Lohof (Eickel)
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Der Lohof ist eine historische Flurbezeichnung in der ehemaligen Gemarkung Eickel, Flur I („Eickel“). Das Gebiet lag im Bereich des heutigen Volksgartens Eickel und seiner Umgebung. Der Name ist seit dem 16. Jahrhundert urkundlich belegt und bezeichnete ursprünglich eine landwirtschaftlich genutzte Flur mit einem oder mehreren Höfen.
Bereits der Geometer Neimeyer, verzeichnet die Flurbezeichnung "Im Lohhofe" um 1813. Die Höfe Middeldorf, der zu den größten Höfen der Bauerschaft gehörte, Vietinghof, Balke gt. Pette, Kotten Haltern u.a.m. lagen innerhalb dieser Flur.
Namensdeutung
Der Name Lohof setzt sich aus zwei mittelhochdeutschen Begriffen zusammen:
- Loh: Gehölz, lichter Wald oder Hain
- Hof: landwirtschaftlicher Hof
Der Begriff verweist damit vermutlich auf einen Hof oder eine Hofstelle in einem bewaldeten oder von Gehölz geprägten Gelände.
Eine alternative Deutung stammt vom Eickeler Pfarrer Johannes Daniels. Nach seiner Auffassung könnte der Name an einen Ort erinnern, an dem eine heilige Lohe (Opferfeuer) unterhalten wurde. Demnach habe sich dort möglicherweise eine vorchristliche Opferstätte befunden, an der ein heidnischer Priester wohnte.
Historische Erwähnungen
Eine der frühesten bekannten urkundlichen Nennungen des Lohofs stammt aus dem Jahr 1590. In dieser Urkunde wird ein Grundstücksverkauf „im Lohofer Feld“ erwähnt.
Der Lohof gehörte zu den landwirtschaftlich genutzten Fluren der Bauerschaft Eickel. Innerhalb dieser Flur befanden sich mehrere landwirtschaftliche Nutzflächen sowie Höfe.
Der Lohdeich
Im Bereich des Lohofs befand sich auch der sogenannte Lohdeich, der an der Ecke Lohofstraße / Burgstraße lag. Dieser "Deich" verhinderte wohl den Abfluss des dort fließenden Eickeler Baches nach Osten. Später wurde diese Fläche zu einer Wiese umgewandelt, die unter der Bezeichnung „Sassenburg“ bekannt war und zum Hof Middeldorf gehörte.
Im Zuge der Erweiterung des Volksgartens Eickel wurde 1902 die Lohofstraße verlegt, um die Parkanlage zu vergrößern.
Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Lohof weiterhin landwirtschaftlich geprägt. Einen entscheidenden Wandel brachte das Jahr 1899: Der Landwirt Middeldorf bot der Gemeinde Eickel ein rund 4,45 Hektar großes Gelände im Lohof zum Kauf an, damit dort ein öffentlicher Volksgarten angelegt werden konnte.
Noch im selben Jahr begannen die Erdarbeiten für den Volksgarten Eickel, wodurch große Teile der historischen Flur umgestaltet wurden. Die Gebäude des alten Hofes Middeldorf wurden im Zuge dieser Entwicklung abgebrochen.
Mit der Anlage des Volksgartens und der fortschreitenden Bebauung verlor die historische Flurbezeichnung Lohof im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend ihre Bedeutung im alltäglichen Sprachgebrauch.[1] [2] [3] [4] [5] [6]
Literatur
- Grasreiner 1925, S. 190 - 192 u. 231.
Lesen Sie auch
- Hof Balke gt. Pette (← Links)
- Hof Vietinghof (Eickel) (← Links)
- Hof Middeldorf (Eickel) (← Links)
- Eickeler Bach (← Links)
Quellen
- ↑ Gustav Hegler: Eickel-Wanne einst und jetzt. Siegen 1903. S. 52.
- ↑ Gustav Hegler: Aus der Väter Tagen. Bilder zur Heimatkunde von Eickel-Wanne. Wanne 1911. S. 30 - 49, 68 - 110.
- ↑ Johannes Daniels: Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel. Eickel 1927.
- ↑ Günther Höfken: Zur Geschichte der Vöde. Bochum 1954.
- ↑ Zeitungsberichte aus den Jahren 1949 und 1951.
- ↑ Stadt Herne: Herne von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Band 1. Herne 1995.

