Marktplatz Röhlinghausen

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Überblick
Der Markt in den 1930er. Rechts läuft die damalige Bochumer Straße (Edmund-Weber-Straße), davon abzweigt nach unten die Wittenbergstraße ab. Direkt am Markt ist die Gaststätte Kreter zu sehen. Bild: AI modefied 2026
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Straßenansicht
StadtbezirkOrtsteilPLZ

Der Marktplatz Röhlinghausen liegt im Zentrum des Herner Stadtteils Röhlinghausen. Seine Geschichte ist eng mit der wirtschaftlichen und kommunalen Entwicklung der ehemaligen Gemeinde Röhlinghausen verbunden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Platz zu einem regelmäßig genutzten Handelsort. Neben den Wochenmärkten fanden hier auch Viehmärkte statt, auf denen Haustiere verschiedener Art angeboten wurden.

Die historische Bedeutung des Platzes spiegelt sich auch in seiner wechselvollen Namensgeschichte wider. Aus dem ursprünglichen Marktplatz wurde 1926 der Röhlinghauser Markt. Seit 1974 ist die Fläche wieder in die Marktstraße einbezogen. Im Jahr 2026 wurde der Platz grundlegend umgestaltet. An die Stelle einer weitgehend versiegelten Fläche trat eine begrünte Anlage mit Wasserspiel, neuen Aufenthaltsbereichen und einer auf die Anforderungen des Klimawandels ausgerichteten Bepflanzung.

Geschichte

Entstehung und Entwicklung des Marktwesens

Die Einrichtung eines regelmäßigen Marktes in Röhlinghausen fällt in die Zeit des starken wirtschaftlichen und demografischen Wandels im südlichen Ruhrgebiet. Mit der Industrialisierung und dem Ausbau des Bergbaus wuchs die Bevölkerung der ehemaligen Landgemeinde innerhalb weniger Jahrzehnte erheblich.

Die Zechen Königsgrube und Pluto prägten die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes. Aus einer überwiegend landwirtschaftlich geprägten Bauerschaft wurde eine industriell geprägte Arbeitergemeinde. Damit wuchs auch der Bedarf an örtlichen Versorgungseinrichtungen und Handelsmöglichkeiten.

Seit 1903 fand auf dem Röhlinghauser Markt an jedem Montag und Donnerstag ein regelmäßiger Markt statt. Die Einrichtung eines solchen Marktes war für die Versorgung der rasch wachsenden Bevölkerung von erheblicher Bedeutung. Er bot den Einwohnern die Möglichkeit, Lebensmittel und andere Waren unmittelbar vor Ort einzukaufen.

Eine besondere Bedeutung besaßen die Viehmärkte. Die Markt-Ordnung für die Gemeinde Röhlinghausen vom 28. August 1905 regelte deren Durchführung. Danach fand am zweiten Dienstag eines jeden Monats sowie im Dezember bereits am ersten Dienstag ein Monatsviehmarkt statt.

Die Viehmärkte begannen während des Sommerhalbjahres, von April bis September, um 7 Uhr morgens. In den Monaten Oktober bis März war der Beginn auf 8 Uhr festgesetzt. Um 13 Uhr mussten die Märkte beendet sein. Angeboten wurden Haustiere aller Art.[1]

Die Marktordnung dokumentiert, dass der Platz nicht lediglich als gelegentliche Verkaufsfläche, sondern als kommunal geregelter Handelsort genutzt wurde. Die festen Markttage und die gesonderten Termine für den Viehhandel zeigen die Bedeutung des Marktwesens für die örtliche Wirtschaft.

Die Namensgeschichte des Platzes

Der Markt in der Mitte der 1950er Jahre. Die Nummerierung ist die Heutige.

Die historische Entwicklung lässt sich besonders gut anhand der Straßen- und Platzbenennungen nachvollziehen.

Um 1900 wurde die Marktstraße erstmals urkundlich als Straßenname geführt. Am 29. März 1909 erfolgte die amtliche Trennung zwischen der Marktstraße und dem Marktplatz. Damit wurde die Platzfläche auch verwaltungstechnisch als eigenständiger Bereich behandelt.

Am 28. April 1926 erhielt der Marktplatz die Bezeichnung Röhlinghauser Markt. Diese Benennung erfolgte im Zuge der kommunalen Neuordnung und der Bildung der Stadt Wanne-Eickel zum 1. April 1926.

