Frank Dudda (1963) Oberbürgermeister

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Dr. Frank Dudda (* 15. Mai 1963 in Herne) ist ein deutscher Jurist und Kommunalpolitiker (SPD). Seit dem 21. Oktober 2015 ist er Oberbürgermeister der Stadt Herne. Darüber hinaus bekleidet er verschiedene überregionale Funktionen in kommunalen und regionalen Gremien des Ruhrgebiets.

Dr. Frank Dudda
Dr. Frank Dudda
Bild: Krd 2015[1]
Geboren15. Mai 1963
in Herne

Herkunft und Ausbildung

Frank Dudda wurde 1963 in Herne geboren. Er besuchte das Otto-Hahn-Gymnasium in Herne und legte dort das Abitur ab. Anschließend absolvierte er seinen Grundwehrdienst beim 2. Nachschubbataillon in Unna-Königsborn.

Von 1984 bis 1989 studierte Dudda Rechtswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Nach dem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht sowie am Institut für Sozialrecht tätig. Im Jahr 1996 wurde er mit einer Arbeit zur Organisationsstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung zum Doktor der Rechte (Dr. jur.) promoviert.

Berufliche Tätigkeit

Nach Abschluss seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete Dudda schwerpunktmäßig im Bereich des Gesundheits- und Sozialrechts. Von 1997 bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister war er Geschäftsführer des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e.V.) mit Sitz in Bochum. Gleichzeitig fungierte er als Justiziar der Bundesarbeitsgemeinschaft der Heilmittelverbände (BHV).

Seit 2002 war er zudem Sozius einer Rechtsanwaltskanzlei in Essen. Darüber hinaus war Dudda als Referent und Dozent für verschiedene Bildungseinrichtungen des Gesundheitswesens tätig.

Politischer Werdegang

Eintritt in die SPD

Frank Dudda trat 1982 in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein. Innerhalb des Herner SPD-Unterbezirks engagierte er sich über viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen und gehörte dem Ortsverein Herne-Stamm an.

Tätigkeit im Rat der Stadt Herne

Seit 1994 war Dudda Mitglied des Rates der Stadt Herne. In dieser Zeit wirkte er in verschiedenen kommunalpolitischen Ausschüssen mit. Am 1. Oktober 2004 wurde er Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion und übernahm damit die Führung der stärksten politischen Kraft im Herner Stadtrat.

Während seiner Tätigkeit als Fraktionsvorsitzender befasste er sich insbesondere mit Fragen der Stadtentwicklung, der kommunalen Finanzpolitik sowie den Herausforderungen des Strukturwandels im Ruhrgebiet.

Oberbürgermeister der Stadt Herne

Wahl 2015

Im Jahr 2014 nominierte die Herner SPD Frank Dudda als Kandidaten für die Nachfolge des langjährigen Oberbürgermeisters Horst Schiereck. Bei der Kommunalwahl am 13. September 2015 gewann Dudda bereits im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit und wurde zum Oberbürgermeister der Stadt Herne gewählt.

Nach seiner Vereidigung am 20. Oktober 2015 trat er am folgenden Tag sein Amt offiziell an.

Wiederwahl 2020

Bei der Kommunalwahl vom 13. September 2020 wurde Dudda erneut im ersten Wahlgang bestätigt. Er erreichte eine deutliche Mehrheit der Stimmen und setzte seine erste Amtszeit fort.

Wiederwahl 2025

Auch bei der Kommunalwahl 2025 kandidierte Dudda erneut. Er wurde wiederum bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt und trat damit seine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister der Stadt Herne an.

Schwerpunkte der Amtsführung

Die Amtszeit Duddas fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen der Stadt Herne. Zu den zentralen Themen seiner Amtsführung gehören:

  • Stadtentwicklung und Stadterneuerung,
  • Strukturwandel im Ruhrgebiet,
  • Förderung von Bildung und Wissenschaft,
  • Ausbau kommunaler Infrastruktur,
  • Wohnungsbau und Quartiersentwicklung,
  • Digitalisierung der Verwaltung,
  • Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung,
  • regionale Zusammenarbeit innerhalb der Metropole Ruhr.

Während seiner Amtszeit wurden verschiedene Förderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes zur Entwicklung innerstädtischer Quartiere, öffentlicher Einrichtungen und Verkehrsinfrastruktur umgesetzt.

Überregionale Funktionen

Neben seinem Amt als Oberbürgermeister engagiert sich Frank Dudda in zahlreichen regionalen Institutionen.

Regionalverband Ruhr

Im Dezember 2020 wurde Dudda zum Vorsitzenden der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR), des sogenannten „Ruhrparlaments“, gewählt. In dieser Funktion vertritt er die Interessen der Kommunen des Ruhrgebiets auf regionaler Ebene.

Nach der Kommunalwahl 2025 wurde er erneut zum Vorsitzenden der Verbandsversammlung gewählt.

Emschergenossenschaft

Frank Dudda übernahm darüber hinaus den Vorsitz des Rates der Emschergenossenschaft. Die Emschergenossenschaft zählt zu den bedeutendsten wasserwirtschaftlichen Verbänden Deutschlands und ist maßgeblich am ökologischen Umbau des Emschersystems beteiligt.

Bedeutung für die Stadtgeschichte Hernes

Frank Dudda steht in der Tradition der sozialdemokratisch geprägten Stadtpolitik Hernes. Seit der kommunalen Neugliederung von 1975 und insbesondere seit den 1980er Jahren wurde die Stadt überwiegend von SPD-Oberbürgermeistern geführt.

Seine Amtszeit ist geprägt von den Herausforderungen des demographischen Wandels, der Transformation ehemaliger Industrieflächen sowie der Positionierung Hernes innerhalb der Metropole Ruhr. Zugleich fällt seine Amtszeit in eine Phase verstärkter regionaler Kooperation zwischen den Städten des Ruhrgebiets.

Durch seine Funktionen auf regionaler Ebene zählt Dudda zu den einflussreicheren Kommunalpolitikern des Ruhrgebiets in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts.

Privatleben

Frank Dudda ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Er lebt in seiner Geburtsstadt Herne.

Veröffentlichungen

  • Die Binnenstruktur der Krankenversicherungsträger nach dem Gesundheitsstrukturgesetz. Frankfurt am Main 1996. ISBN: 9783631307908
  • Das Asylrecht im Alten Testament. In: Zeitschrift für Ausländerrecht, 1996. S. 32-37.[2]

Weblinks

Lesen Sie auch

Quellen