Herner Leuchten

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Herner Leuchten
Herner Leuchten im Oktober 2026
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Die Herner Leuchten sind ein Lichtkunstwerk im Bereich der Bahnhofstraße Einmündung Kirchhofstraße in Herne-Mitte. Das von den Künstlern Dirk und Maik Löbbert geschaffene Ensemble besteht aus sieben historischen Straßenlaternen, die früher an verschiedenen Standorten der Bahnhofstraße aufgestellt waren. Im Zuge der Umgestaltung des Herner Stadtboulevards wurden sie abgebaut und an der Einmündung der Kirchhofstraße zu einer gemeinsamen Installation zusammengeführt. Das Werk verbindet damit die Geschichte der Straßenbeleuchtung mit der künstlerischen Neugestaltung der Herner Innenstadt um die Jahrtausendwende.[1]

Entstehung und städtebaulicher Zusammenhang

Die Bahnhofstraße gehört zu den historisch bedeutenden Verkehrs- und Geschäftsstraßen Hernes. Mit dem Ausbau zur Chaussee in den Jahren 1839 bis 1841 und der Eröffnung des Bahnhofs Herne-Bochum an der Köln-Mindener Eisenbahn im Jahr 1847 gewann sie zunehmend an Bedeutung. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich zu einer zentralen Geschäftsstraße der wachsenden Stadt.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg prägten zunehmender Autoverkehr und die Veränderungen des Einzelhandels das Erscheinungsbild der Innenstadt. Mit der Einrichtung der Fußgängerzone 1976 begann eine neue Phase der städtebaulichen Entwicklung. Eine umfassende Neugestaltung erfolgte zwischen 1999 und 2003. Dabei wurde die rund einen Kilometer lange Strecke zwischen dem heutigen LWL-Museum für Archäologie und Kultur und dem Bahnhofsplatz abschnittsweise erneuert.

Die Planung des Boulevards erfolgte nach Entwürfen des Dortmunder Büros Professor Krause und Partner. Neben der Gestaltung der Oberflächen, der Aufenthaltsbereiche und der Möblierung erhielt insbesondere das Element Licht eine zentrale Bedeutung. Neben einer eigens entwickelten Straßenbeleuchtung entstanden mehrere Lichtkunstwerke, die den Boulevard als gestalterische Einheit prägen sollten.[3]

Das Lichtkunstwerk

Die sieben historischen Straßenlaternen

Die Installation wurde von den Brüdern Dirk und Maik Löbbert aus Münster geschaffen. Sie stellten sieben ältere Straßenlaternen zusammen, die zuvor an unterschiedlichen Stellen der Bahnhofstraße gestanden hatten. Im Zuge der Umbaumaßnahmen waren diese Leuchten von ihren ursprünglichen Standorten entfernt worden.

Anstatt die ausgedienten Laternen vollständig zu beseitigen, wurden sie als zusammengehöriges Ensemble erhalten und künstlerisch neu angeordnet. Dadurch treffen innerhalb eines einzigen Kunstwerks unterschiedliche Gestaltungsideen und technische Entwicklungsstufen der Straßenbeleuchtung aufeinander. Die Zusammenstellung dokumentiert zugleich den Wandel des öffentlichen Raumes und die wechselnden Anforderungen an die Beleuchtung einer innerstädtischen Geschäftsstraße.[4]

Die Bezeichnung „Herner Leuchten“ wird im Zusammenhang mit dem Ensemble verwendet. Dabei ist zwischen der Installation aus den sieben historischen Laternen und der ebenfalls so bezeichneten Sonderanfertigung der modernen Straßenbeleuchtung des Boulevards zu unterscheiden. Beide gehören zum Lichtkonzept der Bahnhofstraße, bezeichnen jedoch unterschiedliche Bestandteile der Neugestaltung.[5]

Standort und Wirkung

Das Kunstwerk befindet sich im Bereich der Einmündung der Kirchhofstraße in die Bahnhofstraße. Es ist Teil der öffentlichen Gestaltung des Fußgängerboulevards und kann im Rahmen eines Stadtspaziergangs besichtigt werden.

Die Wirkung der Installation beruht auf der Zusammenführung verschiedener historischer Leuchtentypen. Ihre unterschiedlichen Formen machen deutlich, dass Straßenbeleuchtung nicht allein eine technische Einrichtung zur Ausleuchtung von Verkehrsflächen ist, sondern auch das Erscheinungsbild einer Straße mitprägt.

Die alten Laternen erhalten durch ihre gemeinsame Aufstellung eine neue Funktion. Sie dienen nicht mehr ausschließlich der Beleuchtung ihres jeweiligen Standortes, sondern werden als Zeugnisse der Stadtentwicklung wahrgenommen. Das Kunstwerk bewahrt damit einen Teil der materiellen Geschichte der Bahnhofstraße, der bei einer herkömmlichen Erneuerung der Straßenbeleuchtung möglicherweise verloren gegangen wäre.

