Haus Neu-Steinhausen (Emscherbruch)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Haus bzw. Gut Steinhausen war ein vermutlich nur kurzzeitig bestehender Adelssitz im Gebiet des Emscherbruchs im heutigen Stadtgebiet von Herne (Ortsteil Unser-Fritz). Die Quellenlage ist unsicher und lückenhaft, sodass es sich um einen historisch nur schwer fassbaren Herrensitz handelt.

Haus oder Gut Steinhausen (Emscherbruch)
Bildinfo: Lage des Gutes durch Kartenvergleich
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Letze Änderung: 20.03.2026
Geändert von: Andreas Janik

Lage

Der Sitz lag im Emscherbruch, einer ehemals sumpfigen Niederungslandschaft entlang der Emscher im nördlichen Ruhrgebiet. Das genaue Areal wird heute mit dem Gut Steinhausen im Steinhauser Park in Verbindung gebracht was durch einen Kartenvergleich (s.o.) bestätigt ist.
Der Emscherbruch war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit durch verstreute Adelssitze, Höfe und Pferdezuchtgebiete geprägt, etwa auch durch Anlagen wie Haus Grimberg und Haus Crange.
Wenn man die links sehende Katasterkarten Karte mit der, der Fleithe oder Fleute vergleicht, die noch heute die Stadtgrenze aufzeigt, erhält man den genauen Sitz.

Geschichte

Entstehung im 19. Jahrhundert

Ludwig von Elverfeldt um 1860

Nach den wenigen überlieferten Angaben wurde im Emscherbruch zwischen 1843 und 1847 ein Schloss bzw. Herrenhaus errichtet. Es soll für die damalige Zeit über moderne Anlagen und Ausstattungen verfügt haben.
Als Bauherr ist Ludwig Johann Georg Friedrich Gilderich von Elverfeldt, Freiherr in Horst, genannt, der den Sitz „Neu-Steinhausen“ bezeichnet haben soll.
In den Kirchenbüchern der luth. Gemeinde Crange erscheint 1843-1845 das "Gut Steinhorst", bzw. 1847 "Gut Hörstchen" als Name des neuen Gutes, als Wohnsitz des Pächters bzw. Halfmann Friedrich Wilhelm Rostberg.

Kurze Existenz und Abbruch

Das Gebäude bestand aber nur sehr kurz: Nach zeitgenössischen Aussagen soll es nur etwa 15 Jahre existiert haben.[1] Am 15. März 1859 verkauft Ludwig von Elverfeldt das Haus Horst mit dem Ruschenhof in Bickern sowie verschiedenen Grundstücken mit sämtlichen aufnehenden Gebäulichkeiten in der Resser Mark und Resser Heide an den Grafen Felix Droste zu Vischering v. Nesselrode-Reichenstein zu Herten für 190.000 Taler und nimmt seinen Wohnsitz auf Haus Kanstein im Kreise Brilon, wo er am 2. März 1873 starb.
Aufgrund persönlicher Spannungen zwischen Käufer und Vorbesitzer ließ der neue Eigentümer das Schloss vollständig abbrechen. Noch 1895 waren Überreste der Gutsanlage zu sehen.[2] 1896 wurde eine Försterei auf dem Platz errichtet.[3]

Quellenlage und Unsicherheiten

Die Überlieferung zu Haus Steinhausen im Emscherbruch ist unsicher und teilweise widersprüchlich:

  • Es existieren keine bekannten baulichen Reste.
  • Die Angaben beruhen vor allem auf lokalhistorischen Darstellungen und Straßennamenforschung.
  • Selbst grundlegende Details wie genaue Lage, Aussehen und Besitzfolge sind nicht eindeutig geklärt.

Der Name hat sich jedoch bis heute in der Steinhausenstraße erhalten, die ausdrücklich auf diesen ehemaligen Adelssitz Bezug nimmt.

Einordnung

Der kurzlebige Sitz steht exemplarisch für die Veränderungen des Emscherbruchs im 19. Jahrhundert:

  • Übergang von einer adelig geprägten Kulturlandschaft
  • hin zu einer durch Industrialisierung und Bergbau geprägten Region

Viele kleinere Adelssitze verschwanden in dieser Zeit vollständig oder wurden – wie Steinhausen – nur noch in Namen und lokalen Überlieferungen bewahrt.

Abgrenzung zu anderen „Haus Steinhausen“

Der Name „Haus Steinhausen“ ist mehrfach in Westfalen und am Niederrhein belegt. Nicht zu verwechseln ist der hier behandelte Sitz mit:

  • Haus Steinhausen – einer mittelalterlichen Wasserburg in Dortmund-Holzen

Diese Anlagen stehen in keinem direkten Zusammenhang.

Literatur

  • Stadtarchiv Herne (Hrsg.): Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Herne 1997. (Stadt Herne)
  • Ein Feudalsitz in Wanne-Eickel

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Quelle