Ildefons Bollinger (1929-2026) Kirchenmusikdirektor: Unterschied zwischen den Versionen

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<big>'''Ildefons Bollinger''' (* [[29. September]] [[1929]] in Flonheim; † [[23. März]] [[2026]] in Herne) war ein deutscher Kirchenmusiker, Pädagoge und Komponist. Er prägte über Jahrzehnte die Kirchenmusik sowohl im Ruhrgebiet als auch im Bistum Mainz. Vielen Hernern wurde er als Musiklehrer am [[Pestalozzi Gymnasium|Pestalozzi-Gymnasium]] bekannt.</big>
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== Leben und Wirken ==
== Leben und Wirken ==
[[Datei:Bollinger Ildefons 1960 KI.png|250px|left|thumb|Bollinger 1960 an der neuen Orgel von St. Peter und Paul. Rechts: Orgelbauer Stockmann.]]
Bollinger war ein Herner Musiker und Pädagoge. 1953 erhielt er die Stelle als Organist und Kantor der [[St. Peter und Paul (Kirche) Börnig|Gemeinde St. Peter und Paul]] in Börnig. Dort war er insbesondere an der Disposition der 1960 neu angeschafften Stockmann-Orgel beteiligt, ebenso an deren späterer Umsetzung in den nördlichen Kreuzarm. Als Kantor leitete er zudem den Pfarr-Cäcilienchor der Gemeinde.
Bollinger wurde 1929 in Flonheim geboren. Nach dem Studium der Schul- und Kirchenmusik in Mainz trat er 1953 eine Stelle als Musiklehrer am [[Pestalozzi Gymnasium|Pestalozzi-Gymnasium]] in Herne an, die er bis 1980 ausübte.


Parallel dazu war er ab 1953 Organist und Kantor an der katholischen Gemeinde [[St. Peter und Paul (Kirche) Börnig|St. Peter und Paul]] in Herne-Börnig. Dort wirkte er über viele Jahre als Chorleiter und leitete unter anderem den Pfarr-Cäcilienchor. Er war maßgeblich an der Disposition der 1960 errichteten Stockmann-Orgel beteiligt und engagierte sich darüber hinaus als Dekanats- und Regionalkirchenmusiker im Ruhrgebiet.
==Mainz==

Als Leiter des 1947 gegründeten „Instituts für Kirchenmusik (IfK) des Bistums Mainz“ war er von 1982 bis 1995 als Diözesankirchenmusikdirektor tätig und verantwortlich für alle Orgel- und kirchenmusikalischen Aufgaben im Bistum Mainz.
== Wirken im Bistum Mainz ==
Als dessen Vertreter – und darüber hinaus – war er von 1985 bis 1997 Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut“.<ref>https://dli.institute/wpaoel/vertreterinnen-und-vertreter-der-kirchenleitungen/</ref>
1982 folgte Bollinger einem Ruf des Bistums Mainz und übernahm die Leitung des 1947 gegründeten Instituts für Kirchenmusik (IfK). In dieser Funktion war er bis zu seinem Ruhestand tätig und verantwortete die kirchenmusikalische Arbeit im Bistum und übernahm leitende Aufgaben.
Nach dem Erreichen der Altersgrenze wurde Herne-Sodingen-Börnig wieder sein Lebensmittelpunkt.

1988 wurde er zum Kirchenmusikdirektor sowie zum Diözesanpräses der Kirchenchöre ernannt. Von 1991 bis 1994 leitete er das Institut für Kirchenmusik und war als Diözesankirchenmusikdirektor für die Kirchenmusik im gesamten Bistum verantwortlich.

In dieser Funktion setzte er sich besonders für die Umsetzung der liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ein. Ein zentrales Anliegen war ihm die aktive Beteiligung der Gemeinde am Gottesdienst durch Gesang und Musik.

Unter seiner Leitung wurde das Institut zu einer wichtigen Ausbildungs-, Beratungs- und Fortbildungsstelle für nebenamtliche Kirchenmusiker, Organisten, Chorleiter und Kantoren weiterentwickelt.

