U-Bahnhof Hölkeskampring

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Überblick
Bild: Clic 16. Juli 2019[1]
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Der U-Bahnhof Hölkeskampring ist eine unterirdische Station der U35 in Herne. Er liegt im südlichen Bereich der Innenstadt an der Kreuzung von Bochumer Straße, Westring und Hölkeskampring und erschließt insbesondere das Gebiet Herne-Süd sowie das Umfeld des Marienhospitals. Die Station wurde am 2. September 1989 zusammen mit dem ersten Abschnitt der U35 zwischen Schloss Strünkede und Bochum Hauptbahnhof eröffnet.[2]

Namensgebung

Namensgeber ist der Hölkeskampring. Die Straße wurde am 11. Mai 1964 durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Herne benannt. Sie verläuft heute durch die Stadtbezirke Herne-Mitte und Sodingen sowie die Ortsteile Herne, Horsthausen und Sodingen.[3]

Der Name erinnert an den Herner Kommunalpolitiker Karl Hölkeskamp (1882–1954). Der aus Lütgendortmund stammende Bergmann war seit 1900 Mitglied der SPD und bis 1919 Parteisekretär. Während der Revolution von 1918/19 war er Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Herne. Von 1919 bis 1931 war er besoldeter Beigeordneter der Stadt und für das Wohlfahrtswesen zuständig.[4]

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Hölkeskamp 1933 verhaftet und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er seine kommunalpolitische Tätigkeit wieder auf. Von 1945 bis 1948 war er als zweiter Bürgermeister beziehungsweise erster Beigeordneter und Stadtdirektor tätig. 1951 wurde er erneut Stadtverordneter; dieses Mandat behielt er bis zu seinem Tod 1954.[5]

Entstehung der Station

Der U-Bahnhof entstand im Zuge des Baus der U35. Die neue Stadtbahnstrecke sollte Herne und Bochum auf einer weitgehend kreuzungsfreien Verbindung miteinander verbinden. Der Abschnitt wurde am 2. September 1989 eröffnet. Die Station Hölkeskampring liegt dabei zwischen den Bahnhöfen Archäologie-Museum/Kreuzkirche und Berninghausstraße.[6]

Die Entstehung der Station fällt damit in eine für Herne verkehrsgeschichtlich bedeutende Phase. Mit der Eröffnung der U35 erhielt die Stadt eine leistungsfähige unterirdische Verbindung nach Bochum. Rund 800 Millionen DM wurden nach Angaben der Stadt insgesamt von Bund, Land Nordrhein-Westfalen sowie den Städten Bochum und Herne in das Vorhaben investiert.[7]

Bereits während der Bauzeit wurde die Station im städtischen Bildarchiv dokumentiert. Historische Aufnahmen zeigen den damals noch im Bau befindlichen beziehungsweise nahezu fertiggestellten Bahnhof im Zusammenhang mit dem Bau der U35.[8]

Bahnhofsanlage

Der Hölkeskampring ist als unterirdischer Tunnelbahnhof angelegt. Die Anlage besteht im Wesentlichen aus der Gleis- und Bahnsteigebene, den Erschließungsanlagen zur darüberliegenden Verteilerebene sowie den Zugängen zum Straßenraum.

Bahnsteigebene

Die Station besitzt einen Mittelbahnsteig zwischen den beiden Streckengleisen der U35. Die Fahrgäste erreichen von diesem Bahnsteig aus die Züge in beiden Fahrtrichtungen.

Die Bahnsteigebene bildet den eigentlichen Aufenthalts- und Fahrgastwechselbereich der Station. An ihren Enden beziehungsweise im Zugangsbereich schließen die Treppen- und Aufzugsanlagen an, über die die darüberliegenden Ebenen erreicht werden.

Die Anlage entspricht damit dem für die unterirdischen Stationen der U35 entwickelten Grundschema aus zwei Gleisen, Mittelbahnsteig und darüberliegender Erschließung.

Verteilerebene

Über dem Bahnsteig befindet sich die Verteilerebene. Sie übernimmt die Verbindung zwischen dem Bahnsteig und den verschiedenen Zugängen zur Oberfläche.

Die vertikale Erschließung erfolgt über Treppen und Aufzüge. Die räumliche Trennung der Bahnsteigebene vom Straßenraum ermöglicht es, den Fußgängerverkehr innerhalb der Station unabhängig vom oberirdischen Straßenverkehr zu führen.

