Herne-Bickern: Unterschied zwischen den Versionen
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (4 dazwischenliegende Versionen von einem anderen Benutzer werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 8: | Zeile 8: | ||
===Stadtteil=== |
===Stadtteil=== |
||
<big>Herne-Bickern</big>, gleichnamiger statistischer Stadtteil im Stadtbezirk Herne-Wanne<ref> http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/files/Statistik/$file/Stadtteilprofile%202014.pdf Stadtteilprofil Nr. 12 S. 6</ref>. |
<big>Herne-Bickern</big>, gleichnamiger statistischer Stadtteil im Stadtbezirk Herne-Wanne<ref> http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/files/Statistik/$file/Stadtteilprofile%202014.pdf Stadtteilprofil Nr. 12 S. 6</ref>. |
||
<div id="zeitung1000-div" style="border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:2em 2em 2em 2em;font-size:16px;max-width:650px;text-align:justify"> |
|||
==Gemeinde Bickern== |
|||
Bei der Gemeinde Bickern handelte es sich um eine Streusiedlung — eine Bauerschaft. 1815 kam Bickern zur neugebildeten Proviz Westfalen und gehörte zum [[Amt Herne]], Kreis Bochum. |
|||
Bickern wird bereits in der „kleinen ,älteren’ Vogteirolle“ des Stiftes Essen aus der Zeit vor [[1220]] erwähnt. Im „Kettenbuch“ des Stiftes Essen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, welches auf ein Register aus dem Jahr [[1332]] zurückgeht, werden in Bickern vier Höfe genannt: „Gerhardi to Byckeren“, „Euerhardi to Byckeren“, „Gobelini to Byckeren“ und „Drezes to Bickeren“. Sie waren hörige Höfe des Stifts Essen, und zwar Unterhöfe der Essener Oberhöfe Nienhausen und Ueckendorf. |
|||
Die Höfe zu Bickern waren seit mindestens 1332 kein Freigut, sondern hörige Höfe des Stift Essen und zwar Unterhöfe der Essener Oberhöfe Nienhausen und Ückendorf. |
|||
In dem Verzeichnis der Güter des Offiziums Wattenscheid werden [[1411]] in „Backeren“ das „Baten guede van Bickeren“ und „Diricks guede van Bickeren“ als zinspflichtige Güter aufgezählt. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark werden 1486 in „Byckeren“ erwähnt: „Jan to Bickern“, „Thaebe to Bickern“ und „Henrick to Bickern“. |
|||
Die Bauerschaft „Bickeren“ im Niederamt Bochum wird [[1524]] in der Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum genannt. [[1598]] erscheint der Name „Bickern“ im Türkensteuerregister für das Amt Bochum. Im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum umfasst die „Baurschaft Bickeren“ sechs Höfe, sieben Halbe Höfe, 23 Kötter mit einem Braukessel und 47 Feuerstätten. |
|||
Einer Sage nach soll der frühere Besitzer das Gut Bickern unter seinen vier Söhnen aufgeteilt haben, und zwar wohl im 16. Jahrhundert. Der Hof des ältesten Sohnes behielt den Stammnamen Bickerhof, die Höfe der drei anderen Söhne waren der Engelbertshof, der Hermannshof und der Wilhelmshof. Zusammen waren sie unter dem Namen „Bickernhöfe“ bekannt. <ref>[[Bickernstraße]]</ref> |
|||
Die enorme wirtschaftliche Entwicklung in der Emscherzone führte zu einem sprunghaften Bevölkerungsanstieg in diesem Raum. Aus den Gemeinden Bickern, Crange, Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen wurde durch Erlaß des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen am [[22. Mai]] [[1875]] mit Wirkung vom [[1. August]] 1875 das neue [[Amt Wanne]]. |
