Dorfkirche Eickel
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Auf dem Eickeler Markt stand Jahrhunderte Lang die alte Pfarrkirche Eickels.
Die alte Kirche
Vor dem Bau der Johanneskirche stand auf dem Eickeler Markt eine spätromanische Dorfkirche, deren Anfänge auf das 14. oder 15. Jahrhundert zurückgehen. Nach der Reformation wurde die ursprünglich katholische Kirche der evangelischen Gemeinde zugeteilt.[1] Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Nachdem sich seit 1774 im Turmmauerwerk handbreite Risse gezeigt hatten, wurde der Turm 1778 wegen Baufälligkeit abgerissen[2] und von 1780 bis 1784 ganz neu gebaut. 1867 hatte der Turm eine Spitze von "45 Fuß Höhe mit einem Kreuz von 10 Fuß Höhe".[3] Zu diesem Zeitpunkt bot die Kirche "700, freilich sehr beengte Sitzplätze".[4] Zudem wurde 1842 das gotische Kreuzgewölbe der Sakristei zu einer einfachen Balkendecke umgebaut.
Auf der Nordseite der Kirche befand sich die Dorneburger Grabkapelle, deren Erdgeschoss über der Gruft als Betkapelle diente. Dort befand sich unter anderem das Grabmal des Conrad von Strünkede - "Das gewaltige Monument aus Baumberger Sandstein zählt zu den bedeutendsten Grabdenkmälern Deutschlands des frühen 18. Jahrhunderts"[5] und wurde von Johann Wilhelm Gröninger geschaffen.[6]
1887 beschloss das Presbyterium den Bau einer neuen Kirche. Zum einen reichte die alte Kirche bei der steigenden Anzahl von Gemeindegliedern nicht mehr aus und zum anderen wurde ihre bauliche Beschaffenheit für unzulänglich erklärt.[7] Die alte Johanneskirche wurde 1890/91 abgebrochen. Das Grabdenkmal des Conrad von Strünkede wurde für 1.000 Mark an das Märkische Museum in Witten verkauft.[8] Der aus dem Jahre 1650 stammende Taufstein ist der Kirchengemeinde Wanne-Süd (heute Matthäus-Kirchengemeinde Wanne) geschenkt worden und steht heute in der Zwölf-Apostel-Kirche.[9]

Heute steht eine 1998 vom SPD-Ortsverein Eickel gestiftete Informationstafel am Eickeler Markt, die unter anderem auch auf die Geschichte der alten Johanneskirche hinweist.
Weblinks
Lesen Sie auch
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- Johanneskirche (Eickel) (← Links)
- Hof Markmann (Kotten / Gaststätte) Eickel (← Links)
- Die Feuerstättenliste des Amtes Bochum 1664 (Herner Ausschnitt) (← Links)
- Eickeler Markt 10 (← Links)
Einzelnachweise
- ↑ Hermann Keinhorst: Eickel. Vom Jahre 774 bis zur Neuzeit. Wanne-Eickel 1965, S. 39.
- ↑ Heinrich Lührig, Peter Zimmermann: Eickel. Ein Heimatbuch in Bildern. Herne-Eickel, Bochum 1982, S. 24.
- ↑ Johannes Daniels, Julius Beckmann: Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel. Wanne-Eickel 1927, S. 163.
- ↑ Johannes Daniels, Julius Beckmann: Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel. Wanne-Eickel 1927, S. 164.
- ↑ Straßen in Herne, abgerufen am 15. Oktober 2012.
- ↑ Alexander von Knorre: Das Familiengrabdenkmal Conrad von Strünkede zu Dorneburg in Witten und sein Vorbild, das Grabdenkmal des Jobst von Strünkede in Herne. Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark 88. Witten 1990, S. 20f. und Vortrag von Andreas Janik im März 2015 VHS Herne
- ↑ Johannes Daniels, Julius Beckmann: Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel. Wanne-Eickel 1927, S. 167.
- ↑ Frank Sichau: Die Johannes-Kirche in Eickel. In: Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e.V. (Hrsg.): Sakralgebäude und religiöse Kunst in Wanne-Eickel und Herne. Der Emscherbrücher 2000. Herne 2000, S. 29–32 (30).
- ↑ Friedhelm Degenhardt: Die Zwölf-Apostel-Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Wanne-Süd. In: Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e.V. (Hrsg.): Sakralgebäude und religiöse Kunst in Wanne-Eickel und Herne. Der Emscherbrücher 2000. Herne 2000, S. 28.
- ↑ https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herne Eickel - Eickeler Markt 01 ies.jpg