Licht unter der Brücke

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Licht unter der Brücke
Bild: Arnoldius 2018[1]
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Errichtet1999/2000
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Das Lichtkunstwerk „Licht unter der Brücke“ befindet sich in der Eisenbahnunterführung der Bahnhofstraße am Herner Bahnhof. Der Künstler Günter Dohr gestaltete den Durchgang mit farbig beleuchteten Wandfeldern und einer Lichtführung, die den zuvor eher funktional geprägten Verkehrsraum zu einem Bestandteil der Kunst im öffentlichen Raum macht. Das Werk entstand 1999/2000 im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Bahnhofstraße. [2]

Entstehung und städtebaulicher Zusammenhang

Zwischen 1999 und 2003 wurde die rund 1.000 Meter lange Bahnhofstraße vom Bereich des Archäologischen Landesmuseums bis zum Bahnhofsplatz umfassend saniert und neu gestaltet. Das von der Stadt Herne mit Unterstützung des Landes umgesetzte Konzept sah Licht als wesentliches Gestaltungselement des Boulevards vor. Verschiedene Licht- und Leuchtkunstobjekte sollten die Fußgängerzone und ihre angrenzenden Bereiche gestalterisch aufwerten. [3]

„Licht unter der Brücke“ gehört zu diesem Zusammenhang. Die Unterführung verbindet den Bahnhof mit der Innenstadt und bildet einen Übergangsraum zwischen dem Bahnhofsbereich und der Einkaufsstraße. Durch die künstlerische Gestaltung wurde dieser Durchgang nicht nur beleuchtet, sondern zugleich optisch gegliedert.

Künstlerische Gestaltung

Günter Dohr verwendete für die Gestaltung eine Wandverkleidung mit rechteckigen, unterschiedlich großen Lichtfeldern. Diese sind einzeln oder paarweise angeordnet und entlang einer horizontalen Achse in die Wand integriert. Farbige Leuchtmittel hinter den Ausschnitten erzeugen ein wechselndes Zusammenspiel aus Lichtflächen und Wandpartien. Ergänzt wird die Installation durch eine doppelte Lichtleiste, die den Durchgang gleichmäßig beleuchtet. [4]

Die unregelmäßige Abfolge der beleuchteten Rechtecke gibt der langen Unterführung eine eigene Struktur. Die senkrechten Gliederungen der Wand und die unterschiedlich großen Lichtfelder erinnern in ihrer Anordnung an die Noten einer imaginären Partitur. Die Spiegelungen auf der polierten Wandoberfläche und die Bewegung der Passanten verändern zusätzlich die Wahrnehmung des Raumes. [5]

Bei der Beschreibung des Wandmaterials gibt es unterschiedliche Angaben: NRWskulptur nennt polierten Granit, während Hömma Herne von einer marmorierten Wandverkleidung spricht. Eine eindeutige Klärung dieser Abweichung ist anhand der beiden Beschreibungen nicht möglich.

Der Künstler

Günter Dohr wurde 1936 in Münster geboren und starb 2015 in Krefeld. Er studierte von 1957 bis 1962 an der Universität Münster und an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Kassel bei Arnold Bode. In den 1960er-Jahren beschäftigte er sich mit kinetischen Objekten und Lichtkunst und war Mitbegründer der Künstlergruppe „B1“. Später entwickelte er Lichtobjekte mit elektronisch gesteuerter Farbveränderung und arbeitete im Zusammenhang mit Architektur. Von 1980 bis 1999 war er Professor für Design an der Fachhochschule Niederrhein. [6]

In Herne schuf Dohr neben „Licht unter der Brücke“ auch das Licht-Tor an der Bahnhofstraße. Beide Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der künstlerischen Gestaltung des innerstädtischen Boulevards.

Bedeutung

„Licht unter der Brücke“ zeigt, wie Kunst im öffentlichen Raum auch an einem alltäglichen Verkehrsweg wirksam werden kann. Die Installation verbindet die notwendige Beleuchtung einer Unterführung mit einer eigenständigen künstlerischen Gestaltung. Damit ist sie zugleich Teil der Lichtkunst, die bei der Neugestaltung der Bahnhofstraße Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre eine wichtige Rolle spielte.

Weblinks

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Quellen