Otto Oberdrevermann (Bürgermeister Wanne-Eickel 1882-1942)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
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Otto Oberdrevermann
Otto Oberderevermann 1926 KI.png
Otto Oberderevermann 1926 KI.png

KI basierende Rekonstruktion eines Portraits aus dem Jahre 1926

Geboren am: 7. März 1882
Geboren in: Sevinghausen
Gestorben am: 21. Dezember 1942
Gestorben in: Bottrop
Beruf: Bürgermeister
Letzte Änderung: 04.02.2026
Geändert von: Andreas Janik


Otto Oberdrevermann (* 7. März 1882 in Sevinghausen (Bochum); † 21. Dezember 1942 in Bottrop) war ein deutscher Jurist und Verwaltungsbeamter, der als Beigeordneter und Zweiter Bürgermeister der Gemeinden Wanne, Eickel und Röhlinghausen bzw. der Stadt Wanne-Eickel wirkte und später geschäftsführender NSDAP Oberbürgermeister von Bottrop war.

Erinnerung
Ehret die Opfer
Benennt die Täter

Nie wieder Faschismus
Nie wieder Krieg

Oberdrevermann wurde als Sohn eines Gutsbesitzers in Sevinghausen im früheren Amt Wattenscheid geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Mülheim an der Ruhr studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Berlin und Münster und bestand 1906 die erste juristische Staatsprüfung. Anschließend absolvierte er den juristischen Vorbereitungsdienst als Gerichtsreferendar am Oberlandesgericht Hamm und legte 1911 die zweite Staatsprüfung ab.

Seine berufliche Laufbahn begann er als juristischer Hilfsarbeiter im Amt Eickel, bevor er am 1. August 1913 Beigeordneter im Amt Wanne wurde. In dieser Funktion widmete er sich besonders dem Rechts- und Versicherungswesen, der Wohlfahrtspflege, dem Schulwesen, dem Polizeiwesen sowie dem Wohnungs- und Gesundheitsamt.

Am 30. September 1915 heiratete er eine Tochter des früheren Gemeindevorstehers Friedrich Schalke aus Wanne.

Engagement in Wanne, Eickel und Röhlinghausen

Während des Ersten Weltkriegs war Oberdrevermann von 1916 bis 1918 im Feldeinsatz. In dieser Zeit übernahm er während der Verhaftung des Amtmanns Weiberg die volle Verantwortung für das Amt Wanne. Diese Phase war geprägt von politischen Unruhen, Arbeiterprotesten und organisatorischen Herausforderungen, die Oberdrevermann erfolgreich meisterte.

Als die Fusion der Gemeinden Wanne, Eickel und Röhlinghausen zur neuen Stadt Wanne-Eickel anstand, spielte Oberdrevermann als Zweiter Bürgermeister eine zentrale Rolle bei der Umorganisation der Verwaltung und den Vorarbeiten für die Stadtwerdung. Zeitgenössische Berichte heben seine Energie, Aufrichtigkeit und Sachkunde hervor, die ihm das Vertrauen aller Parteien einbrachten. 1926 wird er Parteipolitisch so beschrieben: "Oberdrevermann steht der Deutschen Volkspartei sehr nahe, ist aber als Parteipolitiker niemals hervorgetreten."[1] Das änderte sich mit dem erstarken der NSDAP.

Am 24. März 1933 gingen Oberdrevermann, Beigeordneter Schumacher und Stadtsyndikus Bruns nebst Oberbürgermeister Wilhelm Kiwit auf Druck der NSDAP in "Urlaub".[2] Wann er Mitglied der NSDAP wurde ist noch nicht abschließend erforscht, Oberdrevermann wurde aber Ortsgruppen-Organisationsleiter der NSDAP-Ortsgruppe Bottrop-Donnerberg.

Tätigkeit in Bottrop und politische Ämter

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Oberdrevermann am 1. Oktober 1933 kommissarisch erster Beigeordneter und Kämmerer in Bottrop und wenige Wochen später Bürgermeister. Von Ende Dezember 1934 bis März 1935 sowie von Mitte Dezember 1941 bis zu seinem Tod 1942 übernahm er geschäftsführend das Amt des Oberbürgermeisters von Bottrop. Er war Mitglied der NSDAP und Ortsgruppen-Organisationsleiter in Bottrop-Donnerberg.

Er starb plötzlich während seines Dienstes an einen Herzschlag. Beigesetzt wurde er nach einer NS Trauerfeier vor dem Rathaus auf dem Parkfriedhof in Bottrop.

Literatur

  • Joachim Lilla: Leitende Verwaltungsbeamte und Funktionsträger in Westfalen und Lippe (1918–1945/46). Biographisches Handbuch. Aschendorff, Münster 2004, S. 229 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. 22, A, 16). Auch als Quelle: http://www.westfaelische-geschichte.de/per1337
  • Jahrbuch der Stadt Bottrop 1934/35, S. 14f.
  • Stadtarchiv Herne, Verzeichnis der Oberbürgermeister, Bürgermeister und Amtmänner, Mskr., S. 27
  • Bottroper Volkszeitung 2.10.1933
  • Nationalzeitung Bottrop 23.12.1942
  • General-Anzeiger Bottrop 23.12.1942

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Quelle