Ludger Plümpe (1958) Dechant

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Ludger Pümpe
Ludger Pümpe
PriesterDechant
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Geboren5. November 1958
in Dortmund

Ludger Plümpe (* 5. November 1958 in Dortmund) ist ein deutscher römisch-katholischer Priester des Erzbistum Paderborn. Seit 1992 ist er als Pfarrer in Herne tätig. Zunächst leitete er die Pfarrei Herz Jesu in Herne-Süd und den späteren Pastoralverbund Herne-Süd. Seit 2015 wirkt er in Wanne-Eickel. Dort war er zunächst Pfarrer der St.-Laurentius-Gemeinde und Leiter des entstehenden Pastoralen Raumes Wanne-Eickel. Seit der Errichtung der Großpfarrei St. Christophorus Wanne-Eickel zum 1. Januar 2019 ist er deren leitender Pfarrer.

Von 2021 bis Ende November 2026 war Plümpe Dechant des Dekanats Emschertal. Mit der Neuordnung der pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn wird das Dekanat Emschertal Ende November 2026 aufgelöst. Damit endet zugleich seine Tätigkeit als Dechant.[1]

Leben und Ausbildung

Ludger Plümpe wurde am 5. November 1958 in Dortmund geboren. Er besuchte das Adalbert-Stifter-Gymnasium in [2]

Die Verbindung zur katholischen Kirche in Castrop-Rauxel bestand bereits über seine Familie. Ein Onkel Plümpes war als Pfarrer an der St.-Josef-Kirche in Habinghorst tätig. Die Tätigkeit des Onkels an St. Josef prägte damit das kirchliche Umfeld, aus dem Plümpe stammte.

Nach dem Studium der katholischen Theologie und der Vorbereitung auf den priesterlichen Dienst empfing Ludger Plümpe am 25. Mai 1985 im Paderborner Dom durch Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt die Priesterweihe.[3]

Erste seelsorgliche Tätigkeiten

Nach seiner Priesterweihe begann Plümpe seinen Dienst als Vikar im Erzbistum Paderborn.

Vikar in Brilon-Wülfte

Seine erste Vikarstelle führte ihn nach Brilon-Wülfte. Dort sammelte er seine ersten praktischen Erfahrungen in der Gemeindeseelsorge.

Die Tätigkeit in Wülfte war zugleich die erste Station seiner priesterlichen Tätigkeit nach der Priesterweihe. Nach seiner Zeit dort wechselte er in den Raum Altenbeken.

Vikar in Buke

Seine zweite und zugleich letzte Vikarstelle übernahm Plümpe in Buke, heute ein Ortsteil der Gemeinde Altenbeken. Dort war er als Vikar in der örtlichen katholischen Seelsorge tätig.

Dass Plümpe vor seinem späteren Wechsel nach Herne in Buke tätig gewesen war, wird auch in einer örtlichen Rückschau aus dem Jahr 2007 ausdrücklich erwähnt. In einem Bericht über die Einführung des neuen Pastors Frank Schäffer wird Plümpe als dessen damaliger Kollege im Pastoralverbund Herne-Süd und als „früher [in] Buke“ bezeichnet.[4]

Die Tätigkeit in Buke war die letzte Vikarstelle Plümpes. Anschließend wechselte er in die hauptamtliche Pfarrseelsorge und kam 1992 nach Herne.

Pfarrer in Herne-Süd

Zum 4. Oktober 1992 übernahm Plümpe die Leitung der Herz-Jesu-Gemeinde in Herne-Süd. Er folgte damit auf Pfarrer Alfons Vogt, der die Gemeinde seit 1961 geleitet hatte.

Damit begann eine mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Tätigkeit Plümpes in Herne-Süd. Neben Herz Jesu gehörte insbesondere die Gemeinde St. Konrad von Parzham zu seinem pastoralen Verantwortungsbereich.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Zusammenarbeit der katholischen Gemeinden im Herner Süden zu einem Pastoralverbund Herne-Süd. Plümpe übernahm die Leitung dieses Pastoralen Verbundes und blieb auch nach seiner späteren Versetzung nach Wanne-Eickel mit dessen Entwicklung verbunden.

Wechsel nach Wanne-Eickel

Im Jahr 2015 wechselte Plümpe von Herne-Süd nach Wanne-Eickel. Zum 1. Juni 2015 wurde er zum Pfarrer der St.-Laurentius-Gemeinde in Wanne ernannt. Gleichzeitig übernahm er Aufgaben im entstehenden Pastoralen Raum Wanne-Eickel.[5]

Der Wechsel fiel in eine Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen innerhalb des Erzbistums Paderborn. Die bisherigen selbstständigen Pfarreien sollten in größeren pastoralen Räumen enger zusammenarbeiten und ihre personellen und finanziellen Ressourcen bündeln.

