Herne-Mitte vom 15. Februar 2018, S. 3: https://www.herne.de/PDF/Amtsblatt/amtsblatt_5_2018.pdf
  17. ↑ LWL-Museum für Archäologie und Kultur: Anreise: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/de/
  18. ↑ Herner Künstlerbund 90 e.V.: Chronik, 1997.
  19. ↑ Stadt Herne: Amtsblatt Nr. 5/2018, S. 3.