== Musikalisches Schaffen ==
Für Bollinger war Kirchenmusik ein Mittel der Verkündigung und nicht Selbstzweck. Seine Kompositionen zeichneten sich durch eine gute Singbarkeit für Chöre und Gemeinden aus. Seine Werke fanden Eingang in verschiedene Gesangbücher und kirchenmusikalische Veröffentlichungen.

Von 1985 bis 1997 war er Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut“.<ref>https://dli.institute/wpaoel/vertreterinnen-und-vertreter-der-kirchenleitungen/
</ref> In diesem Zusammenhang wirkte er auch an der Entwicklung kirchenmusikalischer Literatur mit und schrieb unter anderem Orgel-Sätze für das Orgelbuch zum früheren Gesangbuch „Gotteslob“.


== Werke (Auswahl) ==
== Werke (Auswahl) ==
*1984: ''Nun jauchzt dem Herrn, alle Welt'' (Psalm 100), vertreten im EG 288, GL 144 und EG 2028, Nr. 122
1984: ''Nun jauchzt dem Herrn, alle Welt'' (Psalm 100), enthalten in mehreren Gesangbüchern


== Ruhestand und Tod ==
Bollinger war verheiratet und hatte drei Kinder.
Nach seinem Eintritt in den Ruhestand kehrte Bollinger in seine Wahlheimat Herne, insbesondere in den Stadtteil Sodingen-Börnig, zurück. Auch im Ruhestand blieb er musikalisch aktiv und übernahm bis ins hohe Alter Orgelvertretungen im Dekanat Herne und darüber hinaus.

Ildefons Bollinger verstarb am 23. März 2026 im Alter von 96 Jahren. Das Requiem fand am 11. April 2026 in der Kirche St. Peter und Paul in Herne statt. Er ruht auf dem [[Kath. Friedhof St. Dionysius (St. Peter und Paul)|Katholischen Friedhof in Börnig]].

== Persönliches ==
Bollinger war verheiratet und hatte drei Kinder. Mit 73 Jahren Mitgliedschaft war er das am längsten angehörige Mitglied der CDU in Herne.

== Bedeutung ==
Mit Ildefons Bollinger verlor das Bistum Mainz und seine Heimatgemeinde [[Katholische Pfarrgemeinde St. Dionysius Herne|St. Dionysius]] eine prägende Persönlichkeit der Kirchenmusik, die Tradition und Erneuerung miteinander verband und die kirchenmusikalische Arbeit nachhaltig beeinflusste.


Bollinwar mit 73 Jahren Mitgliedschaft das längste Mitglied der [[CDU Herne|CDU]] in Herne.
==Verwandte Artikel==
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Aktuelle Version vom 20. April 2026, 12:22 Uhr

Ildefons Bollinger (* 29. September 1929 in Flonheim; † 23. März 2026 in Herne) war ein deutscher Kirchenmusiker, Pädagoge und Komponist. Er prägte über Jahrzehnte die Kirchenmusik sowohl im Ruhrgebiet als auch im Bistum Mainz. Vielen Hernern wurde er als Musiklehrer am Pestalozzi-Gymnasium bekannt.

Ildefons Bollinger
Ildefons Bollinger
Kirchenmusiker, Pädagoge und OrganistDiözesan-Kirchenmusikdrektor
Geboren29. September 1929
in Flonheim,
Verbandsgemeinde Alzey-Land, Rheinland-Pfalz
✝️
Gestorben23. März 2026
in Herne
🏠
Letzte AdresseKirchstraße 25

Leben und Wirken

Bollinger 1960 an der neuen Orgel von St. Peter und Paul. Rechts: Orgelbauer Stockmann.

Bollinger wurde 1929 in Flonheim geboren. Nach dem Studium der Schul- und Kirchenmusik in Mainz trat er 1953 eine Stelle als Musiklehrer am Pestalozzi-Gymnasium in Herne an, die er bis 1980 ausübte.

