Robert Grabski (1912–1990): Schriftsteller, Verleger und Herner Lokalchronist
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Robert Grabski (geboren 25. April 1912 in Matzdorf/ Oberschlesien, gestorben 24. Dezember 1990 in Herne) war ein Herner Herbergsvater, Lyriker, Übersetzer, Herausgeber, Heimatforscher und Fotograf.
Leben und Werdegang
Robert Grabski wurde am 25. April 1912 im schlesischen Matzdorf (heute Teil von Bielitz/Bielsko-Biała, Polen) als Sohn eines Schreinermeisters geboren. Schon in seiner Jugend begann er zu dichten und literarisch tätig zu sein. Sein erstes Gedichtbuch „Die ersten Verse“ erschien bereits 1932, gefolgt von weiteren lyrischen und prosaischen Werken, darunter Dialektgedichte in ostschlesischer Mundart und Heimatgedichte in den 1930er Jahren. [1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Grabski zeitweise in Italien, wo er einen eigenen Buchverlag in Triest gründete und literarische Publikationen herausgab. Zu dieser Zeit war er auch als Übersetzer tätig und übersetzte Werke aus dem Italienischen und Polnischen. [2]
Herne: Ankommen und Wirken
Im Jahr 1952 zog Grabski nach Herne, wo er den Großteil seines weiteren Lebens verbrachte. In Herne leitete er ein städtisches Jugendheim, das er bis zu seinem Ruhestand führte. Die Arbeit mit jungen Menschen war für ihn nicht nur berufliche Beschäftigung, sondern zugleich ein soziales und kulturelles Engagement, das seinen Alltag prägte.
Bereits 1955 gründete Grabski in Herne die literarische Vierteljahreszeitschrift „Das Boot“, eine Plattform für zeitgenössische Lyrik und junge Autoren. Die Zeitschrift wurde zu einem wichtigen Medium für die damals aufstrebende deutschsprachige Dichtung und veröffentlichte zahlreiche Beiträge von Dichterinnen und Dichtern der Nachkriegszeit. [3]
Weiterhin gab er die Anthologie-Reihe „Spuren der Zeit“ heraus, in der Gedichte und literarische Texte mehrerer Autoren gesammelt erschienen, und engagierte sich über viele Jahre in der Gruppe 79 – Literarische Werkstatt Herne. In dieser Rolle war er Mentor für zahlreiche Freizeit- und Nachwuchsdichter.
Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte
Robert Grabski hat nicht nur Gedichte und Prosatexte verfasst, sondern auch bedeutende Beiträge zur Bild- und Ortsgeschichte von Herne geleistet. Besonders hervorzuheben ist sein Werk „Herne in alten Ansichten“, eine reich illustrierte Sammlung historischer Fotografien und Ansichten aus der Stadtgeschichte, die zu einem wichtigen Nachschlagewerk für lokalhistorische Fragestellungen wurde. [4]
Auszeichnungen und Ehrungen
Für sein literarisches Werk und sein kulturelles Engagement wurde Grabski vielfach geehrt:
- 1975 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. [5]
- 1977 wurde ihm der Nicolaus-Copernicus-Preis der Stadt Gelsenkirchen verliehen. [6]
- Nach seinem Tod am 24. Dezember 1990 in Herne wurde sein Wirken durch die Benennung der „Robert-Grabski-Straße“ im Stadtteil Baukau gewürdigt. [7]
Bedeutung für Herne und das lokale Kulturschaffen
Robert Grabski gilt als eine prägende Figur der lokalen Kulturszene in Herne. Sein Engagement reichte von der Förderung junger Literaten über die Herausgabe literarischer Zeitschriften bis hin zur Sichtbarmachung der Stadtgeschichte in Buchform. Durch seine publizistische Arbeit und seine langjährige Präsenz in Herne trug er wesentlich dazu bei, Literatur und Geschichte für die städtische Öffentlichkeit erfahrbar zu machen.
Quellen
- „Robert Grabski“, Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Grabski
- „Herne in alten Ansichten“, Buchinformation – https://www.buchfreund.de/de/d/p/115124864/herne-in-alten-ansichten
- „Bundesverdienstkreuz – Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel“
Werke (Unvollständig)
- Die ersten Verse. 1932 –
- Blüten der Heimat. 1933 –
- Heimatklänge. Ernste und lustige Gedichte in ostschlesischer Mundart. 1936
- Bielitz ist ein schönes Städtchen. Ein Versbüchlein. Bielitz 1941
- L'arco letterario : mensile lampo diretto da Roberto Grabski. - A.1, n.1 (nov. 1947)-1949 [8]
- (Übersetzer) Kleine Auswahl italienischer Lyrik der Gegenwart. 1948.
