U-Bahnhof Berninghausstraße

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Überblick
Bild: ReferenceBK 3. Januar 2010.[1]
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Der U-Bahnhof Berninghausstraße ist eine unterirdische Stadtbahnstation der U35 in Herne. Er liegt an der Bochumer Straße im Bereich von Herne-Süd und wurde am 2. September 1989 als Teil des ersten U35-Abschnitts zwischen Schloss Strünkede und Bochum Hauptbahnhof eröffnet.[2]

Die Station ist nach der Berninghausstraße benannt. Diese erhielt ihren Namen am 23. Juli 1926 nach dem Herner Unternehmen von Ewald Berninghaus, das sich aus einer 1875 gegründeten Reparaturwerkstatt zu einem bedeutenden Hersteller von Dampfkesseln und Apparaten entwickelte.[3]

Geschichte

Die Station entstand im Zuge des Baus der U35, mit der Herne und Bochum durch eine leistungsfähige Stadtbahnverbindung miteinander verbunden wurden. Der erste Streckenabschnitt wurde 1989 eröffnet. 1993 folgte die Verlängerung vom Bochumer Hauptbahnhof über die Ruhr-Universität bis zur Hustadt.[4]

Mit ihrer Lage zwischen dem U-Bahnhof Hölkeskampring und der Station Rensingstraße erschließt die Berninghausstraße vor allem Herne-Süd. Die U35 ermöglicht von hier direkte Verbindungen zur Herner Innenstadt, zum Herner Bahnhof und nach Bochum. In der städtischen Quartiersanalyse wird die Anbindung von Herne-Süd durch die U35 entsprechend als besonders günstig bewertet.[5]

Bau und Ausstattung

Der U-Bahnhof besitzt keinen Mittelbahnsteig sondern jeweils einen rechts/linksseitenden Bahnsteig und mehrere Zugänge zur Oberfläche. Die Gestaltung stammt im Wesentlichen aus der Bauzeit der U35 in den 1980er Jahren.

Ein Teil der technischen Ausstattung wurde inzwischen erneuert. So wurden 2020 im Rahmen eines größeren Erneuerungsprogramms unter anderem Fahrtreppen an der Berninghausstraße ausgetauscht.[6]

Barrierefreiheit und Modernisierung

Über lange Zeit war die Berninghausstraße die einzige Station der U35 ohne Aufzug und damit nicht vollständig barrierefrei erreichbar. Die Nachrüstung von Aufzügen wurde deshalb seit Jahren geplant.[7]

Die zunächst als Aufzugsnachrüstung geplante Maßnahme entwickelte sich zu einer umfassenderen Modernisierung. Ursache sind unter anderem zusätzliche Anforderungen des Brandschutzes. Vorgesehen sind neben den Aufzügen auch die Erneuerung verschiedener Wand- und Bodenflächen, Beleuchtungselemente, Überdachungen und weiterer Bauteile.[8]

Für den Neubau der Aufzüge wurden im Bezirkshaushaltsplan 2025 rund 7,9 Millionen Euro brutto beziehungsweise 6,7 Millionen Euro netto veranschlagt. Eine Förderung von 95 Prozent war vorgesehen.[9]

Bereits vor Beginn der umfassenden Modernisierung waren Schäden an der Bausubstanz sichtbar. Unter anderem mussten beschädigte Fliesen im Stationsbereich entfernt werden.[10]

Bedeutung

Die Berninghausstraße ist vor allem für Herne-Süd von Bedeutung. Zusammen mit dem U-Bahnhof Hölkeskampring bildet sie die wichtigste schienengebundene Erschließung des Stadtteils. Zugleich ist die Station Bestandteil der direkten Stadtbahnverbindung zwischen Herne und Bochum.

Historisch steht der Bahnhof für zwei unterschiedliche Entwicklungsphasen der Stadt: Sein Name erinnert an die industrielle Geschichte Hernes, während seine unterirdische Anlage Ausdruck des Stadtbahn- und Verkehrsausbaus der 1980er Jahre ist. Die gegenwärtige Modernisierung markiert schließlich den Übergang zur Erneuerung dieser inzwischen mehrere Jahrzehnte alten Infrastruktur.

Die aktuellen Abfahrtszeiten sowie mögliche Änderungen und Ersatzverkehre sind über die Fahrplanauskunft der BOGESTRA abrufbar.

Linienfahrpläne der BOGESTRA
Elektronische Fahrplanauskunft
Aktuelle Verkehrsmeldungen und Umleitungen

Literatur und Quellen

  • Stadt Herne: HERNE – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt u. a., Herne 1997.
  • Stadt Herne: Quartiersanalyse / -konzeption Herne-Süd, Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung, Herne 2014.
  • Stadt Herne: Nahverkehrsplan Stadt Herne.
  • Stadt Herne: Bezirkshaushaltsplan 2025, Bezirk Herne-Mitte.
  • BOGESTRA: Barrierefreiheit an unseren Bahnhöfen und Haltestellen.
  • WAZ: Herner U-Bahn-Halt: Kein Aufzug und abfallende Kacheln, 5. November 2021.

Lesen Sie auch

Einzelnachweise

  1. ↑ https://commons.wikimedia.org
  2. ↑ Stadt Herne: Bezirkshaushaltsplan 2025, Bezirk Herne-Mitte, S. 114; zur Eröffnung der U35 am 2. September 1989 vgl. die historischen Angaben zur Stadtbahn Bochum.
  3. ↑ Stadt Herne: Straßenverzeichnis – Berninghausstraße; vgl. Manfred Hildebrandt u. a.: HERNE – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Herne 1997.
  4. ↑ Zur Entwicklung und Verlängerung der U35 vgl. die historischen Darstellungen der Stadtbahn Bochum.
  5. ↑ Stadt Herne, Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung: Quartiersanalyse / -konzeption Herne-Süd, Herne 2014.
  6. ↑ Stadt Herne/inHerne: Fahrtreppen werden gewechselt, 23. April 2020.
  7. ↑ BOGESTRA: Barrierefreiheit an unseren Bahnhöfen und Haltestellen.
  8. ↑ Stadt Herne: Bezirkshaushaltsplan 2025, Bezirk Herne-Mitte, S. 114.
  9. ↑ Stadt Herne: Bezirkshaushaltsplan 2025, Bezirk Herne-Mitte, S. 114.
  10. ↑ WAZ, 5. November 2021: Herner U-Bahn-Halt: Kein Aufzug und abfallende Kacheln.