Die Eigenständigkeit der Bezeichnung bestand allerdings nicht dauerhaft. Am 14. November 1974 wurde der Röhlinghauser Markt wieder in die Marktstraße einbezogen. Damit verschwand die eigenständige amtliche Platzbezeichnung aus dem Straßenverzeichnis.[2]

Kreter am Markt

Gaststätte Kreter am Markt


Das Mannesmann-Gelände und die Entstehung der Neuen Mitte

Die heutige Gestalt und Lage des Marktplatzes sind eng mit dem Strukturwandel des ehemaligen Mannesmann-Standortes verbunden. Zwischen zwei Bahntrassen, in zentraler Lage hinter dem historischen Röhlinghauser Markt, befand sich über Jahrzehnte einer der bedeutendsten Industriebetriebe des Stadtteils.

Das Mannesmann-Röhrenwerk, das unter der Bezeichnung Mannesmann-Seifert Rohrbau firmierte, hatte sich 1943 auf dem Gelände niedergelassen. Es folgte damit auf die Unternehmen Witzig und Winter beziehungsweise Raacke & Co. Mit rund 700 Beschäftigten entwickelte sich der Betrieb zum größten metallverarbeitenden Unternehmen in Wanne-Eickel.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Werk wiederaufgebaut, erweitert und technisch modernisiert. Die in Röhlinghausen produzierten Rohre fanden weltweit Absatz. Besondere Bekanntheit erlangte das Röhrengeschäft mit der Sowjetunion in den 1970er-Jahren, als Mannesmann große Rohrlieferungen für den Ausbau des sowjetischen Erdgasleitungssystems bereitstellte.

Am 1. Januar 1980 wurde das Röhlinghauser Werk geschlossen. Damit verlor der Stadtteil nicht nur einen seiner wichtigsten Arbeitgeber, sondern erhielt zugleich eine ausgedehnte Industriebrache in unmittelbarer Ortskernlage.

Im Jahr 1987 wurden erste Werkshallen abgebrochen. Das ehemalige Verwaltungsgebäude wurde zwischenzeitlich vom Finanzamt West genutzt. Die weitere Entwicklung des Geländes führte schließlich zu einer umfassenden städtebaulichen Neuordnung.

In den 1990er-Jahren übernahm die Ruhr-Lippe Wohnungsbaugesellschaft die Entwicklung des ehemaligen Werksgeländes. Auf dem Areal entstanden rund 150 Wohnungen. Im gleichen Zusammenhang wurde auch an der Edmund-Weber-Straße der Marktplatz neu angelegt. Er wurde Bestandteil der sogenannten Neuen Mitte Röhlinghausen.

Damit erhielt der Stadtteil nach dem Verlust seines großen Industriebetriebes einen neuen städtebaulichen Mittelpunkt. Die Umgestaltung des ehemaligen Industrieareals verband Wohnungsbau, öffentliche Freiflächen und die Entwicklung eines neuen Ortszentrums. Der Marktplatz war somit nicht allein eine Maßnahme zur Verschönerung des Ortsbildes, sondern Teil einer umfassenderen Konzeption zur Bewältigung des industriellen Strukturwandels.

Die heutige Platzanlage ist daher auch als bauliches Zeugnis dieser Umbruchphase zu verstehen: Wo zuvor industrielle Produktion und die Arbeitsplätze eines bedeutenden Röhrenwerkes das Ortsbild bestimmten, entstand ein Wohn- und Aufenthaltsbereich mit einer neuen öffentlichen Mitte. Der alte Marktplatz ist heute ein Quartiersparkplatz.

Vom Handelsplatz zum öffentlichen Aufenthaltsraum

Mit dem fortschreitenden Strukturwandel verlor der traditionelle Viehhandel seine frühere Bedeutung. Auch der regelmäßige Marktbetrieb ging zurück. In den Jahren vor der grundlegenden Umgestaltung war von einem klassischen Wochenmarkt kaum noch zu sprechen. Nach der Bestandsbeschreibung der Stadtverwaltung hielt lediglich ein Textilhändler den Markt mit einem wöchentlichen Verkaufsangebot aufrecht.

Die Nutzung durch die Anwohner beschränkte sich überwiegend auf die Randbereiche. Die befestigte Platzfläche bot nur eine geringe Aufenthaltsqualität und wurde zunehmend als wenig einladender öffentlicher Raum wahrgenommen.

Diese Entwicklung bildete den Ausgangspunkt für die späteren Überlegungen zur Neugestaltung.

