Franz Wehling (1853-1937) Handwerker, Kaufmann & Gastwirt

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Franz Wehling (* 18. Oktober 1853 in Recklinghausen; † 9. November 1937 in Herne) war ein bekannter Herner Kaufmann und Handwerker.

Franz Wehling
Franz Wehling
Handwerker, Kaufmann, Gastwirt
Geboren18. Oktober 1853
in Recklinghausen
✝️
Gestorben9. November 1937
in Herne
🏠
Letzte AdresseBahnhofstraße 79

Leben

Franz Caspar Wehling wurde als Sohn des gleichnamigen Schreiners Franz Wehling (1826-1885) und dessen Gattin Regina Blumberg (1827-1910) in Recklinghausen geboren und am 19. Oktober in der Probsteikirche getauft. Er kam 1869 mit 16 Jahren zusammen mit seinen Eltern in das damals noch dörfliche Herne und widmete sich zunächst dem elterlichen Tischlerhandwerk. Er gründete später eine eigene Möbelschreinerei mit angeschlossenem Sarggeschäft in der Grabenstraße. Wehling erwarb sich weit über die Grenzen Hernes hinaus einen Ruf als tüchtiger Handwerker. Am 16. Februar 1882 heiratete er in Herne Elisabeth Maria Theresia Willenberg (* 21. Feb. 1862 in Holzhausen; †16. Juli 1943 in Herne).

Wirken in Herne

Wehling war maßgeblich an der städtebaulichen Entwicklung der Herner Bahnhofstraße beteiligt. Im Jahr 1893 errichtete er das erste "Großhaus" an der Bahnhofstraße, zu einer Zeit, als diese noch den Charakter einer einfachen Landstraße hatte. 1908 folgte der Bau eines zweiten Großhauses, in dem er ein bedeutendes Textilwarengeschäft begründete.

Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann und Handwerker ist Wehling durch die Errichtung des Ausflugslokals „Waldeslust“ am Rande der Herner Mark bekannt geworden, das er um 1895 kurz nach der Abteufung der Zeche Constantin der Große 4/5 gründete. Das Lokal entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel für die Herner Bevölkerung. Aufgrund der Beeinträchtigungen durch die Zechenabgase musste der Betrieb später eingestellt werden; das Anwesen wurde von der Zeche übernommen und zu einem Beamtenkasino umgewandelt.

Tod

Franz Wehling verstarb am 9. November 1937 im Alter von 84 Jahren. Er genoss in der Herner Bürgerschaft hohes Ansehen. Sein Stammhaus befand sich in der Bahnhofstraße 79, von wo aus am 12. November 1937 auch seine Beerdigung stattfand. Die Beisetzung wurde von einem Seelenamt in der St.-Bonifatius-Kirche begleitet.

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Quellen