Parallel dazu war er ab 1953 Organist und Kantor an der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul in Herne-Börnig. Dort wirkte er über viele Jahre als Chorleiter und leitete unter anderem den Pfarr-Cäcilienchor. Er war maßgeblich an der Disposition der 1960 errichteten Stockmann-Orgel beteiligt und engagierte sich darüber hinaus als Dekanats- und Regionalkirchenmusiker im Ruhrgebiet.

Wirken im Bistum Mainz

1982 folgte Bollinger einem Ruf des Bistums Mainz und übernahm die Leitung des 1947 gegründeten Instituts für Kirchenmusik (IfK). In dieser Funktion war er bis zu seinem Ruhestand tätig und verantwortete die kirchenmusikalische Arbeit im Bistum und übernahm leitende Aufgaben.

1988 wurde er zum Kirchenmusikdirektor sowie zum Diözesanpräses der Kirchenchöre ernannt. Von 1991 bis 1994 leitete er das Institut für Kirchenmusik und war als Diözesankirchenmusikdirektor für die Kirchenmusik im gesamten Bistum verantwortlich.

In dieser Funktion setzte er sich besonders für die Umsetzung der liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ein. Ein zentrales Anliegen war ihm die aktive Beteiligung der Gemeinde am Gottesdienst durch Gesang und Musik.

Unter seiner Leitung wurde das Institut zu einer wichtigen Ausbildungs-, Beratungs- und Fortbildungsstelle für nebenamtliche Kirchenmusiker, Organisten, Chorleiter und Kantoren weiterentwickelt.

Musikalisches Schaffen

Für Bollinger war Kirchenmusik ein Mittel der Verkündigung und nicht Selbstzweck. Seine Kompositionen zeichneten sich durch eine gute Singbarkeit für Chöre und Gemeinden aus. Seine Werke fanden Eingang in verschiedene Gesangbücher und kirchenmusikalische Veröffentlichungen.

Von 1985 bis 1997 war er Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut“.[1] In diesem Zusammenhang wirkte er auch an der Entwicklung kirchenmusikalischer Literatur mit und schrieb unter anderem Orgel-Sätze für das Orgelbuch zum früheren Gesangbuch „Gotteslob“.

Werke (Auswahl)

1984: Nun jauchzt dem Herrn, alle Welt (Psalm 100), enthalten in mehreren Gesangbüchern

Ruhestand und Tod

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand kehrte Bollinger in seine Wahlheimat Herne, insbesondere in den Stadtteil Sodingen-Börnig, zurück. Auch im Ruhestand blieb er musikalisch aktiv und übernahm bis ins hohe Alter Orgelvertretungen im Dekanat Herne und darüber hinaus.

Ildefons Bollinger verstarb am 23. März 2026 im Alter von 96 Jahren. Das Requiem fand am 11. April 2026 in der Kirche St. Peter und Paul in Herne statt. Er ruht auf dem Katholischen Friedhof in Börnig.

Persönliches

Bollinger war verheiratet und hatte drei Kinder. Mit 73 Jahren Mitgliedschaft war er das am längsten angehörige Mitglied der CDU in Herne.

Bedeutung

Mit Ildefons Bollinger verlor das Bistum Mainz und seine Heimatgemeinde St. Dionysius eine prägende Persönlichkeit der Kirchenmusik, die Tradition und Erneuerung miteinander verband und die kirchenmusikalische Arbeit nachhaltig beeinflusste.

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Quelle

Textquelle: https://www.st-dionysius-herne.de
Textquelle: https://bistummainz.de/

Diese Informationen (auch teilweise), dieser Artikel bzw. dieses Bild wird vom Pfarrarchiv der katholischen St. Dionysius Pfarrgemeinde in Herne für das Wiki der Herner Stadtgeschichte zur Verfügung gestellt und unterliegt dem Urheberrecht. Bei einer Verwendung dieser Abbildung und/oder dieses Textes - auch als Zitat - außerhalb des Wikis der Herner Stadtgeschichte ist die Genehmigung beim Pfarrbüro bzw. Pfarrarchiv einzuholen.