Pfarrei St. Christophorus Wanne-Eickel

Zum 1. Januar 2019 wurde aus den bisher selbstständigen katholischen Gemeinden in Wanne-Eickel die neue Pfarrei St. Christophorus Wanne-Eickel errichtet. Ludger Plümpe wurde zum Pfarrer der neuen Pfarrei ernannt.[6]

Die neue Pfarrei entstand aus dem Zusammenschluss von neun bisherigen Gemeinden. Damit wurde eine Entwicklung abgeschlossen, die bereits Jahre zuvor mit der Bildung des Pastoralen Raumes Wanne-Eickel begonnen hatte.

Die Gründung wurde am 27. Januar 2019 mit einem Gottesdienst im Sportpark Eickel gefeiert. Plümpe übernahm als leitender Pfarrer die Verantwortung für die neue Pfarrei.

Pastorale Arbeit und Strukturwandel

Plümpes Amtszeit in Wanne-Eickel ist wesentlich durch den Strukturwandel der katholischen Kirche geprägt. Der Rückgang der Zahl der Kirchenmitglieder, weniger hauptamtliches Personal, rückläufige Gottesdienstbesuche und die hohen Kosten für die Unterhaltung der zahlreichen Kirchengebäude führten zu einer grundlegenden Neuordnung des kirchlichen Lebens.

Während der COVID-19-Pandemie wurden unter seiner Leitung alternative Formen der Gottesdienstfeier entwickelt. So fanden am Heiligen Abend 2020 an neun Orten in Wanne-Eickel Gottesdienste unter freiem Himmel statt.

In den folgenden Jahren rückte insbesondere die Zukunft des umfangreichen kirchlichen Gebäudebestandes in den Mittelpunkt. Die Pfarrei St. Christophorus verfügte über neun Kirchen und zahlreiche weitere kirchliche Gebäude. Aufgrund der finanziellen Belastungen wurde ein Immobilienkonzept erarbeitet.

Am 4. März 2024 wurde die erste Immobilienvereinbarung eines Pastoralen Raumes im Erzbistum Paderborn unterzeichnet. Der mehr als ein Jahr dauernde Beratungsprozess bezog insgesamt 28 Gebäude ein.[7]

Die damit verbundenen Veränderungen führten auch zur Aufgabe beziehungsweise Umnutzung einzelner Kirchenstandorte. Die Neuordnung war innerhalb der betroffenen Gemeinden teilweise Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Dechant des Dekanats Emschertal

Am 1. Juli 2021 übernahm Ludger Plümpe zusätzlich das Amt des Dechanten des Dekanats Emschertal. Er wurde nach der Wahl im Dekanat vom Erzbistum Paderborn für dieses Amt eingesetzt.[8]

Das Dekanat Emschertal bildete die mittlere kirchliche Ebene zwischen den Pastoralen Räumen in Herne, Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel und dem Erzbistum Paderborn. Zu seinen Aufgaben gehörten insbesondere die Vernetzung der Pastoralen Räume, die Unterstützung der haupt- und ehrenamtlich Tätigen sowie die Verbindung zur diözesanen Ebene.[9]

In Plümpes Amtszeit als Dechant fiel damit eine weitere Phase tiefgreifender Veränderungen der kirchlichen Strukturen. Neben der Neuordnung der einzelnen Pfarreien wurde auf Ebene des Erzbistums Paderborn eine grundlegende Neustrukturierung der bisherigen Dekanats- und Pastoralstrukturen vorbereitet.

Seine Amtszeit als Dechant wurde 2026 zunächst bis zum 28. November 2026 verlängert.[10]

Auflösung des Dekanats Emschertal

Das Ende der Tätigkeit Plümpes als Dechant steht unmittelbar mit der Neuordnung des Erzbistums Paderborn in Zusammenhang. Das Erzbistum errichtet neue Seelsorgeräume und löst in diesem Zusammenhang die bisherigen Dekanate auf. Zu den ausdrücklich zur Auflösung vorgesehenen Dekanaten gehört auch das Dekanat Emschertal.[11]

Mit der Errichtung der neuen Seelsorgeräume erlöschen nach der diözesanen Regelung auch die Ämter der Dechanten und stellvertretenden Dechanten.[12]

Für das Dekanat Emschertal bedeutet dies das Ende einer jahrzehntelang bestehenden kirchlichen Verwaltungsebene. Die bisherige Zusammenarbeit der vier Pastoralen Räume in Herne, Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel wird in die neue Struktur der Seelsorge überführt.

Zum 28. November 2026 endet damit auch die Amtszeit Ludger Plümpes als Dechant. Die bisherige Funktion des Dekanats wird anschließend durch die neue Struktur des Seelsorgeraums ersetzt. Die Homepage des bisherigen Dekanats weist bereits auf den Übergang zum neuen „Seelsorgeraum Emschertal“ hin; als dessen Leiter wird Pfarrer Dr. Nils Petrat genannt.[13]

Bedeutung für die Kirchengeschichte von Herne und Wanne-Eickel

Ludger Plümpe gehört zu den Priestern, deren Wirken über mehr als drei Jahrzehnte eng mit der katholischen Kirchengeschichte Hernes verbunden ist. Nach seinen beiden Vikarstellen in Brilon-Wülfte und Buke begann 1992 mit der Übernahme der Herz-Jesu-Pfarrei in Herne-Süd seine langjährige Tätigkeit in der Stadt.