|||
Am [[1. November]] [[1891]] schieden die Gemeinden Eickel und Holsterhausen aus dem bisherigen Amt aus und wurden zum neuen [[Amt Eickel]] vereinigt. Bei dieser Gelegenheit erfuhr die Gemeinde Bickern an ihrem Ostrand eine Gebietserweiterung, da ihr kleine Teile von Eickel zugeschlagen wurden. |
|||
Durch Gesetz über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch-westfälischen Industriebezirk vom 26. Februar 1926 wurde mit Wirkung vom 1. April 1926 die beiden Ämter Wanne und Eickel aufgelöst und die Landgemeinden Wanne, Eickel und Röhlinghausen nach Auflösung des Lankreises Gelsenkirchen zur Stadtgemeinde mit dem Namen Wanne-Eickel vereinigt. |
|||
Nach der erfolgten Stadtkreisbildung mussten Änderungen von Straßennamen vorgenommen werden. Die bisherigen Landgemeinden hatten vielfach die gleichen Straßenbezeichnungen. So wurde u. a. die in Wanne gelegene Hofstraße in [[Bickernstraße]] umbenannt. Die Umbenennung der Straße nach dem ehemaligen Gemeindenamen hatten die zuständigen Gremien vorgenommen, da dieselbe im Bereich der ehemaligen Flur III, genannt Bickern, gelegen war. |
|||
Auch heute noch führt dieser Ortsteilbereich im Volksmund die Bezeichnung Bickern. |
|||
Die Straße beginnt an der [[Gelsenkircher Straße]] und verläuft in leicht nord-westlicher Richtung bis zur Grenze der Nachbarstadt Gelsenkirchen. Nach Unterquerung der Werksbahn und Überquerung des dahinter liegenden [[Hüller Bach|Hüller Mühlenbach]]es endet sie vor den bereits auf Gelsenkirchener Gebiet gelegenen Bickerer Höfen. |
|||
Während von den ehemaligen Bickerer Höfen nur der Wilhelmshof im Stadtbereich verblieb, kamen die anderen Bickerer Höfe durch die mit der Stadtbildung gleichzeitig vorgenommene Grenzbereinigung nach Gelsenkirchen. <ref>Rudolf Zienius, Bickern - Ein heimatgeschichtlicher Beitrag aus Wanne-Eickels Vergangenheit, Manuskript im Stadtarchiv Herne, Ordner Bickern</ref> |
|||
</div> |
|||
{{Berke Kopf}} |
|||
==Woraus Wanne wirklich entstanden war== |
|||
Einst war Bickern groß. Richtig groß. Natürlich nur flächenmäßig, denn das halbwegs ansehnliche Bauernland teilten sich nur ganz wenige Höfe. Zwar wurde Bickern urkundlich schon vor mehr als 700 Jahren erwähnt. Bei der Erwähnung blieb es aber auch. Historisch wurden die Bickerner Bauern nur einmal auffällig. Um [[1276]] hatten sie ihre Abgaben nicht pünktlich entrichtet. Ähnliches passierte den Bickernern aber in den Folgejahrhunderten nicht mehr. |
|||
Als die Zechen immer weiter nach Norden vordrangen, wurde Bickern üppig beschenkt: [[Zeche Pluto|Pluto Wilhelm]] und [[Zeche Unser Fritz|Unser Fritz]] stellten bald Tausende von Arbeitsplätzen, und Bickern explodierte. Bevölkerungsmäßig gesehen. Die erste Eisenbahnlinie des Ruhrgebiets stach durch Bickern – und man war auf dem Weg zum „Wer“. Wenn da nicht das Ding mit dem Bahnhof passiert wäre: Irgendwo in Bickern gab es eine Unterbauernschaft, die „Wanne“ hieß. Warum ausgerechnet da die Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft ihre Güter- und Personenstation hinbaute? Wahrscheinlich hatte sie dort den Grund und Boden für Gebäude und Gleisanlagen schnell und preiswert erwerben können. |
|||
