Otto Zahn (1852-1905) Amtsbaumeister

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Friedrich August Otto Zahn (* 22. April 1852 in Eupen, Kreis Eupen; † 5. Juni 1905 in Wanne) war ein deutscher Techniker und Baumeister. Er wirkte als erster fest angestellter Amtsbaumeister des Amtes Wanne und prägte in der Zeit des starken Wachstums der Gemeinden Wanne und Umgebung die kommunale Bauentwicklung. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich im Feuerwehrwesen und war seit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wanne deren erster Chef.

Otto Zahn
Otto Zahn
BaumeisterAmtsbaumeister
Geboren22. April 1852
in Eupen
✝️
Gestorben5. Juni 1905
in Wanne
🏠
Letzte AdresseStöckstraße 9

Leben und Familie

Friedrich August Otto Zahn wurde am 22. April 1852 in Eupen geboren. Sein Vater war der Förster Heinrich Ludwig Zahn, seine Mutter Elisabeth Juliane Rosendahl.

Am 5. August 1882 heiratete er in Hemer Wilhelmine Botzem (* 26. August 1853 in Niederhemer † 27. August 1939 in Wanne-Eickel), Tochter des Wirkfärbers Philipp Botzem und seiner Ehefrau Caroline Borggräfe genannt Burris.

Aus der Ehe gingen Kinder hervor. Die Familie Zahn gehörte über Jahrzehnte zum gesellschaftlichen Leben in Wanne.

Tätigkeit als Amtsbaumeister in Wanne

Sein wichtigstes Werk: Das Rathaus in Wanne.

Im Zuge der kommunalen Entwicklung des Amtes Wanne wurde Otto Zahn 1893 zum Amtsbaumeister berufen. Zuvor war er als Techniker in Sundwig tätig.

Eine amtliche Bekanntmachung vom 21. September 1893 vermeldet:
Der Techniker Otto Zahn aus Sundwig ist von der Amtsversammlung zu Wanne zum Baumeister des Amtes Wanne gewählt, von mir bestätigt und vereidigt worden. Bekanntmachung des Königlichen Landrats Dr. Hammerschmidt, Gelsenkirchen, 21. September 1893

Die endgültige Anstellung als Amtsbaumeister erfolgte im Oktober 1894:
Der bisherige provisorische Amtsbaumeister Zahn zu Wanne ist als Amtsbaumeister des Amtes Wanne definitiv angestellt und von mir bestätigt worden. Vorsitzender des Kreisausschusses, Landrat Dr. Hammerschmidt, 4. Oktober 1894

In seine Amtszeit fiel eine Phase starken Bevölkerungswachstums und intensiver Bautätigkeit im Raum Wanne. Als Amtsbaumeister war Zahn mit der Planung, Betreuung und Überwachung kommunaler Bauaufgaben betraut.

Sein wichtigstes Werk wurde das Wanner Amtshaus, dessen Fertigstellung er noch erleben durfte.

Engagement bei der Feuerwehr Wanne

Neben seiner Tätigkeit als Baubeamter spielte Otto Zahn eine wichtige Rolle beim Aufbau des organisierten Feuerwehrwesens in Wanne. Schon in Sudwig war er Mitgründer einer freiwilligen Feuerwehr.

Seit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wanne im Jahr 1896 war er deren erster Chef. Unter seiner Leitung wurde eine leistungsfähige Feuerwehr aufgebaut und ausgebildet.

Nach seinem Tod würdigte der Vorstand der Feuerwehr seine Verdienste:

Seit Gründung der Wehr im Jahre 1896 war der Verstorbene ihr I. Chef, und keine Mühe und Arbeit hat er gescheut, um eine gut geschulte Feuerwehr heranzubilden. [1]

Sein Wahlspruch:

Alle für Einen und Einer für Alle

wurde von den Feuerwehrkameraden als Ausdruck seines Verantwortungsbewusstseins und seiner Kameradschaft hervorgehoben.

Tod

Otto Zahn starb am 5. Juni 1905 in Wanne im Alter von nur 53 Jahren. Nach Angaben der Feuerwehr erlag er den Folgen eines Unfalls, den er sich während seiner beruflichen Tätigkeit als Amtsbaumeister zugezogen hatte. Nach längerer schwerer Erkrankung verstarb er an den Folgen dieser Verletzungen.

Die Freiwillige Feuerwehr Wanne rief ihre Mitglieder zur Teilnahme an der Beerdigung auf und bewahrte ihrem ersten Chef ein ehrendes Andenken.

Ehefrau Wilhelmine Zahn

Wilhelmine Zahn 1933

Auch seine Ehefrau Wilhelmine Zahn blieb nach seinem Tod eine bekannte Persönlichkeit in Wanne. Sie engagierte sich besonders im sozialen Bereich.

Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen des Ortsausschusses Wanne des Vaterländischen Frauenvereins, dem sie seit dessen Gründung im Jahr 1897 angehörte. 1926 wurde sie zweite Vorsitzende, 1928 Ehrenmitglied. Während des Ersten Weltkrieges erhielt sie für ihre Verdienste die Rote Kreuzmedaille.

Anlässlich ihres 80. Geburtstages am 26. August 1933 wurde ihr soziales Wirken in der lokalen Presse gewürdigt.

Sie starb am 27. August 1939 in Wanne-Eickel.

Bedeutung

Otto Zahn gehört zu den frühen kommunalen Führungspersönlichkeiten des Amtes Wanne. Als erster Amtsbaumeister und erster Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Wanne verband er technische Fachkenntnis mit öffentlichem Engagement. Seine Arbeit fällt in die entscheidende Entwicklungsphase Wannes vom ländlich geprägten Amtsbezirk zu einer durch Bergbau, Industrie und Bevölkerungswachstum geprägten Stadtregion.

Literatur und Quellen

  • Standesamt Wanne I, Sterbeeintrag Friedrich August Otto Zahn, 5. Juni 1905.
  • Heiratsregister Hemer, 5. August 1882.
  • Bekanntmachung des Königlichen Landrats Dr. Hammerschmidt zur Ernennung Otto Zahns zum Amtsbaumeister, 21. September 1893.
  • Bekanntmachung über die definitive Anstellung als Amtsbaumeister, 4. Oktober 1894.
  • Nachruf der Freiwilligen Feuerwehr Wanne, Juni 1905.
  • Pressebericht zum 80. Geburtstag von Wilhelmine Zahn, 26. August 1933.
  • Zeitpunkt.nrw: historische Zeitungen, Suchbegriff „Otto Zahn“.
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Einzelnachweise

  1. Nachruf der Freiwilligen Feuerwehr Wanne, 1905