Osthafen (Wanne)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Der Osthafen Wanne ist ein am Rhein-Herne-Kanal gelegener Binnenhafen im Herner Stadtbezirk Wanne. Er gehört zum Hafenstandort Herne-Wanne und wird von der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH (WHE) betrieben. Der Hafen liegt östlich der Schleuse Wanne-Eickel und bildet zusammen mit dem Westhafen Wanne und weiteren Hafenanlagen einen bedeutenden Teil der Wanne-Eickeler Hafeninfrastruktur.

Überblick
Frank Vincentz 2010[1]
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Straßenansicht
StadtbezirkOrtsteilPLZ

Lage

Der Osthafen befindet sich am südlichen Ufer des Rhein-Herne-Kanals im Bereich der heutigen Stadt Herne. Der Hafen liegt dem Westhafen, der sich auf der gegenüberliegenden Kanalseite befindet, annähernd gegenüber. Die Hafenanlagen befinden sich unmittelbar östlich der Schleuse Wanne-Eickel.

Das Hafengebiet gehört zum Hafenstandort Herne-Wanne, der sich am Rhein-Herne-Kanal zwischen etwa Kanalkilometer 30 und 32 erstreckt. Neben West- und Osthafen gehört auch der Hafen Julia zum Standort.

Entstehung

Der Osthafen entstand im Zusammenhang mit dem Bau des Rhein-Herne-Kanals und der Entwicklung Wannes zu einem bedeutenden Verkehrs- und Industriestandort. Der Rhein-Herne-Kanal wurde zwischen 1906 und 1914 angelegt und schuf eine leistungsfähige Wasserstraßenverbindung durch das Ruhrgebiet. Gleichzeitig entstanden entlang des Kanals zahlreiche Hafen- und Umschlaganlagen.

Der Osthafen wurde von Beginn an als Industriehafen konzipiert. Nach einer Darstellung der Stadt Herne waren Industriehäfen zur damaligen Zeit noch vergleichsweise selten. Üblicher waren Umschlag- und Versorgungshäfen. Der Osthafen sollte dagegen unmittelbar mit den ansässigen Industrie- und Gewerbebetrieben verbunden werden.

Kennzeichnend für einen Industriehafen waren die in seinem Umfeld angesiedelten Industriewerke und Fabrikanlagen sowie Fertigungs- und Verarbeitungsbetriebe, Zentrallager von Unternehmen und andere gewerbliche Einrichtungen. Der Hafen bildete damit einen Bestandteil der industriellen Infrastruktur Wannes.

Verkehrliche Bedeutung

Mit dem Rhein-Herne-Kanal erhielt Wanne eine direkte Verbindung zum westdeutschen Wasserstraßennetz. Der Hafen ermöglichte den Umschlag von Gütern zwischen Schiff, Eisenbahn und Landverkehr.

Eine besondere Bedeutung hatte dabei die Verbindung mit dem Eisenbahnnetz. Die Hafenanlagen von Wanne wurden durch die Wanne-Herner Eisenbahn erschlossen. Auch der Osthafen verfügt über Gleisanschlüsse. Die WHE übernimmt neben der Funktion als Hafenbetreiber auch Aufgaben im Umschlag und im Eisenbahnverkehr.

Die Lage am Rhein-Herne-Kanal und die Verbindung mit dem Schienennetz machten den Osthafen zu einem Bestandteil des trimodalen Güterverkehrsstandortes Wanne.

Güterumschlag

Der Osthafen diente dem Umschlag unterschiedlicher Industrie- und Massengüter. Zu den überlieferten Umschlaggütern gehören Lebensmittel, Getreide und Industriegüter. Im Laufe seiner Entwicklung veränderte sich die Zusammensetzung der umgeschlagenen Güter. In jüngerer Zeit besitzt insbesondere Schrott eine wichtige Bedeutung.

Der Umschlag von Schrott steht dabei im Zusammenhang mit der industriellen Struktur des Ruhrgebietes und dem hohen Bedarf an Sekundärrohstoffen für die Metallindustrie.

