Wohnstätten Wanne-Eickel eG

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Wohnstätten Wanne-Eickel eG ist eine am 11. August 1901 als Spar- und Bauverein Wanne gegründete Wohnungsbaugenossenschaft mit Sitz in Wanne-Eickel, heute Herne. Sie entstand vor dem Hintergrund der raschen Industrialisierung und des damit verbundenen starken Bevölkerungswachstums im Raum Wanne und Eickel. Ihr ursprüngliches Ziel war es, durch gemeinschaftliche Selbsthilfe preisgünstigen und dauerhaft sicheren Wohnraum insbesondere für Arbeiterfamilien und Menschen mit geringem Einkommen zu schaffen.

Wohnstätten Wanne-Eickel eG
Logo Wohnstätten Wanne-Eickel eG


Gründung1901
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VorsitzAndreas Berger, Tatjana Schmutzler
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SitzStöckstraße 22, 44649 Herne

Aus dem ursprünglichen Spar- und Bauverein entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts die Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eGmbH. Seit 2017 trägt die Genossenschaft ihren heutigen Namen Wohnstätten Wanne-Eickel eG.[1]

Im Jahr 2026 beging die Genossenschaft ihr 125-jähriges Bestehen. Sie verfügt inzwischen über mehr als 2.000 Wohneinheiten in Wanne-Eickel und Herne und zählt rund 4.000 Mitglieder.[2]

Geschichte

Ausgangslage und Gründung

Die Entstehung der Genossenschaft steht in engem Zusammenhang mit der industriellen Entwicklung des Ruhrgebiets. Insbesondere der Bergbau und die mit ihm verbundenen Industriebetriebe führten im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einem starken Zuzug von Arbeitskräften. Die Bevölkerung des damaligen Amtsbezirks Wanne stieg zwischen 1891 und 1901 von 13.982 auf 32.821 Einwohner und wuchs damit innerhalb eines Jahrzehnts um rund 135 Prozent.

Der enorme Bevölkerungszuwachs führte zu einer erheblichen Wohnungsnot. Für Arbeiter und ihre Familien standen vielfach nur kleine, teilweise unzureichend ausgestattete Wohnungen zur Verfügung. Gleichzeitig entstand in der Umgebung der Zechen zahlreiche Werkssiedlungen. Neben den Bergwerksgesellschaften wurden auch selbstständige Bau- und Wohnungsgenossenschaften zu wichtigen Trägern des Wohnungsbaus.

In dieser Situation entstand die Idee, die Wohnungsversorgung durch gemeinschaftliche Selbsthilfe zu verbessern. Am 11. August 1901 fand in der Gaststätte Schulte-Berge die offizielle Gründungsversammlung des Spar- und Bauvereins Wanne statt.

Die Gründung beruhte auf dem genossenschaftlichen Gedanken, dass viele Einzelne durch gemeinsames Sparen und gemeinsames wirtschaftliches Handeln bessere Wohnverhältnisse erreichen konnten. Die Genossenschaft sollte dabei ausdrücklich nicht nur Wohnungen errichten, sondern ihren Mitgliedern eine dauerhafte und sichere Wohnversorgung ermöglichen.

Die Satzung wurde im August 1901 beschlossen. Am 24. September 1901 erfolgte die Eintragung in das Genossenschaftsregister.[3]

Bei der Gründung wurden insgesamt 1.350 Geschäftsanteile gezeichnet. Ein Anteil hatte einen Wert von 150 Mark. Der monatliche Mitgliedsbeitrag betrug drei Mark. Die Gründungsversammlungen fanden vor einer für die damalige Zeit bemerkenswert großen Zahl von Interessierten statt; überliefert sind zwischen 80 und 105 Teilnehmer.

Die ersten Baujahre

Das Geschäftsmodell des Spar- und Bauvereins beruhte auf dem Sparen der Mitglieder und der anschließenden Verwendung des angesammelten Kapitals für Grundstückserwerb und Wohnungsbau. Die Genossenschaft konnte dadurch eigene Grundstücke erwerben und Wohnhäuser errichten.

