Wieschermühle: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
|||
| (10 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
__NOTOC__ |
|||
Um 1830 war die '''Wieschermühle''' als Öl- und Kornmühle in Betrieb.Die Wieschermühle hatte drei Mühlräder, welche vom Mühlenbach, einem kleinen Nebenfluss der Emscher, angetrieben wurden. Das Wasser fiel dabei aus einer Höhe von 2,40 m auf die Mühlräder. Im Sommer jedoch, wenn es selten regnete, musste die Mühle oft wegen Wassermangels stillgelegt werden. Im Betrieb wurde aus Raps und Lein zwischen den beiden Steinen Öl gemahlen. Anfangs hatte die Mühle einen Teich, der aber später trockengelegt wurde. |
|||
Die '''Wieschermühle''' war eine historische Wasser- und spätere Dampfmühle im heutigen Stadtgebiet von Herne. Sie lag am [[Ostbach]], der in älteren Quellen auch als '''Wiescher Mühlenbach''' bezeichnet wird, und gehörte zu den bedeutenden vorindustriellen Gewerbeanlagen des alten Herner Siedlungsraumes. |
|||
{{Infobox Gebäude |
|||
|Name=Wieschermühle |
|||
|Bild=[[Datei:Wieschermuehle 1964-09-Herne unsere Stadt Stadtarchiv.jpg|400px|center]] |
|||
|Bildinfo=Die Wieschermühle im August 1964 kurz vor dem Abriss |
|||
|Erbaut=vor 1813 nachweisbar |
|||
|Auch bekannt als:= |
|||
|Erwähnung= |
|||
|Von= |
|||
|Von2= |
|||
|PLZ= |
|||
|PLZ2= |
|||
|PLZ3= |
|||
|PLZ4= |
|||
|Stadtbezirk=Herne |
|||
|Ortsteil= |
|||
|Kartengitter= |
|||
|lat=51.53804018689638 |
|||
|lon=7.233515362784176 |
|||
|lata= |
|||
|lona= |
|||
}} |
|||
Die Mühle diente zunächst als Korn- und Ölmühle. Ihre Wasserkraft bezog sie aus dem Ostbachsystem, das über Jahrhunderte mehrere Mühlen im südlichen Herner Raum antrieb. Neben der [[Gysenberger Mühle]], der [[Papiermühle Sodingen]] und der [[Ölmühle Funkenberg]] gehörte die Wieschermühle zu den wichtigsten wasserbetriebenen Anlagen am Ostbach.<ref name="Brandt1965">Karl Brandt: ''Wasser – Lebenselement im alten Herne''. In: ''Herne – unsere Stadt'', August/September 1965, S. 20–22.</ref> |
|||
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde versucht, den Betrieb durch Dampfkraft unabhängig von der schwankenden Wasserführung des Baches zu machen. Dennoch verlor die Mühle im Zuge der Industrialisierung zunehmend ihre Bedeutung. Nach dem Übergang des Grundstücks an die [[Hibernia AG]] und später an die Stadt Herne wurden die Gebäude 1964 abgebrochen. An ihrer Stelle entstand ein Schulneubau.<ref name="Hildebrand1964">Dietrich Hildebrand: ''Die Wieschermühle''. In: ''Herne – unsere Stadt'', Bürgerillustrierte, September 1964.</ref> |
|||
*Im Jahre 1876 ließ der ehemalige Mühlenbesitzer einen Dampfkessel einbauen; das Mühlengeschäft jedoch ging mehr und mehr zurück. |
|||
[[Datei:Auf der Insel Gemarkungsgrundkarte 1883.png|500px|thumb|links|Lage um 1893 mit Mühlenteich und Abzweig des Ostbaches.]] |
|||
*Um 1900 wurde die Mühle endgültig stillgelegt; der Mühlteich wurde noch längere Zeit als Badeanstalt genutzt. |
|||
==Lage und Gewässergeschichte== |
|||
*1906 kaufte die Zeche „Hibernia“ das Gelände. |
|||
Die Wieschermühle befand sich am heutigen Bereich der [[Schillerstraße]] 49. Ursprünglich lag das Grundstück am [[Sodinger Weg]] und damit unmittelbar am Lauf des Ostbaches. Der Bach wurde in historischen Quellen auch als Wiescher Mühlenbach bezeichnet. |
|||
*1924 wurden die Gebäude zu einem Wohnhaus umgebaut. |
|||
*1953 kaufte dann die Stadt Herne das Grundstück. |
|||
*Im August 1964 wurde die Wieschermühle vollkommen abgerissen und die Grundschule an der Schillerstraße(Benennung seit dem 9. Mai 2005) errichtet. |
|||
Der Ostbach gehörte zu den prägenden Gewässern des alten Herner Landschaftsraumes. Er entsprang mit mehreren Quellarmen im Bereich des südlichen Höhenzuges zwischen Herne und Bochum und führte sein Wasser über Sodingen und Herne zur [[Emscher]].<ref name="Brandt1965" /> |
|||
Quelle: http://www.schillerschule-herne.de/ueber-unsere-schule-und-uns/geschichtederschillerschule |
|||
