Hauptverwaltung Friedrich der Große: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Hauptverwaltung Friedrich der Große''' war die zentrale Verwaltungs- und Repräsentationsanlage der Berggewerkschaft Friedrich der Große in Herne-Horsthausen. Das zwischen 1914 und 1915 nach Plänen des Essener Architekten '''Oskar Schwer''' (geboren 18. November 1872; gestorben 12. April 1921 in Essen) errichtete Gebäude gehörte zu den bedeutendsten Verwaltungsbauten des Herner Bergbaus. Die Anlage umfasste neben dem Hauptgebäude ein Pförtnerhaus, Gartenanlagen und eine repräsentative Zufahrt. Nach dem Ende der bergbaulichen Nutzung diente das Gebäude von 1970 bis 2007 als Sitz des Evangelischen Kreiskirchenamtes Herne/Castrop-Rauxel. <br>
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Nach jahrzehntelangem Leerstand und einem schweren Brand im Jahr 2020 wurde das Gebäude weitgehend abgebrochen. Die denkmalgeschützte Hauptfassade blieb erhalten und wurde in die Neubebauung durch die Seniorenresidenz Belia integriert.
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Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Hauptverwaltung von Friedrich der Große an der [[Albert-Klein-Straße]].
<big>Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Hauptverwaltung von Friedrich der Große an der [[Albert-Klein-Straße]].</big>
[[Datei:FDG-Hauptverwaltung-Herne-1929.jpg|600px|gerahmt|zentriert|Park, Hauptverwaltung, Luisenstraße und St. Josef um 1929]]
[[Datei:Albert-Klein-Straße-001.jpg|450px|thumb|in den 1920ern]]
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Flankiert von einem Pförtnerhaus auf der linken und der Hausmeisterwohnung auf der rechten Seite führt eine von Platanen gesäumte Zufahrt geradewegs auf das Gebäude zu.
== Geschichte ==
Der Architekt Oskar Schwer (* 18. November 1872; † 12. April 1921 in Essen) aus Essen, entwickelte [[1914]] die Pläne. Durch den Erste Weltkrieg verzögert, wurde das gesamte Projekt erst später fertig gestellt. Gestaltete ist die Anlage durch die aus dem Barock bekannten Elementen: durch Pilaster streng gegliederte Fassade, durch Dreiecksgiebel, durch Spiegelsymmetrie, die der Architekt anfangs an "einer entscheidenden Stelle durchbrach - er legte den Eingang nicht zentral in der Mitte an, sondern deutlich versetzt auf der rechten Seite. Erst Ende der 20er Jahre entschloss man sich, diese Eigenwilligkeit rückgängig zu machen und den Haupteingang exakt in die Mitte des Gebäudes zu verlegen."<ref> Gabriele Heimeier: Aus dem Lot geraten WAZ 19. März 2009</ref>
=== Planung und Bau ===
Die Berggewerkschaft Friedrich der Große ließ ab dem 22. Mai 1914 an der damaligen Augustastraße ein neues Verwaltungsgebäude errichten. Die Entwürfe stammten vom Essener Architekten '''Oskar Schwer''' (1872–1921), die örtliche Bauleitung lag beim Gewerkschaftsbauführer Schmidt.


Der Herner Anzeiger berichtete am 5. Juli 1915 über den Bezug des Neubaus:<ref>[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21193641 online auf Zeitpunkt.nrw</ref>
Die ursprüngliche stark symetrisch gebaute Parkanlage ist im Ansatz erhalten und steht wie das ganze unter Denkmalschutz.
:''Die Gebäude selbst sind architektonisch saubere Entwürfe ihrer Zeit, wobei sich in der Gesamtanlage Zeitgeschichte widerspiegelt: Entwurf des Verwaltungsgebäudes direkt vor dem Ersten Weltkrieg, Ausführung vermutlich erst direkt nach Kriegsende, Arrondierung der Anlage erst nach der Inflation und der Ruhrbesetzung, was an den Gebäuden ablesbar ist''