Zugänge und Aufzüge

Die Zugänge zur Station befinden sich im Bereich des Hölkeskamprings und der angrenzenden Straßen. Ein Zugang führt in Richtung Gräffstraße. Dieser wird beispielsweise von der Stadt Herne als Zugang zur Städtischen Musikschule ausgewiesen.[9]

Die Station verfügt über Aufzüge und ist damit grundsätzlich barrierefrei erreichbar. Die BOGESTRA führt den Hölkeskampring bei den barrierefreien U-Bahnhöfen ausdrücklich nicht als Ausnahme auf. Als Ausnahme unter den Herner U35-Stationen wird dagegen die Berninghausstraße genannt.[10]

Die Barrierefreiheit umfasst dabei auch die Zugänglichkeit der Bahnsteige. Für die U35 wird ein Höhenunterschied zwischen Fahrzeugboden und Bahnsteigkante von maximal zehn Zentimetern angegeben.[11]

Fahrtreppen

Zur ursprünglichen Ausstattung der Station gehören Fahrtreppen. Die Anlagen wurden im Zuge des Erneuerungsprogramms für die U35 in den Jahren 2019 und 2020 erneuert. Die Erneuerung war Teil eines größeren Programms, da die vorhandenen Fahrtreppen ihre technische Lebensdauer erreicht hatten und Reparaturen zunehmend aufwendig wurden.[12]

Mit der Erneuerung wurden unter anderem Anfahr- und Bremsvorgänge verbessert sowie LED-Beleuchtungen und eine neue Kennzeichnung der Stufen eingesetzt.

Gleisanlage

Die beiden Gleise der U35 verlaufen durch den Bahnhof in einem unterirdischen Tunnel. Der Mittelbahnsteig liegt zwischen den Gleisen und ermöglicht den Fahrgastwechsel in beiden Fahrtrichtungen.

Die Station besitzt keine eigene betriebliche End- oder Kehranlage. Sie liegt auf der durchgehenden Strecke der U35 zwischen Schloss Strünkede und Bochum-Hustadt]].

Gestaltung

Die Gestaltung des Bahnhofs ist durch die Bauzeit der U35 Ende der 1980er Jahre geprägt. Im Vordergrund stehen die funktionale Erschließung, die Trennung von Stadtbahn und Straßenverkehr sowie eine übersichtliche Führung der Fahrgäste.

Anders als bei repräsentativen historischen Bahnhöfen steht deshalb weniger die architektonische Selbstdarstellung als die technische und verkehrliche Funktion im Mittelpunkt. Die Bahnhofsanlage ist zugleich ein charakteristisches Beispiel für den unterirdischen Stadtbahnbau jener Zeit im Ruhrgebiet.

Verkehrliche Bedeutung

Die Station bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen der U35 und dem örtlichen Busverkehr. An der Oberfläche befindet sich die Bushaltestelle Hölkeskampring. Eine städtische Verkehrsuntersuchung weist dort unter anderem die Buslinien 303, 312 und 337 aus.[13]

Durch die U35 bestehen direkte Verbindungen zur Herner Innenstadt, zum Bahnhof Herne und nach Bochum. Für Herne-Süd besitzt die Station damit eine wichtige Erschließungsfunktion.

Im näheren Umfeld befinden sich unter anderem das Marienhospital Herne, der Grünzug Hölkeskampring, das H2Ö und die Städtische Musikschule Herne.[14]

Umfeld und Grünzug

Der Bahnhof liegt unmittelbar am gleichnamigen Grünzug. Dieser wurde zwischen 2014 und 2015 grundlegend umgestaltet. Zwischen Wiescherstraße und Bochumer Straße entstand ein barrierefrei gestalteter Freiraum mit Wegen, Spiel- und Bewegungsflächen sowie einer Parkour-Anlage. Auf einer Strecke von rund 1,6 Kilometern wurden zudem Fitnessstationen eingerichtet.[15]

Eine weitere Veränderung des näheren Umfelds erfolgte 2024 am sogenannten Kleinen Hölkeskampring. Der Abschnitt zwischen Flottmannstraße und Jean-Vogel-Straße wurde weitgehend für den Autoverkehr geschlossen und als Fuß- und Radverbindung sowie als Zugang zum H2Ö neu gestaltet. Ein kleiner Platz mit Sitzgelegenheiten und neuer Bepflanzung ergänzt die Anlage. Die offizielle Eröffnung erfolgte am 15. September 2024.[16]

Das Umfeld des Bahnhofs hat dadurch in den vergangenen Jahren eine deutliche städtebauliche Veränderung erfahren. Während die unterirdische Station weiterhin wesentlich durch ihre Entstehung in den 1980er Jahren geprägt ist, wurden die oberirdischen Freiräume und angrenzenden Einrichtungen schrittweise erneuert.