Die Neugestaltung 2026 vor dem Hintergrund der Stadtentwicklung

Die in den 1990er-Jahren geschaffene Neue Mitte konnte ihre angestrebte Funktion als attraktiver Aufenthaltsort im Laufe der folgenden Jahrzehnte nur eingeschränkt erfüllen. Die befestigte Platzfläche war schließlich auf rund 2.300 m² zu annähernd 90 Prozent versiegelt. Nach der Bestandsaufnahme der Stadtverwaltung war die Aufenthaltsqualität gering. Ein regelmäßiger Wochenmarkt mit mehreren Händlern fand nicht mehr statt; lediglich ein Textilhändler bot einmal wöchentlich seine Waren an.

Vor diesem Hintergrund entwickelte die Stadt Herne eine erneute Umgestaltung. Die Überlegungen hierzu begannen spätestens mit einem verwaltungsinternen Workshop, dessen Ergebnisse der Bezirksvertretung Eickel am 2. Juni 2022 vorgestellt wurden.

Die Umgestaltung 2026

Vorgeschichte und politische Beschlussfassung

Die Überlegungen zur Neugestaltung des Marktplatzes reichen bis in das Jahr 2022 zurück. Die Verwaltung erarbeitete in einem fachbereichsübergreifenden Workshop ein erstes Gestaltungskonzept. Beteiligt waren Mitarbeiter verschiedener Fachbereiche der Stadt Herne. Das Konzept wurde der Bezirksvertretung Eickel am 2. Juni 2022 vorgestellt.

Am 21. November 2024 forderte die Bezirksvertretung Eickel die Verwaltung auf, sich unverzüglich um Fördermittel für die Umsetzung der Maßnahme zu bemühen.

Die weitere Ausarbeitung erfolgte durch den Fachbereich Stadtgrün. Auf Grundlage der Bestandsaufnahme und der Ergebnisse des Workshops entstand eine detaillierte Entwurfsplanung, die auf den 16. Oktober 2025 datiert ist.

Der Beschlussvorschlag sah vor, dass die Bezirksvertretung Eickel die Umgestaltung auf Grundlage dieser Entwurfsplanung vorbehaltlich der Mittelfreigabe beschließt.

Ausgangssituation

Vor Beginn der Bauarbeiten umfasste der Marktplatz eine Fläche von rund 2.300 m². Davon waren annähernd 90 Prozent versiegelt. Die großflächige Pflasterung führte dazu, dass Niederschlagswasser kaum vor Ort versickern konnte. Zugleich heizte sich die Fläche bei sommerlichen Temperaturen stark auf.

Die Verwaltung beschrieb die Aufenthaltsqualität als äußerst gering. Der Platz wirkte nach ihrer Einschätzung eher abstoßend als einladend. Neben dem weitgehend eingestellten Marktbetrieb fehlten attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten für die Bevölkerung.

Ziel der Umgestaltung war deshalb nicht allein eine gestalterische Aufwertung. Vielmehr sollte der Platz zu einem klimaangepassten öffentlichen Freiraum entwickelt werden, der ökologische Funktionen, Aufenthaltsqualität und die weitere Nutzung durch Gewerbetreibende miteinander verbindet.

Fördermittel und Finanzierung

Die Finanzierung erfolgte über das Förderprogramm Natürlicher Klimaschutz in Kommunen (NKK) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Das Programm unterstützt kommunale Maßnahmen zur Verbesserung des natürlichen Klimaschutzes.

Die Stadt Herne erhielt eine Förderzusage über maximal 1.009.737,90 Euro. Dies entsprach 90 Prozent der geschätzten Baukosten. Der kommunale Eigenanteil betrug 112.193,10 Euro beziehungsweise zehn Prozent.

Die Kostenschätzung für die Baumaßnahme belief sich auf insgesamt 1.121.931,00 Euro brutto.

Im städtischen Teilfinanzplan wurde die Maßnahme unter der Nummer 7.550303 mit der Bezeichnung Abkoppelung Regenwasser geführt. Die dort ausgewiesenen Beträge wurden auf 1.122.000 Euro Auszahlungen für Baumaßnahmen und 1.009.800 Euro Einzahlungen aus Investitionszuwendungen gerundet.

Daneben enthielt der Teilergebnisplan für das Produkt 5503 Natur und Landschaft konsumtive Ansätze von 40.392 Euro bei den Zuwendungen und allgemeinen Umlagen sowie 44.880 Euro bei den bilanziellen Abschreibungen.

