Urkunde 1188 - Kloster Kamp - Wecelo de Strunkete
Ausstellungsort Kleve
Aussteller Graf Theodor von Kleve → Kloster Kamp
Sprache Latein
Aufbewahrungsort Landesarchiv NRW Abt. Rheinland Signatur: AA 0345, Nr. 7
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Urkundentext
1188,
Graf Theoderich von Cleve schenkt, mit Zustimmung seiner Mutter Aleidis und seines Bruders Arnold, die zwischen Wissel und Rees gelegene Rheininsel der Abtei Camp
"In nomine domini. Ego theodericus diuina misericordia comes de cliuo. generationi huic est in perpetuum. Quoniam quidem elemosinarum largitiones et maxime pauperibus christi sub regule institutione deo et monástica in cenobiis famulantibus stipendia et uictualia necessaria conferre operis deo placiti audiuimus. aliquantam nostre hereditatis et iuste possessionis portionem christo et sue pic genitrici in campo pauperibusque christi ibidem nocte dieque domino seruientibus ob redemptionem animarum predecessorum nostrorum. et uitç salutis stabilitatem animarumque in futuro requiem, conferre diuina inspirante dementia, tarn utile duxinius quam honestum. Sciat igitur tarn presens quam in perpetuum successura generatio. quod nos cum matre nostra comilissa Aleide, et fratre nostro Arnoldo insulam secus Wiskelam in alueo rheni coniectam. cum omnibus apperlinentiis suis, in terris arabilibus et aqua illa que uulgo dicitur colc. in decimis. et quiequid in eadem utilitatis in posterum prouenire poterit. ecclesie b. dei genitricis in campo, et fratribus ibidem uigilantissime deo seruientibus libere et absolute et absque alieuius contradictionis oblocutione in cliuo coram hominibus nostris tarn ministerialibus quam fcodatis contradidimus. Ut autem hec rata ecclesie et fratribus perpetuo persenerent. presenti pagina ymaginis nostre impressione munita confirmauimus appositis idoneis qui huic donationi interfuerunt testibus.
Acta sunt hec et publica donatione celebrata in cliuo. anno domini M.C.LXXXVIII. Regnante illustrissimo imperatore friderico. Cathedram coloniensem sedente reuerentissimo antistite philippo feliciter. Huius facti testes assuerunt. Wecelo de strunkete. Amandas de thyla. Suetherus castellanas. Stephanas de oye. Rotgerus pincerna. Arnoldus camerarius. et alii."[1]
Übersetzung
Im Namen des Herrn. Ich, Dietrich, durch göttliche Barmherzigkeit Graf von Kleve, [entbiete] dieser und der zukünftigen Generation [meinen Gruß] für immer. Da wir nämlich gehört haben, dass das Spenden von Almosen, und insbesondere das Gewähren von notwendigem Unterhalt und Lebensmitteln an die Armen Christi, die unter der Ordensregel Gott und dem monastischen Leben in den Klöstern dienen, ein Gott wohlgefälliges Werk ist, haben wir es unter dem Einfluss der göttlichen Milde für ebenso nützlich wie ehrenhaft erachtet, einen gewissen Teil unseres Erbes und rechtmäßigen Besitzes Christus und seiner frommen Mutter in Camp sowie den Armen Christi, die ebendort Tag und Nacht dem Herrn dienen, zur Erlösung der Seelen unserer Vorfahren, für die Beständigkeit unseres Wohlergehens und Heils sowie für die zukünftige Ruhe der Seelen zu übertragen.
Es wisse daher sowohl die gegenwärtige als auch die in Ewigkeit nachfolgende Generation, dass wir zusammen mit unserer Mutter, der Gräfin Aleidis, und unserem Bruder Arnold die Insel nahe Wissel, die im Bett des Rheins liegt, mit all ihrem Zubehör, an Ackerland und jenem Gewässer, das im Volksmund „Kolk“ genannt wird, an Zehnten und was auch immer an Nutzen in Zukunft daraus entstehen kann, der Kirche der seligen Gottesmutter in Camp und den Brüdern, die ebendort Gott aufs Wachsamste dienen, frei, absolut und ohne den Widerspruch irgendeines Einspruchs in Kleve vor unseren Männern, sowohl Dienstmannen (Ministerialen) als auch Vasallen (Lehensleuten), übergeben haben.
Damit diese Dinge jedoch für die Kirche und die Brüder rechtskräftig und auf ewig beständig bleiben, haben wir sie mit dem gegenwärtigen Schriftstück, das mit dem Eindruck unseres Siegels versehen ist, bekräftigt, unter Hinzuziehung geeigneter Zeugen, die bei dieser Schenkung anwesend waren.
Dies wurde verhandelt und durch öffentliche Schenkung gefeiert in Kleve, im Jahre des Herrn 1188, unter der Regierung des erlauchtesten Kaisers Friedrich [Barbarossa], während der hochwürdigste Bischof Philipp den Kölner Stuhl glücklich innehatte.
Als Zeugen dieser Tat waren anwesend:
Wecelo von Strunkede
Amandus von Thyla
Sweder, der Kastellan (Burggraf)
Stephan von Oye
Rotger, der Mundschenk
Arnold, der Kämmerer
und andere.
-> Vgl.: die Gegenurkunde: Urkunde 1188 - Kloster Kamp - Wezelonis de Trunketo
Ein paar historische Hintergründe dazu:
- „In campo“ / „Kirche in Camp“: Hierbei handelt es sich um das berühmte Zisterzienserkloster Kloster Kamp (gelegen im heutigen Kamp-Lintfort).
- „Wiskelam“: Bezieht sich auf den Ort Wissel (heute ein Ortsteil von Kalkar), der nahe am Rhein liegt.
- „Kolk“: Das Wort steht damals wie heute am Niederrhein für ein durch einen Deichbruch oder eine Strömung entstandenes tiefes Gewässer.
- „Kaiser Friedrich“ & „Bischof Philipp“: Gemeint sind Kaiser Friedrich I. Barbarossa und der mächtige Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg.
Literatur
- Lacomblet, Theodor Joseph, Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Cöln, der Fürstenthümer Jülich und Berg, Geldern, Meurs, Cleve und Mark, und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden: aus den Quellen in dem Königlichen Provinzial-Archiv zu Düsseldorf und in den Kirchen- und Stadt ..., Bd. I, Nr. 510, S. 358.
Siehe auch
- Urkunde 1188 (Weiterleitungsseite) (← Links)
- Urkunde 1188 - Kloster Kamp - Wezelonis de Trunketo (← Links)
Quelle
- ↑ Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland - AA 0345 / Kamp, Urkunden AA 0345, Nr. 7

