Kulturpark „Unser Fritz“ (Herne)
Der Kulturpark „Unser Fritz“ ist eine öffentliche Freizeit- und Kulturfläche im Herner Stadtteil Unser Fritz unmittelbar an der ehemaligen Zeche und heutigen Künstlerzeche Unser Fritz 2/3. Der Park wurde im Jahr 2010 im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 eröffnet und verbindet Industriekultur, Kunst im öffentlichen Raum sowie Freizeitangebote entlang des Rhein-Herne-Kanals.
Entstehung und Hintergrund
Die Anlage entstand auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Unser Fritz 2/3, deren bergbauliche Nutzung bereits in den 1920er Jahren weitgehend eingestellt wurde. Seit den 1960er Jahren entwickelte sich die ehemalige Zeche unter Künstlern um den Herner Objektkünstler Helmut Bettenhausen schrittweise zu einem kulturellen Zentrum des Strukturwandels im Ruhrgebiet.
Im Zuge des Kulturhauptstadtjahres RUHR.2010 wurde das Umfeld der Künstlerzeche neu gestaltet. Ziel war es, die Emscherinsel zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher als öffentlich zugänglichen Kultur- und Freizeitort aufzuwerten. Die offizielle Eröffnung des Kulturparks erfolgte am 16. Mai 2010 mit Konzerten, Ausstellungen und Familienveranstaltungen.
Der Kulturpark verbindet seitdem mehrere Funktionen:
- Aufenthalts- und Freizeitfläche am Kanal,
- Erweiterung des Geländes der Künstlerzeche,
- Bestandteil der Route der Industriekultur,
- Veranstaltungsort für Kunst- und Kulturprojekte.
Zur Ausstattung gehören Grünflächen, Spiel- und Sportmöglichkeiten, Aufenthaltsbereiche sowie Kunstobjekte im Außenraum.
Kunstwerke und Gestaltung
Ein zentrales Kunstwerk des Parks ist der „Triumphbogen der Kohle“ von Helmut Bettenhausen am nördlichen Zugang des Parks. Die Stahlkonstruktion ist mit Kokskohle gefüllt und erinnert symbolisch an die bergbauliche Vergangenheit des Stadtteils. Das Werk wurde 2010 installiert.
Zum kulturellen Erscheinungsbild gehören außerdem:
- Graffiti- und Brückengestaltungen im Umfeld des Kanals,
- wechselnde Außenskulpturen auf dem Gelände der Künstlerzeche,
- temporäre Kunstaktionen im Zusammenhang mit RUHR.2010 und der Emscherkunst-Ausstellungen.
Besonders prägend ist die farbige Fußgängerbrücke über den Rhein-Herne-Kanal, die im Volksmund als „Papageienbrücke“ bezeichnet wird. Sie verbindet den Kulturpark mit den nördlich gelegenen Bereichen der Emscherinsel und entwickelte sich zu einem markanten Wahrzeichen des Quartiers.
Bedeutung für Herne
Der Kulturpark gilt als Beispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Wo früher Industrieanlagen dominierten, entstand ein öffentlicher Raum für Kunst, Begegnung und Naherholung. Zusammen mit der Künstlerzeche bildet der Park heute einen wichtigen Kulturstandort im Herner Norden.
Darüber hinaus wird das Gelände regelmäßig für:
- Konzerte,
- Theaterprojekte,
- Kunstausstellungen,
- Bildungsangebote und Führungen genutzt.
Aktuelle Diskussionen
In den letzten Jahren wird verstärkt über die zukünftige Nutzung und Weiterentwicklung des Geländes diskutiert. Themen sind unter anderem:
- die stärkere kulturelle Nutzung der ehemaligen Maschinenhalle,
- die Finanzierung und Sanierung einzelner Gebäudeteile,
- die bessere touristische Vermarktung des Areals,
- die Verbindung von Freizeitnutzung und Denkmalschutz.
Zudem wird die Künstlerzeche immer wieder als Beispiel für eine früh einsetzende Industriekulturbewegung im Ruhrgebiet hervorgehoben. Gleichzeitig beklagen Kulturschaffende zeitweise eine zu geringe öffentliche Wahrnehmung und begrenzte finanzielle Mittel für Veranstaltungen und Infrastruktur.
Auch die sogenannte „Liebesschloss-Brücke“ an der Papageienbrücke führte lokal zu Diskussionen über partizipative Kunst im öffentlichen Raum und die Nutzung des Kanalumfelds als touristischer Anziehungspunkt.
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Quellen
- Stadt Herne: „Künstlerzeche Unser Fritz 2/3“
- WAZ Herne/Wanne-Eickel: „Kulturpark Unser Fritz eröffnet“ (2010)
- Route der Industriekultur / Ruhrgebiet Industriekultur
- Kulturinfo Ruhr: Informationen zur Künstlerzeche und zum Theater Unser Fritz
- Waymarking.com: Beschreibung des „Triumphbogens der Kohle“
- Kulturstrolche Herne: Informationen zur Künstlerzeche und kulturellen Bildungsarbeit
- WAZ Herne/Wanne-Eickel: Berichte zur „Liebesschloss-Brücke“ und Entwicklung des Quartiers Unser Fritz

