Geschichte der Herner Kanalisation

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Kläranlage Herne †
Die im Artikel beschriebene Kläranlage lag bis zum neubau weiter östlich hier.
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Der historische Zeitungsbericht vom 15. August 1926 dokumentiert eine Ära des großen Aufbruchs in Herne: Die mühsame Umgestaltung einer vom Schlamm geprägten Siedlung hin zu einer systematischen Kanalisation, die durch die Emschergenossenschaft koordiniert wurde. Während man vor hundert Jahren noch damit beschäftigt war, die unmittelbare Bedrohung durch „vollwertige Pestilenz“ abzuwenden und erste Kläranlagen wie jene mit ihren charakteristischen Brunnen zur Schlammablagerung in Betrieb nahm, steht die Infrastruktur im Jahr 2026 vor neuen Herausforderungen. Heute, ein Jahrhundert später, ist die Kanalisation in Herne kein bloßes Abwassersystem mehr, sondern ein hochkomplexes, digitales Netzwerk, das nicht nur hygienische Standards sichert, sondern auch mit den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels, wie Starkregenereignissen und effizientem Wassermanagement, Schritt halten muss. Die Stadtentwässerung Herne AöR ist eine 100-prozentige Tochter der Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG, an der wiederum zu je 50 % die GELSENWASSER AG und die Stadtwerke Herne AG beteiligt sind.

Herner Anzeiger // Anzeiger für das Amt Sodingen // Gerther Anzeiger Nr. 223. Samstag, den 15. August 1926. Drittes Blatt.

Herner Heimatkunde.

Unsere Kanalisation.

Als Herne noch ein Dörfchen war, sah es um die Herner Behausungen wenig einladend aus. Von Sauberkeit und Reinlichkeit war nichts zu merken. Das Spül-, Wasch- und Regenwasser und die überfließende Jauche aus den Senkgruben versickerten in allernächster Nähe der Häuser in das Erdreich. Die dadurch entstandenen Schlammassen gewährten den Krankheitskeimen Unterschlupf, erhielten sie am Leben und boten ihnen die Möglichkeit, sich darin zu vermehren. Als in der Folgezeit immer mehr bebaute Straßen entstanden, fanden die Schmutzwässer ihren Weiterlauf in den Seitengräben an den Straßen. Weil nun aber das Wasser stellenweise wenig oder gar kein Gefälle hatte und stehen blieb, so lagerten sich hier die Schwebstoffe ab und verschlammten die Gräben. Auch die Anlage von gepflasterten Straßenrinnen konnte das Uebel nicht restlos beseitigen, denn da, wo sie aufhörten, setzte die Versumpfung neuen Geländes ein.

Da endlich entschied sich die Gemeindevertretung im Jahre 1892 für eine geschlossene Abführung aller Gewässer, man wollte jetzt anfangen, zu kanalisieren. Zunächst aber kam nur die Bahnhofstraße in Frage. Die Kanalisation der anderen Straßen war ebenso dringlich. Man beauftragte deshalb den Zivilingenieur Bremer[1] mit der Ausarbeitung eines Kanalisationsplanes.

Als Hauptvorfluter war der Westbach in Aussicht genommen, und man leitete dann auch später alles Schmutzwasser in ihn ab. Die bald darauf eintretende Bodensenkung auf der Westerwörth’schen Weide hatte recht unangenehme Begleiterscheinungen im Gefolge. Das Gefälle des Westbachs wurde dort gestört, und nun wälzte er seine übelriechenden Fluten über das ganze Gelände hin und verwandelte den Wiesengrund in einen morastigen Teich.

Um diesem Zustande ein Ende zu machen, kam es zu erfolgreichen Verhandlungen zwischen der Stadt Herne, dem Amte Baukau und der Harpener Bergbau-Gesellschaft, die damit endeten, daß die Entwässerungsanlage als Tiefentwässerung von oberhalb der Manteuffelstraße ab bis zur Emscher durchgeführt wurde. Der Teil von der Manteuffelstraße bis zur alten westfälischen Bahn war als überwölbter Kanal ausgebaut, während der untere Teil als offener Bachlauf zur Emscher führte. Die ganze Anlage, die 1904 fertiggestellt war, erforderte mit Grunderwerbskosten die Summe von 122 304,87 M. Die Staatsbehörde verlangte von allen Gemeinden, die ihre Abwässer durch Kanalisation der Emscher zuführen, den Bau von Kläranlagen.

