Auf der Dorneburg

Die Straße ist benannt nach dem ehemaligen adeligen Haus Dorneburg in der Gemarkung Eickel, Flur II, genannt Dorneburg.

Überblick
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Bildinfo: Auf der Dorneburg 2015



Benennung: 24. Mai 1955
Durch: Rat der Stadt Wanne-Eickel [1]
Postleitzahl: 44651
Stadtbezirk: Eickel
Ortsteil: Eickel
Kartengitter: D6
Letze Änderung: 02.02.2018
Geändert von: Harry

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Haus Dorneburg, 1920er Jahre

Historie

Die Schreibweise des Familiennamens ist im Laufe weniger Jahre sehr unterschiedlich: Dorneburg (1243), Dorneborg (1279), Dorenborg (1286 / 1287), Dorrenburch (1295), Dorenborch (1299), Dorenborgh (1345).

1243 wird Conradus de Dorenburg genannt, der vielleicht schon in einer von Gräften und Wällen umgebenen Burg wohnte. Der Lehnsmann des Grafen von Mark wird als Zeuge in einer Urkunde im Zusammenhang mit den Rittern Gerlacus und Wezelius von Strünkede aufgeführt. Rutger von Dorneburg zündete 1322 bei einem Streit mit Bowo von Strünkede dessen Schloss an. Dieser Rutger nannte sich 1345 mit Beinamen Aschebrock; er hatte die Funktion des Amtmannes (Oberster Verwalter) von Bochum. Um 1445 geriet die Burg an die Familie Loe.

Erwähnt wird in der Türkensteuerliste von 1542 „Up ter Aldendorneburg“ und im Türkensteuerregister von 1598 „Alte Dornenborg. Im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum von 1664 erscheint mehrfach als Grundherr Lo(h)e zu(r) Dorne(n)burg(h). 1669 gelangte das Anwesen durch Heirat der letzten Erbtochter Elisabeth Klara von Loe mit Conrad von Strünkede in dessen Besitz. Nach dem Tod der ersten Frau 1671 heiratete Conrad bald darauf die Gräfin Sophie von Schwerin, mit der er zehn Kinder hatte.

Conrad verstand es, nach dem Verlust seines Landbesitzes am Niederrhein sich dafür vom brandenburgischen Kurfürsten durch „Lehnbrief über die Herrlichkeit Dorneburg“ vom 6. März 1690 die „Cicil-Kriminal-Jurisdiktion“ sowohl über seinen Burgbezirk als auch über Bickern, Eickel, Holsterhausen, Röhlinghausen und die Riemker Mark zu sichern. Bis etwa 1850 erinnerte der Schandpfahl auf dem Eickler Markt noch an die alte Gerichtsstätte. Durch geschicktes Taktieren gelang es Conrad, 1717 auch Gut Gosewinkel in den Dorneburger Besitz einzugliedern.

Dieser bedeutende Mann, der als preußischer Regierungsrat von Kleve tätig war, erhielt nach seinem Tode 1707 von seiner Gemahlin für sich und seine Angehörigen ein großes Grabdenkmal in einer Seitenkapelle der Eickeler Johanniskirche gesetzt. Das gewaltige Monument aus Baumberger Sandstein zählt zu den bedeutendsten Grabdenkmälern Deutschlands des frühen 18. Jahrhunderts und wurde von Johann Mauritz Gröninger geschaffen. Diese zwölfköpfige Figurengruppe wurde 1890 an das Märkische Museum Witten zum Preis von 1.000 Goldmark verkauft.

Der Dorneburger Besitz, der neben dem Strünkeder damals einer der bedeutendsten des Gebiets war, geriet 1765 in Konkurs. Zur Konkursmasse gehörte unter anderem das „… adelige Haus Dorneburg nebst Wälle, Gräben, Gärten, Baumhof, Jagd, Fischerei, Taubenflucht und sonstigen Freiheiten…“

Der Danziger Hauptmann von Kuschinsky kaufte die Anlage: im 19. Jahrhundert erbte die Familie von Untzer den Adelsitz. Nach einem Brand 1844 wurden das Haupthaus und die Ökonomie mit Mühle als klassizistische Bauten unter Verwendung des barocken Portals von Haus Gosewinkel neu errichtet.

1866 ging der Besitz an den Bickerner Bauern Heinrich Riemann, der ihn später an die Hibernia AG verkaufte. Um 1900 gab es in der Dorneburg eine Gaststätte. Im Ersten Weltkrieg wurde von der Zeche Shamrock auf dem Gelände der Dorneburg ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet.

1942 / 43 wurde der ehemalige Adelssitz von Bomben schwer getroffen, die Ruine 1951 / 55 abgetragen. An dieser Stelle entstand eine Wohnsiedlung, die den Namen „Auf der Dorneburg“ erhielt. [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11]

Literatur

Lesen Sie auch

Quellen

  1. StAH, Protokollbuch des Rates der Stadt Wanne-Eickel 1953 - 1956, Blatt 25, TOP 15
  2. "HERNE - von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße", Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Herne 1997
  3. Bauermann 1937, S. 113.
  4. Borgmann 1936, S. 26.
  5. Rübel 1894, Nr. 398.
  6. Rübel 1910, Nr. 806 u. 829.
  7. Schulte 1925, S. 51, 62, 70, 80 f., 88, 93, 95, 147 u. 152.
  8. Symann 1929, Nr. 952.
  9. WAZ 24.11.1951.
  10. Westfälische Rundschau 20.12.1951.
  11. WUB VII 1908/1975, Nr. 542, 546, 2025, 2330 u. 2571