Licht-Punkt Herne

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Licht Punkt
Bild: Arnoldius 2018[1]
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Errichtet2001
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Licht-Punkt ist eine Lichtskulptur im öffentlichen Raum an der Einmündung der Vinckestraße in die Bahnhofstraße in Herne-Mitte. Das Kunstwerk wurde von den Künstlern Jürgen LIT Fischer aus Düsseldorf und Peter Brdenk aus Essen entworfen und gehört zum Lichtkunstkonzept, das im Zuge der Neugestaltung der Bahnhofstraße um die Jahrtausendwende entstand. Die Installation verbindet architektonische Elemente mit farbigem Licht und dient zugleich als künstlerischer Wegweiser im innerstädtischen Raum.[2]

Entstehung und städtebaulicher Zusammenhang

Die Bahnhofstraße entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts von einer überörtlichen Verkehrsverbindung zu einer zentralen Geschäftsstraße Hernes. Mit der Einrichtung der Fußgängerzone und der späteren umfassenden Neugestaltung erhielt sie zunehmend auch die Funktion eines innerstädtischen Aufenthalts- und Begegnungsraums.

Zwischen 1999 und 2003 wurde die Bahnhofstraße im Rahmen eines städtebaulichen Gesamtkonzepts zum Boulevard umgestaltet. Neben der Erneuerung der Oberflächen und der Möblierung gehörte dazu die künstlerische Gestaltung ausgewählter Straßenabschnitte. Vier Lichtkunstobjekte sollten die Fußgängerzone räumlich strukturieren und ihr nach Einbruch der Dunkelheit ein eigenständiges Erscheinungsbild verleihen.[3]

Das Kunstwerk „Licht-Punkt“ entstand im Jahr 2001. Es befindet sich im Bereich der Kreuzung Bahnhofstraße und Vinckestraße und markiert damit einen Übergang innerhalb des Boulevards.[4]

Gestaltung und Aufbau

Die Stelen

Die Installation besteht aus vier grauen, säulenartigen Stelen, die aus weißen Betonringen aufgebaut sind. Sie gruppieren sich um eine transparente Bodenplatte, die in den Straßenbelag eingelassen ist. Die vertikalen Elemente wirken durch ihre schlichte, geometrische Form technisch und futuristisch. Auf aufwendige dekorative Gestaltung wurde verzichtet.[5]

Die Betonringe erzeugen eine sichtbare Gliederung der Säulen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Stelen aus mehreren aufeinandergesetzten Bauteilen bestehen. Die vertikale Ausrichtung bildet einen Kontrast zur horizontalen Fläche der Fußgängerzone und lenkt die Aufmerksamkeit auf den Kreuzungsbereich.

Die zentrale Lichtfläche

Zwischen den vier Stelen befindet sich eine transparente Bodenplatte, aus deren Bereich bläulich-weißes Licht austritt. Die Lichtquelle liegt damit nicht wie bei einer herkömmlichen Straßenlaterne oberhalb der Passanten, sondern auf Bodenniveau.

Das Licht bildet einen zentralen Bezugspunkt innerhalb der Installation. Es hebt die Bodenfläche gegenüber dem umgebenden Straßenbelag hervor und verstärkt den Eindruck einer von innen heraus leuchtenden Konstruktion.

Die Verbindung von vertikalen Betonstelen und horizontaler Lichtfläche prägt die Gesamtwirkung des Kunstwerks. Das Licht erscheint als eigenständiges Gestaltungselement und nicht lediglich als Mittel zur Ausleuchtung des Straßenraums.

Die lichtführenden Acrylelemente

Am oberen Ende der vier Stelen befinden sich schlauchförmige Acrylelemente, die sich fühlerartig nach außen erstrecken. An ihren Enden sitzen farbige Lichtquellen, die in unterschiedliche Richtungen weisen.[6]

Diese Ausleger verleihen der Installation ihre charakteristische Erscheinung. Sie lösen die streng vertikale Form der Stelen auf und erweitern das Kunstwerk optisch in den umgebenden Raum. Durch die unterschiedlichen Ausrichtungen entsteht der Eindruck, dass die Installation über ihren unmittelbaren Standort hinausweist.

Die farbigen Lichtpunkte setzen sich deutlich vom bläulich-weißen Licht der Bodenplatte ab. So entsteht ein Zusammenspiel unterschiedlicher Lichtfarben und Richtungen. Die genaue technische Ausführung der ursprünglichen Lichtquellen ist in den herangezogenen Veröffentlichungen nicht näher dokumentiert.

Künstlerische Bedeutung

Der Titel „Licht-Punkt“ verweist sowohl auf den Standort als auch auf die Funktion des Kunstwerks. Die Installation bildet einen markanten Punkt im Verlauf der Bahnhofstraße und lenkt den Blick auf die räumlichen Verbindungen zwischen den angrenzenden Straßen.

Die Stadtmarketingbeschreibung charakterisiert das Werk als eine Art künstlerischen Wegweiser, der von einem zentralen Ort in verschiedene Richtungen verweist.[7] Diese Deutung wird durch die nach außen gerichteten Acrylelemente und die an ihren Enden angeordneten Lichtpunkte unterstützt.

Anders als ein gewöhnliches Verkehrsschild gibt die Installation keine konkreten Richtungsangaben. Sie arbeitet vielmehr mit einer räumlichen Geste: Die unterschiedlichen Ausrichtungen der Leuchtelemente machen den Kreuzungsbereich als Ort mehrerer möglicher Wege sichtbar.

