Aus der Geschichte der Bahnhofstraße X

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Und was geschah mit der alten Rektoratschule an der Bahnhofstraße? Sie wurde am 2. März 1887 an den Barbier (später Zahntechniker) Johann Anton Pfänder verkauft. Dieser hatte bis dahin das Haus Wilhelmstraße 4 gehabt (heute Kerkhoff). Die Verkaufsverhandlungen wurden am 2.3.1887 vor dem Notar Duesberg in Bochum aufgenommen. Die politische Gemeinde Herne vertraten dabei Amtmann Schaefer und Gemeindevorsteher Friedrich Cremer. Verkauft wurden die Gebäude (es war ein zweistöckiges Doppelhaus; das nördliche war die Lehrerwohnung, das südliche die Schule. Jedes hatte einen besonderen Eingang mit Treppe, die aber nebeneinander lagen, so dass die Treppen in eine verbunden waren), doch wurden ausgeschlossen „die Schulbänke, Wandtafeln und Öfen mit Zubehör, sowie der Anteil des Rektors Kemna an den Wasserleitungsanlagen“ (Herne hatte 1881 Wasserleitungen bekommen). Dass damals die Schule erheblich von Bergschäden betroffen war, geht aus den weiteren Bestimmungen hervor. Danach verpflichtet sich die Verkäuferin, bis zur Übergabe, die spätestens am 1. November erfolgen sollte, das mit verkauftem Schulgebäude ausreichend zu verankern. Außerdem übereignete die Verkäuferin dem Ankäufer „alle ihre Ansprüche, welche ihr gegen die Bergwerksgesellschaft Hibernia und Shamrock in Herne aus der durch deren Bergbau entstandenen und bis zur Auflassung noch entstehenden Schäden zustehen, zur eigenen Geltendmachung“. Der Kaufpreis betrug 18 000 M. Davon bezahlte Pfaender 3300 M. mit einem Sparkassenbuch der Sparkasse Bochum, 13800 M. lieh er von der Sparkasse der Ämter Herne und Bochum. Das Haus hat dann durch Um-, An- und aufbau manche Veränderung erfahren. Im Jahre 1899 verkaufte Pfaender das Haus für 30 000 M. an den Kaufmann Friedr. Wilh. Ruthenbeck. Von diesem ging es 1927 auf die Karstadt AG. In Hamburg über, die es noch heute besitzt.

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Quellen