Julius Meimberg (1838-1902)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Julius Meimberg (geboren 8. Mai 1838 in Werne an der Lippe; † am 1. April 1902 in Herne), war ein Herner Kaufmann.

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Werbung aus dem Jahre 1901
Familiengrab auf dem katholischen Friedhof an der Mont-Cenis-Straße Bild: Andreas Janik © 2017

Der Kaufmann und Stadtrat Carl Julius Josef Meimberg wurde am 8. Mai 1838 in Werne an der Lippe als 5. Kind und 3. Sohn des Kaufmanns Engelbert Meimberg (1803-1866) und seiner Ehefrau Theresia Hellmann (1808-1870) geboren und in der St. Christophorus Kirche am 10. Mai 1838 getauft. [1]

Nach dem Tode der Mutter zog es den 33jährigen nach der Landgemeinde Herne, die im Begriff war, durch den aufkommenden Steinkohlebergbau zur Blüte zu gelangen. Das tat er mit oder auf Raten seines Militärkammeraden Karl Hövels vom 1. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 13, den es auch als Kaufmann nach Herne verschlagen hatte.

Meimberg eröffnete an der Wiescherstraße sein Handelsgeschäft mit “Kolonialwaren und Landesprodukten en gros et en detail”.

Am 1. März 1873 gründet er mit dem Kaufmann Heinrich Klappert in Herne die offene Handelsgesellschaft Klappert & Meimberg. Gleichwohl wurde unter der Nummer 263 die Firma „Julius Meimberg“ und als deren Inhaber der Kaufmann Julius Meimberg ins Handelsregister eingetragen.[2] Schon am 3. November 1873 wurde die Gesellschaft Klappert & Meimberg wieder gelöscht. [3]

Leo Reiners schrieb über den weiteren Geschäftsbetrieb:

"Die Likörfabrik, die mit Kolonialwaren- und Landesproduktenhandlung verbunden war, hatte Jul. Meimberg zwar schon 1871 gegründet, das Grundstück Bahnhofstraße 62 wurde aber erst 1874 von den Geschw. Rensinghoff gt. Schlenkhoff an Jul. Meimberg aufgelassen, der die Ecke mit einem Wohnhaus bebaute, an das sich ein Lagerhausanbau und Stallungen schlossen. Das Wohnhaus wurde 1898 zu dem jetzigen Wohn= und Geschäftshaus umgebaut."[4]
Adressbuch des Amts Herne 1892, Inserenten S. 22

1876 erhielt der “Kaufmann und Destillateur” Julius Meimberg die Konzession zum “Kleinverkauf von Spirituosen und Likören”. Dazu wurden im Lager des Gebäudes ein Destilliergerät mit dazugehörigem Dampfkessel installiert.

Daher nannte er seine Firma zunächst “Kolonial- & Manufakturwarenhandlung, Destillation feinster Liköre auf warmem Wege”. Zur Jahrhundertwende wählte er die Firmenbezeichnung: “Destillation und Likörfabrik”.

1879 erwarb Meimberg das Haus Wilhelmstraße 1 aus der Konkursmasse des Albert Sickel.[5]

Eine Vielzahl alter, handgeschriebener Rezepturen sind erhalten geblieben. Die älteste “Tagesrezeptur” stammt vom 4. Januar 1882: “Punsch 86 Liter”. Weitere hochprozentige Kreationen des gleichen Jahres waren: Kümmellikör, Anislikör, Alter Schwede, Korn, Boonekamp, Hamburger Bittern, ein Magenbitter namens Doctor – und immer wieder Cognac.[6]

1882 möchte er auf seinem Grundstück Herne, Flur I, Nr. 1383/150 ein Wohnhaus bauen, was der Amtmann Hermann Schaefer öffentlich anzeigt.[7]

1883/1886 wird er als Schöffe beim Schwurgericht in Essen bestellt.[8][9] Darüber hinaus gab es zwei weitere eigene Kolonialwarengeschäfte, ab 1879 in Ückendorf[10], 1895 eins in Baukau an der Strünkedestraße 11, ab 1899 ein weiteres in Recklinghausen.

1888 möchte er auf seinem Grundstück Herne Flur 15 Nr. 4,6, 39/5 und 34/5 einen kontinuierlichen Ziegelofen errichten um an dem lukrativen Geschäft mit dem Ziegelbrand teilzunehmen. Dieses Grundstück wäre am Ende der Viktor-Reuter-Straße gelegen.[11]

Am 25. Mai 1891 bestellt er seine Ehefrau Sophie zur Prokuristin seines Unternehmens.[12]

Adressbuch der Stadt Herne 1901, Inserenten S. 63

Neben seinen kaufmännischen Unternehmungen wurde er zu einem Wohltäter der Landgemeinde und der jungen Stadt Herne.