Seine Herner Amtszeit umfasst mehrere Phasen des strukturellen Wandels: von der klassischen territorialen Pfarrgemeinde über die Bildung von Pastoralverbünden und Pastoralen Räumen bis zur Zusammenlegung mehrerer Gemeinden zu größeren Pfarreien.

Besonders prägend war seine Tätigkeit beim Übergang von den selbstständigen Gemeinden in Wanne-Eickel zur Pfarrei St. Christophorus. Als leitender Pfarrer war Plümpe anschließend mit der Aufgabe konfrontiert, die neue Pfarrei organisatorisch und pastoral zu konsolidieren und zugleich auf die veränderten finanziellen und personellen Rahmenbedingungen zu reagieren.

Mit seiner Tätigkeit als Dechant des Dekanats Emschertal wirkte Plümpe schließlich über die Grenzen der eigenen Pfarrei hinaus. Sein Ausscheiden aus dem Amt Ende November 2026 fällt mit dem Ende des bisherigen Dekanats Emschertal zusammen und markiert damit zugleich einen Einschnitt in der kirchlichen Verwaltungs- und Seelsorgestruktur der Region.

Literatur und Quellen

  • Erzbistum Paderborn: Kirchliches Amtsblatt, insbesondere Jahrgang 2015, Stück 9, Jahrgang 2019, Stück 3 und Jahrgang 2026, Stück 9.
  • Erzbistum Paderborn: Neue Dechanten legen Amtseid ab, 30. Juni 2021.
  • Erzbistum Paderborn: Erste Immobilienvereinbarung unter Dach und Fach, 5. März 2024.
  • Erzbistum Paderborn: Die Liebe Gottes aus eigener Erfahrung weitergeben, 26. Mai 2025.
  • Pfarrei St. Christophorus Wanne-Eickel: Im WANdel, verschiedene Ausgaben.
  • Gemeinde Schwaney: Pastor in Schwaney eingeführt, 29. Juli 2007.
  • Adalbert-Stifter-Gymnasium Castrop-Rauxel: Ehemalige 1971–1990.
  • Dekanat Emschertal: Das Dekanat.
  • Erzbistum Paderborn: Errichtungs- und Übergangsgesetz (EÜG).

Verwandte Artikel

Quellen

  1. ↑ Erzbistum Paderborn: Kirchliches Amtsblatt 2026, Stück 9, Personalnachrichten: „Plümpe, Ludger, Pfarrer im Pastoralen Raum Wanne-Eickel, Verlängerung der Amtszeit als Dechant für das Dekanat Emschertal bis zum 28. November 2026“.
  2. ↑ Adalbert-Stifter-Gymnasium Castrop-Rauxel: Ehemalige 1971–1990, Jahrgangsübersichten; dort ist Ludger Plümpe als ehemaliger Schüler aufgeführt. [1]
  3. ↑ Erzbistum Paderborn: Die Liebe Gottes aus eigener Erfahrung weitergeben. Elf Priester feiern mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz ihr 40-jähriges Weihejubiläum, 26. Mai 2025.
  4. ↑ Gemeinde Schwaney: Pastor in Schwaney eingeführt, 29. Juli 2007. Der Bericht bezeichnet Ludger Plümpe als früheren Seelsorger in Buke. [2]
  5. ↑ Erzbistum Paderborn: Kirchliches Amtsblatt 2015, Stück 9, Personalnachrichten, S. 134.
  6. ↑ Erzbistum Paderborn: Kirchliches Amtsblatt 2019, Stück 3, S. 43.
  7. ↑ Erzbistum Paderborn: Erste Immobilienvereinbarung unter Dach und Fach, 5. März 2024.
  8. ↑ Erzbistum Paderborn: Neue Dechanten legen Amtseid ab, 30. Juni 2021.
  9. ↑ Dekanat Emschertal: Das Dekanat, abgerufen 2026. [3]
  10. ↑ Erzbistum Paderborn: Kirchliches Amtsblatt 2026, Stück 9, Personalnachrichten: Verlängerung der Amtszeit von Ludger Plümpe als Dechant des Dekanats Emschertal bis zum 28. November 2026. [4]
  11. ↑ Erzbistum Paderborn: Errichtungs- und Übergangsgesetz (EÜG), § 3 „Auflösung der Dekanate“. [5]
  12. ↑ Ebenda, § 3 Abs. 2.
  13. ↑ Dekanat Emschertal: Homepage, abgerufen Oktober 2026. [6]
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