Dieses unbillige Verlangen wurde in einem Termin am 3. November 1899 von den beteiligten Interessen, besonders dem damaligen Bürgermeister Schaefers, scharf zurückgewiesen. Es war doch wahrliche Sportlust, die die Städte und Gemeinden zum Kanalisieren trieb; es war die unbedingte Notwendigkeit, dem allgemeinen Volkswohle durch hygienische und ästhetische Zwecke dienlich und förderlich zu sein. Die Gemeinwesen mit diesen edlen Zielen mußten sich unbedingt als die Bestraften währen, weil sie nicht kanalisieren wollten, vor wie nach ihr verschmutztes Wasser auf irgend einem Wege der Emscher zuführen durften. Der Termin der Erbauung der von der Regierung vorgesehenen Kläranlagen wurde auf unbegrenzte Zeit vertagt. Daß es aber so nicht weiter gehen konnte, lag klar zu Tage.

Jeder, der nicht unbedingt die Emscher überqueren mußte, zog in weitem Bogen seine Bahn, denn in dieser Zeit waren die gegen „vollwertige“ Pestilenz schützenden Gasmasken noch nicht so bekannt wie heute. Das ganze Emschergebiet wurde mit der Zeit eine Brutstätte der ansteckenden Krankheiten, die das hier wohnende 3-Millionen-Volk den schwersten gesundheitlichen Schädigungen aussetzte. Diesen unhaltbaren Zuständen mußte Einhalt geboten werden.

Es hatten sich dann auch am 14. Dezember 1899 auf Anregung des Regierungspräsidenten Winzer die Vertreter der Stadt- und Landkreise, der Industrie und des Bergbaues aus dem Ruhrgebiet in Bochum unter dem Vorsitz des Essener Oberbürgermeisters Zweigert zusammengefunden, um einen Ausschuß zu wählen zur Aufstellung eines allgemeinen Entwässerungsplanes für das Emschergebiet. Auch stand schon damals die Gründung eines Verbandes zur Sprache, der dann aber erst am 14. Juli 1904 in dem Gesetze betr. die Bildung einer Genossenschaft zur Regelung der Vorflut und zur Abwässer-Reinigung im Emschergebiet seine höchste Erfüllung erlangte.

Der Verband der Emschergenossenschaft zahlt zu seinen Mitgliedern die Bergwerke, andere gewerbliche Unternehmungen, die Eisenbahn, sowie die Stadt- und Landgemeinden des Bezirks. Die Höhe der Beitragsleistungen ist für die einzelnen Beteiligten verschieden und richtet sich nach dem gewährten Vorteil, den zufließenden Wassermassen und dem Grade der Verschmutzung, der an der Kläranlage in einem Meßglase festgestellt wird. Der um die Gründung der Emschergenossenschaft so hochverdiente Oberbürgermeister Zweigert starb 1906, gerade zu der Zeit, als sein Werk im Entstehen begriffen sah. Sein Nachfolger, der Landrat und Polizeipräsident Gerstein in Bochum, hat in 18 jähriger Tätigkeit bis zu seinem am 19. Juni 1924 erfolgtem Tode das große Wirtschaft- und Kulturwerk mit sicherer Hand als Vorsitzender der Genossenschaft über alle Hindernisse hinweggesteuert. Die Führung der Geschäfte geschieht noch heute in den beiden Bauämtern in Essen und Dortmund und dem Abwasseramt in Essen, an denen 110 Beamte und Angestellte beschäftigt sind. Eine große Anzahl Arbeiter sind zum Teil noch mit der Regulierung der Bäche beschäftigt, während andere an den schon fertiggestellten Anlagen die stets wiederauftretenden durch schädliche Einwirkungen verursachten Zerstörungen ausbessern.