Der neue Bahnhof lag jetzt am Rande von Bickern, direkt an der Grenze zu Eickel, das selbstverständlich Bahn und Bahnhof auch für sich beanspruchte. Und während man fröhlich über den Namen stritt – Bahnhof Bickern oder Bahnhof Eickel – benannte die Köln-Mindener ihre Station kurzerhand nach der Gemarkung: [[Wanne-Eickel Hauptbahnhof|Bahnhof Wanne]]. |
|||
Bahnhöfe ziehen normalerweise Innenstädte nach sich. Was auch hier passierte: Geschäfte, Wohnhäuser, Handwerksbetriebe stellten sich neben den Bahnhof, und nur kurze Zeit später hieß das Ganze dann Wanne. Bickern, das alte Bickern, stand daneben und rieb sich die Augen: Da war plötzlich das Zentrum nicht mehr dort, wo die Kirche stand; und der alte Name war auch weg. Worauf sich die Alt-Bickerner ganz weit in den Westen zurück zogen, über ihre abtrünnigen Brüder östlich der [[Schlachthofstraße]] die Nase rümpften und einfach weiterbickerten. Und sie bekamen ja auch ihre offiziellen Stadtteil-Ehren. In Wanne-Eickel, als heimliche Gründerväter. |
|||
<br /><br /><br /> |
|||
<center><big>''' Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors <ref>Aus: [[Berke 2005| Das Buch zur Stadt Wanne-Eickel 2 |
|||
Noch mehr Mythen, Kult, Rekorde: Die Zeitreise geht weiter]], Seiten 14 - 15</ref> '''</big><br /> |
|||
'''Der Text wurde für das Wiki redaktionell bearbeitet. Er stammt aus dem Jahr [[2005]]'''</center> |
|||
</div> |
|||
==Artikel mit Bezug auf diesen Stadtteil== |
==Artikel mit Bezug auf diesen Stadtteil== |
||
| Zeile 13: | Zeile 57: | ||
{{FooterStadtteile}} |
|||
<div style="border:1px solid #aaaaaa;background-color:#ECECEC;" align=center> |
|||
'''<big>Herner Stadtbezirke und Ortsteile</big>''' |
|||
[[Datei:Herne Coat of Arms.svg.png|75px|mini|rechts]] |
|||
<br/> |
|||
'''[[Wanne (Stadtbezirk)|Stadtbezirk Wanne]]:'''<br/> [[Herne-Crange]] | [[Herne-Unser Fritz]] | [[Herne-Baukau-West]] | [[Herne-Scharpwinkelring]] | [[Herne-Wanne-Nord]] | [[Herne-Bickern]] | [[Herne-Wanne-Mitte]]<br /> |
|||
'''[[Eickel (Stadtbezirk)|Stadtbezirk Eickel]]:'''<br/> [[Herne-Pluto]] | [[Röhlinghausen-Kern]] | [[Herne-Königsgrube]] | |
|||
[[Herne-Gartenstadt]] | [[Herne-Wanne-Süd]] | [[Herne-Eickel-Kern]] | [[Herne-Hannover]]<br /> |
|||
'''[[Herne-Mitte (Stadtbezirk)|Stadtbezirk Herne-Mitte]]:''' <br/> [[Herne-Strünkede]] | [[Herne-Baukau-Kern]] | [[Herne-Holsterhausen]] | [[Herne-Shamrock]] | [[Herne-Herne-Zentrum]] | [[Herne-Stadtgarten]] | [[Herne-Altenhöfen]] | [[Herne-Süd]] | [[Herne-Feldkamp]] |<br/> |
|||
'''[[Sodingen (Stadtbezirk)|Stadtbezirk Sodingen]]:'''<br/>[[Herne-Horsthausen]] | [[Herne-Pantringshof]] | [[Herne-Elpeshof]] | [[Herne-Börnig]] | [[Herne-Holthausen]] | [[Herne-Gysenberg]] | [[Herne-Sodingen-Kern]] | [[Herne-Sodingen-Süd]] | [[Herne-Constantin]] |
|||
</div><div style="margin-bottom:7px;"></div> |
|||
==Quellen== |
==Quellen== |
||
<references /> |
<references /> |
||
[[Kategorie:Stadtteil]] |
[[Kategorie:Stadtteil]] |
||
[[Kategorie:Artikel|bickern]] |
|||
[[Kategorie:Wanne-Eickeler Geschichten|bickern]] |
|||
[[BuchWE::Bickern]] |
|||
Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 10:38 Uhr
Die heutigen Bezirke und Stadtteile weichen deutlich von den seit 1975 unveränderten Gemarkungen und historischen Zugehörigkeiten der Stadt Herne ab; jedoch lassen sich die historischen und namentlich bekannten Ortsteile weitgehend einem oder mehreren statistischen Bezirken, in die sich die Stadtteile aufteilen, zuordnen.