Die Wohnungen sollten zweckmäßig, dauerhaft und zugleich bezahlbar sein. Damit unterschied sich die Genossenschaft von rein privatwirtschaftlichen Bauunternehmen: Nicht die möglichst hohe Rendite, sondern die dauerhafte Wohnungsversorgung der Mitglieder stand im Mittelpunkt.

Zu den frühen Baugebieten gehörte unter anderem das Gebiet Auf dem Hörstchen. Dort entstand eine größere zusammenhängende Bebauung, die einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Wohnstandortes Wanne leistete.

Der Spar- und Bauverein trat außerdem als Bauherr beziehungsweise Miteigentümer von Arbeitersiedlungen auf. So war er beispielsweise neben der Gelsenkirchener Bergwerks- und Aktiengesellschaft und der Zeche Pluto am Bau der Bergarbeitersiedlung der später sogenannten Kolonie IV beteiligt. Die Siedlung wurde zwischen 1906 und 1910 errichtet.[4]

Auch die nach dem Spar- und Bauverein benannte Vereinsstraße dokumentiert dessen Bedeutung für den frühen genossenschaftlichen Wohnungsbau in Wanne.

Zusammenschluss mit dem Spar- und Bauverein Eickel

Ein wichtiger Entwicklungsschritt erfolgte 1912 mit dem Zusammenschluss mit dem Spar- und Bauverein Eickel. Damit wurde die Tätigkeit des Vereins über Wanne hinaus auf das benachbarte Eickel ausgedehnt.

Der Zusammenschluss war zugleich Ausdruck der engen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verflechtung der beiden damals noch selbstständigen Gemeinwesen. Jahrzehnte vor der politischen Bildung der Stadt Wanne-Eickel entstand damit bereits eine Wohnungsgenossenschaft, deren Tätigkeit sich auf beide späteren Stadtteile erstreckte.

In der Folge entwickelte sich der Verein zu einem bedeutenden Anbieter genossenschaftlicher Wohnungen. Zum Zeitpunkt einer historischen Zwischenbilanz wurden bereits rund 1.800 Mitglieder gezählt. Die Einlagen auf den Anteilskonten beliefen sich auf etwa 660.000 Mark, weitere rund 226.000 Mark lagen auf Sparkonten. Gleichzeitig befanden sich 765 Neubauwohnungen in Bau.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Der Erste Weltkrieg und die anschließenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten stellten die junge Genossenschaft vor erhebliche Herausforderungen. Hinzu kamen die Inflation und die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse der 1920er Jahre.

Trotz dieser Belastungen blieb der genossenschaftliche Wohnungsbau ein wesentliches Tätigkeitsfeld. Die Organisation profitierte dabei von ihrer auf Mitgliederbeteiligung und gemeinschaftlicher Finanzierung beruhenden Struktur. Die sparsame Verwaltung und das Engagement von Vorstand, Aufsichtsrat und Mitgliedern ermöglichten es, die Bautätigkeit langfristig fortzuführen.

Die Wohnungsfrage blieb allerdings ein zentrales soziales Problem. Die industrielle Bevölkerung wuchs weiter, während ausreichend ausgestatteter Wohnraum weiterhin knapp war.

Anerkennung der Gemeinnützigkeit

1932 wurde die Genossenschaft als gemeinnützig anerkannt.

Damit erhielt ihre auf die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum ausgerichtete Tätigkeit auch rechtlich den Charakter eines gemeinnützigen Wohnungsunternehmens. Die Gemeinnützigkeit prägte die weitere Entwicklung der Genossenschaft über Jahrzehnte.

Zeit des Nationalsozialismus und Namensänderung

Im Jahr 1942 wurde der bisherige Spar- und Bauverein in Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eGmbH umbenannt.

