Gaststätte "Zum Kurfürsten" Herne

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Die ehemalige Gaststätte „Zum Kurfürsten“ gehört zu den ältesten noch bekannten Traditionsgaststätten der Herner Innenstadt. Das Haus befindet sich an der Bochumer Straße 69 und liegt an einer der historischen Hauptverkehrsachsen der Stadt. Bereits im frühen 20. Jahrhundert war die Gaststätte ein fester Orientierungspunkt im Stadtbild von Herne.

Zum Kurfürsten
Andreas Janik im Mai 2026
Herne-MitteHerne
🍻
Eröffnet1890
🔒
GeschlossenJa
💃
SaalJa
Die Karte wird geladen …
StadtbezirkOrtsteil

Lage und Umfeld

Die Bochumer Straße zählt zu den ältesten und bedeutendsten Verkehrswegen Hernes. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einer der meistgenutzten Straßen der Gemeinde und späteren Stadt Herne. Entlang dieser Straße entstanden zahlreiche Geschäfte, Handwerksbetriebe und Gastwirtschaften, die vom starken Bevölkerungswachstum während der Industrialisierung profitierten. In diesem Umfeld etablierte sich auch die Gaststätte „Zum Kurfürsten“.

Der Gründer Georg Hirdes kam als junger Mann ins Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen war er zunächst als Bergmann tätig, dann siedelte er nach Herne über, kaufte auf der Shamrockstraße eine Wirtschaft und eröffnete ein Fuhrgeschäft. 1890 erwarb er dieses Grundstück auf der Bochumer Straße, wo er einen Neubau errichtete, die Wirtschaft "Zum Kurfürsten". Später überließ er die Wirtschaft seinem Sohn Hans und zog sich als Rentner in den Ruhestand zurück.

Bedeutung für Alt-Herne

Wie viele traditionelle Ruhrgebietsgaststätten war der „Kurfürst“ weit mehr als ein Ort zum Essen und Trinken. Solche Lokale dienten als Treffpunkte für Nachbarn, Vereine, Geschäftsleute und Arbeiter. Die Lage an der stark frequentierten Bochumer Straße machte die Gaststätte zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt im südlichen Bereich der Herner Innenstadt. Auch wenn über die einzelnen Wirte bislang nur wenige Quellen bekannt sind, deutet die lange Existenz des Hauses auf eine kontinuierliche Bedeutung für das lokale Gemeinschaftsleben hin.

Die benachtbarte kurze Kurfürstenstraße erhielt erst 1912 ihren Namen. Ob der Name der Gaststätte ausschlaggebend war?

Das Gebäude

Das Gebäude an der Bochumer Straße 69 gehört zu den historischen Bauwerken im alten Herner Stadtkern. Über Jahrzehnte blieb die Gaststätte ein fester Bestandteil der Straßenansicht. Anders als zahlreiche andere Herner Traditionsgaststätten, die in den Nachkriegsjahren oder während der Stadtsanierung verschwanden, blieb das Haus erhalten.

Gegenwart

Noch heute ist der Name „Zum Kurfürsten“ in Herne bekannt. Das ehemalige Traditionsgasthaus wird hin und wieder für Veranstaltungen genutzt. So fanden dort beispielsweise kulturelle Veranstaltungen und Kunstausstellungen statt. Im Jahr 2024 wurde das Gebäude in Ankündigungen ausdrücklich als „ehemaliges Herner Traditionsgasthaus“ bezeichnet, was die historische Bedeutung des Hauses unterstreicht.

Bedeutung für die Stadtgeschichte

Der „Kurfürst“ zählt zu den wenigen historischen Gaststättenstandorten an der Bochumer Straße, deren Name bis in die Gegenwart überliefert ist. Das Haus dokumentiert die Entwicklung Hernes von einer ländlichen Gemeinde des 19. Jahrhunderts zur Industriestadt des Ruhrgebiets. Als traditionsreiche Gastwirtschaft steht es beispielhaft für die lokale Kneipenkultur, die das gesellschaftliche Leben der Stadt über Generationen hinweg geprägt hat.

Zu diesem Artikel fehlen noch wichtige Informationen.
Helfen Sie mit, den Artikel Gaststätte "Zum Kurfürsten" Herne zu vervollständigen und zu verbessern!

👉 Werden Sie Teil unseres Stadtgeschichts-Wikis: Jetzt anmelden und Autor werden!
📧 Alternativ: Senden Sie uns Ihren Beitrag einfach per E-Mail an redaktion@hv-her-wan.de

Gemeinsam bewahren und erzählen wir unsere Geschichte.


Verwandte Artikel

Einzelnachweise