Stadtbezirk
Stadtteil
Herne-Bickern, gleichnamiger statistischer Stadtteil im Stadtbezirk Herne-Wanne[3].
Gemeinde Bickern
Bei der Gemeinde Bickern handelte es sich um eine Streusiedlung — eine Bauerschaft. 1815 kam Bickern zur neugebildeten Proviz Westfalen und gehörte zum Amt Herne, Kreis Bochum.
Bickern wird bereits in der „kleinen ,älteren’ Vogteirolle“ des Stiftes Essen aus der Zeit vor 1220 erwähnt. Im „Kettenbuch“ des Stiftes Essen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, welches auf ein Register aus dem Jahr 1332 zurückgeht, werden in Bickern vier Höfe genannt: „Gerhardi to Byckeren“, „Euerhardi to Byckeren“, „Gobelini to Byckeren“ und „Drezes to Bickeren“. Sie waren hörige Höfe des Stifts Essen, und zwar Unterhöfe der Essener Oberhöfe Nienhausen und Ueckendorf.
Die Höfe zu Bickern waren seit mindestens 1332 kein Freigut, sondern hörige Höfe des Stift Essen und zwar Unterhöfe der Essener Oberhöfe Nienhausen und Ückendorf.
In dem Verzeichnis der Güter des Offiziums Wattenscheid werden 1411 in „Backeren“ das „Baten guede van Bickeren“ und „Diricks guede van Bickeren“ als zinspflichtige Güter aufgezählt. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark werden 1486 in „Byckeren“ erwähnt: „Jan to Bickern“, „Thaebe to Bickern“ und „Henrick to Bickern“.
Die Bauerschaft „Bickeren“ im Niederamt Bochum wird 1524 in der Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum genannt. 1598 erscheint der Name „Bickern“ im Türkensteuerregister für das Amt Bochum. Im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum umfasst die „Baurschaft Bickeren“ sechs Höfe, sieben Halbe Höfe, 23 Kötter mit einem Braukessel und 47 Feuerstätten.
Einer Sage nach soll der frühere Besitzer das Gut Bickern unter seinen vier Söhnen aufgeteilt haben, und zwar wohl im 16. Jahrhundert. Der Hof des ältesten Sohnes behielt den Stammnamen Bickerhof, die Höfe der drei anderen Söhne waren der Engelbertshof, der Hermannshof und der Wilhelmshof. Zusammen waren sie unter dem Namen „Bickernhöfe“ bekannt. [4]
Die enorme wirtschaftliche Entwicklung in der Emscherzone führte zu einem sprunghaften Bevölkerungsanstieg in diesem Raum. Aus den Gemeinden Bickern, Crange, Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen wurde durch Erlaß des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen am 22. Mai 1875 mit Wirkung vom 1. August 1875 das neue Amt Wanne.
Am 1. November 1891 schieden die Gemeinden Eickel und Holsterhausen aus dem bisherigen Amt aus und wurden zum neuen Amt Eickel vereinigt. Bei dieser Gelegenheit erfuhr die Gemeinde Bickern an ihrem Ostrand eine Gebietserweiterung, da ihr kleine Teile von Eickel zugeschlagen wurden.
