Gaststätte Meistertrunk (Eickel)
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Die Geschichte der Gaststätte „Meistertrunk“ am Eickeler Markt
Die Gaststätte „Meistertrunk“ am Eickeler Markt 19 in Herne-Eickel gehört zu den traditionsreichen gastronomischen Häusern im Zentrum des Ortskerns und ist eng mit der Entwicklung des historischen Sud- und Treberviertels verbunden.
Ursprünge und historischen Kontext
Das Gebäude, in dem sich der „Meistertrunk“ befindet, wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet – laut architektonischen Bestandsdaten um 1892 herum. Schon damals prägte das Viertel rund um den Eickeler Markt ein reges Brau- und Gaststättenleben: Die benachbarte Hülsmann-Brauerei war über Jahrhunderte ein wirtschaftlicher und sozialer Mittelpunkt des Orts, wodurch sich hier zahlreiche Ausschankstätten und Wirtshäuser ansiedelten.
In dieser Zeit entstand – neben vielen weiteren Häusern – das Gasthaus, aus dem sich der spätere Meistertrunk entwickelte. Es fungierte über Jahrzehnte als Treffpunkt für Einwohner und Reisende und war Teil eines lebhaften gastronomischen Netzwerks, das den Eickeler Markt als sozialen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Gemeinde etablierte.
Wandel der Nutzung im 20. Jahrhundert
Im Laufe des 20. Jahrhunderts änderte sich nicht nur die Struktur des Viertels, auch die Nutzung des Hauses wandelte sich. In den 1920er Jahren war das Gebäude zunächst als Gasthof Bönnebruch und später unter dem Namen Gaststätte Silberkuhl bekannt.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit spielte das Lokal sogar eine kurze Rolle als Kino, in dem von 1948 bis 1951 eine lokale Kinogesellschaft den Eickeler Bevölkerung Unterhaltung bot – was die Flexibilität der Räume und ihrer Rolle im städtischen Leben unterstreicht.
Der „Meistertrunk“ als Traditionsgaststätte
Im Laufe der Jahrzehnte etablierte sich das heutige Hotel-Restaurant „Meistertrunk“ als feste Größe in Herne-Eickel. Historische Quellen berichten, dass das Lokal als Traditionsgaststätte geführt wurde und bereits 1892 als gastronomisches Haus bestand; nach der Insolvenz der Hülsmann-Brauerei im Jahr 1989 ging es in den Besitz der Privatbrauerei Moritz Fiege über.
Die erneute Öffnung des Meistertrunk wurde als Bereicherung des gastronomischen Angebots am Markt begrüßt – nicht zuletzt, weil traditionelle Orte im urbanen Gefüge der Stadt eine zentrale Rolle für Gemeinschaftsleben und Identität spielen.
Jörg Hellweg wechselte in den 1970er vom Blauen Engel an der Edmund-Weber-Straße nach Eickel in den Meistertrunk, wo er versuchte, eine Live-Szene zu etablieren, die es seit dem Monopol in Wanne-Eickel ja nicht mehr gegeben hatte. Zumindest die räumlichen Voraussetzungen im Meistertrunk waren gut: kleiner Saal, Bühne, Biergarten. Aber wie so viele Jugend- und Szenekneipen lief sich auch der Meistertrunk bald tot. Vgl.: Szene-Kneipen in Wanne-Eickel
Nach grundlegender Neuausrichtung wurde der Meistertrunk wieder eröffnet.
Heute verbindet der Meistertrunk hotel- und restaurantbetriebene Funktionen mit einem klassischen Gaststättenbetrieb. Das Haus ist bekannt für seine gemütliche Atmosphäre, seinen Biergarten und den warmen, einladenden Innenraum, der sowohl Einheimische als auch Gäste aus der Region willkommen heißt.
Bedeutung für das Stadtbild
Die Lage des Hauses im Sud- und Treberviertel, dem historischen Zentrum der Eickeler Brau- und Wirtshaustradition, bewahrt einen Teil der städtischen Identität, die ursprünglich vom Bierbrauen und vom gemeinschaftlichen Leben rund um lokale Wirtschaften geprägt war. In vielen ehemaligen Brauereistandorten des Ruhrgebiets sind solche Traditionsorte verschwunden – der Meistertrunk hingegen hat sich als sozialer Treffpunkt behauptet.
Gegenwärtig dient der Meistertrunk nicht nur als Gastronomie- und Übernachtungsstätte, sondern auch als Veranstaltungsort für Feiern, Feste und Vereinstreffen – darunter historische oder lokale Gesellschaftsveranstaltungen und ähnlicher Vereinigungen.
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