Die Entstehung dieser zahlreichen Bäche hängt mit den geologischen Bedingungen des Herner Raumes zusammen. Unter Sand-, Kies- und Lehmschichten liegt der wasserundurchlässige Emschermergel. Auf dieser Schicht sammelt sich das Grundwasser, das an den Hängen des südlichen Hochplateaus in Quellen austritt und die Herner Bäche speist.<ref name="Brandt1965" /> |
|||
Da die Wasserführung dieser Bäche stark von Niederschlägen abhängig war, standen die Mühlen zwar ganzjährig zur Verfügung, mussten aber bei Trockenzeiten mit Einschränkungen rechnen. Dies betraf auch die Wieschermühle.<ref name="Brandt1965" /> |
|||
==Frühe Hinweise und erste Besitzer== |
|||
Die genaue Entstehungszeit der Wieschermühle lässt sich anhand der bisher bekannten Quellen nicht bestimmen. Eine frühe Erwähnung könnte sich in der [[Die Feuerstättenliste des Amtes Bochum 1664 (Herner Ausschnitt)|Bevölkerungsliste]] des Amtes Bochum aus dem Jahr [[1664]] finden. Dort wird ein „Wischer Moller“ genannt, der eine Feuerstätte in einer Mühle besaß, die dem Herrn von Strünkede gehörte. |
|||
Für das Jahr [[1760]] erwähnt Johann Diederich von Steinen beziehungsweise die spätere historische Darstellung von Hermann Schäfer zwar eine Papiermühle in Herne, eine Wieschermühle wird jedoch nicht ausdrücklich genannt.<ref>[[Schaefer 1912]].</ref> |
|||
Sicher nachweisbar ist die Wieschermühle im späten 18. Jahrhundert. |
|||
Im [[Hypothekenbücher|Hypothekenbuch]] des Gerichts Strünkede gibt es einen eigenen Eintrag: <ref>[https://www.landesarchiv-nrw.de/data01/Abt%20Westfalen/Grafschaft%20Mark%20Gerichte%20III/00037%2001%20Bd01/5P3%2000037%2001%20Bd01%20200.jpg https://www.landesarchiv-nrw.de/]</ref> |
|||
No. / Nahmen des Guths: Wiescher Mühle bey Herne XXX |
|||
hat Pertinentien: Die Mühle, ist eine Walk u[nd] Kornmühle, Müller-Hauß und Kotten, Gärten, 2 Mühl-Teiche, fischig und Waßer-Recht |
|||
Besitzer: Herr Gerichtsschreiber Schümer, modo ex illius Cessione dessen Eheweib Regina geb. Gostmann Schümer |
|||
In den Salzlisten der Mairie Herne aus dem Jahr [[1813]] erscheint der Kornmüller Georg Heinrich Hesse. Er wird mit einem Haushalt von vier Personen und einem Stück Hornvieh aufgeführt.<ref>Stadtarchiv Herne: Mairie Herne 9, Salzlisten 1813.</ref> |
|||
Um [[1828]] wird Georg Heinrich Hesse (1780-1842) als Korn- und Ölmüller der Wieschermühle genannt. Die Anlage befand sich zu dieser Zeit weiterhin nicht in Familienbesitz: Für das Jahr [[1836]] wird als Eigentümer Jacobi<ref>Ein Haupterbe der von Strünkede</ref> genannt, während Georg Hesse die Mühle als Pächter betrieb.<ref>Stadtarchiv Herne: Bürgermeisterei 127, Gewerbetreibende 1820–1831; Bürgermeisterei 152, Mühlenkataster 1836–1840.</ref> |
|||
Um 1830 war die '''Wieschermühle''' als Öl- und Kornmühle in Betrieb. Die Wieschermühle hatte drei Mühlräder, welche vom Mühlenbachteich, einem kleinen Abzweig des Ostbaches, angetrieben wurden. Das Wasser fiel dabei aus einer Höhe von 2,40 m auf die Mühlräder. Im Sommer jedoch, wenn es selten regnete, musste die Mühle oft wegen Wassermangels stillgelegt werden. Im Betrieb wurde aus Raps und Lein zwischen den beiden Steinen Öl gemahlen. |
|||
Für das Jahr [[1849]] wird als Bewohner der Wieschermühle (Haus Nr. 85) genannt: |
|||
* Müller Georg Hesse, 40 Jahre, (1807-1865) |
|||
* Anna Maria Hesse, geborene Hülsmann, 44 Jahre, (1810-v.1862) |
|||
* Christina Hesse, geborene Fischer, Mutter, 64 Jahre, (1785-1861) |
|||
* Heinrich Hesse, Bruder, 25 Jahre, (1824-?) |
|||
* Magd Clara Hemmer, 34 Jahre. (1810-1879 ∞ Johann Potthoff) |
|||
Alle Bewohner waren evangelisch.<ref name="Hildebrand1964" /> |
|||
In den Einwohnerlisten des Jahres [[1855]] erscheint dagegen Heinrich Hesse als Müller der Wieschermühle (nun Haus Nr. 95). In dem Gebäude lebten: |
|||
* Müller Heinrich Hesse, 31 Jahre, (1824-?) |
|||
* Lisette Hesse, geborene Trösken, 26 Jahre, (1830-1863) |
|||
* Sohn Heinrich, 4 Jahre, (1850-?) |
|||
* Tochter Amalia, 2 Jahre, (1852-?) |
|||
* Sohn Friedrich, unter einem Jahr, (1854) |
|||
* Christina Hesse, Mutter, 70 Jahre, (1785-1861) |
|||
* Georg Hesse, Bruder, 46 Jahre, (1807-1865) |
|||
* Magd Gertrud Plässer, 19 Jahre. |
|||