Die Namensänderung fiel in die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Die Genossenschaft war damit Teil der tiefgreifenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen dieser Jahre.

Die Kriegsjahre und die unmittelbaren Folgen des Zweiten Weltkriegs führten zu erheblichen Belastungen des Wohnungsbestandes. Zahlreiche Gebäude im Ruhrgebiet wurden durch Bombenangriffe beschädigt oder zerstört. Gleichzeitig erschwerten Materialmangel und die wirtschaftlichen Folgen des Krieges die Instandsetzung und den Neubau.

Wiederaufbau nach 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand die Wohnungswirtschaft vor einer doppelten Aufgabe: Einerseits mussten die vorhandenen Wohnungen instand gesetzt werden, andererseits musste angesichts der großen Wohnungsnot zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

Auch der Bestand der Wohnstättengenossenschaft war von Kriegsschäden betroffen. In anderen übernommenen beziehungsweise zum genossenschaftlichen Bestand gehörenden Siedlungen mussten beschädigte Gebäude wiederhergestellt werden. Der Wiederaufbau zog sich teilweise über mehrere Jahre hin.[5]

Die Nachkriegszeit leitete zugleich eine neue Phase des Wohnungsbaus ein. Der Schwerpunkt verlagerte sich zunehmend von der kleinteiligen Arbeitersiedlung hin zu größeren Wohnanlagen und zeitgemäßen Wohnungen.

Einführung der Vertreterversammlung

1964 wurde die Vertreterversammlung als Organ der Genossenschaft eingeführt.

Damit wurde die demokratische Mitwirkung der Mitglieder innerhalb der wachsenden Genossenschaft neu organisiert. Die Vertreterversammlung übernahm wesentliche Aufgaben der genossenschaftlichen Willensbildung.

Das Prinzip der Mitgliederbeteiligung blieb damit auch bei zunehmender Größe erhalten. Die Genossenschaft entwickelte sich von einem kleinen Zusammenschluss von Sparern zu einem größeren Wohnungsunternehmen, ohne den Grundgedanken der Selbstverwaltung aufzugeben.

Entwicklung zur modernen Wohnungsgenossenschaft

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderten sich die Anforderungen an den Wohnungsbestand grundlegend. Neben der Schaffung von Wohnraum rückten die Modernisierung bestehender Gebäude, die Verbesserung der Wohnqualität und die Anpassung an veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse in den Mittelpunkt.

Die Genossenschaft entwickelte sich zunehmend zu einem professionellen Wohnungsunternehmen, blieb dabei aber ihrer genossenschaftlichen Organisationsform verpflichtet.

Die Grundidee wurde später im Leitbild der Genossenschaft ausdrücklich zusammengefasst. Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung werden darin als zentrale Pfeiler der Gemeinschaft bezeichnet.[6]

Professionalisierung und Qualitätsmanagement

Ein weiterer Schritt zur Modernisierung war die Einführung eines systematischen Qualitätsmanagements. 2005 wurde die Genossenschaft nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.

Damit wurde die Entwicklung vom klassischen Bauverein zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen auch organisatorisch nachvollzogen.

Nachbarschaftstreff „unter uns“

2006 eröffnete die Genossenschaft den Nachbarschaftstreff „unter uns“.

Damit erweiterte sich das Verständnis der Wohnungsversorgung über die reine Bereitstellung von Wohnraum hinaus. Nachbarschaft, Begegnung und soziale Kontakte wurden stärker als Bestandteile eines funktionierenden Wohnumfeldes verstanden.

Miet-Einfamilienhäuser und barrierefreies Wohnen

2007 entstanden die ersten Miet-Einfamilienreihenhäuser der Genossenschaft.

Ein Jahr später, 2008, wurde die erste barrierefreie Wohnanlage fertiggestellt.

Damit reagierte die Genossenschaft auf unterschiedliche Wohnbedürfnisse und die zunehmende Bedeutung des altersgerechten und barrierefreien Wohnens.