Die Finanzierung stellte sich nach der Kostenschätzung folgendermaßen dar:

Position Betrag
Gesamtkosten der Maßnahme 1.121.931,00 €
Bundesförderung (90 %) 1.009.737,90 €
Eigenanteil der Stadt Herne (10 %) 112.193,10 €

Entsiegelung und Regenwasserbewirtschaftung

Das zentrale Element der Planung war die weitgehende Entsiegelung der bisherigen Platzfläche. Die befestigten Bereiche sollten reduziert und durch Vegetationsflächen ersetzt werden. Vorgesehen waren pflegeextensive Pflanzungen mit Gräsern, Stauden, Sträuchern und Bodendeckern.

Die neuen Grünflächen sollten zur Verbesserung des örtlichen Kleinklimas beitragen. Durch Verschattung und Verdunstung sollte die Umgebung insbesondere während sommerlicher Hitzeperioden abgekühlt werden.

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts war die nahezu vollständige Abkopplung der Platzfläche von der öffentlichen Kanalisation. Das anfallende Niederschlagswasser sollte künftig überwiegend auf dem Gelände zurückgehalten und genutzt werden.

Dafür waren Versickerungsmulden und eine Zisterne vorgesehen. Das Regenwasser sollte in den Mulden gesammelt beziehungsweise in die Zisterne geleitet und dort für die Bewässerung der Bepflanzung gespeichert werden. Lediglich ein Notüberlauf sollte über einen Übergabeschacht an die Kanalisation angeschlossen werden.

Die Regenwasserbewirtschaftung erfüllt damit mehrere Funktionen: Sie entlastet das bestehende Kanalsystem, verbessert die Wasserversorgung der Vegetation und ermöglicht durch Verdunstung eine zusätzliche Abkühlung der Umgebung.

Bäume und Vegetation

Die Planung sah die Neupflanzung von insgesamt zwölf Bäumen vor. Sie sollten sich zu einem klimaangepassten Baumbestand entwickeln und langfristig zur Verbesserung des Stadtbildes und der Aufenthaltsqualität beitragen.

Im Zuge der Bauarbeiten musste ein geschützter Spitzahorn (Baum Nr. 4) mit einem Stammumfang von 100 cm entfernt werden. Nach Einschätzung der Verwaltung wies dieser Baum bereits eine nachlassende Vitalität auf und galt als mittelfristig abgängig.

Eine weitere Hainbuche (Baum Nr. 6) mit einem Stammumfang von 58 cm befand sich im Bereich des Parkplatzes. Sie war nach der Baumschutzsatzung nicht geschützt und musste wegen der Herstellung der Feuerwehrzufahrt versetzt werden. Nach Möglichkeit sollte sie an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden.

Die neuen Pflanzflächen wurden so konzipiert, dass sie nicht nur der klimatischen Verbesserung dienen, sondern auch die biologische Vielfalt erhöhen. Unterschiedliche Vegetationsstrukturen sollten Lebensräume für Insekten und andere Tiere schaffen.

Wasserspiel und Aufenthaltsbereiche

Das gestalterische Zentrum des neu geplanten Platzes bildet ein rund 100 m² großer Aufenthaltsbereich mit einem Wasserspiel. Dieses sollte als Fontänenfeld gestaltet werden und von Sitzgelegenheiten umgeben sein.

Ergänzend waren einzelne Spielpunkte vorgesehen. Die Kombination aus Wasser, Grünflächen und Sitzmöglichkeiten sollte unterschiedliche Altersgruppen ansprechen und den Platz wieder zu einem Treffpunkt im Stadtteil machen.

Auch die Bushaltestelle an der Edmund-Weber-Straße wurde in die Planung einbezogen. Dort sollten zusätzliche Sitzgelegenheiten für wartende Fahrgäste entstehen.

Die Ladenlokale an der nördlichen Platzseite sollten weiterhin gut erreichbar bleiben. Der Bereich entlang der Ladenzeilen blieb deshalb als befestigte Pflasterfläche erhalten. Diese Fläche kann zugleich als Aufstellfläche für die Feuerwehr dienen.

Die neuen Verbindungswege sollten überwiegend mit versickerungsfähigen wassergebundenen Wegedecken hergestellt werden.

Zugänge und Barrierefreiheit

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verbesserung der Zugänglichkeit. Auf der östlichen Seite sollten die vorhandenen Hochbeete entfernt werden, um den Zugang zum Platz offener und einladender zu gestalten.

An ihre Stelle trat eine Treppenanlage, die sich nahezu über die gesamte Breite des Platzes erstreckt.

Barrierefreie Zugänge wurden im südlichen Bereich an der Marktstraße sowie auf der Seite der Edmund-Weber-Straße vorgesehen.