Damit hatte Heinrich Hesse offenbar die Nachfolge seines Bruders Georg als Müller übernommen.<ref name="Hildebrand1964" /> |
|||
==Pachtverhältnisse und Müllerwechsel== |
|||
Neben der Familie Hesse sind weitere Müller beziehungsweise Pächter der Wieschermühle überliefert. Für die Jahre [[1862]] bis [[1866]] ist beispielsweise Franz von Oepen aus Castrop (1832-1886) als Pächter der Mühle nachweisbar.<ref>Historischer Verein Herne/Wanne-Eickel: Angaben zur Wieschermühle nach archivalischen Quellen.</ref> |
|||
Die häufig wechselnden Besitz- und Pachtverhältnisse zeigen, dass der Betrieb einer Wassermühle im 19. Jahrhundert zunehmend wirtschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt war. Die natürliche Abhängigkeit vom Wasserangebot erschwerte einen gleichmäßigen Betrieb, während gleichzeitig neue technische Entwicklungen die traditionelle Wassermühlentechnik zunehmend verdrängten. |
|||
==Industrialisierung und Dampfbetrieb== |
|||
Mit der fortschreitenden Industrialisierung des Herner Raumes veränderten sich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Wieschermühle grundlegend. Während Wassermühlen über Jahrhunderte die Versorgung der Bevölkerung mit Mehl und Öl sichergestellt hatten, entstanden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts leistungsfähigere dampfbetriebene Mühlen, die unabhängig von der Wasserführung der Bäche arbeiten konnten. |
|||
Für die Wieschermühle beginnt eine neue, archivalisch gut belegte Entwicklungsphase im Jahr [[1876]]. Als Eigentümer wird nun der Mühlenbesitzer '''Bernard Voortmann''' (1834-1891) genannt. Er heiratete die Witwe des Heinrich Hesse, Ida geb. Neuhaus (1841-1914), ließ einen Dampfkessel mit einem Betriebsdruck von vier Atmosphären installieren und ergänzte damit den bisherigen Wasserantrieb.<ref name="Hildebrand1964" /><ref>Stadtarchiv Herne, Bestand 1 B 54, ''Mühlenbesitzer Voortmann (Dampfkessel)'', 1880–1895.</ref> Die Modernisierung wurde in den folgenden Jahren fortgesetzt. [[1884]] ist der Einbau eines weiteren Dampfkessels mit fünf Atmosphären Überdruck für den Betrieb der Getreidemühle nachweisbar. Im Jahr [[1895]] ließ die Witwe Voortmann einen Dampfkessel mit sechs Atmosphären Überdruck errichten.<ref name="Hildebrand1964" /><ref>Stadtarchiv Herne, Bestand 1 B 54, ''Mühlenbesitzer Voortmann (Dampfkessel)'', 1880–1895.</ref> Die technischen Verbesserungen konnten den wirtschaftlichen Niedergang jedoch nicht aufhalten. |
|||
Bereits [[1881]] wurde in den Verwaltungsakten beklagt, dass Überschwemmungen des Sodinger Weges den Betrieb erheblich beeinträchtigten. Gleichzeitig nahm die Konkurrenz moderner Industrie- und Dampfmühlen stetig zu.<ref name="Hildebrand1964" /> ==[[Aus der wechselvollen Geschichte der Wieschermühle|Der Mühlenteich als Badeanstalt]]== Der zur Wasserversorgung der Mühle angelegte Mühlenteich verlor mit dem Rückgang des Mühlenbetriebes seine ursprüngliche Funktion. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gewässer anderweitig genutzt. |
|||
==Badeanstalt Wiescher Mühlenteich== |
|||
Im Jahr [[1897]] wird der gegenüber der Wieschermühle gelegene Mühlenteich erstmals ausdrücklich als '''Badeanstalt''' bezeichnet.<ref name="Hildebrand1964" /> Diese Nutzung ist typisch für zahlreiche ehemalige Mühlenteiche des Ruhrgebietes. Noch bevor öffentliche Freibäder entstanden, dienten viele aufgestaute Gewässer der Bevölkerung im Sommer als einfache Badegelegenheiten. Die Badeanstalt an der Wieschermühle bestand bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. |
|||