Nachdem nun gegen Ende des Jahres 1906 die zwischen den Provinzen Rheinland und Westfalen entstandenen Schwierigkeiten glücklich überwunden waren, konnte der Ausbau der in tausend Krümmungen dahinfließenden Emscher vom Rhein aus bis nach Hörde in einer Länge von 70 Kilometer nach dem vom Baurat Middeldorf angeregten Plänen in Angriff genommen werden. Die Menge des zu bewegenden Bodens betrug 7 Millionen Kubikmeter. Die Emscher-Regulierung verschlang das nette Sümmchen von 30 Millionen Mark. 60 Straßen- und Wegebrücken, 18 Eisenbahnbrücken bis zu 70 Meter Spannweite überqueren den Lauf des neuen Emscherbettes. Gleichzeitig mit der Anlegung der neuen Emscherinne ging der Ausbau der Nebenbäche und die Anlage von 26 Kläranlagen mit 171 Emscher-Brunnen zur Reinigung der Abwässer vor sich. Im ganzen sind jetzt über 156 Kilometer Nebenbäche und 39 Kilometer geschlossener Kanäle von der Emschergenossenschaft erbaut worden. Damit sind zugleich 2000 Hektar versumpftes Land geschützt und 5000 Hektar vor Ueberschwemmung geschützt.

Innerhalb unseres Stadtgebietes begannen die Arbeiten im Jahre 1907. Nach vierjähriger Arbeit konnte das Emscherwasser im Jahre 1911 bei Koopshof in das künstlich geschaffene Bett hineingeleitet werden. Die Sohlenbreite des Emscherbettes mißt 5,80 Meter, die Oberbreite 10,60 Meter, während der Maße der Oberkante zwischen 25 bis 28 Meter schwanken. Die Tieferlegung und der Ausbau des Ost- und des Westbachs bis zur Kirchhofstraße erfolgte in den Jahren 1908-09.

Wohin fließen nun die Abwässer unserer Stadt?

Sie müssen verschieden Richtungen einschlagen, um zur Emscher zu kommen. Ganz Herne ist in 5 Entwässerungsgebiete eingeteilt. Alle Gebäude und Anlagen in Alt-Herne östlich der Bahnhof- und Altenhöfenerstraße entwässern nach dem Ostbach, die Bahnhofstraße und der westliche Teil in den Westbach.

In der Mont-Cenis-Straße wird dem Ostbach seine eigentliche Aufgabe zugewiesen. Von hier aus fließt er unterirdisch durch die Gärten bis zur Insel (Goethestraße) in einer 1,80 Meter weiten eiförmigen Zementeinschalfung, die sich in der Marienstraße und Lönsstraße bis zur Bahunterführung an der Baumschen Fabrik auf 2,10 Meter erhöht. Der dunkle Weg führt den Ostbach weiter durch die Fabrik-, Friedrich-, Dorn-, Steinmetz- und Moltkestraße, wo er seinen, auch im festen Bett eingeschlossenen Kameraden aus dem Westviertel (Westbach) neben sich dulden muß.

Der Westbach hat seine Quellen in der Herner-Mark. Augenblicklich [1926] ist man damit beschäftigt, den noch offenen Bachlauf von der Bochumerstraße an bis zum Gut Westhoff einzurohren. So wird er sofort von seiner Geburtsstätte an zu der unterirdischen Reise verteilt und zum Weitertransport der Abwässer in den Dienst der Menschen gestellt. Die dunkle Reise geht durch Altenhöfen, dann unter der neuangelegten Bebelstraße, her hinter dem Rathause vorbei, in ziemlich gerader Richtung auf den Personentunnel zu, weiter durch die Moltkestraße, bis dann hinter dem Damm der alten Eisenbahn in Baukau sich Ost- und Westbach ihre schmutzigen Hände zur gemeinsamen Weiterfahrt reichen. In einem 2,75 Meter hohen, aus Eisenbetonspundwänden erbauten Stollenähnlichen Bett, geht die Reise am Westfalia-Fußballspielplatz vorbei, bis ungefähr 40 Meter unterhalb der Forellstraße die Finsternis ein Ende hat und das Tageslicht begrüßt wird.

