Eickeler Park - Sportpark Eickel

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Sportpark Eickel
Bild: Bubinator 2009[1]
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Auch bekannt alsHundewiese, Eickel-Park
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Der Sportpark Eickel ist eine größere Sport- und Freizeitanlage im Herner Stadtteil Eickel. Das Gelände liegt im Bereich der Straße Im Sportpark und umfasst unter anderem das Fußballstadion Mondpalast-Arena, eine Mehrzweck-Sporthalle, weitere Sportplätze sowie den FunPark Eickel mit verschiedenen Freizeit- und Bewegungsangeboten. Die Anlage entwickelte sich seit der Mitte der 1950er-Jahre zu einem bedeutenden Mittelpunkt des Vereins- und Breitensports im ehemaligen Stadtgebiet von Wanne-Eickel.[2]

Geschichte

Die Suche nach einem Sportplatz 1927

Blick auf die "Hundewiese" am Hof Lechtape vom Dach des ehem. Gaswerkes Eickel. Im Hintergrund ist die Kurhausstraße, die Dorneburger Straße, der Wasserturm des Hauptbahnhofes und die Schachtanlage Shamrock III/IV (General Blumenthal) zu sehen. Der gerade Streifen vor der Dorneburger Straße ist der Lauf des Dorneburger Mühlenbachs.

Bereits 1927 plante die Stadt Wanne-Eickel eine zentrale Sportplatzanlage. Ein Zeitungsbericht vom 19. Februar 1927 verwies insbesondere auf den Mangel an Spielplätzen für die Schulen in Wanne-Süd und an der Dorneburg.[3]

Für die Anlage wurden mehrere Grundstücke geprüft. Dazu gehörte die sogenannte „Hundewiese“, die den Erben Lechtape gehörte und verpachtet war. Durch eine Verbreiterung hätte dort zunächst ein provisorischer Sportplatz entstehen können. Weitere Vorschläge betrafen Grundstücke an der Dorneburger Straße sowie südlich der Lothringer Straße (Am Weustenbusch), westlich der Friedgrasstraße, nahe dem Hof Gosewinkel.

Der Bericht verdeutlicht den damaligen Mangel an geeigneten Sportflächen im Stadtzentrum. Zudem drohte der bestehende Sportplatz an der Harkortstraße durch die geplante Begradigung der Hauptstraße teilweise verloren zu gehen.

Vor dem Bau der heutigen Sportstätten war das Gelände noch nicht als zusammenhängende Sportanlage gestaltet. Ein Teil des Areals wurde unter der Bezeichnung Eickel-Platz bekannt.

Der Eickel-Platz als Wettkampfstätte 1931

Wie ein Bericht über den 17. Bannerwettkampf der höheren Schulen Westfalens zeigt, war der Eickel-Platz 1931 bereits eine bedeutende Sportstätte. An dem Wettkampf nahmen 40 Lehranstalten teil. Die Veranstaltung umfasste Leichtathletik, Geräteturnen und Staffelläufe. Die Stadtverwaltung stellte die Sportanlagen zur Verfügung; zahlreiche Bürger boten den auswärtigen Teilnehmern kostenlose Unterkünfte an.[4]

Der zeitgenössische Bericht beschreibt den Eickel-Platz als grüne Anlage im Mittelpunkt der jungen Stadt Wanne-Eickel. Damit ist belegt, dass das Gelände bereits mehr als zwei Jahrzehnte vor der Stadioneröffnung von 1955 für größere Sportveranstaltungen genutzt wurde. Die Veranstaltung unterstreicht die damalige Bedeutung des Platzes für den Schul- und Wettkampfsport in der Region.

Die Entwicklung des Geländes zu einer größeren Sportanlage fiel in die Nachkriegszeit. In den 1950er-Jahren gewann der organisierte Sport in den Städten des Ruhrgebiets zunehmend wieder an Bedeutung. Die Schaffung geeigneter Sportstätten war dabei sowohl für den Vereinssport als auch für größere öffentliche Sportveranstaltungen von Interesse.

