Albert Schlenkhoff (1904-1996) Ingenieur und Unternehmer
Dipl.-Ing. Albert Ludwig Emil Schlenkhoff (*13. Juni 1904 in Herne; † 23. Februar 1996 ebenda) war ein deutscher Ingenieur, Unternehmer und Gründer eines elektrotechnischen Unternehmens, aus dem die heutige IFÜREL EMSR-Technik GmbH & Co. KG hervorging.
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Albert Ludwig Emil Schlenkhoff wurde als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Schlenkhoff (1874–1938) und dessen Ehefrau Maria Justine „Elfriede“ von Martitz (1878–1963) als zweites Kind in Herne geboren. Die Familie war evangelisch, seine Mutter eine Tochter des Pastors von Martitz und in Herne gut verankert. Das Umfeld war bürgerlich geprägt und wirtschaftlich aktiv.
Ausbildung und frühe Jahre
Schlenkhoff war studierter Diplom-Ingenieur. Bereits früh zeigte sich sein Interesse an Technik und Elektrotechnik, aber auch an der Jagd.
In jungen Jahren war er auch im gesellschaftlichen und studentischen Umfeld aktiv. Ein dokumentierter Vorfall aus dem Jahr 1927/28 erwähnt ihn als Motorradfahrer bei einem tödlichen Unfallgeschehen im Raum Münster; hierbei wurde er später vor Gericht freigesprochen.[1][2]
Unternehmerische Entwicklung
Gründung und Aufbau
Albert Schlenkhoff gründete in Herne ein elektrotechnisches Unternehmen. Dieses entwickelte sich über Jahrzehnte weiter und bildet die Grundlage der heutigen IFÜREL EMSR-Technik GmbH & Co. KG.
Unternehmensentwicklung (Auswahl)
- 1930er: Aufbau eines Elektrogroßhandels und Ingenieurbüros
- 1934: Eintragung als „Albert Schlenkhoff Elektrogroßhandel“
- 1934: Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft
- 1938: Eintragung eines Ingenieurbüros für elektrotechnische Lieferungen („Ifürel“)
- 1942: Gründung einer Unterstützungseinrichtung als GmbH
Das Unternehmen entwickelte sich von einem Handels- und Ingenieurbüro zu einem spezialisierten Dienstleister für industrielle Elektrotechnik.
Rechtliche und wirtschaftliche Tätigkeit
Schlenkhoff war nicht nur Unternehmer, sondern auch wirtschaftlich aktiv in Unternehmensfragen.
Ein bekanntes Ereignis ist eine Anfechtungsklage gegen ein Zementwerk der Familie Schlenkhoff (1930/31). Das Landgericht Bochum gab ihm 1931 teilweise Recht und erklärte einen Gesellschafterbeschluss für nichtig.
Dies zeigt seine aktive Rolle in wirtschaftlichen und juristischen Unternehmensfragen.
NS Parteiangehörigkeit

- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland - NW 1102 / SBE Hauptausschuss Stadtkreis Herne NW 1102, Nr. 554 - (554) Entnazifizierung Albert Schlenkhoff , geb. 13.06.1904 (Geschaeftsfuehrer)
Persönliches Leben
Im Jahr 1940 verlobte sich Schlenkhoff mit der Fabrikantentochter Dr. med. Dorothea Asdecker (1908-?) . Die Verlobung wurde öffentlich bekanntgegeben. Eine Ehe ist aber mit Margret Jahrmann (1910-1996) dokumentiert.
Er lebte sein gesamtes Leben in Herne und blieb der Stadt eng verbunden.
Spätere Jahre
Albert Schlenkhoff blieb bis ins hohe Alter mit seinem Unternehmen verbunden. Er wirkte als Geschäftsführer und Unternehmer in verschiedenen Firmenstrukturen, darunter auch eine Unterstützungseinrichtung seines Ingenieurbüros.
Er starb 1996 in Herne, einen Tag vor seiner Ehefrau Margret Jahrmann († ebenfalls 1996) kinderlos und wurde auf dem ev. Friedhof beigesetzt.
Bedeutung
Albert Schlenkhoff gehört zu den Ingenieurunternehmern des Ruhrgebiets, die:
- technische Entwicklung mit Unternehmertum verbanden
- den Aufbau mittelständischer Industrieunternehmen prägten
- die Entwicklung der EMSR-Technik im Ruhrgebiet mitgestalteten
Sein Unternehmen besteht in modernisierter Form bis heute fort und blieb im Familienbesitz.