Die Verwaltung der [[Zeche Friedrich der Große|Gewerkschaft Friedrich der Große]] hat am vergangenen Sonnabend das an der Augustastraße errichtete neue Verwaltungsgebäude bezogen.
Innen sehr repräsentativ bestaltet mit Gewölbedecke im Erdgeschoss, massiv, dunkel gebeizten, eichenen Türen, Heizungsverkleidungen aus Holz und aufwändigen Schrankeinbauten. "In der ersten Etage befindet sich das eindrucksvolle Sitzungszimmer mit seinen originalen Wandvertäfelungen und der ebenfalls originalen rostbraunen textilen Wandbespannung. Den Raum erhellen Messingkronleuchter, verziert mit dem preußischen Doppeladler. Ein einzelner, noch größerer Kronleuchter hängt im ehemaligen Direktorenzimmer, das sich, verbunden durch zwei Vorräume für das Sekretariat, an den Sitzungsraum anschließt. Im rundum mit Holzvertäfelungen und Einbauschränken ausgestatteten Chefzimmer befindet sich auch noch das legendäre „Cognac-Schränkchen”, um das sich nicht nur aus Bergbauzeiten die ein und andere Anekdote rankt."<ref> Gabriele Heimeier: Aus dem Lot geraten WAZ 19. März 2009</ref>
[[Datei:Albertkleinstr.jpeg|450px|thumb|Mit Original geplanem Eingang rechts.]]
1970 zieht in das Gebäude das Kreiskirchenamt des evangelischen Kirchenkreises Herne/Castrop-Rauxel ein und zieht im Oktober 2007 wieder aus. "Denn das Gebäude ist über eine Länge von 25 Metern deutlich spürbare 125 Zentimeter Richtung Norden gekippt, mit einer leichten Rechtsdrehung dazu. Nichts für Besucher, die zu Schwindel und Gleichgewichtsproblemen neigen. „Wenn man hier durchs Haus geht, hat man immer ein Gefühl, als hätte man ein Schnäpschen getrunken”, schmunzelt Annette Lewandowski von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Herne." <ref> Gabriele Heimeier: Aus dem Lot geraten WAZ 19. März 2009</ref>


Weiter hob die Zeitung die klare Formensprache und die zurückhaltende Fassadengestaltung hervor. Die ursprünglich vorgesehene plastische Ausschmückung des Hauptportals konnte kriegsbedingt nicht mehr ausgeführt werden.
Das Gebäude steht leer und es wird nach einer Nutzung des gesamten Ensenble gesucht.
==Zustand in den 1920ern==
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Datei:StaArHER-FDG-Verwaltung-01.jpg
Datei:StaArHER-FDG-Verwaltung-02.jpg
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Datei:StaArHER-FDG-Verwaltung-06.jpg
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Der Erste Weltkrieg führte zu erheblichen Verzögerungen bei den Bauarbeiten. Während der Verwaltungsbetrieb bereits 1915 aufgenommen wurde, gehen Denkmalpflege und Bauhistoriker davon aus, dass die endgültige Fertigstellung der Gesamtanlage erst nach Kriegsende erfolgte.
==Zustand 2011==

Folgende Bilder wurden von Volker Lückfeldt am 22. Januar 2011 gemacht und uns freundlich zu Verfügung gestellt.
An den Bauarbeiten waren zahlreiche Herner Handwerksbetriebe beteiligt, "Erd= und Maurerarbeiten: Leop. Hoppe, Herne. <br>Betonarbeiten: [[Lambert Moddemeyer|L. Moddemeyer]], Herne. <br>Zimmerarbeiten: J. Langensiepen, Herne. <br>Dachdeckerarbeiten: Ernst Bönning, Herne. <br>Klempner= und Installationsarbeiten: Oskar Fühmann, Herne. <br>Heizungsanlage: F. Küppersbusch& Söhne, Gelsenkirchen-Schalke. <br>Putz= und Stuckarbeiten: Joh. Schnittker, Herne. <br>Kunstschmiedearbeiten: Otto Schmitz, Rotthausen. <br>Plattierungsarbeiten und Lieferung der Kunstsandsteinstufen: [[Heinrich Rings sen.|Heinr. Rings sen]]., Herne. <br>Schreinerarbeiten und Inneneinrichtung: Heinr. F. W. Veuhoff, Herne. <br>Linoleumarbeiten: Schröder&. Baum, Essen=Ruhr. <br>Licht= und Telephonanlage: Funke & Huster G. m. b. H., Herne. <br>Glaser= und Anstreicherarbeiten: Sichtermann & Edelmann, Düsseldorf. <br>Glasmalerei: L. Katz, Dortmund. <br>Lieferung der Beleuchtungskörper: Böker& Krüger, Essen. <br>Mobilarlieferung: Gebr. Schürmann, Essen."<ref>[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21193641 online auf Zeitpunkt.nrw</ref>
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Datei:Kreiskirchenamt-001.jpg
=== Architektur ===
Datei:Kreiskirchenamt-002.jpg
Die Anlage entstand als repräsentativer Verwaltungssitz der Bergwerksgesellschaft. Das langgestreckte, zweigeschossige Gebäude besaß elf Fensterachsen und einen flachen Mittelrisalit. Über dem Walmdach befand sich mittig eine Plattform zur Beflaggung.
Datei:Kreiskirchenamt-003.jpg

