Hof Heitkamp (Wanne)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
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Der Hof Heitkamp war einer der ältesten Bauernhöfe der ehemaligen Bauerschaft Wanne. Er lag an der Grenze zur Bauerschaft Eickel in der Nähe des Eickeler Bruchs. Der Hof gehörte über Jahrhunderte zu den bedeutenden landwirtschaftlichen Betrieben der Region und bestand bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Hof Heitkamp †
Herne-EickelWanne- Süd
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StadtbezirkOrtsteil


Die alte Hof Heidkamp lag in der Gemarkung Eickel, Flur II, genannt Dorneburg im Heitkampsfeld.

Nach den historischen Katasterkarten lag der Hof an der heutigen Hauptstraße zwischen den beiden Eisenbahnunterführungen im Bereich des späteren Wanner Hauptbahnhofs. Die ehemaligen Ackerflächen wurden nach 1870 schrittweise parzelliert und mit Wohnhäusern bebaut. Dabei entstanden unter anderem die heutigen Straßen Heitkampsfeld, Am Alten Amt und Landgrafenstraße.

Geschichte

Die Bauerschaft Wanne wird bereits um 1150 im Heberegister des Klosters Werden erwähnt. Nach alter Namensdeutung bedeutete der Name „Wande“ eine Gruppe von Höfe in einer flachen Geländesenke. Nach neuster wissenschaftlicher Deutung lagen diese Höfe in einer "Wande" - einem Richtungswechsel - des Dorneburger Mühlenbachs .Der Hof Heitkamp erhielt seinen Namen vermutlich von einem „Kamp“, einem eingefriedeten Ackerstück an der Eickeler Heide.

Die erste urkundliche Erwähnung des Hofes stammt aus einem Güterverzeichnis des Klosters Herdecke aus dem 13. Jahrhundert. Dort wird der Hof als einer von drei klösterlichen Lehnshöfen bei Eickel genannt. Der „Heitkamphove“ war abgabepflichtig und musste unter anderem Braugerste, Geld und eine Gans an das Kloster liefern.

Im Verzeichnis der Güter des Offiziums Wattenscheid aus dem Jahre 1411 wird das zinspflichtige Gut „up den Heitkamp“ erwähnt.

Im 15. Jahrhundert befand sich der Hof als Lehen im Besitz der Familie von Aschebrock auf Haus Dorneburg. Später gehörte er den Aschebrocks auf Haus Malenburg. Die jeweiligen Grundherren verpachteten den Hof an Bauern, die ihn als Erbpächter bewirtschafteten.

Urkundliche Nachweise

Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert wird der Hof mehrfach in Steuer- und Abgabenverzeichnissen erwähnt. Genannt werden unter anderem:

  • 1486 im Schatzbuch der Grafschaft Mark. In Bickern „Heytkamp“
  • 1515 im Meßkornregister der Kirche Bochum.
  • 1524 und 1598 in den Türkensteuerlisten „Heitcamp“.
  • 1664 in der Kaminsteuerliste wird in der „Baurschaft Bickeren“ ein „Henrich Heidtkampf, ein halb Hovener, eine Feuerstelle“ unter dem Grundherren „Aschenbroch zur Mahlenburg“ genannt
  • 1678 als berechtigter Hof im Eickeler Bruch.[1]
  • 1684 im Landmaßenprotokoll des Amtes Bochum, in dem die Ländereien des Hofes genau vermessen wurden.

Die Vermessung von 1684 weist eine landwirtschaftliche Fläche von rund zwölf Maltern Ackerland nach.

Eigentümer

1662 verkaufte die Familie von Aschebrock den Hof an Henrich Rötberg. Der Kaufpreis betrug 200 Reichstaler. Später gelangte der Hof in den gemeinsamen Besitz der Eickeler Bauernfamilien Langebeckmann und Siembeck. Im Laufe des 18. Jahrhunderts gingen weitere Anteile an die Familien Mering, Wering und Stratmann über.

Der eigentliche Hof wurde weiterhin von der Familie Heitkamp als Erbpächter bewirtschaftet. Als es auf dem Heitkamphof im 18. Jahrhundert keine männlichen Erben mehr gab, heiratete ein Scharpwinkel in die Familie ein und nannte sich Scharpwinkel genannt Heitkamp.

Ende des Hofes

1870 verkauften die Eigentümer das Hofgebäude mit dem Hofraum an die Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft. Das Gelände wurde für den Ausbau der Eisenbahnanlagen benötigt. Das Hofgebäude wurde abgebrochen.

Engelbert Scharpwinkel, genannt Heitkamp, gründete 1892 die Bauunternehmung Heitkamp. Auf dem südlichen Teil der Besitzung, dem Heitkampfeld, wurde das Verwaltungsgebäude der Firma errichtet.

Bedeutung

Der Hof Heitkamp gehört zu den ältesten nachweisbaren Bauernhöfen der Bauerschaft Wanne. Seine Geschichte dokumentiert die Entwicklung der Region von einer mittelalterlichen Agrarlandschaft über die Grundherrschaft des Klosters Herdecke bis zur Umgestaltung durch Eisenbahn und Bergbau im 19. Jahrhundert.

Literatur

  • Bauermann 1937, S. 111.
  • Borgmann 1936, S. 25.
  • "HERNE - von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße", Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Herne 1997
  • Schulte 1925, S. 78.
  • Timm 1986, S. 49, Nr. 767.
  • WAZ 08.02.1989.
  • Wilkes 1937, S. 537.


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Quellen