SV Zeppelin Herne e.V.
Achim Raasch (stellv. Vorsitzender/Spielleiter)
SV Zeppelin Herne ist ein Schachverein in Herne, der am 13. März 1990 im Stadtteil Wanne als ASV Zeppelin gegründet wurde und in dem heute die Überlieferung dreier Herner Schachvereine zusammenläuft: des Gründungsvereins, der 1975 gegründeten Schachfreunde Neu-Herne und des 2015 aufgelösten SV Constantin Herne.[1]
Vorgeschichte im Zeppelinzentrum
Ausgangspunkt der Vereinsgeschichte war die Gründung des Arbeitslosenzentrums Herne im Jahr 1987. Die Kirchengemeinde Wanne-Süd stellte dafür ihre Sporthalle bereit, um arbeitslosen Menschen eine Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen. Gespielt wurden dort zunächst hobbymäßig Billard, Fußball, Tischtennis und Schach. Aus der Tischtennisgruppe entstand ab 1988 der ASV Maloche, der in der CVJM-Hobbyliga antrat.[1]
Namensgebend für den späteren Schachverein wurde das in der Zeppelinstraße gelegene Arbeitslosenzentrum, das im Sprachgebrauch „Zeppelinzentrum“ hieß.[1]
Gründung 1990 und Fusionen
Am 13. März 1990 beschlossen die Schachspieler, aus ihrem bis dahin losen Zusammenschluss einen Verein zu bilden; damit war der ASV Zeppelin gegründet. Anders als die Tischtennismannschaft, die in ihrer Hobbyliga blieb, nahm der Schachverein am Spielbetrieb des Deutschen Schachbundes teil.[1]
1993 fusionierte der ASV Zeppelin mit den Schachfreunden Neu-Herne. Der Verein trug danach den Namen ASV Zeppelin Neu-Herne.[1] Der Fusionsbeschluss wurde am 26. Juni 1993 im „Stöckmannshof“ vollzogen.[2]
Sportlicher Aufstieg 1990 bis 2000
Der Verein startete 1990 in der Kreisklasse und erreichte zehn Jahre später den Meistertitel der 2. Bundesliga, womit sportlich der Aufstieg in die 1. Bundesliga erreicht war. Bis zum Jahr 2000 stieg die erste Mannschaft zwölfmal auf und kein einziges Mal ab. Zu den weiteren Erfolgen zählten der Gewinn des NRW-Viererpokals 1999 und ein fünfter Platz bei der Deutschen Viererpokal-Meisterschaft. Die Vereinsdarstellung bezeichnet diese Serie als in der Geschichte des deutschen Schachsports einmalig.[1]
Bruch nach 2000
Mit dem Jahr 2000 änderte sich die Lage grundlegend. Nach Darstellung des Vereins fehlte die finanzielle Unterstützung aus der Herner Öffentlichkeit, sodass die erste Mannschaft den sportlich erreichten Platz in der 1. Bundesliga nicht einnehmen konnte. In der Folge verließen zahlreiche, vor allem spielstarke Mitglieder den Verein, der auf eine deutlich kleinere Größe schrumpfte.[1]
Dass der Verein in dieser Zeit weiter bestand, schreibt die Vereinsdarstellung insbesondere den verbliebenen Mitgliedern Gerd Schminder, Erich Leichner, Fritz Daubitz, Nikolaus von Blumenthal, Helmut Dirks und Achim Raasch zu. Der Verein nahm in dieser Phase den heutigen Namen SV Zeppelin Herne an und setzte den Spielbetrieb in kleinerem Rahmen fort.[1]
2015 erhielt der SV Zeppelin Herne unerwarteten Zulauf, als sich der SV Constantin Herne auflöste und die verbliebenen Mitglieder sich dem Zeppelin anschlossen. Damit war wieder ein spielstärkeres Mannschaftsgefüge möglich.[1][3]
In der Saison 2025/26 trat der Verein mit zwei Mannschaften in der 1. Kreisliga und der Kreisklasse A des Schachbezirks Herne-Vest an (Stand: 13. August 2026).[1]
Vorgängervereine
SV Constantin Herne
Zu Beginn des Jahres 1940 gründeten Schachspieler aus der Siedlung Constantin einen eigenen Verein unter dem Namen SV Constantin Herne; bis dahin hatten sie beim SK Sodingen 1924 im Stammhaus „Nöthe“ gespielt. Gründungsmitglied Walter Voß stellte seine Wirtschaft als Vereinslokal zur Verfügung. Erster Vorsitzender wurde Berthold Repons, Spielleiter Holger Feldmann.[3]