Durch Gesetz über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch-westfälischen Industriebezirk vom 26. Februar 1926 wurde mit Wirkung vom 1. April 1926 die beiden Ämter Wanne und Eickel aufgelöst und die Landgemeinden Wanne, Eickel und Röhlinghausen nach Auflösung des Lankreises Gelsenkirchen zur Stadtgemeinde mit dem Namen Wanne-Eickel vereinigt.
Nach der erfolgten Stadtkreisbildung mussten Änderungen von Straßennamen vorgenommen werden. Die bisherigen Landgemeinden hatten vielfach die gleichen Straßenbezeichnungen. So wurde u. a. die in Wanne gelegene Hofstraße in Bickernstraße umbenannt. Die Umbenennung der Straße nach dem ehemaligen Gemeindenamen hatten die zuständigen Gremien vorgenommen, da dieselbe im Bereich der ehemaligen Flur III, genannt Bickern, gelegen war.
Auch heute noch führt dieser Ortsteilbereich im Volksmund die Bezeichnung Bickern.
Die Straße beginnt an der Gelsenkircher Straße und verläuft in leicht nord-westlicher Richtung bis zur Grenze der Nachbarstadt Gelsenkirchen. Nach Unterquerung der Werksbahn und Überquerung des dahinter liegenden Hüller Mühlenbaches endet sie vor den bereits auf Gelsenkirchener Gebiet gelegenen Bickerer Höfen.
Während von den ehemaligen Bickerer Höfen nur der Wilhelmshof im Stadtbereich verblieb, kamen die anderen Bickerer Höfe durch die mit der Stadtbildung gleichzeitig vorgenommene Grenzbereinigung nach Gelsenkirchen. [5]
Woraus Wanne wirklich entstanden war
Einst war Bickern groß. Richtig groß. Natürlich nur flächenmäßig, denn das halbwegs ansehnliche Bauernland teilten sich nur ganz wenige Höfe. Zwar wurde Bickern urkundlich schon vor mehr als 700 Jahren erwähnt. Bei der Erwähnung blieb es aber auch. Historisch wurden die Bickerner Bauern nur einmal auffällig. Um 1276 hatten sie ihre Abgaben nicht pünktlich entrichtet. Ähnliches passierte den Bickernern aber in den Folgejahrhunderten nicht mehr.
Als die Zechen immer weiter nach Norden vordrangen, wurde Bickern üppig beschenkt: Pluto Wilhelm und Unser Fritz stellten bald Tausende von Arbeitsplätzen, und Bickern explodierte. Bevölkerungsmäßig gesehen. Die erste Eisenbahnlinie des Ruhrgebiets stach durch Bickern – und man war auf dem Weg zum „Wer“. Wenn da nicht das Ding mit dem Bahnhof passiert wäre: Irgendwo in Bickern gab es eine Unterbauernschaft, die „Wanne“ hieß. Warum ausgerechnet da die Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft ihre Güter- und Personenstation hinbaute? Wahrscheinlich hatte sie dort den Grund und Boden für Gebäude und Gleisanlagen schnell und preiswert erwerben können.
Der neue Bahnhof lag jetzt am Rande von Bickern, direkt an der Grenze zu Eickel, das selbstverständlich Bahn und Bahnhof auch für sich beanspruchte. Und während man fröhlich über den Namen stritt – Bahnhof Bickern oder Bahnhof Eickel – benannte die Köln-Mindener ihre Station kurzerhand nach der Gemarkung: Bahnhof Wanne.
Bahnhöfe ziehen normalerweise Innenstädte nach sich. Was auch hier passierte: Geschäfte, Wohnhäuser, Handwerksbetriebe stellten sich neben den Bahnhof, und nur kurze Zeit später hieß das Ganze dann Wanne. Bickern, das alte Bickern, stand daneben und rieb sich die Augen: Da war plötzlich das Zentrum nicht mehr dort, wo die Kirche stand; und der alte Name war auch weg. Worauf sich die Alt-Bickerner ganz weit in den Westen zurück zogen, über ihre abtrünnigen Brüder östlich der Schlachthofstraße die Nase rümpften und einfach weiterbickerten. Und sie bekamen ja auch ihre offiziellen Stadtteil-Ehren. In Wanne-Eickel, als heimliche Gründerväter.
