Karl Raddatz (1927-2010) Oberstadtdirektor

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
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Dr. jur. Karl Raddatz (geboren am 13. März 1927 in Herne; gestorben am 2. März 2010 in Herne) war ein deutscher Verwaltungsjurist und langjähriger Oberstadtdirektor der Stadt Herne (Nordrhein-Westfalen). In dieser Rolle prägte er über ein Jahrzehnt (1975–1987) den Aufbau und die Modernisierung der Verwaltung der neu gebildeten Stadt nach der kommunalen Gebietsreform.

Karl Raddatz
Raddatz Karl-(1927-2010)-KI.jpg
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Geboren am: 13. März 1927
Geboren in: Herne
Gestorben am: 2. März 2010
Gestorben in: Herne
Beruf: Oberstadtdirektor
Letzte Änderung: 02.03.2026
Geändert von: Andreas Janik


Frühes Leben und Ausbildung

Karl Friedrich Raddatz wurde am 13. März 1927 in Herne geboren. Er besuchte dort von 1933 bis 1944 Volksschule und Gymnasium. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er im Herbst 1944 noch als Jugendlicher zur Wehrmacht eingezogen, geriet in Kriegsgefangenschaft und überlebte das Kriegsgeschehen. Nach 1945 setzte er seine schulische Ausbildung fort und schloss diese mit dem Abitur ab.

Es folgte von 1947 bis 1951 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten in Mainz und Münster. Am 27. September 1951 legte er die Erste Juristische Staatsprüfung vor dem Oberlandesgericht Hamm ab. Es folgte von Dezember 1951 bis Oktober 1953 eine Tätigkeit in einer Steuerberatungspraxis in Münster. Gleichzeitig arbeitete er an seiner Doktorarbeit. Am 27. Februar 1954 wurde Raddatz der Doktorgrad der Rechtswissenschaft durch die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster mit der Bewertung 'magna cum laude' mit einer Dissertation über Weisungsbefugnisse im Steuerverwaltungsstrafverfahren verliehen. Vom November 1953 bis Juli 1958 bereitete er sich für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst im Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm vor. Am 10. Juli 1958 bestand er dann die Zweite Juristische Staatsprüfung und qualifizierte sich für den höheren Verwaltungsdienst.

Beruflicher Werdegang in der Stadtverwaltung Herne

Im Oktober 1958 trat Raddatz in den Dienst der Stadtverwaltung Herne ein. Dort begann er als Assessor im Rechtsamt und stieg schnell in höhere Positionen auf. Er war zunächst Rechtsrat und später Oberrechtsrat, bevor er 1966 zum Stadtdirektor ernannt wurde. In dieser Funktion leitete er neben dem Rechtsamt auch das Sozialdezernat.

Oberstadtdirektor der Stadt Herne (1975–1987)

Nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen schlossen sich die früher eigenständigen Städte Herne und Wanne-Eickel zum 1. Januar 1975 zur neuen Stadt Herne zusammen. Für die neu geformte Verwaltung wurde eine Doppelspitze eingerichtet: ein Oberbürgermeister (Politischer Leiter) und ein Oberstadtdirektor (Verwaltungsleiter).

Am 15. Juli 1975 wurde Karl Raddatz zum Oberstadtdirektor gewählt und trat damit die Nachfolge von Edwin Ostendorf an. In dieser Funktion war er verantwortlich für den organisatorischen Aufbau und die Neuordnung der Verwaltung der neuen Stadt Herne. Seine Amtszeit dauerte bis zum 14. Juli 1987.

Schwerpunkte seiner Amtszeit

Während seiner zwölfjährigen Tätigkeit als Oberstadtdirektor setzte Raddatz wichtige Initiativen zur Modernisierung der Stadtverwaltung und zur strukturellen Entwicklung Herner Stadtteile um:

  • Organisation und Modernisierung der Verwaltung: Nach der Zusammenlegung von Herne und Wanne-Eickel trug Raddatz wesentlich zur strukturellen Neuausrichtung bei, indem er neue Verwaltungsstrukturen und effiziente Arbeitsprozesse aufbaute.
  • Stadtentwicklung und Wirtschaftsprojekte: Zu seinen zentralen Aufgaben gehörte der Erhalt und die Erweiterung der mittelzentralen Funktion Hernes. Hierzu gehörte beispielsweise die Errichtung von Industrie- und Gewerbeflächen auf ehemaligen Zechengeländen wie dem Areal „Friedrich der Große“.
  • Kultur und internationale Partnerschaften: Unter seiner Leitung wurden auch kulturelle Einrichtungen wie das Kulturzentrum unterstützt und die internationalen Städtepartnerschaften Herne wiederbelebt.

Raddatz war zudem aktiv in kommunalen Gremien, darunter Ausschüsse des Deutschen Städtetages und des Städtetages Nordrhein-Westfalen, sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der Herner Gesellschaft für Wohnungsbau (HGW).

Persönliches Leben und Tod

Karl Raddatz war verheiratet und hatte eine Tochter und einen Sohn. Er starb am 2. März 2010 in Herne im Alter von 82 Jahren. Sein Tod wurde in der Stadt Herne mit großer Wertschätzung für seine Leistung als Verwaltungschef und Wegbereiter der modernen Stadtverwaltung betrauert.

Bedeutung und Vermächtnis

Karl Raddatz gilt als ein Verwaltungsjurist „alter Schule“ und ein wichtiger Architekt der kommunalen Verwaltung nach der Gebietsreform. Unter seiner Leitung legte die Stadt Herne die Grundlagen für ein modernes Verwaltungshandeln und eine funktionale Stadtentwicklung im Ruhrgebiet. Sein Einsatz wurde von Zeitgenossen als prägend für die Neugestaltung der Stadt hervorgehoben, insbesondere durch seine organisatorischen und strukturellen Beiträge in einer Zeit des Wandels.

Werke

  • Stadtdirektor Dr. Karl Raddatz: Die Entwicklung des kulturellen Lebens in Herne-unserer Stadt In: 75 Jahre Stadt Herne.

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Quellen