Die technische Anmutung der Betonstelen, die transparenten Materialien und die farbigen Lichtquellen verbinden sich zu einer eigenständigen Form der Kunst im öffentlichen Raum. Das Werk ist dabei nicht vom alltäglichen Gebrauch der Fußgängerzone getrennt, sondern in deren Verkehrs- und Aufenthaltsflächen integriert.

Instandsetzung und Erhaltung

Im Laufe der Jahre wurde die Installation wiederholt durch Vandalismus beschädigt. Bereits drei Tage nach ihrer Eröffnung im Jahr 2002 wurde eine Glasplatte des Kunstwerks an der Vinckestraße zerschlagen. Weitere Beschädigungen machten eine spätere Instandsetzung erforderlich.[8]

Im Juli 2020 stellte die Stadt Herne die Wiederherstellung zweier Lichtkunstwerke an der Bahnhofstraße vor. Neben dem „Licht-Punkt“ an der Vinckestraße wurde auch das „Herner Licht-Tor“ an der Neustraße instand gesetzt.

Die Reparaturarbeiten am „Licht-Punkt“ kosteten nach Angaben der Stadt rund 15.000 Euro. Die Herner Sparkasse unterstützte das Vorhaben im Rahmen einer Förderung der Kulturinitiative Herne. Die Stadt beteiligte sich an den Gesamtkosten beider Kunstwerke mit 26.000 Euro; die Sparkasse stellte eine Spende von insgesamt 19.000 Euro zur Verfügung. Im Zuge der Instandsetzung wurden moderne LED-Leuchten eingebaut.[9]

Bei der Sanierung musste darauf geachtet werden, den ursprünglichen Charakter der Installation zu erhalten und zugleich die technischen Komponenten gegen weitere Beschädigungen zu schützen. Die Verwendung von LED-Technik ermöglichte eine Erneuerung der Beleuchtung, ohne das grundlegende Gestaltungskonzept aufzugeben.

Einordnung in den Lichtkunstboulevard

Der „Licht-Punkt“ ist eines von vier Lichtkunstwerken, die im Zuge der Neugestaltung der Bahnhofstraße zwischen 1999 und 2003 entstanden. Zusammen bilden sie ein künstlerisches Beleuchtungskonzept, das verschiedene Abschnitte des Boulevards hervorhebt.[10]

Zu den weiteren Arbeiten gehören:

  • Herner Leuchten – die Zusammenstellung historischer Straßenlaternen.
  • Licht-Tor – eine Lichtinstallation an der Einmündung der Neustraße in die Bahnhofstraße.
  • Licht unter der Brücke – eine Lichtgestaltung im Bereich der Bahnunterführung am Herner Bahnhof.

Während die Herner Leuchten auf historische Beleuchtungselemente zurückgreifen, setzt der „Licht-Punkt“ auf eine abstrakte, geometrische Gestaltung. Das Kunstwerk zeigt damit einen anderen Ansatz, Licht als Gestaltungsmittel im öffentlichen Raum einzusetzen.

Die Installation gehört zu den markanten Elementen der Bahnhofstraße und veranschaulicht den Versuch, Kunst, Beleuchtung und städtebauliche Gestaltung miteinander zu verbinden.

Literatur und Quellen

Dieser Artikel, diese genealogische oder textliche Zusammenstellung bzw. dieses Bild wird von Andreas Janik (ehem. Johann-Conrad) für das Wiki der Herner Stadtgeschichte zur Verfügung gestellt und unterliegt dem deutschen Urheberrecht. Bei einer Verwendung dieser Abbildung und/oder dieses Textes – auch als Zitat – außerhalb des Wikis der Herner Stadtgeschichte ist die Genehmigung beim Autor einzuholen.

Verwandte Artikel

Quellen

  1. ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Herne_Fischer_Brdenk_Licht-Punkt.jpg
  2. ↑ Stadtmarketing Herne: „Lichtkunstobjekt Bahnhofstr. / Vinckestraße“, Hömma Herne!, https://hoemma-herne.de/orte/ort-ansicht?id=16
  3. ↑ inHerne: „Lichtkunst auf der Bahnhofstraße“, 28. Juli 2020, https://inherne.net/lichtkunst-auf-der-bahnhofstrasse/
  4. ↑ „Liste von Kunstwerken im öffentlichen Raum in Herne“, Eintrag „Licht-Punkt“, https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kunstwerken_im_%C3%B6ffentlichen_Raum_in_Herne
  5. ↑ Stadtmarketing Herne: „Lichtkunstobjekt Bahnhofstr. / Vinckestraße“, Hömma Herne!, https://hoemma-herne.de/orte/ort-ansicht?id=16
  6. ↑ Stadtmarketing Herne: „Lichtkunstobjekt Bahnhofstr. / Vinckestraße“, Hömma Herne!, https://hoemma-herne.de/orte/ort-ansicht?id=16
  7. ↑ Stadtmarketing Herne: „Lichtkunstobjekt Bahnhofstr. / Vinckestraße“, Hömma Herne!, https://hoemma-herne.de/orte/ort-ansicht?id=16
  8. ↑ inHerne: „Lichtkunst auf der Bahnhofstraße“, 28. Juli 2020, https://inherne.net/lichtkunst-auf-der-bahnhofstrasse/
  9. ↑ inHerne: „Lichtkunst auf der Bahnhofstraße“, 28. Juli 2020, https://inherne.net/lichtkunst-auf-der-bahnhofstrasse/
  10. ↑ inHerne: „Lichtkunst auf der Bahnhofstraße“, 28. Juli 2020, https://inherne.net/lichtkunst-auf-der-bahnhofstrasse/