Der Hölkeskampring im Wandel

Auch die namensgebende Straße wird seit 2025 abschnittsweise erneuert. Aufgrund des nicht mehr ausreichenden Straßenaufbaus erfolgt eine grundlegende Sanierung in mehreren Bauabschnitten. Die Arbeiten reichen nach der derzeitigen Planung bis 2026.[17]

Damit treffen am U-Bahnhof mehrere Entwicklungsphasen aufeinander: die politische und industrielle Erinnerung des Straßennamens, der Stadtbahnbau der 1980er Jahre und die gegenwärtige Erneuerung des öffentlichen Raumes.

Die aktuellen Abfahrtszeiten sowie mögliche Änderungen und Ersatzverkehre sind über die Fahrplanauskunft der BOGESTRA abrufbar.

Linienfahrpläne der BOGESTRA
Elektronische Fahrplanauskunft
Aktuelle Verkehrsmeldungen und Umleitungen

Literatur und Quellen

  • Stadt Herne: HERNE – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Herne 1997.
  • Stadt Herne: Hölkeskampring, Straßenverzeichnis.
  • Stadt Herne: Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Ergänzung zum Straßenverzeichnis.
  • Stadt Herne: Quartiersanalyse / -konzeption Herne-Süd, Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung, Herne 2014.
  • Stadt Herne: Verkehrsuntersuchung, Anlage zum Bebauungsplan BP 269.
  • Stadt Herne: Grünzug Hölkeskampring.
  • Stadt Herne: Umgestaltung „Kleiner Hölkeskampring“.
  • Stadt Herne: Bezirkshaushaltsplan 2021, Band III.
  • BOGESTRA: Barrierefreiheit an unseren Bahnhöfen und Haltestellen.
  • Stadt Herne/inHerne: U-35 feiert Silberjubiläum.

Lesen Sie auch

Einzelnachweise

  1. ↑ https://commons.wikimedia.org
  2. ↑ Stadt Herne: Die Zeit von 1970 bis 1989; die Stadt nennt den 2. September 1989 als Eröffnungstag der U35 zwischen Bochum Hauptbahnhof und Schloss Strünkede.
  3. ↑ Stadt Herne: Hölkeskampring, Straßenverzeichnis.
  4. ↑ Stadt Herne: Hölkeskampring; Stadt Herne: Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen.
  5. ↑ Stadt Herne: Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen.
  6. ↑ Vgl. BOGESTRA: Fahrplan und Streckenübersicht der U35.
  7. ↑ Stadt Herne: Die Zeit von 1970 bis 1989.
  8. ↑ Stadt Herne/inHerne: U-35 feiert Silberjubiläum, mit historischen Aufnahmen aus dem Bildarchiv der Stadt Herne.
  9. ↑ Stadt Herne: Anfahrt Städtische Musikschule Herne.
  10. ↑ BOGESTRA: Barrierefreiheit an unseren Bahnhöfen und Haltestellen.
  11. ↑ BOGESTRA: Barrierefreiheit an unseren Bahnhöfen und Haltestellen.
  12. ↑ Stadt Herne: Bezirkshaushaltsplan 2021, Band III, Angaben zur Erneuerung von Fahrtreppen und Aufzügen der U35.
  13. ↑ Stadt Herne: Verkehrsuntersuchung, Anlage zum Bebauungsplan BP 269.
  14. ↑ Stadt Herne: Anfahrt Städtische Musikschule Herne.
  15. ↑ Stadt Herne: Grünzug Hölkeskampring.
  16. ↑ Stadt Herne: Umgestaltung „Kleiner Hölkeskampring“.
  17. ↑ Stadt Herne: Fahrbahnerneuerung Hölkeskampring zwischen Wiescherstraße und Flottmannstraße, 12. November 2025; Sanierung des Hölkeskamprings mit Vollsperrung beginnt, 2. März 2026.