- R. Grabski, Italienische Maler und Bildhauer, Wilhelm Herzog, Wien.
- Roberto Grabski: La piccola rana; illustrazioni di Edmondo Passauro Trieste : Golfo, 1951
- Grabski, Robert; Das Lied der alten Heimat. Ein Erinnerungsbüchlein für alle Bielitz-Bialer Landsleute;Verlag Golfo, Trient 1956
- Äus alder Zejt. Ostschlesische Mundartgedichte. 1946; Herne 1956
- (Hrsg.) Das Boot. Zeitschrift für Dichtung der Gegenwart. Weinstadt-Endersbach 1955-1958
- Kleeblättchen-Reihe: Ausgabe 3: Labyrinth der Seele. Gedichte. Herne: Selbstverlag 1955
- Bielitzer Erinnerungen. Ebd. 1956
- Silberleuchten. Gedichte in italienischer Sprache. Ebd. 1956
- (Hrsg.) Boje im Sturm. Gedichtsammlung der Autorengruppe „Das Boot“. Herne 1958
- (hrsg.) Spuren der Zeit. Sammelbände für Dichtung der Gegenwart. 4 Bde. Herne 1962-1969 [mit W. Modrow].
- Auslese. Kleine Gedichte. Herne: Schulte und Kortnach 1963
- Familie Coco. Eine Hamstergeschichte. Bielefeld: E. Schmidt 1965
- Urlaub in Sardinien. Gedichte. Herne: Band 3 von Rheinbücher / Kleine Reihe: Schulte und Kortnack 1968
- Windspiele. Traum und Wirklichkeit. Gedichte. Ebd. 1970 [Holzschn.]; 2. Aufl. Herne: Siebert 1983
- Sardische Impressionen. Eine Vagabundenreise. o.O.: Werkstatt Andreas-Gryphius 1977
- (Hrsg.) Herne in alten Ansichten Bd.1, Europäische Bibliothek , 1977, ISBN: 978-9028814615
- Spitzfindigkeiten. Herne: Siebert 1982.
- (Verantw. für das Bildmaterial) Bielitz-Biala in alten Ansichten, 1986. ISBN: 978-3874660051
Literatur (Auswahl)
- Gerhard Wurbs: Auf endloser Straße. Robert Grabski 70 Jahre alt. Verlag der Buchhandlung Wolf Siebert, Herne 1982.
- W. Relprich: Robert Grabski. Setzer, Lyriker, Verleger, in: Kulturpolit. Korrespondenz 1972, Nr. 123, S. 15;
- ders.: Der Lyriker Robert Grabski, in: Wegweiser 24, 1972, H. 3, S. 20 –
- Heinz Kurtzbach: „Boot“-Macher und Poet dazu, in: Kulturpolit. Korrespondenz 1975, Nr. 221, S. 19-21 –
- Heinz Kurtzbach: Robert Grabski – Dichter und Sammler, in: Herne - unsere Stadt - 01 / 1981
- Herne. Von Ackerstraße bis Zurniedenstraße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Herne 1997, S. 528 –
- F. Schüppen: Robert Grabski. Schwierige Wege, in: Lesarten Herne. Hg. von J. Wittkowski. Herne 2002 (Literatur im Ruhrgebiet 1), S. 79-99.
- Leonhard Kossut: Der Lyrik widmete er sein Leben: In: Stiftung Ostdeutscher Kulturrat (Hrsg.) Kulturpolitische Korrespondenz, Ausgaben 782/1991 S. 18f.
Nachlass
- Stadtarchiv Herne
- Archiv der Akad. der Künste, Berlin: Brief an Walter Mechauer, 17.12.1963 –
- DLA Marbach: Brief an Hermann Hesse, 24.4.1955
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Quelle
- Text: Robert-Grabski-Straße
- Herne - unsere Stadt - 01 / 1981
- https://www.lwl.org/literaturkommission/alex/index.php?id=00000003&letter=G&layout=2&author_id=00001163 Westfälisches Autorenlexikon LWL
- ↑ „Robert Grabski“, Wikipedia
- ↑ „Robert Grabski“, Wikipedia
- ↑ „Robert Grabski“, Wikipedia
- ↑ „Herne in alten Ansichten“, Buchbeschreibung
- ↑ „Bundesverdienstkreuz – Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel“
- ↑ „Robert Grabski“, Wikipedia
- ↑ „Robert Grabski“, Wikipedia
- ↑ http://biblioteche.comune.trieste.it/Record.htm?idlist=3&record=19218912124910361949