„''Wo Karlchen schwimmen gelernt hat? Nun, damals, als Karlchen noch die Schulbank drückte. ging es an heißen Sommertagen hinaus zur Wiescher Mühle, wo die Gebr. Vortmann die Herner Pennälerwelt in die Geheimnisse der Kunst des Schwimmens einführten, ihnen in rauben, aber herzlichen Tönen die„Tempis“ beibrachten. Man hing unter ihren nervigen Fäusten an der Leine und zappelte wie der Fisch an der Angel. Das heißt, wenn man allzu nervös zappelte und gar nicht auf die Kommandos des gestrengen Herrn Bademeisters hören wollte, dann ließ der gute Gustav die Leine mal ein bißchen lockerer und ein paar Schluck aus dem Mühlenteich tun. Das brachte die „Widerspenstigsten“, schnell zur Raison, und ob man wollte oder nicht, man kam im Laufe der Zeit doch dahinter, wie man die Beine und die Arme auszustrecken hatte. Beson¬ders lururiös war diese erste Herner Badeanstalt sa gerade nicht, und auch das Wasser ließ manchmal an Klarheit zu wünschen übrig. Aber was kat das uns Jungens damals die Wiescher Mühle war für uns der Inbegriff aller Badefreuden, und wie Karlchen, so werden auch die anderen „alten Knaben“ jene Zeit noch in bester Erinnerung haben. Es ging immer recht lustig der bei Vortmanns während und nach dem Bade, wo in der gemütlichen Kneipe allerhand lustige Streiche ausgeheckt wurden.'' <br> |
|||
''Inzwischen ist die Romantik der Wiescher Mühle und des Mühlenteiches verschwunden. Wenn man jetzt dort vorüber kommt, steht man sich vergebens nach dem Gewässer um, in dem sich damals die Herner Jungen und Mädchen tummelten. Da, wo wir damals unsere ersten Schwimmwettkämpfe auskrugen und frischfröhliche Wasserschlachten schlugen, ist ein Garten entstanden, aus dem sich die Hausfrau allerhand schmackhaftes Gemüse holt.“'' <ref>Herner Anzeiger 3. Juli 1937. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21238421</ref> |
|||
==Übergang an die Hibernia AG== |
|||
Mit dem Ende des Mühlenbetriebes begann die Umnutzung des Grundstücks. Nachdem der Name der Witwe Voortmann letztmals [[1905]] in den Akten erscheint, ging das Anwesen bereits [[1906]] in den Besitz der [[Hibernia AG]] über.<ref name="Hildebrand1964" /> Die Bergwerksgesellschaft wandte sich in diesem Jahr wegen verschiedener Arbeiten auf dem Grundstück an die Stadtverwaltung. Die frühere Mühle wurde nun unter der Anschrift '''Sodinger Weg 49''' geführt.<ref>Stadtarchiv Herne, Bauordnungsamt, Schillerstraße – Rechtsverhältnis 1866–1939.</ref> Ein Schriftstück aus dem Jahr [[1913]] nennt erstmals die heute noch gültige Anschrift '''Schillerstraße 49'''.<ref>Stadtarchiv Herne, Schillerstraße 49, 1906–1953.</ref> |
|||
==Umbau zum Wohngebäude== |
|||
Im Jahr [[1924]] ließ die Hibernia AG die ehemalige Mühle grundlegend umbauen.<ref name="Hildebrand1964" /> Das ehemalige Mühlengebäude wurde zu einem Wohnhaus umgestaltet. Im Vorderhaus entstanden fünf Wohnungen; dort hatten sich zuvor die Müllerwohnung und die eigentliche Mühlenanlage befunden. Die frühere Scheune im rückwärtigen Gebäudeteil wurde zu zwei weiteren Wohnungen ausgebaut. Mit diesem Umbau endete die jahrhundertelange Nutzung der Wieschermühle als Gewerbebetrieb endgültig. |
|||
==Erwerb durch die Stadt Herne== |
|||
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Grundstück [[1953]] in das Eigentum der Stadt Herne über.<ref name="Hildebrand1964" /> Im Zuge des Ausbaus der kommunalen Infrastruktur entschied sich die Stadt für den Abbruch der inzwischen stark veränderten Gebäude. Im **August [[1964]]** wurde die ehemalige Wieschermühle vollständig niedergelegt, um Platz für den Neubau einer Grundschule zu schaffen.<ref name="Hildebrand1964" /> Vor dem Abbruch wurden zwei Mühlsteine geborgen. Nach den Angaben Dietrich Hildebrands sollten sie im Keller des neuen Schulgebäudes aufbewahrt werden und als letzte erhaltene Sachzeugnisse an die jahrhundertealte Mühle erinnern.<ref name="Hildebrand1964" /> |
|||
==Bedeutung== |
|||
Die Wieschermühle gehört zu den ältesten nachweisbaren Gewerbebetrieben im Bereich des alten Dorfes Herne. Gemeinsam mit der [[Gysenberger Mühle]], der [[Sodinger Mühle]], der [[Funkenberger Ölmühle]], der [[Overkamps Mühle]] und der Papiermühle an der Beeke bildete sie das historische Herner Mühlenwesen.<ref name="Brandt1965" /> Ihre Geschichte verdeutlicht den Wandel der Energieversorgung vom wassergetriebenen Mühlenbetrieb über den ergänzenden Dampfantrieb bis zur vollständigen Ablösung durch industrielle Großmühlen. Gleichzeitig dokumentiert sie den tiefgreifenden Strukturwandel des Herner Raumes vom landwirtschaftlich geprägten Kirchspiel zur Bergbau- und Industriestadt. Heute erinnert oberirdisch nichts mehr an den ehemaligen Standort der Wieschermühle. Ihre Geschichte ist jedoch durch die Bestände des Stadtarchivs Herne, die Veröffentlichungen des Historischen Vereins Herne/Wanne-Eickel sowie die Bürgerillustrierten ''Herne – unsere Stadt'' vergleichsweise gut dokumentiert. |
