Strünkede (Linie Viehhof)

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Strünkede – Linie Viehhof
Auf einen Blick
Geschlecht von Strünkede
Seitenlinie Viehhof / von dem Berge
Stammvater Wessel von Strünkede,
gen. „van dem Vyhave“
Zeitraum um 1290 – nach 1433
Region Vest Recklinghausen;
Stift Essen (Oberhof Viehhof)
Wappen Schildhaupt, drei (2:1) Rosen
Generationen drei

In den Jahren um 1300 entsprossen aus dem Hauptstamm der von Strünkede mehrere Seitenlinien, welche sich im Zuge der Klevischen Expansion im Westen des Kurkölnischen Vest Recklinghausen festsetzten und dort einflußreiche Burgen errichteten.

Der Oberhof Viehhof des Stifts Essen war der höchste Oberhof und Appellationshof für alle anderen Höfe des Stiftes. Der jeweilige Vogt hatte demnach fast allmächtige Verfügung.[1]

Erste Generation

Wessel von Strünkede, gen. „van dem Vyhave“

Wessel von Strünkede, genannt van dem Vyhaue, Sohn des Ritters Bernard von Strünkede (II.) und der Bilia (Nobilia, Sybilla) von Loe, wurde um 1290 geboren und starb nach dem 19. Juli 1349. Er ist urkundlich als oberster Essener Richter und Vogt des Viehofes bezeugt.

Wessel ⚭ Gosteke.

Urkundliche Erwähnungen

Jahr Datum Ereignis
1313 30.10. Zeuge beim Verkauf des Lehngutes Serm an die von Bottlenberg.[2]
1316 16.10. Die Witwe Bovos erbittet vom Grafen Dietrich die Belehnung ihrer beiden Söhne Giselbert und Bovo mit Strünkede. Die Onkel Hermann und „Wesselus dictus van dem Vyhave“ sowie Bischof Ludwig II.[3] von Münster bestätigen als Zeugen die Übereinkunft der Belehnung. Siegel: Schildhaupt, 3 (2:1) Rosen; Umschrift „S. Wetsel de Strunkete“.
1326 Nebst seiner Frau als Mitglied der Wattenscheider Kalandsbruderschaft aufgeführt: „Item Gosteke, uxoris Wesseli van Berge“; als Erste dabei Bernhard und Macharii de Strunkede (zuvor noch Henrici de Strunkede und Bele de Strunkede, militis).[4]
1333 13.09. Siegelt beim Lehnsvergleich zwischen seiner Schwägerin Mechthild von Limburg und Dietrich von Cleve als Mithandelnder; dort als Bruder Hermanns und des † Bovo genannt.[5]
1339 01.09. In Brüssel lösen Wessel von Berge und zehn weitere Hansekaufleute den englischen König durch Zahlung von 4000 Pfund aus.[6]
1341 12.02. Wessel von Berge tritt nebst anderen Hansekaufleuten in Westminster auf.[7]
1344 22.04. Zeuge, als die von der Horst das Belengut an Limburg geben.[8]
1347 31.05. Wennemar von dem Grindberge bezeugt zusammen mit dem Vikar Rybers van Ecklo und Reinert van Rodorpe, daß »Weßel von Strünkede und von dem Berge« seinen Dienstmann Weßel von dem Berge, Gerlachs Sohn, mit dem Nederhoff [Nierhof] to Locher im Kirchspiel Buer belehnt hat.[9]
1349 19.07. Wessel van den Berge van Strunckede tauscht das Manngut Winckelhus gegen das Gut Swederinch und belehnt damit Henrik van Rodorpe – wie zuvor dessen verstorbenen Vater Lubbert mit Winckelhus. Zeugen: Ritter Winemer vanme Grintberge, Ribbert van Eckelo und Rumert van Rodope; Siegler: Wessel (Wappen Strünkede).[10]

Nachkommen

Aus der Ehe Wessels mit Gosteke stammten:

  • I. Gerlach von Berge – siehe Zweite Generation
  • II. Dydradis auf dem Berge, † um 24.08.1334 in Dortmund. Sie besaß Haus und Hof Strünkede in Dortmund; ihr Bruder Bodo bürgt für sie (Urkunde 24.08.1334, Marl).[11]
  • III. Bodo auf dem Berge – siehe Zweite Generation

Zweite Generation

Gerlach von Berge

Gerlach von Berge starb vor 1360. Er heiratete Irmgard von Diepenbrock (Irmgard † nach 1433) und danach ein weiteres Mal.

Bodo auf dem Berge

Bodo auf dem Berge wurde um 1313 geboren und starb nach dem 24.08.1334. Er heiratete Frederunt N. vor 1325.

Kinder aus dieser Ehe:

  • I. Gottschalk auf dem Berge, vor 1334 geboren
  • II. Wilhelm auf dem Berge, vor 1334 geboren
  • III. Gerhard auf dem Berge, vor 1334 geboren
  • IV. Alveradis auf dem Berge, vor 1334 geboren
  • V. Belia auf dem Berge, vor 1334 geboren

Urkunde: Urkunde 1334 August 24, Marl.

Dritte Generation

Wessel von Berge

Wessel von Berge, Sohn Gerlachs, starb nach 1406. Er war verheiratet.

Verwandte Artikel

Quelle

  1. Vgl.: schulz: Handbuch über die ältern und neuern bäuerlichen Rechtsverhältnisse: In den ehemals Großherzoglich-Bergischen, Königlich-Westphälischen und Französisch-Hanseatischen Preußischen Provinzen in Rheinland-Westphalen, Band 1, Ausgabe 1, 1830 S. 277
  2. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins: Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsvereins, Bd,, VII., 1893 Die Rittergüter im Amte Angermund. S. 109.
  3. Landgraf von Hessen
  4. Die Mitglieder des Kalands 1326 in: Schulte, Eduard: Urkunden und Akten zur Geschichte von Wattenscheid, Bd. I. Wattenscheid 1930, S.677 f.
  5. Schleidgen, Kopiar, Nr. 198 bzw. S. 184
    Landesarchiv NRW DuisburgGrafschaft MArk - A 350c Märkische Betreffe in den klevischen Registern Urkunden, Nr. 27 [1]
  6. Spürk, Gustav A.: Haus Berge In:Verein für Orts- und Heimatkunde Gelsenkirchen-Buer: Beiträge zur Stadtgeschichte Bd. X, 1980. S.69
  7. Spürk, a.a.O.
  8. Adam Lambert Hulshoff, Günter Aders, Die Geschichte der Grafen und Herren von Limburg und Limburg-Styrum und ihrer Besitzungen 1200-1550,(Assen und Münster 1963) Teil II, Band 1 und 2. Nr. 357.
    - Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V. (Münster), Gräflich Limburg-Styrumsches Archiv Urk. 9
  9. Spürk, a.a.O., S. 63 u. 98.
  10. Jahresbericht über das Königliche Gymnasium in Koesfeld, 1890, S.14 Urk. 87.
    Inventare der nichtstaatlichen Archive der Provinz Westfalen, Band I, S. 150 fürstl. Kammer , Stift Varlaer Coesfeld Nr. 176.
    Bruns, Alfred: Varlarer Frei- und Wechselbriefe 1329-1803. Münster 1977 Nr.6 S.4.
    Spürk. a.a.O., S. 98.
  11. Karl Rübel, Dortmunder Urkundenbuch (Dortmund), Nr. 684, S. 316.