Eröffnung des Stadions 1955

Ein entscheidender Schritt erfolgte mit dem Bau des Stadions Im Sportpark. Die Anlage wurde am 3. Juli 1955 eröffnet. Zur Eröffnung fand ein internationales Feldhandballspiel zwischen der Tschechoslowakei und Jugoslawien statt. Die Begegnung war Teil der Feldhandball-Weltmeisterschaft 1955 und endete mit einem 9:6-Sieg der tschechoslowakischen Mannschaft.[2]

Die Veranstaltung stieß auf großes öffentliches Interesse. Nach den stadtgeschichtlichen Angaben der Stadt Herne verfolgten mehr als 10.000 Zuschauer das Spiel. Andere zeitgenössische beziehungsweise spätere Darstellungen nennen rund 11.000 Besucher.[2][5]

Mit dem Stadion erhielt Eickel eine Sportstätte, die über den alltäglichen Vereinssport hinaus für größere Wettkämpfe geeignet war. Das Gelände entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem wichtigen Standort für den Sport im südlichen Bereich des damaligen Stadtgebiets Wanne-Eickels.

Benennung der Straße Im Sportpark 1956

Am 15. Oktober 1956 beschloss der Rat der Stadt Wanne-Eickel die Benennung der Straße Im Sportpark. Damit wurde die Bezeichnung des Stadions beziehungsweise des Geländes dauerhaft im örtlichen Straßenverzeichnis verankert.[2]

Die Namensgebung dokumentiert die zunehmende Bedeutung des Sportgeländes für den Stadtteil. Der ursprünglich als Eickel-Platz bezeichnete Bereich wurde nunmehr mit der Bezeichnung Sportpark verbunden. Diese Benennung hat sich bis in die Gegenwart erhalten.

Ausbau der Sportstätten in den 1960er-Jahren

Bild: Alraunenstern 2015[6]

In den folgenden Jahren wurde das Gelände um weitere Sporteinrichtungen ergänzt. Von besonderer Bedeutung war der Bau einer großen Mehrzweck-Sporthalle. Sie wurde 1969 fertiggestellt und am 24. Oktober desselben Jahres eingeweiht.[7]

Die Halle war als Mehrzweckanlage konzipiert. Neben unterschiedlichen Hallensportarten konnten dort auch Veranstaltungen durchgeführt werden, die nicht unmittelbar dem Sport dienten. Nach den historischen Angaben der Stadt verfügte die Halle über 1.740 Tribünenplätze. Unter Einbeziehung der Plätze auf dem Hallenboden war eine maximale Belegung mit rund 3.000 Personen vorgesehen.[7]

Zur Ausstattung des Sportkomplexes gehörten außerdem Kegelbahnen und Schießstände. Damit umfasste der Sportpark ein breites Angebot für unterschiedliche Sportarten und Vereine. Die Kombination aus Stadion, Sporthalle und ergänzenden Sportflächen machte das Gelände zu einem überregional bedeutsamen Sportstandort.

Fußball und Handball als Publikumssport

Besonders eng verbunden ist der Sportpark mit der Geschichte des DSC Wanne-Eickel. Der Fußballverein nutzte das Stadion für seine Heimspiele und erlebte dort in den späten 1970er-Jahren einen seiner größten sportlichen Erfolge.