Gästewohnung

2013 richtete die Genossenschaft ihre erste Gästewohnung ein.

Das Angebot ergänzte die klassischen Leistungen der Wohnungsvermietung und sollte Mitgliedern zusätzliche Möglichkeiten für Besuche und zeitweilige Unterbringung bieten.

Namensänderung 2017

Ein bedeutender Einschnitt in der Außendarstellung erfolgte 2017. Aus der Gemeinnützigen Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eG wurde die Wohnstätten Wanne-Eickel eG. Die Umbenennung stand im Zusammenhang mit einer grundlegenden Überarbeitung von Erscheinungsbild und Selbstverständnis. Hintergrund war unter anderem, dass die Bezeichnung „gemeinnützig“ seit der Abschaffung des steuerlichen Gemeinnützigkeitsrechts für Wohnungsunternehmen im Jahr 1990 nicht mehr den rechtlichen Status eines Unternehmens beschrieb. Zugleich sollte der neue Name unmittelbar auf die Tätigkeit als Wohnungsanbieter hinweisen.Wohnungswirtschaft heute: Die Werte bleiben, der Name ändert sich: Wohnstätten Wanne-Eickel eG.

Die traditionellen genossenschaftlichen Werte sollten dagegen ausdrücklich erhalten bleiben.

Soziale Ausrichtung

Die Wohnstätten Wanne-Eickel eG versteht sich weiterhin als Genossenschaft, deren Zweck in der guten, sicheren und sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung ihrer Mitglieder liegt.[7]

Dabei steht nicht allein die einzelne Wohnung im Mittelpunkt. Das genossenschaftliche Modell verbindet Wohnen mit Mitgliedschaft, Mitbestimmung und gemeinschaftlicher Verantwortung.

Die Mitglieder wählen die Vertreterversammlung. Diese wählt den Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht. Der Vorstand führt die Geschäfte der Genossenschaft. Die Vertreterversammlung wird für jeweils fünf Jahre gewählt; die Amtszeit des Aufsichtsrates beträgt drei Jahre.Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Organisation.

Ambulant betreute Seniorenwohngemeinschaft

Mit der Eröffnung der ersten ambulant betreuten Seniorenwohngemeinschaft im Jahr 2020 setzte die Genossenschaft einen weiteren Schwerpunkt im Bereich des altersgerechten Wohnens.

Das Projekt steht beispielhaft für den Wandel der Anforderungen an die Wohnungswirtschaft. Angesichts einer alternden Bevölkerung werden Wohnformen wichtiger, die selbstständiges Wohnen, Gemeinschaft und erforderliche Unterstützung miteinander verbinden.

Neubau und Modernisierung im 21. Jahrhundert

Im 21. Jahrhundert entwickelte sich die Wohnstätten Wanne-Eickel eG zunehmend von einer klassischen Wohnungsbaugenossenschaft zu einem breit aufgestellten Wohnungsunternehmen, das neben der Bewirtschaftung des historischen Bestandes auch Neubau, Ankauf, Modernisierung und energetische Erneuerung betreibt.

Zum Bestand gehören Wohnungen und Einfamilienhäuser in Wanne-Eickel und Herne. Neben dem Ankauf vorhandener Gebäude errichtet die Genossenschaft auch neue Wohnungen.[8]

Ein Schwerpunkt der jüngeren Jahre liegt auf der energetischen Modernisierung. Ein Beispiel ist die Modernisierung des Wohnparks an der Glockenstraße, die als eines der größeren Neubau- und Entwicklungsprojekte in der jüngeren Geschichte der Genossenschaft bezeichnet wird.

Auch die Modernisierung der Wohnhäuser Semlerstraße 7 und 9 steht für die aktuelle Strategie, vorhandene Wohnquartiere nachhaltig weiterzuentwickeln.

Dabei spielen energetische Verbesserungen, die langfristige Sicherung der Gebäude und die Aufwertung des Wohnumfeldes eine zunehmende Rolle.