Die Planung verband damit die gestalterische Öffnung des Platzes mit einer verbesserten Erreichbarkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Bauarbeiten und Umsetzung

Der Baubeginn war ursprünglich für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Die geplante Bauzeit wurde mit etwa acht Monaten angesetzt. Die Verwaltung wies darauf hin, dass extreme Witterungsverhältnisse und längere Lieferzeiten zu Verzögerungen führen könnten.

Am 8. Mai 2026 wurde der Beginn der Bauarbeiten mit einer symbolischen Pflasterentnahme eingeleitet. An der Veranstaltung nahmen Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, Stadtrat Stefan Thabe und der Fachbereichsleiter Stadtgrün, David Hucklenbroich, teil.

Die Arbeiten umfassten insbesondere die Entsiegelung der bisherigen Platzfläche, die Herstellung der neuen Wege und Aufenthaltsbereiche, die Einrichtung der Regenwasserbewirtschaftung sowie die Pflanzung der vorgesehenen Bäume und Vegetationsflächen.

Auszeichnung und Klimabaum

Die Umgestaltung erhielt den Preis Grün.Blaue Infrastruktur 2026 in der Kategorie Transformation. Die Auszeichnung wurde im Januar 2026 auf der Messe InfraTech in Essen verliehen. Zu den Initiatoren gehörten die Zukunftsinitiative Klima.Werk, die Emschergenossenschaft und der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt*innen.

Am 2. November 2026 wurde als Bestandteil der Auszeichnung eine Hopfenbuche auf dem Marktplatz gepflanzt. An der Pflanzaktion beteiligten sich Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, Stadtrat Stefan Thabe und David Hucklenbroich vom Fachbereich Stadtgrün.

Neben der Hopfenbuche sind weitere klimaresiliente Bäume vorgesehen. Dazu gehören unter anderem die Ahorn-Sorte Pacific Sunset und Amberbäume.

Die Pflanzung der Bäume und die Anlage der vielfältigen Vegetationsflächen sollen langfristig dazu beitragen, den Platz als ökologisch wertvollen und klimatisch wirksamen Freiraum zu entwickeln.

Bedeutung für den Stadtteil

Der Marktplatz Röhlinghausen steht beispielhaft für die Veränderungen, denen öffentliche Plätze im Ruhrgebiet unterworfen waren und sind.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfüllte er als Handels- und Viehmarkt eine wichtige wirtschaftliche Funktion. Die festen Markttage und die besonderen Viehmarktregelungen belegen seine damalige Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung und den örtlichen Handel.

Mit dem Strukturwandel verlor diese ursprüngliche Funktion zunehmend an Gewicht. Der Platz blieb jedoch als öffentlicher Raum und Bestandteil des örtlichen Versorgungszentrums erhalten.

Die Umgestaltung des Jahres 2026 markiert einen weiteren grundlegenden Wandel. Aus einer nahezu vollständig versiegelten Handels- und Verkehrsfläche entstand ein stärker begrünter Aufenthaltsraum. Die historische Funktion als Mittelpunkt des Stadtteils wurde damit nicht aufgegeben, sondern unter veränderten gesellschaftlichen und klimatischen Anforderungen neu interpretiert.

Literatur und Quellen

  • Hildebrandt, Manfred; Frensel, Ralf; Bodeux, Jeannette; Heiserholt, Franz: Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, insbesondere S. 457.
  • Markt-Ordnung für die Gemeinde Röhlinghausen vom 28. August 1905.
  • Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Arnsberg, 1905, Stück 32, Nr. 961 und Stück 51, Nr. 1498.
  • Stadt Herne, Fachbereich Stadtgrün: Umgestaltung des Marktplatzes Röhlinghausen, Entwurfsplanung vom 16. Oktober 2025.
  • Stadt Herne: Verwaltungsvorlage zur Umgestaltung des Marktplatzes Röhlinghausen, Bezirksvertretung Eickel.
  • Stadt Herne: Projektbeschreibung Umgestaltung Marktplatz Röhlinghausen.
  • Stadt Herne: Pressemitteilungen zum Baubeginn am 8. Mai 2026 und zur Pflanzung des Klimabaums am 2. November 2026.
  • Kohle heizte die Entwicklung von Röhlinghausen an (WAZ 13.10.2014)

Lesen Sie auch

Quellen

  1. ↑ Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt: Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, S. 457. Grundlage sind die Markt-Ordnung für die Gemeinde Röhlinghausen vom 28. August 1905 und die Veröffentlichungen im Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Arnsberg, 1905, Stück 32, Nr. 961 und Stück 51, Nr. 1498.
  2. ↑ Hildebrandt u. a.: Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Herne 1997, S. 457 und 735.
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