Kohlrabenschwarz, beschwert mit den widerlichsten Bestandteilen, wälzt das Bächlein im trägen Lauf seine trüben Fluten weiter. Wir wissen, was böse Menschen ihm Uebles angetan haben und jetzt zuguterletzt noch antun. Ein recht arg verschmiertes Brüderchen aus den Schlammteichen der Zeche Friedrich der Große hüpft munter von der rechten Seite her in seine Arme und seht der Verunstaltung die Krone auf. Doch bald naht die teilweise Erlösung von den Beschwernissen und Lasten. Vorher aber hat der Bach noch einmal einen recht unangenehmen Weg zu beschreiten. Durch einen Düker muß er sich unter dem Kanal her zum Tageslicht emporqualen, um sich dann in einer Kläranlage der Reinigung zu unterziehen.

Die Anlage, die einige Meter tief in das umgebende Gelände eingebaut ist, untersteht der ständigen Aufsicht eines Klärmeisters. Hier kann man sich einen rechten Begriff machen von der verfrachtenden Wirkung der Gewässer und von der Menge der Abfallstoffe, mit denen sie in der Industriegegend beschwert werden. Vor dem Eingange in die Kläranlage liegt ein großer eiserner Rechen in Gitterform, auf dem die Fremdkörper wie Holz, Rasenstücke, Papier und Stoffreste zurückgehalten werden. In drei ovalen Sandfängen kommt es zu gewaltigen Sand- und Riesablagerungen. Ein Hebekran erleichtert die Arbeit der Reinigung. Das Wasser fließt in einem mit Zementwänden eingefaßtem Bett weiter bis zu einem Wehr. Hier wird der Wasserzufluß geteilt. Je drei große Bassins stehen an jeder Seite zur Aufnahme des Wassers bereit. Im Umläufen, Rillen, von 0,50 bis 0,60 Meter Breite und 0,80 Meter Tiefe, wird das Wasser an einer Seite um die Bassins geleitet. An den runden kopfenden sind kleine eiserne Tore eingebaut, die geöffnet, dem Schmutzwasser den Weg in die Bassins freigeben.

Eine volle Stunde gebraucht das Wasser, um, anscheinend stehen bleibend, von einem Ende zum andern zu gelangen. Während dieser Zeit sinken dann die Schmutzteile langsam zu Boden. Jedes Bassin hat zwei runde Brunnen, die in einer Tiefe von 3,80 Meter unter dem Wasserspiegel beginnen. Die zwölf Brunnen selbst sind verschieden tief. Einige haben eine Eigentiefe von 4,95 Meter, sodaß von der Oberseite des Wassers bis zu dem kegelförmig zulaufenden Brunnenboden 8,75 Meter gemessen werden. Der Durchmesser sämtlicher Brunnen beträgt 7 Meter. Ueber den Brunnen sind Schlitzvorrichtungen eingebaut, durch die der Schlamm in die Brunnen absinkert. Aus jedem Brunnen ragt ein Entlüftungsschacht oder eine Gashaube empor. Die in den Brunnen sich sammelnden Gasmengen, die man bei größeren Anlagen zu Beleuchtungs- und Heizzwecken verwendet, entweichen hier nutzlos in die Luft. Deshalb ist, der Gefahr wegen, das Rauchen auf der Anlage verboten. In den Entlüftungsschächten schwimmen auch die leichten Schwebstoffe, die abgeschöpft werden. Um eine Gleichmäßigkeit in der Ablagerung der Schlammassen zu erzielen, wird der Wasserzufluß nach gewissen Zeiträumen in umgekehrter Folge den Brunnen zu geleitet. So wird der bislang als letzter im Bassin mit wenig Schlamm gefüllte Brunnen, nun als erster mit verschmutztem Wasser überdeckt. Damit der Schlamm ausfault, bleibt er sechs Monate in dem Brunnen sitzen. Um die Brunnen zu entleeren, werden den eisernen Abschlußschieber hochgebracht. Unter gewaltigem Druck hebt sich der dicke Schlamm durch ein am Boden des Brunnens beginnendes, 5,50 Meter langes Steigerohr in betonierte Rinnsale, die die einzelnen Bassins trennen. Aus den Brunnen drückt sich der zu unterst liegende Schlamm empor, der bis zu einer Höhe von 1 Meter abgelassen wird. Treten infolge zu großer Verdickung des Schlammes Verstopfungen ein, so wird entweder mit Luft oder Wasserspülung nachgeholfen. Der Schlamm wälzt sich in den Rinnen weiter bis zu einem eisernen Bassin unter dem Maschinenhause, das 42 Kubikmeter Inhalt faßt. Von hier aus wird er durch einen Luftkompressor in beetähnliche, mit Betonwandungen eingefaßte Felder emporgedrückt. Die getrocknete, torfähnliche Masse war besonders während der Kriegszeit ein viel begehrtes Düngemittel. Vor nicht langer Zeit ist man dazu übergegangen, den Schlamm mit Flugasche und Torf zu mischen, um ihn so als Kunstdünger in den Handel zu bringen. Der Klärmeister hat die Pflicht jeden Tag die Geschwindigkeit, die Höhe des Wasserstandes und den Schlammgehalt genau festzustellen, um hierdurch die Beitragsleistungen der Beteiligten zu ermitteln.