125-jähriges Bestehen

Am 11. August 2026 feierte die Wohnstätten Wanne-Eickel eG ihr 125-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wurde unter das Motto „125 Jahre gemeinsam. 125 Jahre Zuhause.“ gestellt.

Die Genossenschaft blickte dabei nicht nur auf ihre Geschichte zurück, sondern verband das Jubiläum mit Maßnahmen für die Zukunft. Unter anderem wurde die Pflanzung von 125 Bäumen angekündigt. Die Aktion soll die langfristige Verantwortung der Genossenschaft für ihre Quartiere und deren Umwelt symbolisieren.

Das Jubiläum verdeutlichte zugleich die Kontinuität des genossenschaftlichen Gedankens: Aus dem 1901 gegründeten Spar- und Bauverein Wanne entwickelte sich innerhalb von 125 Jahren ein modernes Wohnungsunternehmen, dessen Tätigkeit weiterhin auf die gemeinschaftliche Wohnversorgung seiner Mitglieder ausgerichtet ist.

Bedeutung für die Stadtentwicklung

Die Geschichte der Wohnstätten Wanne-Eickel eG ist eng mit der Entwicklung von Wanne und Eickel vom ländlich geprägten Raum zu einem bedeutenden Industriestandort verbunden.

Der Spar- und Bauverein war dabei neben den Bergbauunternehmen und anderen Wohnungsbaugesellschaften einer der Akteure, die auf die Wohnungsnot infolge der Industrialisierung reagierten. Seine Tätigkeit trug zur Entstehung zusammenhängender Wohnquartiere bei und beeinflusste damit auch die städtebauliche Entwicklung.

Von besonderer Bedeutung ist dabei der Wandel der Aufgaben: Während die Gründung um 1901 vor allem durch die Notwendigkeit bestimmt war, überhaupt ausreichenden Wohnraum für die stark wachsende Arbeiterschaft zu schaffen, stehen heute Themen wie energetische Sanierung, Barrierefreiheit, altersgerechtes Wohnen, soziale Nachbarschaften, Nachhaltigkeit und Wohnqualität im Mittelpunkt.

Die historische Kontinuität liegt dabei im genossenschaftlichen Prinzip. Die Wohnungen werden nicht ausschließlich als Immobilien betrachtet, sondern als langfristig zu bewirtschaftender Lebensraum für die Mitglieder.

Organisation

Die Wohnstätten Wanne-Eickel eG ist eine eingetragene Genossenschaft. Ihr Sitz befindet sich in der Stöckstraße 22 in Herne-Wanne. Sie ist im Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Bochum unter GnR 253 eingetragen.[9]

Die Genossenschaft ist Mitglied im Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen e. V.

Im Jahr 2026 bestand der Vorstand aus Tatjana Schmutzler und Andreas Berger. Vorsitzende des Aufsichtsrates war Ingrid Meiswinkel-Koch.

Entwicklung im Überblick

Jahr Ereignis
1901 Gründung als Spar- und Bauverein Wanne (11. August); Eintragung ins Genossenschaftsregister (24. September)
1912 Zusammenschluss mit dem Spar- und Bauverein Eickel
1932 Anerkennung der Gemeinnützigkeit
1942 Umbenennung in Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eGmbH
1964 Einführung der Vertreterversammlung
2005 Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000
2006 Eröffnung des Nachbarschaftstreffs „unter uns“
2007 Bau der ersten Miet-Einfamilienreihenhäuser
2008 Fertigstellung der ersten barrierefreien Wohnanlage
2013 Einrichtung der ersten Gästewohnung
2017 Umbenennung in Wohnstätten Wanne-Eickel eG
2020 Eröffnung der ersten ambulant betreuten Seniorenwohngemeinschaft
2026 125-jähriges Bestehen

Gebäude (Auswahl)