|||
==Literatur== |
==Literatur== |
||
* |
* Brandt, Karl: ''[[Wasser - Lebenselement im alten Herne]]''. In: ''Herne – unsere Stadt'', August/September 1965, S. 20–22. |
||
* Hildebrand, Dietrich: ''[[Aus der wechselvollen Geschichte der Wieschermühle]]''. In: ''Herne – unsere Stadt'', September 1964. |
|||
* *[[Schaefer 1912]] |
|||
==Archivalische Quellen== |
|||
'''Stadtarchiv Herne''' |
|||
* Mairie Herne 9 – Salzlisten 1813. |
|||
* Bürgermeisterei 26 – Mühlenbäche 1816–1844. |
|||
* Bürgermeisterei 127 – Gewerbetreibende 1820–1831. |
|||
* Bürgermeisterei 152 – Mühlenkataster 1836–1840. |
|||
* Kriegs- und Domänenkammer Hamm, Rezeptur Herne 10 – Volkszählung 1849. |
|||
* Kriegs- und Domänenkammer Hamm, Rezeptur Herne 12 I–II – Einwohnerverzeichnisse 1852 und 1855. |
|||
* Bestand 1 B 54 – Mühlenbesitzer Voortmann (Dampfkessel) 1880–1895. |
|||
* Bauordnungsamt Herne – Schillerstraße, Rechtsverhältnis 1866–1939. |
|||
* Schillerstraße 49 – Grundstücksakten 1906–1953. |
|||
* Best. 204 / Historischer Bestand III, Nr. A 29 - Wasserpolizei - Bl. 214, 247, 270, 326: Grundstücksanlieger des Wiescher Mühlenbachs 1851-60 |
|||
==Verwandte Artikel== |
|||
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}} |
|||
==Quellen== |
|||
<references/> |
|||
[[Kategorie:Mühle]] |
[[Kategorie:Mühle]] |
||
Aktuelle Version vom 14. Juli 2026, 11:37 Uhr
Die Wieschermühle war eine historische Wasser- und spätere Dampfmühle im heutigen Stadtgebiet von Herne. Sie lag am Ostbach, der in älteren Quellen auch als Wiescher Mühlenbach bezeichnet wird, und gehörte zu den bedeutenden vorindustriellen Gewerbeanlagen des alten Herner Siedlungsraumes.
Die Mühle diente zunächst als Korn- und Ölmühle. Ihre Wasserkraft bezog sie aus dem Ostbachsystem, das über Jahrhunderte mehrere Mühlen im südlichen Herner Raum antrieb. Neben der Gysenberger Mühle, der Papiermühle Sodingen und der Ölmühle Funkenberg gehörte die Wieschermühle zu den wichtigsten wasserbetriebenen Anlagen am Ostbach.[1]
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde versucht, den Betrieb durch Dampfkraft unabhängig von der schwankenden Wasserführung des Baches zu machen. Dennoch verlor die Mühle im Zuge der Industrialisierung zunehmend ihre Bedeutung. Nach dem Übergang des Grundstücks an die Hibernia AG und später an die Stadt Herne wurden die Gebäude 1964 abgebrochen. An ihrer Stelle entstand ein Schulneubau.[2]

Lage und Gewässergeschichte
Die Wieschermühle befand sich am heutigen Bereich der Schillerstraße 49. Ursprünglich lag das Grundstück am Sodinger Weg und damit unmittelbar am Lauf des Ostbaches. Der Bach wurde in historischen Quellen auch als Wiescher Mühlenbach bezeichnet.
Der Ostbach gehörte zu den prägenden Gewässern des alten Herner Landschaftsraumes. Er entsprang mit mehreren Quellarmen im Bereich des südlichen Höhenzuges zwischen Herne und Bochum und führte sein Wasser über Sodingen und Herne zur Emscher.[1]
Die Entstehung dieser zahlreichen Bäche hängt mit den geologischen Bedingungen des Herner Raumes zusammen. Unter Sand-, Kies- und Lehmschichten liegt der wasserundurchlässige Emschermergel. Auf dieser Schicht sammelt sich das Grundwasser, das an den Hängen des südlichen Hochplateaus in Quellen austritt und die Herner Bäche speist.[1]
Da die Wasserführung dieser Bäche stark von Niederschlägen abhängig war, standen die Mühlen zwar ganzjährig zur Verfügung, mussten aber bei Trockenzeiten mit Einschränkungen rechnen. Dies betraf auch die Wieschermühle.[1]
Frühe Hinweise und erste Besitzer
Die genaue Entstehungszeit der Wieschermühle lässt sich anhand der bisher bekannten Quellen nicht bestimmen. Eine frühe Erwähnung könnte sich in der Bevölkerungsliste des Amtes Bochum aus dem Jahr 1664 finden. Dort wird ein „Wischer Moller“ genannt, der eine Feuerstätte in einer Mühle besaß, die dem Herrn von Strünkede gehörte.