Datei:Kreiskirchenamt-004.jpg
Architektonisch griff Oskar Schwer auf Formen des Barock und Klassizismus zurück. Die Fassade wurde durch Pilaster streng gegliedert und durch Dreiecksgiebel sowie eine ausgeprägte Symmetrie bestimmt. Ursprünglich lag der Haupteingang jedoch nicht in der Mittelachse, sondern deutlich nach rechts versetzt. Erst Ende der 1920er oder Anfang der 1930er Jahre wurde das Portal in die Gebäudemitte verlegt, wodurch die Symmetrie der Anlage weiter betont wurde.
Datei:Kreiskirchenamt-006.jpg

Datei:Kreiskirchenamt-007.jpg
Die Verwaltung war eingebettet in eine repräsentative Parkanlage mit mittiger Zufahrt, Rundbeet und flankierenden Nebengebäuden. Links der Zufahrt befand sich ein Pförtnerhaus, rechts eine Hausmeisterwohnung. Die von Platanen gesäumte Auffahrt führte direkt auf den Haupteingang zu.
Datei:Kreiskirchenamt-008.jpg

Datei:Kreiskirchenamt-009.jpg
=== Innenausstattung ===
Datei:Kreiskirchenamt-010.jpg
Die Innenräume waren außergewöhnlich hochwertig ausgestattet. Im Erdgeschoss befanden sich Geschäftsräume und Verwaltungsbüros. Das Kellergeschoss nahm die Hausmeisterwohnung, die Zentralheizung sowie Lagerräume auf.
Datei:Kreiskirchenamt-011.jpg

Datei:Kreiskirchenamt-012.jpg
Besonders bemerkenswert war die Ausstattung des Obergeschosses. Das große Sitzungszimmer verfügte über originale Wandvertäfelungen, textile Wandbespannungen und Messingkronleuchter mit preußischem Adlerdekor. Daran schloss sich das ehemalige Direktorenzimmer an, das vollständig mit Holzvertäfelungen und Einbauschränken ausgestattet war. Bekannt war insbesondere das sogenannte „Cognac-Schränkchen“, das sich bis in die jüngste Zeit erhalten hatte.
</Gallery>

=== Nutzung nach dem Bergbau ===
Nach dem Niedergang des Ruhrbergbaus verlor die Zeche Friedrich der Große ihre ursprüngliche Funktion. 1970 bezog das Evangelische Kreiskirchenamt Herne/Castrop-Rauxel die ehemalige Bergwerksverwaltung.

Durch den jahrzehntelangen Steinkohlenabbau kam es zu erheblichen Bergsenkungen. Das Gebäude neigte sich schließlich auf einer Länge von rund 25 Metern um etwa 1,25 Meter nach Norden und wies zusätzlich eine leichte Verdrehung auf. Die Schieflage führte zu zunehmenden Problemen bei der Nutzung des Gebäudes.

Im Oktober 2007 zog das Kreiskirchenamt deshalb aus.

=== Leerstand, Brand und Teilabriss ===
Nach dem Auszug stand die Anlage mehr als ein Jahrzehnt leer. Verschiedene Nachnutzungskonzepte konnten nicht umgesetzt werden.

Am Abend des 29. August 2020 brach im Dachstuhl ein Großbrand aus, der große Teile der historischen Dachkonstruktion zerstörte. Durch das Feuer und die umfangreichen Löscharbeiten entstanden weitere schwere Schäden. Das Online-Magazin ''HalloHerne'' sprach von einem „Stück Heimatgeschichte“, das in Flammen stand.

Das Gebäude wurde entkernt, wovon nur die Fassade zur Auffahrt erhalten blieb und in eine [https://cureus.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/herne-horsthausen-cureus-startet-bau-der-belia-seniorenresidenz-mit-80-plaetzen Belia Seniorenresidenz Herne] integriert.

