Doering 1896

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
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Döring, Christian:
Chronik von Strünkede und den umgebenden Gemeinden
Erscheinungsort: Baukau, 1896
Seiten: 78/96
Bindung: Broschiert

Zeitgenössische Rezension

Herne, 31. Juli. „Chronik von Strünckede und den umgebenden Gemeinden“ betitelt sich ein Werkchen, das soeben die Presse verläßt. Für die Bewohner unseres Amtes zunächst muß dieses litterarische Erzeugniß von hohem Interesse erscheinen; bietet es uns doch eine klare übersichtliche Darstellung unseres Gemeinwesens in communaler, politischer und kirchlicher Hinsicht, beginnend mit der Geschichte des Schlosses Strünckede im 13. Jahrhundert bis auf die gegenwärtige Zeit. Der Autor des Werkchens, Herr Lehrer Döring in Baukau, hat mit Bienenfleiß die einschlägigen Urkunden und Documente, statistische Erhebungen nach amtlichem Material gesammelt und das Ganze zu einem gesälligen Bau aufgeführt. Ausgehend von den Urverhältnissen des Strünckeder Adelsgeschlechtes wird uns in den folgenden Kapiteln die Einführung der Reformation in Herne, unsere Heimath zur Zeit des 30jährigen Krieges, das Verhältniß der in der Umgebung Strünckedes wohnenden Leute im 16.; 17. und 18. Jahrhundert an der Hand von Acten vorgeführt.
Das Weitere belehrt über die Rechtsverhältniffe früherer Zeiten und die Entwickelung der Industrie am hiesigen Orte. Großes Gewicht hat der Vei­fasser auf die Darstellung der Verhältnisse im letzten Jahrzehnt gelegt. Auch der große Streik im Jahre 1889 findet Erwähnung. Ein anschauliches Bild gewinnen wir von der Entwickelung der Schulen, sowohl in Herne, wie auch in den übrigen Bezirken des Amtes.
Der Anhang beschäftigt sich mit Darstellung einer„Vasallen=Tabelle des Gerichts Neu­Castrop“, eines Bruchstück aus einem 1592 zwischen Strünckede und Herne geschlossenen Vertrag über die zu besetzenden Pfarrstellen evangelischerseits“, eines „Vede=Brief=Bündniß einiger Ritter" und enthält zuletzt eine Beschreibung des Schlosses Strünckede im gegenwärtigen Zustande nebst Schloßkapelle und Begräbnißplatz, sowie der alten, der neuen evangelischen, der neuen katholischen Kirche; auch die zu erbauende Nothkirche in Baukau tritt uns in Bild und Wort entgegen. Nachdem der israelitischen Gemeinde Erwähnung geschehen ist, bildet eine flott geschriebene Sage: „Der Ring der Gräfin Irmgard“, den Schlußstein. Die Vorzüge unserer„Chronik“ wollen wir dahin zusammenfassen:

  1. Die Abhandlung trägt paritätischen Charakter und wahrt ihn bis in die einzelnsten Details, so daß alle Confessionen die Ausführungen gern lesen werden.
  2. Das Werkchen zeigt bei fließender Sprache ein klares Verständniß; es ist ein Volksbüchlein, das unsere Eingesessenen jeden Standes mit lebhaftem Interesse a's Lectüre zur Hand nehmen werden.
  3. Der Preis ist ein mäßiger.
  4. Mehrere Illustrationen, nach der Wirklichkeit ausgenommen, er­höhen den Werth.
  5. Das Werk hat social=politischen Werth, indem es ein klares Bild von früheren socialen Zuständen liefert.
  6. Der Zweck der Herausgabe muß als löblicher bezeichnet werden. Der Herr Verfasser will ein Scherflein zum Bau eines Gotteshauses in Baukau beitragen.— Die äußere Ausstattung(gedruckt in der Märkischen Vereins­druckerei) offenbart sich gleichfalls gefällig. Hoffentlich firdet das Werkchen überall Freunde.“[1]

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