Für das Jahr 1760 erwähnt Johann Diederich von Steinen beziehungsweise die spätere historische Darstellung von Hermann Schäfer zwar eine Papiermühle in Herne, eine Wieschermühle wird jedoch nicht ausdrücklich genannt.[3]
Sicher nachweisbar ist die Wieschermühle im späten 18. Jahrhundert. Im Hypothekenbuch des Gerichts Strünkede gibt es einen eigenen Eintrag: [4]
No. / Nahmen des Guths: Wiescher Mühle bey Herne XXX hat Pertinentien: Die Mühle, ist eine Walk u[nd] Kornmühle, Müller-Hauß und Kotten, Gärten, 2 Mühl-Teiche, fischig und Waßer-Recht Besitzer: Herr Gerichtsschreiber Schümer, modo ex illius Cessione dessen Eheweib Regina geb. Gostmann Schümer
In den Salzlisten der Mairie Herne aus dem Jahr 1813 erscheint der Kornmüller Georg Heinrich Hesse. Er wird mit einem Haushalt von vier Personen und einem Stück Hornvieh aufgeführt.[5]
Um 1828 wird Georg Heinrich Hesse (1780-1842) als Korn- und Ölmüller der Wieschermühle genannt. Die Anlage befand sich zu dieser Zeit weiterhin nicht in Familienbesitz: Für das Jahr 1836 wird als Eigentümer Jacobi[6] genannt, während Georg Hesse die Mühle als Pächter betrieb.[7] Um 1830 war die Wieschermühle als Öl- und Kornmühle in Betrieb. Die Wieschermühle hatte drei Mühlräder, welche vom Mühlenbachteich, einem kleinen Abzweig des Ostbaches, angetrieben wurden. Das Wasser fiel dabei aus einer Höhe von 2,40 m auf die Mühlräder. Im Sommer jedoch, wenn es selten regnete, musste die Mühle oft wegen Wassermangels stillgelegt werden. Im Betrieb wurde aus Raps und Lein zwischen den beiden Steinen Öl gemahlen.
Für das Jahr 1849 wird als Bewohner der Wieschermühle (Haus Nr. 85) genannt:
- Müller Georg Hesse, 40 Jahre, (1807-1865)
- Anna Maria Hesse, geborene Hülsmann, 44 Jahre, (1810-v.1862)
- Christina Hesse, geborene Fischer, Mutter, 64 Jahre, (1785-1861)
- Heinrich Hesse, Bruder, 25 Jahre, (1824-?)
- Magd Clara Hemmer, 34 Jahre. (1810-1879 ∞ Johann Potthoff)
Alle Bewohner waren evangelisch.[2]
In den Einwohnerlisten des Jahres 1855 erscheint dagegen Heinrich Hesse als Müller der Wieschermühle (nun Haus Nr. 95). In dem Gebäude lebten:
- Müller Heinrich Hesse, 31 Jahre, (1824-?)
- Lisette Hesse, geborene Trösken, 26 Jahre, (1830-1863)
- Sohn Heinrich, 4 Jahre, (1850-?)
- Tochter Amalia, 2 Jahre, (1852-?)
- Sohn Friedrich, unter einem Jahr, (1854)
- Christina Hesse, Mutter, 70 Jahre, (1785-1861)
- Georg Hesse, Bruder, 46 Jahre, (1807-1865)
- Magd Gertrud Plässer, 19 Jahre.
Damit hatte Heinrich Hesse offenbar die Nachfolge seines Bruders Georg als Müller übernommen.[2]
Pachtverhältnisse und Müllerwechsel
Neben der Familie Hesse sind weitere Müller beziehungsweise Pächter der Wieschermühle überliefert. Für die Jahre 1862 bis 1866 ist beispielsweise Franz von Oepen aus Castrop (1832-1886) als Pächter der Mühle nachweisbar.[8]
Die häufig wechselnden Besitz- und Pachtverhältnisse zeigen, dass der Betrieb einer Wassermühle im 19. Jahrhundert zunehmend wirtschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt war. Die natürliche Abhängigkeit vom Wasserangebot erschwerte einen gleichmäßigen Betrieb, während gleichzeitig neue technische Entwicklungen die traditionelle Wassermühlentechnik zunehmend verdrängten.
Industrialisierung und Dampfbetrieb
Mit der fortschreitenden Industrialisierung des Herner Raumes veränderten sich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Wieschermühle grundlegend. Während Wassermühlen über Jahrhunderte die Versorgung der Bevölkerung mit Mehl und Öl sichergestellt hatten, entstanden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts leistungsfähigere dampfbetriebene Mühlen, die unabhängig von der Wasserführung der Bäche arbeiten konnten.
Für die Wieschermühle beginnt eine neue, archivalisch gut belegte Entwicklungsphase im Jahr 1876. Als Eigentümer wird nun der Mühlenbesitzer Bernard Voortmann (1834-1891) genannt. Er heiratete die Witwe des Heinrich Hesse, Ida geb. Neuhaus (1841-1914), ließ einen Dampfkessel mit einem Betriebsdruck von vier Atmosphären installieren und ergänzte damit den bisherigen Wasserantrieb.[2][9] Die Modernisierung wurde in den folgenden Jahren fortgesetzt. 1884 ist der Einbau eines weiteren Dampfkessels mit fünf Atmosphären Überdruck für den Betrieb der Getreidemühle nachweisbar. Im Jahr 1895 ließ die Witwe Voortmann einen Dampfkessel mit sechs Atmosphären Überdruck errichten.[2][10] Die technischen Verbesserungen konnten den wirtschaftlichen Niedergang jedoch nicht aufhalten.