1978 gelang der Fußballmannschaft der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Das Stadion wurde damit zum Schauplatz eines bedeutenden Abschnitts der Wanne-Eickeler Sportgeschichte. Auch überregional erregte die Mannschaft Aufmerksamkeit. Ein weiterer Höhepunkt war das DFB-Pokalspiel gegen den SV Werder Bremen im Jahr 1985, bei dem das Stadion von rund 11.000 Zuschauern besucht wurde.[5]

Auch der Handball prägte die Geschichte des Geländes. Die Sporthalle entwickelte sich zu einem wichtigen Austragungsort für den Hallenhandball. Die Handballmannschaft des DSC Wanne-Eickel schaffte 1989 den Aufstieg in die 1. Bundesliga.[5]

Diese Erfolge verdeutlichen, dass der Sportpark nicht allein als örtliche Freizeitanlage diente. Er war zeitweise auch Schauplatz sportlicher Ereignisse, die über Wanne-Eickel hinaus Beachtung fanden.

Modernisierung und neue Nutzungen

Mit dem Wandel des Sports und der Freizeitgestaltung wurde das Gelände im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Neben dem klassischen Vereins- und Wettkampfsport gewannen Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Freizeitsportler an Bedeutung.

Im Stadion wurden zusätzliche Einrichtungen für den Fußball und die Leichtathletik geschaffen beziehungsweise modernisiert. Dazu gehören eine überdachte Sitzplatztribüne und eine Leichtathletikanlage mit Kunststofflaufbahnen. Ergänzend entstanden weitere Trainings- und Spielflächen.

Auch der Freizeitbereich wurde ausgebaut. Die bereits seit den 1950er-Jahren bestehende Minigolfanlage blieb erhalten und wurde später durch weitere Spielbahnsysteme ergänzt. Im südlichen Bereich des Sportparks entwickelte sich der heutige FunPark Eickel mit unterschiedlichen Bewegungs- und Freizeitmöglichkeiten.[5][8]

Die Sport- und Freizeitanlagen

Mondpalast-Arena

Das zentrale Stadion des Sportparks ist die heutige Mondpalast-Arena. Es wurde 1955 als Stadion Im Sportpark eröffnet und ist vor allem mit der Fußballgeschichte des DSC Wanne-Eickel verbunden.

Die Anlage verfügt über ein Fußballfeld und Einrichtungen für die Leichtathletik. Dazu gehören sechs Kunststofflaufbahnen. Nach den stadtgeschichtlichen Angaben der Stadt Herne war das Stadion ursprünglich für bis zu 16.000 Besucher ausgelegt.[7]

Seit 2009 trägt das Stadion den Namen Mondpalast-Arena. Die Bezeichnung nimmt Bezug auf den Mondpalast von Wanne-Eickel, ein Volkstheater, das sich der regionalen Alltagskultur und dem Ruhrgebiet verbunden fühlt.[5]

Neben dem Hauptstadion befinden sich weitere Fußballflächen, die für Trainings- und Spielbetrieb genutzt werden. Zu den Nutzern des Sportparks zählen unter anderem der DSC Wanne-Eickel und die DJK Wanne-Eickel.

Sporthalle Im Sportpark

Die Mehrzweckhalle ist ein wesentlicher Bestandteil des Sportparks. Sie dient dem Hallensport und bietet Platz für unterschiedliche Sportarten. Neben dem Vereins- und Schulsport ist die Halle für größere Veranstaltungen geeignet.

Die historische Ausstattung umfasste neben der eigentlichen Sportfläche unter anderem Kegelbahnen und Schießstände. Die Halle besitzt damit eine Funktion, die über den klassischen Ball- und Turnsport hinausgeht.[7]

FunPark Eickel

Der FunPark Eickel ergänzt die traditionellen Sportanlagen um frei zugängliche Freizeit- und Bewegungsangebote. Er befindet sich im Bereich Heisterkamp und umfasst verschiedene Anlagen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Zu den Einrichtungen gehören:

  • Minigolfanlage
  • Miniaturgolfanlage
  • Filzgolfanlage
  • Multifunktionsspielfeld mit Kunstrasen
  • Boule-Anlage
  • Skateranlage

Das Multifunktionsspielfeld ermöglicht unter anderem Fußball, Feldhockey, Volleyball und Badminton. Die Stadt Herne weist die Nutzung verschiedener Anlagen als entgeltfrei aus. Die Minigolfanlagen werden im Auftrag der Stadt vom Minigolfclub Rot-Weiß Wanne-Eickel e. V. betrieben.[8]

Die Erweiterung um diese Angebote zeigt den Wandel des Sportparks von einer primär auf Wettkampf und Vereinssport ausgerichteten Anlage hin zu einem breiter nutzbaren Freizeitgelände.

