Bahnhofstraße 126 - Herne

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Das Haus Bahnhofstraße 126 ist ein Wohn/Bürohaus im östlichen Teil der Straße an der Ecke zur Eschstraße.

Bahnhofstraße 126
Erbaut: < 1870
Auch bekannt als: Stammhaus Schlenkhoff
Stadtbezirk: Herne-Mitte
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Letzte Änderung: 28.04.2026
Geändert von: Andreas Janik
Auf dieser Karte von 1824 ist bereits ein Haus an dieser Stelle zu erkennen.

Über die Geschichte des Hauses schrieb im Dezember 1935 Leo Reiners:

"Auf der anderen Ecke [der Eschstraße] lag (vor 1874 als das nördlichste Herner Haus auf der östlichen Seite der Bahnhofstraße) das
Haus Schlenkhoff.
Das Grundstück, das ostwärts fast bis an die Oelmühle reichte, hatte zur Ölkoppenburg gehört und war 1811 bei der Versteigerung Strünkeder Besitzes von Heinrich Schlenkhoff gt. Dux als Ackerland für 219 Taler erworben worden. Wann es bebaut wurde, ist nicht genau bekannt, es standen 1870 bereits drei Gebäude, und zwar das Wohnhaus an der Straße, der rechtswinkelige dazu (unter Freilassung einer Ecke) angesetzte Bau an der Friedrichstraße[1] (damals Ökonomiegebäude, 1900 zum Wohn- und Geschäftshaus um- und neu gebaut) und ein kleiner Bau hinter dem Wohnhaus. Dieser war 1877 verschwunden und südöstlich von ihm das niedrige Schlenkhoffsche Büro- und Wohnhaus entstanden, in dem sich jetzt [1935] die Tanzschule Diel befindet. Eigentümer des Schlenkhoffschen Grundstücks wurde nach dem Kalkbrennerbesitzer Heinrich Schlenkhoff sein Neffe Wilhelm Schlenkhoff, seit 1917 ist dessen Sohn Wilhelm Schlenkhoff Eigentümer.
Neben dem Schlenkhoffschen Hause, also über den jetzigen Hof an der Süd Ecke der Tanzschule vorbei, ging von alters her der Zufahrtsweg von der Landstraße zum "Kapswall", dem Land, das von dem Mühlenteich umschlossen wurde. In der Mitte der nordwestlichen Schmalseite des Teichvierecks führte zu diesem Zwecke eine Brücke über den Teich." [2]

Im Jahr 1932 gründete Dipl.-Ing. Albert Ludwig Emil Schlenkhoff in der Bahnhofstraße 126 den Industriedienstleister IFÜREL.

Während das Bürogebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, blieb das Stammhaus – wie zahlreiche weitere Gebäude in Herne – von Bombenangriffen verschont. Im Jahr 1945 kehrte auch Alberts älterer Bruder Friedrich-Wilhelm Schlenkhoff mit seiner Familie aus Berlin nach Herne zurück. In der Folgezeit lebten vorübergehend mehrere Generationen sowie verschiedene Familienstämme gemeinsam im Haus an der Bahnhofstraße.

Friedrich-Wilhelm Schlenkhoff gründete 1947 ebenfalls in der Bahnhofstraße 126 den Verlag „Neue Wirtschafts-Briefe“. Nach einer anfänglichen Phase in provisorisch eingerichteten Büroräumen zog der Verlag, der zu diesem Zeitpunkt bereits 25 Mitarbeiter beschäftigte, in die Schlenkhoffsche Waschanstalt um. Seit 2006 wird das Unternehmen von Ludger Kleyboldt, einem Enkel Friedrich-Wilhelm Schlenkhoffs, geleitet. Der NWB Verlag zählt bis heute zu den führenden Fachverlagen für Steuer- und Wirtschaftsrecht in Deutschland.

Das Unternehmen IFÜREL wird heute von Henrich Kleyboldt, einem Großneffen Albert Schlenkhoffs, geführt. Der Firmensitz befindet sich weiterhin im Schlenkhoffschen Stammhaus sowie im neu errichteten Verwaltungsgebäude Bahnhofstraße 120 (Herne) IFÜREL-Verwaltung.[3]

Einzig die Vortreppenanlage wurde von front- zum zweiseitigen Aufgang geändert.

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Einzelnachweise