Bereits 1881 wurde in den Verwaltungsakten beklagt, dass Überschwemmungen des Sodinger Weges den Betrieb erheblich beeinträchtigten. Gleichzeitig nahm die Konkurrenz moderner Industrie- und Dampfmühlen stetig zu.[2] ==Der Mühlenteich als Badeanstalt== Der zur Wasserversorgung der Mühle angelegte Mühlenteich verlor mit dem Rückgang des Mühlenbetriebes seine ursprüngliche Funktion. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gewässer anderweitig genutzt.
Badeanstalt Wiescher Mühlenteich
Im Jahr 1897 wird der gegenüber der Wieschermühle gelegene Mühlenteich erstmals ausdrücklich als Badeanstalt bezeichnet.[2] Diese Nutzung ist typisch für zahlreiche ehemalige Mühlenteiche des Ruhrgebietes. Noch bevor öffentliche Freibäder entstanden, dienten viele aufgestaute Gewässer der Bevölkerung im Sommer als einfache Badegelegenheiten. Die Badeanstalt an der Wieschermühle bestand bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts.
„Wo Karlchen schwimmen gelernt hat? Nun, damals, als Karlchen noch die Schulbank drückte. ging es an heißen Sommertagen hinaus zur Wiescher Mühle, wo die Gebr. Vortmann die Herner Pennälerwelt in die Geheimnisse der Kunst des Schwimmens einführten, ihnen in rauben, aber herzlichen Tönen die„Tempis“ beibrachten. Man hing unter ihren nervigen Fäusten an der Leine und zappelte wie der Fisch an der Angel. Das heißt, wenn man allzu nervös zappelte und gar nicht auf die Kommandos des gestrengen Herrn Bademeisters hören wollte, dann ließ der gute Gustav die Leine mal ein bißchen lockerer und ein paar Schluck aus dem Mühlenteich tun. Das brachte die „Widerspenstigsten“, schnell zur Raison, und ob man wollte oder nicht, man kam im Laufe der Zeit doch dahinter, wie man die Beine und die Arme auszustrecken hatte. Beson¬ders lururiös war diese erste Herner Badeanstalt sa gerade nicht, und auch das Wasser ließ manchmal an Klarheit zu wünschen übrig. Aber was kat das uns Jungens damals die Wiescher Mühle war für uns der Inbegriff aller Badefreuden, und wie Karlchen, so werden auch die anderen „alten Knaben“ jene Zeit noch in bester Erinnerung haben. Es ging immer recht lustig der bei Vortmanns während und nach dem Bade, wo in der gemütlichen Kneipe allerhand lustige Streiche ausgeheckt wurden.
Inzwischen ist die Romantik der Wiescher Mühle und des Mühlenteiches verschwunden. Wenn man jetzt dort vorüber kommt, steht man sich vergebens nach dem Gewässer um, in dem sich damals die Herner Jungen und Mädchen tummelten. Da, wo wir damals unsere ersten Schwimmwettkämpfe auskrugen und frischfröhliche Wasserschlachten schlugen, ist ein Garten entstanden, aus dem sich die Hausfrau allerhand schmackhaftes Gemüse holt.“ [11]
Übergang an die Hibernia AG
Mit dem Ende des Mühlenbetriebes begann die Umnutzung des Grundstücks. Nachdem der Name der Witwe Voortmann letztmals 1905 in den Akten erscheint, ging das Anwesen bereits 1906 in den Besitz der Hibernia AG über.[2] Die Bergwerksgesellschaft wandte sich in diesem Jahr wegen verschiedener Arbeiten auf dem Grundstück an die Stadtverwaltung. Die frühere Mühle wurde nun unter der Anschrift Sodinger Weg 49 geführt.[12] Ein Schriftstück aus dem Jahr 1913 nennt erstmals die heute noch gültige Anschrift Schillerstraße 49.[13]
Umbau zum Wohngebäude
Im Jahr 1924 ließ die Hibernia AG die ehemalige Mühle grundlegend umbauen.[2] Das ehemalige Mühlengebäude wurde zu einem Wohnhaus umgestaltet. Im Vorderhaus entstanden fünf Wohnungen; dort hatten sich zuvor die Müllerwohnung und die eigentliche Mühlenanlage befunden. Die frühere Scheune im rückwärtigen Gebäudeteil wurde zu zwei weiteren Wohnungen ausgebaut. Mit diesem Umbau endete die jahrhundertelange Nutzung der Wieschermühle als Gewerbebetrieb endgültig.