Grünanlage und Erholungsfunktion

Zwischen den einzelnen Sportstätten liegen Grünflächen und Wege, die den Charakter des Geländes als Sport- und Erholungspark bestimmen. Der Sportpark nimmt damit eine doppelte Funktion ein: Er dient dem organisierten Sport und bietet zugleich Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung außerhalb des Vereinsbetriebs.

Innerhalb des Stadtbezirks Eickel ergänzt er andere Grünanlagen wie den Volksgarten Eickel und den Königsgruber Park. Die Stadt Herne hebt den Sportpark als eine größere Parkanlage mit einem vielfältigen Sport- und Freizeitangebot hervor.[9]

Bedeutung für die Stadtgeschichte

Der Sportpark Eickel dokumentiert die Entwicklung des kommunalen Sports in Wanne-Eickel seit der Nachkriegszeit. Die Eröffnung des Stadions 1955 und der Bau der Mehrzweckhalle in den 1960er-Jahren stehen für den Ausbau einer leistungsfähigen Sportinfrastruktur in einer dicht besiedelten Industrieregion.

Die Anlage verband von Anfang an unterschiedliche Nutzungen: internationale Sportveranstaltungen, Fußball und Handball auf hohem Leistungsniveau, den Vereins- und Schulsport sowie später verstärkt Angebote für den Breitensport und die Freizeitgestaltung.

Die sportlichen Erfolge des DSC Wanne-Eickel machten das Gelände zeitweise auch überregional bekannt. Zugleich blieb der Sportpark ein wichtiger Bestandteil des örtlichen Lebens in Eickel und Wanne-Eickel.

Seine heutige Bedeutung liegt vor allem in der Verbindung von traditionellen Sportstätten, modernen Freizeitangeboten und einer öffentlich nutzbaren Grünanlage.

Literatur und Quellen

  • Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt (Bearb.): Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, S. 366–367.
  • Christian Matzko: Trendsport im Wandel der Zeit. Der Sportpark Eickel. In: inHerne, Ausgabe 2/2013.
  • Stadt Herne: Im Sportpark, Straßenverzeichnis und historische Angaben.
  • Stadt Herne: FunPark Eickel.
  • Stadt Herne: Stadtbezirk Eickel.

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Einzelnachweise

  1. ↑ https://commons.wikimedia.org/
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt (Bearb.): Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, S. 366–367.
  3. ↑ „Sportplatzanlage in Wanne-Eickel Mitte“, Zeitungsbericht vom 19. Februar 1927, Digitalisierungsportal zeit.punktNRW.
  4. ↑ Bericht über den 17. Bannerwettkampf der höheren Schulen in Wanne-Eickel, 1931, Digitalisierungsportal zeit.punktNRW.
  5. ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Christian Matzko: Trendsport im Wandel der Zeit. Der Sportpark Eickel. In: inHerne, Stadtmagazin der Stadt Herne, Ausgabe 2/2013, S. Digitalausgabe.
  6. ↑ https://commons.wikimedia.org
  7. ↑ 7,0 7,1 7,2 7,3 Stadt Herne: Im Sportpark. Angaben zur historischen Entwicklung und Ausstattung in: Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, 1997, S. 366–367; ergänzend die städtischen Informationen zu den Sporthallen in Herne.
  8. ↑ 8,0 8,1 Stadt Herne: FunPark Eickel, offizielle Beschreibung der Sport- und Freizeitanlage.
  9. ↑ Stadt Herne: Stadtbezirk Eickel, Beschreibung der Grün- und Freizeitanlagen.