Der Text wurde für das Wiki redaktionell bearbeitet. Er stammt aus dem Jahr 2005
Artikel mit Bezug auf diesen Stadtteil
- Bickernstraße (← Links)
- 1976 (← Links)
- Herne-Crange (← Links)
- Herne-Unser Fritz (← Links)
- Herne-Baukau-West (← Links)
- Herne-Scharpwinkelring (← Links)
- 31. März (← Links)
- Pöppinghausen (← Links)
- Herne-Wanne-Nord (← Links)
- Herne-Wanne-Mitte (← Links)
- Herne-Pluto (← Links)
- Herne-Röhlinghausen-Kern (← Links)
- Herne-Königsgrube (← Links)
- Herne-Gartenstadt (← Links)
- Herne-Wanne-Süd (← Links)
- Herne-Eickel-Kern (← Links)
- Herne-Hannover (← Links)
- Herne-Strünkede (← Links)
- Herne-Baukau-Kern (← Links)
- Herne-Holsterhausen (← Links)
- Herne-Shamrock (← Links)
- Herne-Herne-Zentrum (← Links)
- Herne-Stadtgarten (← Links)
- Herne-Altenhöfen (← Links)
- Herne-Süd (← Links)
- Herne-Feldkamp (← Links)
- Herne-Horsthausen (← Links)
- Herne-Pantringshof (← Links)
- Herne-Elpeshof (← Links)
- Herne-Börnig (← Links)
- Herne-Holthausen (← Links)
- Herne-Gysenberg (← Links)
- Herne-Sodingen-Kern (← Links)
- Herne-Sodingen-Süd (← Links)
- Herne-Constantin (← Links)
- Wanne (← Links)
- Das Buch zur Stadt Wanne-Eickel (Portal) (← Links)
- Wanne-Eickel (← Links)
Herner Stadtbezirke und Stadtteile

Stadtbezirk Wanne:
Herne-Crange | Herne-Unser Fritz | Herne-Baukau-West | Herne-Scharpwinkelring | Herne-Wanne-Nord | Herne-Bickern | Herne-Wanne-Mitte
Stadtbezirk Eickel:
Herne-Pluto | Herne-Röhlinghausen-Kern | Herne-Königsgrube |
Herne-Gartenstadt | Herne-Wanne-Süd | Herne-Eickel-Kern | Herne-Hannover
Stadtbezirk Herne-Mitte:
Herne-Strünkede | Herne-Baukau-Kern | Herne-Holsterhausen | Herne-Shamrock | Herne-Herne-Zentrum | Herne-Stadtgarten | Herne-Altenhöfen | Herne-Süd | Herne-Feldkamp |
Stadtbezirk Sodingen:
Herne-Horsthausen | Pöppinghausen | Herne-Pantringshof | Herne-Elpeshof | Herne-Börnig | Herne-Holthausen | Herne-Gysenberg | Herne-Sodingen-Kern | Herne-Sodingen-Süd | Herne-Constantin
Quellen
- ↑ TUBS (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herne_subdivisions.svg), „Herne subdivisions“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
- ↑ TUBS (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herne_statistical_subdivisions.svg), „Herne statistical subdivisions“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
- ↑ http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/files/Statistik/$file/Stadtteilprofile%202014.pdf Stadtteilprofil Nr. 12 S. 6
- ↑ Bickernstraße
- ↑ Rudolf Zienius, Bickern - Ein heimatgeschichtlicher Beitrag aus Wanne-Eickels Vergangenheit, Manuskript im Stadtarchiv Herne, Ordner Bickern
- ↑ Aus: Das Buch zur Stadt Wanne-Eickel 2 Noch mehr Mythen, Kult, Rekorde: Die Zeitreise geht weiter, Seiten 14 - 15
Bickern