Erwerb durch die Stadt Herne
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Grundstück 1953 in das Eigentum der Stadt Herne über.[2] Im Zuge des Ausbaus der kommunalen Infrastruktur entschied sich die Stadt für den Abbruch der inzwischen stark veränderten Gebäude. Im **August 1964** wurde die ehemalige Wieschermühle vollständig niedergelegt, um Platz für den Neubau einer Grundschule zu schaffen.[2] Vor dem Abbruch wurden zwei Mühlsteine geborgen. Nach den Angaben Dietrich Hildebrands sollten sie im Keller des neuen Schulgebäudes aufbewahrt werden und als letzte erhaltene Sachzeugnisse an die jahrhundertealte Mühle erinnern.[2]
Bedeutung
Die Wieschermühle gehört zu den ältesten nachweisbaren Gewerbebetrieben im Bereich des alten Dorfes Herne. Gemeinsam mit der Gysenberger Mühle, der Sodinger Mühle, der Funkenberger Ölmühle, der Overkamps Mühle und der Papiermühle an der Beeke bildete sie das historische Herner Mühlenwesen.[1] Ihre Geschichte verdeutlicht den Wandel der Energieversorgung vom wassergetriebenen Mühlenbetrieb über den ergänzenden Dampfantrieb bis zur vollständigen Ablösung durch industrielle Großmühlen. Gleichzeitig dokumentiert sie den tiefgreifenden Strukturwandel des Herner Raumes vom landwirtschaftlich geprägten Kirchspiel zur Bergbau- und Industriestadt. Heute erinnert oberirdisch nichts mehr an den ehemaligen Standort der Wieschermühle. Ihre Geschichte ist jedoch durch die Bestände des Stadtarchivs Herne, die Veröffentlichungen des Historischen Vereins Herne/Wanne-Eickel sowie die Bürgerillustrierten Herne – unsere Stadt vergleichsweise gut dokumentiert.
Literatur
- Brandt, Karl: Wasser - Lebenselement im alten Herne. In: Herne – unsere Stadt, August/September 1965, S. 20–22.
- Hildebrand, Dietrich: Aus der wechselvollen Geschichte der Wieschermühle. In: Herne – unsere Stadt, September 1964.
- *Schaefer 1912
Archivalische Quellen
Stadtarchiv Herne
- Mairie Herne 9 – Salzlisten 1813.
- Bürgermeisterei 26 – Mühlenbäche 1816–1844.
- Bürgermeisterei 127 – Gewerbetreibende 1820–1831.
- Bürgermeisterei 152 – Mühlenkataster 1836–1840.
- Kriegs- und Domänenkammer Hamm, Rezeptur Herne 10 – Volkszählung 1849.
- Kriegs- und Domänenkammer Hamm, Rezeptur Herne 12 I–II – Einwohnerverzeichnisse 1852 und 1855.
- Bestand 1 B 54 – Mühlenbesitzer Voortmann (Dampfkessel) 1880–1895.
- Bauordnungsamt Herne – Schillerstraße, Rechtsverhältnis 1866–1939.
- Schillerstraße 49 – Grundstücksakten 1906–1953.
- Best. 204 / Historischer Bestand III, Nr. A 29 - Wasserpolizei - Bl. 214, 247, 270, 326: Grundstücksanlieger des Wiescher Mühlenbachs 1851-60
Verwandte Artikel
- Auf der Insel (← Links)
- Gysenbergstraße (← Links)
- 1964 (← Links)
- 1876 (← Links)
- Urkunde 1566 Juni 26 (← Links)
- Urkunde 1826-1827 Mühle (← Links)
- Die ersten "Badeanstalten" in Herne (← Links)
- 1566 (← Links)
- Papiermühle Sodingen (← Links)
- Was die hundertjährigen Karten von Herne uns erzählen Teil 2 (1928) (← Links)
- Was die hundertjährigen Karten von Herne uns erzählen Teil 5 (1928) (← Links)
- Von alten Mühlen in Herne (← Links)
- Gysenberg (← Links)
- Noch eine Herner Schreckenschronik (Herner Anzeiger) 1937 (← Links)
- Die Feuerstättenliste des Amtes Bochum 1664 (Herner Ausschnitt) (← Links)
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Karl Brandt: Wasser – Lebenselement im alten Herne. In: Herne – unsere Stadt, August/September 1965, S. 20–22.
- ↑ 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 Dietrich Hildebrand: Die Wieschermühle. In: Herne – unsere Stadt, Bürgerillustrierte, September 1964.
- ↑ Schaefer 1912.
- ↑ https://www.landesarchiv-nrw.de/
- ↑ Stadtarchiv Herne: Mairie Herne 9, Salzlisten 1813.
- ↑ Ein Haupterbe der von Strünkede
- ↑ Stadtarchiv Herne: Bürgermeisterei 127, Gewerbetreibende 1820–1831; Bürgermeisterei 152, Mühlenkataster 1836–1840.
- ↑ Historischer Verein Herne/Wanne-Eickel: Angaben zur Wieschermühle nach archivalischen Quellen.
- ↑ Stadtarchiv Herne, Bestand 1 B 54, Mühlenbesitzer Voortmann (Dampfkessel), 1880–1895.
- ↑ Stadtarchiv Herne, Bestand 1 B 54, Mühlenbesitzer Voortmann (Dampfkessel), 1880–1895.
- ↑ Herner Anzeiger 3. Juli 1937. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21238421
- ↑ Stadtarchiv Herne, Bauordnungsamt, Schillerstraße – Rechtsverhältnis 1866–1939.
- ↑ Stadtarchiv Herne, Schillerstraße 49, 1906–1953.

