Bruno Danek (1926-2014) Lokalpolitiker
Bruno Danek (* 3. Dezember 1926 in Börnig; † 17. Dezember 2014 in Herne) war ein deutscher Gewerkschafter, Kommunalpolitiker der SPD und Bezirksvorsteher des Stadtbezirks Sodingen. Über Jahrzehnte war er insbesondere mit der Zeche Mont Cenis, der betrieblichen Interessenvertretung der Bergleute und der kommunalen Entwicklung Sodingens verbunden.
Leben und Beruf
Bruno Danek wurde am 3. Dezember 1926 in Börnig geboren. Im Jahr 1941 begann er als Bergmann auf der Zeche Mont Cenis zu arbeiten. Damit gehörte er bereits als Jugendlicher zur Belegschaft des für Sodingen wichtigen Bergwerks.
Seit 1952 war er Mitglied des Betriebsrates der Zeche Mont Cenis. Später wurde er Betriebsratsvorsitzender der Zechen Mont Cenis und Constantin. In einer zeitgenössischen Darstellung aus dem Jahr 1976 wird dagegen das Jahr 1956 als Beginn seiner Tätigkeit im Betriebsrat genannt.[2][3]
Danek engagierte sich außerdem in der Gewerkschaftsarbeit. Von 1962 bis 1969 gehörte er dem Aufsichtsrat der Krupp-Hüttenwerke an.[4] Sein gewerkschaftliches Engagement führte ihn schließlich in die Kommunalpolitik.
Kommunalpolitik in Herne
1964 wurde Bruno Danek in den Rat der damaligen Stadt Herne gewählt. Dort gehörte er bis zum Ende der kommunalen Selbstständigkeit der alten Stadt Herne im Jahr 1974 dem Rat als Stadtverordneter an.[5]
Mit der kommunalen Neugliederung und dem Zusammenschluss der Städte Herne und Wanne-Eickel zur neuen Stadt Herne am 1. Januar 1975 setzte Danek seine politische Tätigkeit im Rat der neuen Stadt fort. Er blieb bis 1979 Stadtverordneter.[6]
Bezirksvorsteher von Sodingen
Eine besondere Bedeutung erhielt Bruno Danek nach der kommunalen Neugliederung von 1975. Mit der Bildung der vier Stadtbezirke der neuen Stadt Herne entstanden auch Bezirksvertretungen. Danek wurde zum ersten Bezirksvorsteher des Stadtbezirks Sodingen gewählt.
Zu seinem Bezirk gehörten neben Sodingen unter anderem Börnig, Holthausen, Horsthausen, Pantringshof, Elpeshof und Constantin. In einer 1976 erschienenen Ausgabe der Zeitschrift Herne – unsere Stadt äußerte sich Danek ausführlich über die neue Arbeit der Bezirksvertretung und das Verhältnis zwischen Bürgern, Bezirksvertretung, Rat und Verwaltung.[7]
Dabei betonte Danek insbesondere die Bedeutung der Bürgerbeteiligung. Die neu geschaffenen Bezirksvertretungen sollten seiner Auffassung nach nicht lediglich Verwaltungsorgane sein, sondern Ansprechpartner für die Bevölkerung des jeweiligen Stadtbezirks.
Danek blieb von 1975 bis 1989 Bezirksvorsteher von Sodingen. Damit war er 14 Jahre lang das politische Gesicht des Stadtbezirks. In dieser Zeit begleitete er die Entwicklung Sodingens innerhalb der neu gebildeten Stadt Herne.[8]
Politisches Verständnis
Daneks politische Tätigkeit war eng mit seiner Herkunft aus der Bergarbeiterschaft und seiner langjährigen Tätigkeit als Gewerkschafter verbunden. In seiner Funktion als Bezirksvorsteher verstand er die neu geschaffene Bezirksvertretung vor allem als Bindeglied zwischen Bevölkerung und Stadtverwaltung.