== Denkmal ==
Die ehemalige Hauptverwaltung wurde als Baudenkmal unter der Nummer 296 in die Denkmalliste der Stadt Herne eingetragen.

Die Denkmalbeschreibung würdigt insbesondere:

die Bedeutung als Verwaltungszentrum der Berggewerkschaft Friedrich der Große,
die repräsentative Gesamtanlage mit Garten, Zufahrt und Pförtnerhaus,
die qualitätvolle Architektur Oskar Schwers,
die weitgehend erhaltene historische Innenausstattung,
den hohen stadt- und industriegeschichtlichen Zeugniswert.

Teile der ursprünglichen Parkanlage sind bis heute erhalten und stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.


== DENKMAL NR. 296 ==
* ehemaliges Verwaltungsgebäude
* Albert-Klein-Straße 1, Sodingen
* Erbaut: vermutlich nach 1919, nach Plänen aus 1914
* Architektur: Otto Schwer
* Details: Es handelt sich bei der Anlage um die ehem. Verwaltung der Bergwerksgesellschaft Friedrich der Große. Sie wurde 1914 geplant, vermutlich aber erst nach dem1.Weltkrieg leicht modifiziert nach den Vorkriegsplänen ausgeführt und mit Nebenanlagen (Pförtnerhaus und Ziergarten) arrondiert. Das Hauptgebäude ist ein langgestreckter, zweigeschossiger Putzbau von 11 Fensterachsen mit leicht vortretendem 5-achsigen, flachem Mittelrisalit, dem ein gleich breiter, flach übergiebelter Dachausbau entspricht. Auf dem First des Walmdachs sitzt mittig eine runde Plattform, auf der eine Fahne aufgezogen werden konnte. Der Haupteingang lag in der zweiten Achse von rechts mit schwerer Rahmung und horizontaler Verdachung. Das Sockelgeschoss wurde im Innern durch eine Treppe überwunden. Wohl in den 30er Jahren wurde das Portal mit gleichen Proportionen und sehr ähnlicher Gestaltung in die Mittelachse verlegt. Das Gebäude ist von einer kleinen, rechteckigen Ziergartenanlage mit mittiger Zufahrt von der Albert-Klein-Straße umgeben. Vor dem Gebäude weitet sich der Weg halbkreisförmig, ein Rundbeet setzt vor dem Haupteingang einen Akzent. Links (nördlich) an der Zufahrt steht ein eingeschossiges Pförtnerhaus unter Walmdach mit sehr flachen Aufschieblingen, die Fassaden teilweise mit horizontaler Putzgliederung versehen. Das Häuschen gibt sich im Gegensatz zum Haupthaus deutlich als Entwurf der 20er Jahre zu erkennen. Das Gebäude wurde für die Verwaltung der Zeche Friedrich der Große erbaut und wenige Jahre später, nach Beendigung der Ruhrbesetzung, zu einer repräsentativen Anlage mit Torhaus, mittiger PKW-Zufahrt und Gartenbepflanzung ausgebaut. Die Berggewerkschaft Friedrich der Große schuf sich so eine ausgesprochen elegante, großzügige Zentrale, in der sie angemessen repräsentieren konnte. <ref>https://geodaten.herne.de/dokumente/denkmaeler/0591600_296_Beschreibung.pdf</ref>


