Avenger
Avenger war eine deutsche Heavy-Metal-Band aus Herne. Sie bestand unter diesem Namen von ihrer Gründung in den frühen 1980er Jahren bis 1986, bevor sie sich in Rage umbenannte und unter diesem Namen internationale Bekanntheit in der Speed- und Power-Metal-Szene erlangte.[1]
Jochen Schroeder
Alf Meyerratken
Bandgeschichte
Gründung
Das genaue Gründungsjahr der Band wird in den verfügbaren Quellen uneinheitlich angegeben: Die deutschsprachige Wikipedia nennt unter Berufung auf einen 2024 im Magazin RockHard erschienenen Artikel das Jahr 1982,[2] die englischsprachige Wikipedia „Anfang 1983“,[3] während Discogs und weitere Musikdatenbanken 1984 als Gründungsjahr führen.[1][4]
Übereinstimmend wird berichtet, dass die Band vom ehemaligen Steeler-Schlagzeuger Jan Yildiral zusammen mit den Gitarristen Jochen Schroeder und Alf Meyerratken in Herne gegründet wurde.[2] Als weiteres Mitglied der ersten Besetzung wird der Bassist Klaus Müller genannt.[3] Yildiral verließ die Band Ende 1983, um sich Steeler anzuschließen.[3] Anfang 1984 kamen Peavy Wagner als Sänger und Bassist sowie der Schlagzeuger Jörg Michael zur Band.[3] Nach einer zweiten Demoaufnahme nahm die Band im Oktober 1984 im Studio Wahn in Bochum ihr Debütalbum Prayers of Steel auf.[5]
Demoaufnahmen in Herne
Beide dokumentierten Demos der Band entstanden in Herne. Die erste Demoaufnahme wurde im Februar 1984 im Studio Gallonska von Uli Gallonska aufgenommen und enthielt die Titel Faster Than Hell, Adoration, Destination Day und Assorted by Satan.[6][7]
Die zweite Demoaufnahme entstand im Juli 1984 am Stennert in Herne und wurde von Uli Schnarre aufgenommen; sie umfasste die Titel Battlefield, South Cross Union, Adoration und Bloodlust.[6][7] Aus demselben Monat und ebenfalls vom Stennert stammen acht weitere von Schnarre mitgeschnittene Proberaumaufnahmen, darunter die zuvor unveröffentlichten Stücke Seven Gates of Hell und Victim of Rock.[6][7] Uli Schnarre wirkte später auch an der Produktion des Debütalbums Prayers of Steel als Tontechniker und beim Mischen mit.[5] Sämtliche Demo- und Proberaumaufnahmen erschienen später als Bonus-CD einer Doppel-CD-Ausgabe von Prayers of Steel.[6]
Umbenennung in Rage
1986 benannte sich die Band in Rage um, da zu dieser Zeit bereits eine britische Band gleichen Namens existierte.[2] Als neuer Name war zunächst Furious Rage vorgesehen; das Plattenlabel Noise Records kürzte den Namen im Zuge der Veröffentlichung des ersten unter dem neuen Namen erschienenen Albums Reign of Fear (1986) auf Rage.[2] Zu dieser Zeit gehörte auch der Gitarrist Thomas „Guinness“ Grüning zur Besetzung, der Alf Meyerratken zu einem nicht genau dokumentierten Zeitpunkt ablöste.[3] Unter dem Namen Rage wurde die Band zu einer der bekanntesten deutschen Power-Metal-Bands und gilt gemeinsam mit Grave Digger, Helloween und Running Wild als Teil der „großen Vier“ der deutschen Speed- und Power-Metal-Szene der 1980er Jahre.[8] Zur weiteren Bandgeschichte siehe den Artikel Rage.
Musik und Arbeitsweise
Die Musik von Avenger wird als hochtechnisches Thrash- beziehungsweise Speed-Metal-Album beschrieben, das komplexe, an die Band Rush erinnernde Zwischenspiele mit schnellen, aggressiven Riffs verband.[4] In einer rückblickenden Kurzbiografie auf Apple Music werden die Kompositionen als komplex und technisch anspruchsvoll charakterisiert, der Gesang dagegen als in Kraft und Stimmumfang begrenzt eingeschätzt.[4] Das Debütalbum Prayers of Steel wurde im Nachschlagewerk The Collector's Guide to Heavy Metal mit 8 von 10 Punkten bewertet.[5]
Als Komponisten der auf den Demos und dem Debütalbum veröffentlichten Stücke werden überwiegend Peavy Wagner und Jochen Schroeder geführt, bei einzelnen Titeln auch Alf Meyerratken; die Texte stammen weitgehend von Wagner.[5][6]
Diskografie
Demos
- Februar 1984 – 1. Demo (aufgenommen im Studio Gallonska, Herne, von Uli Gallonska)[6][7]
- Juli 1984 – 2. Demo (aufgenommen am Stennert, Herne, von Uli Schnarre)[6][7]
Tonträger
- 1985 – Prayers of Steel (Studioalbum, Wishbone Records; aufgenommen im Oktober 1984 im Studio Wahn, Bochum; Produzent: Ferdinand Köther)[5]
- 1985 – Depraved to Black (EP, Wishbone Records; teils live im Metropol, Aachen, teils im Studio Wahn, Bochum aufgenommen; Produzent: Ferdinand Köther)[9]
1995 veröffentlichte das Label GUN Records eine CD-Wiederauflage von Prayers of Steel, die zusätzlich den Titelsong der EP Depraved to Black enthielt.[5] Später erschien eine Doppel-CD-Ausgabe, deren zweiter Tonträger die beiden Demos von 1984 sowie Proberaumaufnahmen aus dem Juli 1984 versammelt.[6][7]
Weblinks
- Avenger (6) bei Discogs
- Avenger bei Encyclopaedia Metallum
- Prayers of Steel in der englischsprachigen Wikipedia
- Depraved to Black in der englischsprachigen Wikipedia
Lesen Sie auch
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Discogs: Avenger (6), discogs.com, abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Wikipedia: Rage (Band), de.wikipedia.org, abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Wikipedia: List of Rage band members, en.wikipedia.org, abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Apple Music: Avenger, music.apple.com, abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 Wikipedia: Prayers of Steel, en.wikipedia.org, abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 6,7 Lucky Bob Shop: Avenger 2 CD „Prayers Of Steel“ (Wiedergabe der Aufnahmeangaben und Titelliste der Doppel-CD), shop.luckybob.de, abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 7,5 Encyclopaedia Metallum: Avenger – Prayers of Steel (Aufnahmeangaben zur Doppel-CD-Wiederveröffentlichung), metal-archives.com, abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ Wikipedia: Rage (German band), en.wikipedia.org, abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ Wikipedia: Depraved to Black, en.wikipedia.org, abgerufen am 7. September 2026.