In einem Interview nach seinem ersten Jahr als Bezirksvorsteher beschrieb er die unterschiedlichen Ortsteile des Bezirks als besondere Herausforderung. Gleichzeitig forderte er die Bürger dazu auf, sich selbst in die Arbeit der Bezirksvertretung einzubringen und Kritik, Anregungen und eigene Vorstellungen vorzubringen.[9]
Damit steht Danek beispielhaft für eine Generation von Kommunalpolitikern, deren politische Laufbahn aus der Arbeitswelt des Ruhrgebiets und der betrieblichen Interessenvertretung in die kommunale Selbstverwaltung führte.
Ehrung
1979 erhielt Bruno Danek in Anerkennung seiner Verdienste den Ehrenring der Stadt Herne.[10]
Am 18. Oktober 2017 wurde in Herne-Börnig der Bruno-Danek-Weg nach ihm benannt. Die Straße erinnert damit an einen Kommunalpolitiker, der insbesondere mit der Entwicklung des Stadtbezirks Sodingen verbunden war.[11]
Tod
Bruno Danek starb am 17. Dezember 2014 im Alter von 88 Jahren in Herne. Er wurde auf dem katholischen Friedhof an der Widumer Straße in Herne-Börnig beigesetzt.[12]
Literatur und Quellen
- Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt: Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Herne 1997.
- Herne – unsere Stadt, Ausgabe 1/1976.
Verwandte Artikel
- Bezirksvertretung Herne-Sodingen (← Links)
- Bruno Danek (Weiterleitungsseite) (← Links)
Quellen
- ↑ Foto: Fachbereich Pressebüro - Bildarchiv
- ↑ Stadt Herne: Bruno-Danek-Weg, https://www.herne.de/Wirtschaft-und-Infrastruktur/Verkehr/Stra%C3%9Fenverzeichnis/Stra%C3%9Fen-Detailsicht_177216.html
- ↑ Historischer Verein Herne/Wanne-Eickel: Herne – unsere Stadt, Ausgabe 1/1976, https://hv-her-wan.de/images/pdf/1976-01-Herne_unsere_Stadt.pdf
- ↑ Stadt Herne: Bruno-Danek-Weg, https://www.herne.de/Wirtschaft-und-Infrastruktur/Verkehr/Stra%C3%9Fenverzeichnis/Stra%C3%9Fen-Detailsicht_177216.html
- ↑ Stadtverordneten-Versammlung Herne 1969-1975
- ↑ Stadt Herne: Bruno-Danek-Weg, https://www.herne.de/Wirtschaft-und-Infrastruktur/Verkehr/Stra%C3%9Fenverzeichnis/Stra%C3%9Fen-Detailsicht_177216.html
- ↑ Historischer Verein Herne/Wanne-Eickel: Herne – unsere Stadt, Ausgabe 1/1976, https://hv-her-wan.de/images/pdf/1976-01-Herne_unsere_Stadt.pdf
- ↑ Stadt Herne: Bruno-Danek-Weg, https://www.herne.de/Wirtschaft-und-Infrastruktur/Verkehr/Stra%C3%9Fenverzeichnis/Stra%C3%9Fen-Detailsicht_177216.html
- ↑ Historischer Verein Herne/Wanne-Eickel: Herne – unsere Stadt, Ausgabe 1/1976, https://hv-her-wan.de/images/pdf/1976-01-Herne_unsere_Stadt.pdf
- ↑ Stadt Herne: Bruno-Danek-Weg, https://www.herne.de/Wirtschaft-und-Infrastruktur/Verkehr/Stra%C3%9Fenverzeichnis/Stra%C3%9Fen-Detailsicht_177216.html
- ↑ Stadt Herne: Bruno-Danek-Weg, https://www.herne.de/Wirtschaft-und-Infrastruktur/Verkehr/Stra%C3%9Fenverzeichnis/Stra%C3%9Fen-Detailsicht_177216.html
- ↑ Stadt Herne: Bruno-Danek-Weg, https://www.herne.de/Wirtschaft-und-Infrastruktur/Verkehr/Stra%C3%9Fenverzeichnis/Stra%C3%9Fen-Detailsicht_177216.html