==Videoprojekt Vor Ort==
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{| class="wikitable sortable"
| Sprecher: || Friedhelm Wessel
|-
| Kamera: || Marcus Schubert
|-
| || Kai Schubert
|-
| || Walter Liedtke
|-
| || Gerd E. Schug
|-
| Ton: || Thorsten Schmidt
|-
| Regie: || Marcus Schubert
|-
|Regieassistenz: || Günter Habijan
|-
| Schnitt: || Marcus Schubert
|}
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Datei:Vor Ort FdG Hauptverwaltung 0994 Gerd Schug 20190120.jpg|Vor Ort Filmaufnahmen "Friedrich der Große Hauptverwaltung" am 20.01.2019 (Günter Habijan) <ref name="GES">Foto Gerd E. Schug</ref>
Datei:Vor Ort FdG Hauptverwaltung 0995 Gerd Schug 20190120.jpg|Vor Ort Filmaufnahmen "Friedrich der Große Hauptverwaltung" am 20.01.2019 (Friedhelm Wessel) <ref name="GES">Foto Gerd E. Schug</ref>
Datei:Vor Ort FdG Hauptverwaltung 0997 Gerd Schug 20190120.png|Vor Ort Filmaufnahmen "Friedrich der Große Hauptverwaltung" am 20.01.2019 (v. l. Kai Schubert, Thorsten Schmidt, Emma Schubert, Marcus Schubert, Günter Habijan, Friedhelm Wessel) <ref name="GES">Foto Gerd E. Schug</ref>
Datei:Vor Ort FdG Hauptverwaltung 1004 Gerd Schug 20190120.jpg|Vor Ort Filmaufnahmen "Friedrich der Große Hauptverwaltung" am 20.01.2019 (v. l. Günter Habijan, Kai Schubert, Emma Schubert, Marcus Schubert, Friedhelm Wessel, Thorsten Schmidt) <ref name="GES">Foto Gerd E. Schug</ref>
Datei:Vor Ort FdG Hauptverwaltung 1017 Gerd Schug 20190120.jpg|Vor Ort Filmaufnahmen "Friedrich der Große Hauptverwaltung" am 20.01.2019 (v. l. Walter Liedtke, Marcus Schubert, Günter Habijan, Thorsten Schmidt) <ref name="GES">Foto Gerd E. Schug</ref>

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==Fotos==
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Datei:Friederich der Große 1+2 09 Gerd Storm 20160116.jpg|Verwaltung Friedrich der Große <ref name="Gerd Storm">Foto: Gerd Storm</ref>
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Datei:Friederich der Große 1+2 01 Gerd Storm 20160116.jpg|Einfahrt zum Verwaltungsgebäude Friedrich der Große <ref name="Gerd Storm">Foto: Gerd Storm</ref>
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==Verwandte Artikel==
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[[Kategorie:Verwaltungsbauwerk]]
[[Kategorie:Verwaltungsbauwerk]]
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Aktuelle Version vom 22. Juni 2026, 16:57 Uhr

Die Hauptverwaltung Friedrich der Große war die zentrale Verwaltungs- und Repräsentationsanlage der Berggewerkschaft Friedrich der Große in Herne-Horsthausen. Das zwischen 1914 und 1915 nach Plänen des Essener Architekten Oskar Schwer (geboren 18. November 1872; gestorben 12. April 1921 in Essen) errichtete Gebäude gehörte zu den bedeutendsten Verwaltungsbauten des Herner Bergbaus. Die Anlage umfasste neben dem Hauptgebäude ein Pförtnerhaus, Gartenanlagen und eine repräsentative Zufahrt. Nach dem Ende der bergbaulichen Nutzung diente das Gebäude von 1970 bis 2007 als Sitz des Evangelischen Kreiskirchenamtes Herne/Castrop-Rauxel.
Nach jahrzehntelangem Leerstand und einem schweren Brand im Jahr 2020 wurde das Gebäude weitgehend abgebrochen. Die denkmalgeschützte Hauptfassade blieb erhalten und wurde in die Neubebauung durch die Seniorenresidenz Belia integriert.

Verwaltung Friedrich der Große 2016[1]
🏛️
Erbaut1914-1915
📍
AdresseAlbert Klein Straße 1
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Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Hauptverwaltung von Friedrich der Große an der Albert-Klein-Straße.

Park, Hauptverwaltung, Luisenstraße und St. Josef um 1929

Geschichte

Planung und Bau

Die Berggewerkschaft Friedrich der Große ließ ab dem 22. Mai 1914 an der damaligen Augustastraße ein neues Verwaltungsgebäude errichten. Die Entwürfe stammten vom Essener Architekten Oskar Schwer (1872–1921), die örtliche Bauleitung lag beim Gewerkschaftsbauführer Schmidt.

Der Herner Anzeiger berichtete am 5. Juli 1915 über den Bezug des Neubaus:[2]

Die Verwaltung der Gewerkschaft Friedrich der Große hat am vergangenen Sonnabend das an der Augustastraße errichtete neue Verwaltungsgebäude bezogen.

Weiter hob die Zeitung die klare Formensprache und die zurückhaltende Fassadengestaltung hervor. Die ursprünglich vorgesehene plastische Ausschmückung des Hauptportals konnte kriegsbedingt nicht mehr ausgeführt werden.