Historisch mit den Wohnstätten verbundene Siedlungen und Straßen

Straße / Siedlung Zeitraum Zusammenhang Historische Bedeutung Quelle
Auf dem Hörstchen ab 1912 Spar- und Bauverein Wanne/Eickel Nach der Vereinigung von Spar- und Bauverein Wanne und Spar- und Bauverein Eickel wurde das Gebiet vollständig entwickelt. [10]
Vereinsstraße ab frühem 20. Jahrhundert Spar- und Bauverein Wanne Historischer Siedlungsbestand; die Straße gehörte zur Entwicklung des Bereichs westlich des Stadtgartens. [10]
Hammerschmidtstraße frühes 20. Jahrhundert / Neubau 2016 Spar- und Bauverein Wanne bzw. Wohnstätten Historischer Siedlungsstandort und späteres Neubauprojekt „Wohnen am Stadtgarten“. [10][11]
Schubertstraße frühes 20. Jahrhundert Spar- und Bauverein Wanne Bestandteil der frühen Bautätigkeit der Genossenschaft. [10]
Rudolfstraße / Albertstraße frühes 20. Jahrhundert Spar- und Bauverein Wanne In den historischen Bauplänen und Unterlagen der Genossenschaft genannt. [10]
Johannesstraße frühes 20. Jahrhundert Spar- und Bauverein Wanne Historischer Siedlungsbereich der Genossenschaft. [10]
Wilhelmstraße frühes 20. Jahrhundert Spar- und Bauverein Wanne In historischen Unterlagen zur Entwicklung des Genossenschaftsbestandes genannt. [10]
Hedwigstraße frühes 20. Jahrhundert Spar- und Bauverein Wanne Historischer Bau- und Siedlungsbereich. [10]

Gebäude (Auswahl 2026)

Straße Hausnummer Stadtteil Baujahr / Errichtung Wohnungen Bezeichnung / Projekt Bemerkungen Quelle
Auf dem Hörstchen 3 Wanne 1912–1914 Historischer Bestand Teil der frühen Bautätigkeit nach der Vereinigung mit dem Spar- und Bauverein Eickel [10]
Dahlhauser Straße 65 Röhlinghausen 2012 7 Neubau Neubau mit moderner Architektur; Fertigstellung Dezember 2012 [12]
Eickeler Bruch 48 Eickel Wohnungsbestand Aktuell als Wohnadresse der Genossenschaft nachweisbar [13]
Eickeler Straße 48–50 Eickel 2015 18 Neubau Neubau mit Balkonen und Terrassen; zwei Penthäuser [14]
Fritz-Reuter-Straße 11 Röhlinghausen 2014–2020 Albert-Schweitzer-Carré Bestandteil des größten Neubauprojekts der Genossenschaft [15]
Fritz-Reuter-Straße 31 Röhlinghausen 2014–2020 Albert-Schweitzer-Carré Bestandteil des Wohnquartiers; Stadt Herne nennt Fritz-Reuter-Straße 31 als Adresse der Anlage [16]
Fritz-Reuter-Straße 35 Röhlinghausen 2014–2020 Albert-Schweitzer-Carré Bestandteil des Neubauprojekts [15]
Gelsenkircher Straße 78 Wanne Wohnungsbestand Aktuell als Wohnadresse der Genossenschaft nachweisbar [17]
Glockenstraße 12 Herne-Mitte vor 2017 Wohnpark Glockenstraße Zusammen mit Glockenstraße 14 und Hermann-Löns-Straße 19; 2017 in den Bestand übernommen; 2021–2024 umfassend energetisch modernisiert [18]
Glockenstraße 14 Herne-Mitte vor 2017 Wohnpark Glockenstraße 2017 in den Bestand übernommen; umfassende energetische Modernisierung 2021–2024 [19]
Hammerschmidtstraße 5–7 Wanne 2016 Wohnen am Stadtgarten Neubauprojekt; Fertigstellung Mai 2016 [20]
Hermann-Löns-Straße 19 Herne-Mitte vor 2017 Wohnpark Glockenstraße Bestandteil des 2017 übernommenen Bestandes; Modernisierung 2021–2024 [21]
Horststraße 77 Wanne Wohnungsbestand Aktuell als Wohnadresse der Genossenschaft nachweisbar [22]
Johannesstraße 34 Wanne Wohnungsbestand Aktuell als Wohnadresse der Genossenschaft nachweisbar [23]
Parkstraße 3 Wanne Wohnungsbestand Aktuell als Wohnadresse der Genossenschaft nachweisbar [24]
Rudolfstraße 4 Wanne Wohnungsbestand Aktuell als Wohnadresse der Genossenschaft nachweisbar [25]
Semlerstraße 7 Wanne Modernisierungsobjekt Zusammen mit Nr. 9 als aktuelles Modernisierungsprojekt genannt [26]
Semlerstraße 9 Wanne Modernisierungsobjekt Zusammen mit Nr. 7 als aktuelles Modernisierungsprojekt genannt [27]
Stöckstraße 22 Wanne Geschäftsstelle Sitz der Wohnstätten Wanne-Eickel eG; kein Wohngebäude im eigentlichen Sinn [28]
Stöckstraße 104 Wanne Wohnungsbestand Aktuell als Wohnadresse der Genossenschaft nachweisbar [29]
Vereinsstraße 5–7 Wanne 2018 Wohnen am Stadtgarten Neubauprojekt; Fertigstellung August 2018 [30]

