Willi Pohlmann (1928-2000) Oberbürgermeister MdL
Wilhelm „Willi“ Pohlmann (* 8. März 1928 in Herne; † 18. März 2000 ebenda) war ein deutscher Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), langjähriger Oberbürgermeister der Stadt Herne, Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, ehemaliger Berufsfeuerwehrmann, Gewerkschafter und kommunaler Gestalter des Strukturwandels im Ruhrgebiet.
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Leben und Beruf
Willi Pohlmann wurde am 8. März 1928 als jüngstes von acht Kindern in einer evangelischen Bergmannsfamilie in Herne geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und einer höheren privaten Lehranstalt absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung und machte später eine Umschulung zum Stahlbauschlosser. Von 1949 bis 1953 war er als Bergarbeiter tätig.
1953 trat Pohlmann in den Dienst der Feuerwehr Herne ein, absolvierte 1968 die Prüfung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst und wurde in den 1970er Jahren Leiter der Berufsfeuerwehr Herne.
Er war verheiratet mit Waltraud Pohlmann (* geb. Krüger) und hatte zwei Kinder. Nach einem erfüllten politischen und öffentlichen Leben verstarb er am 18. März 2000 in Herne an den Folgen einer Lungenembolie und ist auf dem Südfriedhof in Herne beigesetzt.
Politische Karriere
Partei und Gewerkschaft
Pohlmann trat bereits 1946 der SPD bei und war zeitlebens in verschiedenen Parteifunktionen aktiv:
- Vorsitzender der Jusos Herne (1955–1963)
- Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Herne (1971–1974)
- Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Herne ab 1974
Er war zudem seit 1946 Mitglied der IG Metall und seit 1953 war er Mitglied der ÖTV. Auch engagierte er sich in der Arbeiterwohlfahrt, deren Vorsitzender er in Herne über 15 Jahre war.
Abgeordneter
Von 1970 bis 1990 war Pohlmann direkt gewählter Abgeordneter im Landtag Nordrhein-Westfalen. Ab 1975 war er innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag. Während dieser Zeit setzte er sich für kommunale Interessen und die regionale Strukturentwicklung im Ruhrgebiet ein.
Oberbürgermeister von Herne
Im Oktober 1984 wurde Pohlmann vom Rat der Stadt Herne zum Oberbürgermeister gewählt und 1989 in diesem Amt bestätigt. Er bekleidete dieses Amt bis Oktober 1994.
Während seiner Amtszeit konzentrierte er sich auf mehrere Schwerpunkte:
- Internationale Städtepartnerschaften: Herne knüpfte Beziehungen zu Konin (Polen), Belgorod (Russland) und der Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt).
- Strukturwandel: Nach der Bergbauzeit wurden Bergarbeitersiedlungen neu gestaltet und Industrie- bzw. Gewerbegebiete auf ehemaligen Zechenflächen entwickelt.
- Jugendbeteiligung: Auf seine Initiative hin wurde 1992 ein Kinder- und Jugendparlament gegründet, das Modellcharakter für Beteiligung junger Menschen hatte.
- Versöhnung und Gedenken: Pohlmann förderte auch Initiativen zur Aussöhnung mit der jüdischen Gemeinde, unter anderem durch gemeinsame Projekte und Besuche ehemaliger jüdischer Mitbürger.
Ehrungen und Würdigungen
Willi Pohlmann wurde für sein Engagement mehrfach ausgezeichnet:
- Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1989)
- Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (1993)
Nach seinem Tod wurde seine Verdienste durch eine Reihe von Benennungen gewürdigt:
- Willi-Pohlmann-Platz im Zentrum von Herne mit Büste.
- Willi-Pohlmann-Zentrum in Herne-Constantin
- Willi-Pohlmann-AWO-Seniorenzentrum
- Ehrengrabstätte auf dem Südfriedhof
Auf dem Willi-Pohlmann-Platz befindet sich heute auch das Herner Shoah-Mahnmal, das an die jüdischen Opfer aus Herne und Wanne-Eickel erinnert.
Bedeutung und Vermächtnis
Willi Pohlmann gilt als eine prägende kommunalpolitische Figur im Ruhrgebiet der späten 20. Jahrhunderts: Er verband seine Erfahrungen aus Feuerwehrdienst, Gewerkschaft und Landespolitik, um die Herausforderungen des Strukturwandels, der internationalen Partnerschaften und der Bürgerbeteiligung aktiv zu gestalten. Seine Initiative für das Jugendparlament in Herne gilt als frühes Beispiel politischer Partizipation junger Menschen auf kommunaler Ebene.
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Ursprungstext mit Autorenverzeichnis
Wikipedia: Wilhelm Pohlmann, abgerufen am 1. Februar 2015
