50 Jahre Löschzug Eickel (1926)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Eickel.

Am 4. September {1926} jährt sich zum 50. die Wiederkehr jenes Tages, an dem in Eickel die Freiwillige Bürger=Feuerwehr gegründet wurde. Eickel kannte um die 70er Jahre herum noch nichts von einer organisierten Feuerwehr, wie man sie im Übrigen deutschen Vaterlande hatte. Als im Sommer des Jahres 1876 die Wallbecksche Besitzung - heute steht an ihrer Stelle das Finanzamt - vollständig ein Raub der Flammen wurde, machte der damals 22jährige Heinrich Walter aus Röhlinghausen, der heute Mitinhaber der Baufirma Walter ist, den Vorschlag, aus jungen Leuten eine organisierte Feuerwehrmannschaft zu bilden. In der früheren Middeldorfschen Wirtschaft am Markt, die inzwischen längst abgebrochen ist, wurde der Vorschlag von 35 Gleichgesinnten des H. Walter beifällig aufgegriffen und man trat im September 1876 unter der Bezeichnung „Freiw. Bürger=Feuerwehr Eickel“ an die Öffentlichkeit. Zum ersten Chef dieser jungen Feuerwehr erkor man sich den damaligen tatkräftigen Betriebsführer Heinr. Ommelmann von der Schachtanlage Hannibal 2. In regelmäßig stattfindenden Übungen, die auf dem Wilhelmsplatz— heute: Auf der Wenge— stattfanden, suchte man sich zu einer leistungsfähigen und brauchbaren Feuerwehr auszubilden. Auf dem Wilhelmsplatz wurde ein Steigerturm errichtet, der bis zum Jahre 1885 Bestand hatte, dann aber morsch geworden war und von einem Sturm umgeweht wurde. Darauf errichtete sich die Feuerwehr einen zweiten Übungsturm auf dem Platz vor der Wilhelmsschule an der Kaiserstraße. Doch auch dieser Turm stand nur zwei Jahre und man baute daraufhin im Friedgras zu Beginn der 90er Jahre ein Gerätehaus und einen Steigerturm, die jedoch den Anforderungen, die heute an eine Feuerwehr gestellt werden, in keiner Weise mehr genügen.

Lange Zeit war die „Freiwillige Bürger=Feuerwehr Eickel“ die einzige Feuerwehr am Platze. So ist es begreiflich, dass man aus Wanne, Röhlinghausen, Bickern, Marmelshagen, Riemke diese Feuerwehr bei Feuersbrünsten zu Hilfe rief. Die junge Feuerwehr erfreute sich in der ganzen Umgebung einer stets wachsenden Popularität. In welchem guten Rufe die Tüchtigkeit der Eickeler Feuerwehr stand, gehl aus den Zahlen der 50jährigen Brandstatistik bevor: rund 600 Brände größerer und kleinerer Art wurden in dieser Zeit verzeichnet. In 200 Fällen machte die Größe der Feuergefahr ein eingreifen der Feuerwehr erforderlich, so dass die Wehr jährlich durchschnittlich viermal um Hilfe angegangen wurde. Von den bedeutendsten und größten Bränden, bei denen die Eickeler Feuerwehr den Löwenanteil an den Löschungsarbeiten hatte, seien kurz einige aufgeführt. So griff die eben erst gebildete Feuerwehr bereits im Winter 1876 beim Brande Blumberg, Eickel. Ein; 1879 beim Brand der Ringofenziegelei der Schachtanlage Hannibal 2; 1881 beim Brande des Hermannschen Hofes in Bochum=Bickern; 1881 beim Brande Craney in Riemke; 1887 beim Brande Pothmann in Bickern: 1802 beim Brande Blankenstein in Marmelshagen; 1904 beim Brand des Langebeckmannschen Hofes in Riemke; 1910 bei dem großen Brand der Westd. Holzindustrie in Holsterhausen. Außer den soeben angeführten Fallen leistete die Feuerwehr in zahlreichen anderen kleinen Notfällen schätzenswerte Hilfe. Sie stellte bei allen Gelegenheiten die erforderlichen Brandwehren. Bei Ausbruch des Weltkrieges übernahm sie die Bewachung der fünf bedeutenden Wanner Eisenbahnunterführungen zum Schutze der nach dem Westen rollenden Militärtransporte.

Der Mitgliederbestand der Feuerwehr bewegte sich im Durchschnitt immer auf einer erfreulichen Höhe. Heute zählt die Wehr 63 aktive Mitglieder zu ihren Kameraden. Von den bei der Gründung beteiligten Mitgliedern leben heute noch fünf Kameraden. Es sind die Herren: Heinrich Walter, Wanne=Eickel, Heinrich Schmidt aus Wanne=Eickel, Karl Ellert, Frankfurt a. M., Gottfried Peters, Velbert, und Joh. Hovestadt aus Geldern. Der derzeitige erste Chef der Feuerwehr ist der Gastwirt Heinr. Bönnebruch, der seit 1914 der bewährte Führer der Feuerwehr ist und ihr noch lange erhalten bleiben möge.

Zum Jubelfeste der Feuerwehr bringen wir ihr unsere Glückwünsche dar. Möge ihr ein stetes Wachsen, Blühen und Gedeihen beschieden sein zum Nutzen der Allgemeinheit gemäß dem Feuerwehrgrundsatz:

Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr"[1]

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Quellen