Das Ergebnis der Ablagerungen im Monat April 1926 gibt uns ein klares Bild von den Fremdstoffen, die in der Kläranlage zurückbleiben. Es wurden gesammelt:

17 Schiebkarren (a 100 l) Rechengut. (Holz, Rasen, Papier usw.)
44,46 Kubikmeter Sand,
561,6 Kubikmeter naßer Schlamm und
4 Kubikmeter Schaumschlamm.

Schwarz und unsauer kam das Wasser in das Labyrinth von Läufen, Rinnen, Becken, Trichtern und Schächten hinein, ziemlich geklärt fließt es hastigen Laufes von dannen, um recht bald in den schwarzen Armen der Emscher, in recht sauberer Gesellschaft, die Reise nach dem Rheine anzutreten. Auch die Emscher muß mit ihrer Brühe vor ihrer Mündung eine große Kläranlage durchlaufen.

Der Stadtteil Baukau hat außer den Anschlüssen an den Ostbach noch 2 Entwässerungsgebiete. Der zum Teil eingerohrte Schmiedebach, der auf der Grenze zwischen Baukau und Wanne-Eickel fließt, nimmt die Abwässer der Sedan-, la Roche-, Cranger-, Julia- und Rottstraße auf, während eine Grabenanlage die obere Schwedenstraße, die Kötterhäuser an der Forellstraße und die Kolonie bei der Wirtschaft Düppe entwässert. Die Straßenkanäle sind an diesen Graben nicht angeschlossen. Beide Vorfluter schicken ihr Wasser ungestört durch Düker unter dem Kanal her in die Emscher.

Größer und ansehnlicher als die letztgenannten Anlagen ist der als offener Graben ausgebaute Landwehrbach in Horsthausen, der in zwei Durchlässen unter dem Dortmund-Ems-Kanal und dem Rhein-Herne-Kanal hindurchgeführt ist. Er vereinigt mit den Abwässern aus Rauxel und Sodingen die aus fast ganz Horsthausen. Für ein kleines Gebiet in Horsthausen kommt dann noch der Sodingerbach in Frage, der jetzt als Vorfluter ausgebaut wird.

Die im Stadtteil Horsthausen neuangelegte Kläranlage hat statt der Brunnen sogenannte Sickerbecken. Es sind ihrer 20 Stück in einem Umfange von je 20 mal 30 Meter. Die Sinkstoffe, die der Landwehrbach hier ablagert, bestehen zum größtenteil aus Kohlenschlamm und Teerresten. Weil der Rückstand stark mit Sand gemischt ist, so ist eine Ausnutzung nicht möglich.

Der Abwässerbeseitigung bringt der Staat das größte Interesse entgegen. Die Einleitung von Schmutzwässern städtischer und industrieller Herkunft unterliegt der Genehmigung der Aufsichtsbehörde, die immerfort darauf bedacht nimmt, durch weitreichende hygienische Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit beizutragen.

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Quellen

  1. Bauingenieur Ewald Bremer ,* 24. Februar 1870 Dortmund † 10. August 1932 Beckum. War anschließend Kaiserlich deutscher Vizekonsul in Mariopol in Russland. Zog 1914 nach Beckum wo er von Schlenkhoff die dortige Familienvilla "Katharienhof" kaufte.