Der Erste Weltkrieg führte zu erheblichen Verzögerungen bei den Bauarbeiten. Während der Verwaltungsbetrieb bereits 1915 aufgenommen wurde, gehen Denkmalpflege und Bauhistoriker davon aus, dass die endgültige Fertigstellung der Gesamtanlage erst nach Kriegsende erfolgte.

An den Bauarbeiten waren zahlreiche Herner Handwerksbetriebe beteiligt, "Erd= und Maurerarbeiten: Leop. Hoppe, Herne.
Betonarbeiten: L. Moddemeyer, Herne.
Zimmerarbeiten: J. Langensiepen, Herne.
Dachdeckerarbeiten: Ernst Bönning, Herne.
Klempner= und Installationsarbeiten: Oskar Fühmann, Herne.
Heizungsanlage: F. Küppersbusch& Söhne, Gelsenkirchen-Schalke.
Putz= und Stuckarbeiten: Joh. Schnittker, Herne.
Kunstschmiedearbeiten: Otto Schmitz, Rotthausen.
Plattierungsarbeiten und Lieferung der Kunstsandsteinstufen: Heinr. Rings sen., Herne.
Schreinerarbeiten und Inneneinrichtung: Heinr. F. W. Veuhoff, Herne.
Linoleumarbeiten: Schröder&. Baum, Essen=Ruhr.
Licht= und Telephonanlage: Funke & Huster G. m. b. H., Herne.
Glaser= und Anstreicherarbeiten: Sichtermann & Edelmann, Düsseldorf.
Glasmalerei: L. Katz, Dortmund.
Lieferung der Beleuchtungskörper: Böker& Krüger, Essen.
Mobilarlieferung: Gebr. Schürmann, Essen."[3]

Architektur

Die Anlage entstand als repräsentativer Verwaltungssitz der Bergwerksgesellschaft. Das langgestreckte, zweigeschossige Gebäude besaß elf Fensterachsen und einen flachen Mittelrisalit. Über dem Walmdach befand sich mittig eine Plattform zur Beflaggung.

Architektonisch griff Oskar Schwer auf Formen des Barock und Klassizismus zurück. Die Fassade wurde durch Pilaster streng gegliedert und durch Dreiecksgiebel sowie eine ausgeprägte Symmetrie bestimmt. Ursprünglich lag der Haupteingang jedoch nicht in der Mittelachse, sondern deutlich nach rechts versetzt. Erst Ende der 1920er oder Anfang der 1930er Jahre wurde das Portal in die Gebäudemitte verlegt, wodurch die Symmetrie der Anlage weiter betont wurde.

Die Verwaltung war eingebettet in eine repräsentative Parkanlage mit mittiger Zufahrt, Rundbeet und flankierenden Nebengebäuden. Links der Zufahrt befand sich ein Pförtnerhaus, rechts eine Hausmeisterwohnung. Die von Platanen gesäumte Auffahrt führte direkt auf den Haupteingang zu.

Innenausstattung

Die Innenräume waren außergewöhnlich hochwertig ausgestattet. Im Erdgeschoss befanden sich Geschäftsräume und Verwaltungsbüros. Das Kellergeschoss nahm die Hausmeisterwohnung, die Zentralheizung sowie Lagerräume auf.

Besonders bemerkenswert war die Ausstattung des Obergeschosses. Das große Sitzungszimmer verfügte über originale Wandvertäfelungen, textile Wandbespannungen und Messingkronleuchter mit preußischem Adlerdekor. Daran schloss sich das ehemalige Direktorenzimmer an, das vollständig mit Holzvertäfelungen und Einbauschränken ausgestattet war. Bekannt war insbesondere das sogenannte „Cognac-Schränkchen“, das sich bis in die jüngste Zeit erhalten hatte.

Nutzung nach dem Bergbau

Nach dem Niedergang des Ruhrbergbaus verlor die Zeche Friedrich der Große ihre ursprüngliche Funktion. 1970 bezog das Evangelische Kreiskirchenamt Herne/Castrop-Rauxel die ehemalige Bergwerksverwaltung.

Durch den jahrzehntelangen Steinkohlenabbau kam es zu erheblichen Bergsenkungen. Das Gebäude neigte sich schließlich auf einer Länge von rund 25 Metern um etwa 1,25 Meter nach Norden und wies zusätzlich eine leichte Verdrehung auf. Die Schieflage führte zu zunehmenden Problemen bei der Nutzung des Gebäudes.