Hafenanlagen

Die Hafenanlagen sind auf den Umschlag zwischen Wasserstraße und Landverkehr ausgelegt. Neben den Umschlageinrichtungen am Kanal bestehen beziehungsweise bestanden Gleisanlagen für die Anbindung an das Eisenbahnnetz.

Der Osthafen gehört gemeinsam mit dem Westhafen zum von der WHE betriebenen Teil des Hafens Herne-Wanne. Der Hafenstandort verfügt über verschiedene Umschlagmöglichkeiten und Gleisanschlüsse.

Die technische Entwicklung des Rhein-Herne-Kanals beeinflusste auch die Nutzung des Hafens. Der Kanal wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach ausgebaut, um größeren Schiffen die Nutzung zu ermöglichen. Für den Hafenstandort Herne-Wanne wurde im Rahmen des weiteren Kanalausbaus eine größere Abladetiefe und die Nutzung größerer Schiffseinheiten vorgesehen.

Große Niederlassungen

Er der größten Niederlassungen war das Lagerhaus der Westfälische Transport-Actien-Gesellschaft – Niederlassung Wanne-Eickel. Dieses Haus dominierte den Anblick des Hafen für mehr als hundert Jahre.

Verhältnis zum Westhafen

Der Osthafen und der Westhafen Wanne bilden zwei räumlich nahe beieinanderliegende Hafenbereiche am Rhein-Herne-Kanal. Während der Osthafen bis heute als Hafenanlage erhalten blieb, wurde das ursprüngliche Hafenbecken des Westhafens später verfüllt. Auf der Fläche des verfüllten Westhafenbeckens entstand das Güterverkehrszentrum Emscher. Der Güterumschlag am Westhafen erfolgt heute im Wesentlichen an der Kaimauer des Kanals. Der Osthafen blieb dagegen als eigenständige Hafenanlage bestehen und wird weiterhin für den Güterumschlag genutzt.

Betreiber

Der Osthafen wird von der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH betrieben. Das Unternehmen ist sowohl für den Betrieb der Hafenanlagen als auch für damit verbundene Umschlag- und Eisenbahnleistungen zuständig.

Die WHE betreibt neben dem Osthafen auch den Westhafen und die dazugehörige Eisenbahninfrastruktur. Damit sind Wasserstraße und Schiene am Hafenstandort organisatorisch miteinander verbunden.

Straßenname Hafenstraße

Die heutige Hafenstraße erinnert unmittelbar an die Entwicklung des Hafengebietes. Sie wurde am 1. Februar 1917 durch die Gemeindevertretung Eickel benannt. Nach Angaben der Stadt Herne führt die Straße am Osthafen des Rhein-Herne-Kanals vorbei und erhielt aus diesem Grund ihren Namen.

Die Benennung der Straße dokumentiert damit die frühe Bedeutung des neu entstandenen Hafen- und Industriegebietes für die Entwicklung der Gemeinde Eickel beziehungsweise des späteren Wanne-Eickel.

Heutige Bedeutung

Der Osthafen ist Bestandteil des weiterhin industriell geprägten Hafenstandortes Herne-Wanne. Seine Funktion hat sich entsprechend dem Strukturwandel des Ruhrgebietes verändert. Während der Hafen ursprünglich eng mit der Versorgung der Montanindustrie und dem Umschlag von Massengütern verbunden war, spielen heute insbesondere Recyclinggüter wie Schrott sowie weitere Industrie- und Handelsgüter eine Rolle.

Durch seine Verbindung mit dem Rhein-Herne-Kanal und dem Eisenbahnnetz besitzt der Osthafen weiterhin eine Funktion innerhalb des kombinierten Güterverkehrs. Der Standort ist zudem über das regionale Straßennetz und die nahegelegenen Autobahnen A 42, A 43 und A 2 erreichbar.

Literatur

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Quellen

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