Die Herner Leuchten im Lichtkunstboulevard

Die Installation ist Bestandteil eines umfassenderen Lichtkunstkonzepts, das während der Neugestaltung der Bahnhofstraße zwischen 1999 und 2003 verwirklicht wurde. Insgesamt entstanden vier größere Lichtkunstobjekte, die den Boulevard markieren und unterschiedliche Formen des Umgangs mit Licht zeigen.[6]

Zu diesen Arbeiten gehören:

  • Herner Leuchten: die Zusammenstellung von sieben historischen Straßenlaternen im Bereich Kirchhofstraße.
  • Licht-Tor: eine Lichtinstallation des Krefelder Künstlers Günter Dohr im Bereich der Bahnhofstraße und Neustraße.
  • Licht-Punkt: eine Installation von Jürgen LIT Fischer aus Düsseldorf und Peter Brdenk aus Essen an der Einmündung der Vinckestraße.
  • Licht unter der Brücke: die Lichtgestaltung der Bahnunterführung durch Günter Dohr.

Die unterschiedlichen Kunstwerke verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sie sollen die Bahnhofstraße nicht nur als Einkaufsstraße, sondern auch als gestalteten öffentlichen Raum erfahrbar machen. Während die Lichtinstallationen an der Neustraße und Vinckestraße mit farbigem Licht und konstruktiven Formen arbeiten, verweisen die historischen Laternen auf die konkrete Vergangenheit der Straße.

Die Bahnhofstraße wurde damit um die Jahrtausendwende zu einem Beispiel dafür, wie Kunst im öffentlichen Raum mit Stadtentwicklung und der Bewahrung historischer Sachzeugnisse verbunden werden kann.

Bedeutung für die Stadtgeschichte

Die Herner Leuchten besitzen vor allem einen dokumentarischen Wert für die Geschichte der kommunalen Infrastruktur. Die Straßenbeleuchtung veränderte sich mit den technischen Möglichkeiten, den Anforderungen an Verkehrssicherheit und den Vorstellungen von einer attraktiven Innenstadt. Die sieben zusammengeführten Laternen veranschaulichen diesen Wandel, ohne dass jede einzelne Leuchte bislang einer bestimmten Bauzeit oder einem konkreten ursprünglichen Standort sicher zugeordnet werden kann.

Zugleich verdeutlicht das Ensemble einen Ansatz der Stadterneuerung, bei dem ältere Ausstattungselemente nicht ausschließlich als überholt betrachtet, sondern in eine neue Gestaltung integriert werden. Die Installation steht damit sowohl für den Wandel der Bahnhofstraße als auch für den Versuch, Teile ihrer jüngeren Geschichte im öffentlichen Raum sichtbar zu erhalten.

Für eine weitergehende technikgeschichtliche Einordnung wären die genaue Datierung der sieben Leuchten, Angaben zu ihren Herstellern und eine Dokumentation ihrer ursprünglichen Standorte erforderlich. Solche Einzelangaben lassen sich aus den bislang herangezogenen Veröffentlichungen nicht zuverlässig ableiten.

Literatur und Quellen

Dieser Artikel, diese genealogische oder textliche Zusammenstellung bzw. dieses Bild wird von Andreas Janik (ehem. Johann-Conrad) für das Wiki der Herner Stadtgeschichte zur Verfügung gestellt und unterliegt dem deutschen Urheberrecht. Bei einer Verwendung dieser Abbildung und/oder dieses Textes – auch als Zitat – außerhalb des Wikis der Herner Stadtgeschichte ist die Genehmigung beim Autor einzuholen.

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Quellen

  1. ↑ Stadt Herne: „Ins rechte Licht gesetzt: Boulevard Bahnhofstraße“, https://www.herne.de/Kultur-und-Freizeit/Tourismus/Sehenswuerdigkeiten/Boulevard-Bahnhofstrasse/
  2. ↑ Stadt Herne: „Bahnhofstraße“, Straßenverzeichnis, https://www.herne.de/Wirtschaft-und-Infrastruktur/Verkehr/Strassenverzeichnis/
  3. ↑ Stadt Herne: „Ins rechte Licht gesetzt: Boulevard Bahnhofstraße“, https://www.herne.de/Kultur-und-Freizeit/Tourismus/Sehenswuerdigkeiten/Boulevard-Bahnhofstrasse/
  4. ↑ Stadtmarketing Herne: „Lichtkunstobjekt: Sieben alte Straßenleuchten“, Hömma Herne!, https://hoemma-herne.de/orte/ort-ansicht?id=7
  5. ↑ Stadt Herne: „Ins rechte Licht gesetzt: Boulevard Bahnhofstraße“, https://www.herne.de/Kultur-und-Freizeit/Tourismus/Sehenswuerdigkeiten/Boulevard-Bahnhofstrasse/
  6. ↑ Stadt Herne: „Ins rechte Licht gesetzt: Boulevard Bahnhofstraße“, https://www.herne.de/Kultur-und-Freizeit/Tourismus/Sehenswuerdigkeiten/Boulevard-Bahnhofstrasse/