Im Oktober 2007 zog das Kreiskirchenamt deshalb aus.

Leerstand, Brand und Teilabriss

Nach dem Auszug stand die Anlage mehr als ein Jahrzehnt leer. Verschiedene Nachnutzungskonzepte konnten nicht umgesetzt werden.

Am Abend des 29. August 2020 brach im Dachstuhl ein Großbrand aus, der große Teile der historischen Dachkonstruktion zerstörte. Durch das Feuer und die umfangreichen Löscharbeiten entstanden weitere schwere Schäden. Das Online-Magazin HalloHerne sprach von einem „Stück Heimatgeschichte“, das in Flammen stand.

Das Gebäude wurde entkernt, wovon nur die Fassade zur Auffahrt erhalten blieb und in eine Belia Seniorenresidenz Herne integriert.

Denkmal

Die ehemalige Hauptverwaltung wurde als Baudenkmal unter der Nummer 296 in die Denkmalliste der Stadt Herne eingetragen.

Die Denkmalbeschreibung würdigt insbesondere:

die Bedeutung als Verwaltungszentrum der Berggewerkschaft Friedrich der Große, die repräsentative Gesamtanlage mit Garten, Zufahrt und Pförtnerhaus, die qualitätvolle Architektur Oskar Schwers, die weitgehend erhaltene historische Innenausstattung, den hohen stadt- und industriegeschichtlichen Zeugniswert.

Teile der ursprünglichen Parkanlage sind bis heute erhalten und stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.


== DENKMAL NR. 296 ==
* ehemaliges Verwaltungsgebäude
  • Albert-Klein-Straße 1, Sodingen
  • Erbaut: vermutlich nach 1919, nach Plänen aus 1914
  • Architektur: Otto Schwer
  • Details: Es handelt sich bei der Anlage um die ehem. Verwaltung der Bergwerksgesellschaft Friedrich der Große. Sie wurde 1914 geplant, vermutlich aber erst nach dem1.Weltkrieg leicht modifiziert nach den Vorkriegsplänen ausgeführt und mit Nebenanlagen (Pförtnerhaus und Ziergarten) arrondiert. Das Hauptgebäude ist ein langgestreckter, zweigeschossiger Putzbau von 11 Fensterachsen mit leicht vortretendem 5-achsigen, flachem Mittelrisalit, dem ein gleich breiter, flach übergiebelter Dachausbau entspricht. Auf dem First des Walmdachs sitzt mittig eine runde Plattform, auf der eine Fahne aufgezogen werden konnte. Der Haupteingang lag in der zweiten Achse von rechts mit schwerer Rahmung und horizontaler Verdachung. Das Sockelgeschoss wurde im Innern durch eine Treppe überwunden. Wohl in den 30er Jahren wurde das Portal mit gleichen Proportionen und sehr ähnlicher Gestaltung in die Mittelachse verlegt. Das Gebäude ist von einer kleinen, rechteckigen Ziergartenanlage mit mittiger Zufahrt von der Albert-Klein-Straße umgeben. Vor dem Gebäude weitet sich der Weg halbkreisförmig, ein Rundbeet setzt vor dem Haupteingang einen Akzent. Links (nördlich) an der Zufahrt steht ein eingeschossiges Pförtnerhaus unter Walmdach mit sehr flachen Aufschieblingen, die Fassaden teilweise mit horizontaler Putzgliederung versehen. Das Häuschen gibt sich im Gegensatz zum Haupthaus deutlich als Entwurf der 20er Jahre zu erkennen. Das Gebäude wurde für die Verwaltung der Zeche Friedrich der Große erbaut und wenige Jahre später, nach Beendigung der Ruhrbesetzung, zu einer repräsentativen Anlage mit Torhaus, mittiger PKW-Zufahrt und Gartenbepflanzung ausgebaut. Die Berggewerkschaft Friedrich der Große schuf sich so eine ausgesprochen elegante, großzügige Zentrale, in der sie angemessen repräsentieren konnte. [4]


Videoprojekt Vor Ort

Sprecher: Friedhelm Wessel
Kamera: Marcus Schubert
Kai Schubert
Walter Liedtke
Gerd E. Schug
Ton: Thorsten Schmidt
Regie: Marcus Schubert
Regieassistenz: Günter Habijan
Schnitt: Marcus Schubert


Fotos

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Quellen