Er war langjähriges Mitglied des Kirchenvorstandes seiner St. Bonifatius Gemeinde und brachte gewaltige Anstrengungen auf, um den sozialen und schulischen Bereich der jungen Gemeinde zu fördern. So erhielt der Bauunternehmer Dickhoff und der Kaufmann Meimberg am 25. April 1883 die Genehmigung zur Errichtung des Katholischen Krankenhauses (Marienhospital) in damals noch privater Trägerschaft. Sie leisteten zunächst Bürgschaft bei dem Erwerb eines mehrere Morgen großen Grundstückes von den Erben Schlenkhoff (gelegen an der Schul- und Marienstraße, damals noch unausgebaute Feldwege. Am 9. August 1882 fand der erste Spatenstich statt. Einige Jahre blieben die beiden Stifter offiziell Besitzer des Hospitals bevor es die rechte einer juristischen Person erhielt. Das erste Kuratorium umfasste dann neben dem Bauunternehmer Dickhoff der Kaufmann Julius Meimberg, der Rentner Herrgott, der Zechen Ingenieur Marcks und der Kaufmann Wilhelm Albring sen.

Als Schulvorstandsmitglied - Der Schulvorstand der katholischen Volksschule bestand um 1890 aus dem Amtmann Hermann Schaefer, Pfarrer Strickmann, Meimberg und Rocholl – förderte er den Ausbau der katholischen Schulgemeinde Hernes.

1893 wollte er in den Gemeinderat der II. Abtl. gewählt werden, was aber als Katholik (Minderheit) misslang. In den Stadtverordnetenversammlung der jungen Stadt Herne wurde er aber dann 1897 gewählt, 1898 bestätigt und im Jahre 1900 wurde er als siebentes Mitglied in den Magistrat gewählt. [13] Am 10. Mai 1900 erfolgte die Einführung. Erst sein Tod beendete sein politisch/Gesellschaftliches Engagement.

1899 wurde er in den Vorstand der Industrie- und Handelskammer zu Bochum gewählt[14] und ist 1900 eingetreten.

Familie

Seine erste Frau Anna Maria Wilhelmina Antonia Schmitz, geboren am 22.06.1849 in Appelhülsen und einen Tag später am 23.06.1849 ebenda getauft, gestorben am 23.10.1872 an Typhus in Herne und am 25.10.1872 auf dem katholischen Friedhof an der Glockenstraße beigesetzt. Die Eltern waren der Posthalter Ferdinand Schmitz und Maria Christina Laum. Ihre Heirat ist leider nicht überliefert, muss aber um 1872 gewesen sein.

Am 20. Mai 1873 heiratete der kinderlose Witwer Carl Julius Josef Meimberg, Kaufmann in Herne die sechzehn Jahre jüngere Schwester seiner verstorbenen ersten Ehefrau Christina Sophia Schmitz in der Liebfrauen (Überwasser) Kirche in Münster. Als Zeugen fungierten Fritz Schmitz und Franz Meimberg.

Sie wurde am 12. Dezember 1853 geboren und wurde am 14.12.1853 in der St. Mariä Himmelfahrtskirche in Appelhülsen getauft. Auf dem Grabstein wird als Todestag und Ort der 09.09.1925 in Herne angegeben, tatsächlich ist sie ist in Mönchengladbach bei ihrem jüngsten Sohn Friedrich verstorben.

Julius Meimberg starb an einem Herzleiden und einer Influenza am 1. April 1902[15] und wurde am 5. April 1902 auf dem katholischen Friedhof an der Mont-Cenis-Straße beigesetzt. Sein Grabdenkmal ist werhalten.

Ihre Kinder:

  1. Julius Anton Franziscus Bernard Meimberg, * 28.02.1874 Herne, ~ 08.03.1874 Herne , Paten: H. Anton Meimberg, Ehefr. Schulze Frenking.
  2. Wilhelmine Elisabeth Meimberg, * 02.08.1875 Herne, ~ 16.08.1875 Herne , Paten: Bertha Meimberg, Johann Schmitz. † 05.11.1875 Herne (Gehirnentzündung), ± 07.11.1875 Herne .
  3. Maria Hermine Meimberg, * 21.12.1876 Herne, ~ 28.12.1876 Herne , Paten: Ehefrau Maria Haekmann, Hermann Meimberg.
  4. Antonia Sophia Meimberg, * 13.11.1878 Herne, ~ 17.11.1878 Herne , Paten: Antonia Zumasch, August Re. Frenking
  5. Elisabeth Sophia Meimberg, * 01.06.1881 Herne, ~ 08.06.1881 Herne , Paten: Elisabeth Zumbusch, Carl Meinberg.
  6. Clara Franziska Meimberg, * 29.06.1883 Herne, ~ 02.07.1883 Herne , Paten: Ehefrau Clara Wiemer, Essen, Franz Meimberg, Kaufmann Münster.
  7. . Sophia Maria Ferdinande Meimberg, * 12.06.1885 Herne, ~ 17.06.1885 Herne , Paten: Ehefrau Maria Schmitz Appelhülsen, Ferdinand Zumbusch, Münster.
  8. Friedrich Josef Alexander Meimberg, * 28.03.1890 Herne, ~ 02.04.1890 Herne , Paten: Friedrich Schmitz Apelhülsen, Lehrerin Bertha Meimberg Herne[16] .
  9. Mathilde Eugenie Lucia Meimberg, * 06.05.1892 Herne, ~ 09.05.1892 Herne , Paten: Jungfrau Mathilde Frenking, Apelhülsen, Eugen Meimberg Kaufmann, Münster.

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Quellen

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