Das Gründungsjahr blieb strittig und war noch am 7. Februar 1965 Gegenstand einer Versammlung. Nach dem Protokoll dieser Versammlung wurden dazu die alten Protokollbücher des Schachvereins Sodingen ausgewertet; der früheste dortige Eintrag mit Bezug auf Constantin datiert vom 29. Dezember 1935, während der Verein sich erst ab dem 1. Januar 1940 von Sodingen trennte und selbständig an den Kreismeisterschaftsspielen teilnahm. Die Versammlung entschied, 1935 als Gründungsjahr anzuerkennen, und beschloss, den Vereinswimpel entsprechend zu ändern.[4] Beide Jahresangaben werden in der Vereinsdarstellung parallel geführt, weshalb das Jahr 2015 dort als 75. beziehungsweise 80. Jahr des Vereinsbestehens erscheint.[3]
Erste sportliche Erfolge stellten sich in den 1950er Jahren ein: zwei Siege im Viererpokal und der Aufstieg in die Verbandsklasse, das höchste eigenständig erreichte Ziel des Vereins. 1970 fusionierte der Verein mit dem bis dahin erfolgreichsten Herner Verein, dem SC Herne 19, zum SV Constantin Herne 19. Der Spielbetrieb fand zunächst in zwei Lokalen statt; kurzzeitig gelang der Aufstieg in die Verbandsliga, dem im Folgejahr der Rückfall in die Verbandsklasse folgte.[3]
Nach einigen Jahren stieg der Verein dauerhaft in die darunterliegende Bezirksklasse ab. Als die Erfolge ausblieben, verließen bis auf eine Person alle vormaligen Spieler des SC Herne 19 den Verein, sodass die Fusion faktisch gegenstandslos wurde. Eine förmliche Auflösung der Fusion ist nicht bekannt; der Verein firmierte später wieder unter seinem Gründungsnamen. Weiterer Mitgliederschwund führte 2015 zur Auflösung; die verbliebenen Mitglieder wechselten zum SV Zeppelin Herne.[3]
Von der Vereinschronik des SV Constantin Herne sind 124 Seiten aus den Jahren 1956 bis 1972 als Digitalisate online zugänglich; sie enthalten Protokolle von General- und Bezirksversammlungen, Clubmeisterschaften und Mitgliederlisten.[3]
Schachfreunde Neu-Herne
Am 10. Januar 1975 – im Jahr des Zusammenschlusses von Wanne-Eickel und Herne – wurde im Lokal „Zum Bären“ der Verein der Schachfreunde Neu-Herne gegründet. Erster Vorsitzender wurde Dieter Fuhrmann, Spielleiter Peter Braunschuh.[2]
In den frühen Jahren unternahm der Verein zahlreiche Schachtourneen zu Freundschaftsspielen in den Schwarzwald, den Spessart, den Odenwald und nach Berlin. Im Spielbetrieb des Deutschen Schachbundes erreichten die Mannschaften später die Oberliga; als größten Erfolg nennt die Vereinsdarstellung den Gewinn des Viererpokals 1980.[2]
Anhaltende Mitgliederabgänge schwächten spätestens in der Saison 1992/93 das Mannschaftsgefüge, sodass eine Fusion mit dem jungen Eickeler ASV Zeppelin beschlossen wurde. Die Verbindung von Neu-Herner Spielstärke aus Bezirksklasse und Oberliga mit der raschen Entwicklung der Zeppeliner sollte einen spielstarken Verein ergeben; der Zusammenschluss wurde am 26. Juni 1993 im „Stöckmannshof“ vollzogen.[2]
Zu den Gründungsmitgliedern zählten unter anderem Gerd Schminder, Gregor Luczak und Peter Braunschuh. Später kamen Fritz Daubitz (ab 1979), Herbert Pasternak (ab 1980), Nikolaus von Blumenthal (ab 1981) und Martin Krause (ab 1987) hinzu. Als weitere Mitglieder werden Klaus Kiwitter (1977–1983) und Günter Pfeifers (1978–1993) genannt.[2]
Namensfolge
| Zeitraum | Name |
|---|---|
| 1990–1993 | ASV Zeppelin |
| 1993–um 2000 | ASV Zeppelin Neu-Herne |
| seit etwa 2000 | SV Zeppelin Herne |
Weblinks
- Internetseite des SV Zeppelin Herne
- Vereinsgeschichte auf der Internetseite des Vereins
- Frühere Internetseite des SV Constantin Herne
- Schachbezirk Herne-Vest
Einzelnachweise
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 SV Zeppelin Herne: Vereinsgeschichte des SV Zeppelin Herne, sv-zeppelin.de, abgerufen am 13. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 SV Zeppelin Herne: Vereinsgeschichte der SF Neu-Herne, sv-zeppelin.de, abgerufen am 13. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 SV Zeppelin Herne: Vereinsgeschichte des SV Constantin Herne, sv-zeppelin.de, abgerufen am 13. August 2026.
- ↑ Protokoll der Generalversammlung des SV Constantin Herne vom 7. Februar 1965, Digitalisat der Vereinschronik, sv-zeppelin.de, abgerufen am 13. August 2026.