Literatur und Quellen

  • Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Satzung, Leitbild und Historie.
  • Wohnstätten Wanne-Eickel eG: 125 Jahre Wohnstätten Wanne-Eickel eG, 2026.
  • Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Leitbild, 2016.
  • Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Unser Bestand.
  • Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Organisation.
  • Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eG: 100 Jahre. Momente, Dialoge, Geschichten, Herne 2001.
  • Christian Pirke: Zechenlandschaft Hannover-Hannibal-Königsgrube, Dissertation, Göttingen 2007.
  • Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt: Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997.

Weblinks

Verwandte Artikel

Einzelnachweise

  1. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Satzung, Leitbild und Historie, wohnstaetten.de, abgerufen am 6. September 2026.
  2. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: 125 Jahre Wohnstätten Wanne-Eickel eG, 11. August 2026, wohnstaetten.de.
  3. OpenRegister: Wohnstätten Wanne-Eickel eG, Genossenschaftsregister GnR 253, Amtsgericht Bochum.
  4. LWL: Arbeitersiedlung in Herne-Wanne, Kolonie IV der Zeche Pluto, Hüttenstraße, Internet-Portal Westfälische Geschichte.
  5. Pirke, Christian: Zechenlandschaft Hannover-Hannibal-Königsgrube, Dissertation, Göttingen 2007.
  6. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Leitbild, 2016.
  7. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Über uns.
  8. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Unser Bestand.
  9. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Impressum.
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 10,5 10,6 10,7 10,8 Wohnstätten Wanne-Eickel eG: 125 Jahre Wohnstätten Wanne-Eickel eG.
  11. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Neubauprojekte.
  12. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Dahlhauser Straße 65.
  13. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Wohnungen.
  14. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Eickeler Straße 48–50.
  15. 15,0 15,1 Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Fertigstellung Albert-Schweitzer-Carré.
  16. Stadt Herne: Albert-Schweitzer-Carré.
  17. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Wohnungen.
  18. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Energetische Erneuerung Wohnpark Glockenstraße.
  19. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Hoffest Glockenstraße.
  20. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Neubauprojekte.
  21. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Hoffest Glockenstraße.
  22. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Wohnungen.
  23. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Wohnungen.
  24. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Wohnungen.
  25. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Wohnungen.
  26. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Unser Bestand.
  27. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Unser Bestand.
  28. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Impressum.
  29. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Wohnungen.
  30. Wohnstätten Wanne-Eickel eG: Neubauprojekte.
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