Manfred Urbanski (1929-2005) Oberbürgermeister

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Manfred Urbanski (geboren 1. Dezember 1929 in Wanne-Eickel; gestorben 20. Januar 2005 in Herne), war ein deutscher Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), Gewerkschafter und kommunaler Verwaltungschef, der über viele Jahre die Geschicke der ehemaligen Stadt Wanne-Eickel und der Stadt Herne in Nordrhein-Westfalen prägte. Er gilt als eine zentrale Figur der kommunalen Gebiets- und Strukturpolitik in der Region im 20. Jahrhundert.

Manfred Urbanski
Manfred Urbanski
Manfred Urbanski, Foto: Bildarchiv der Stadt Herne
GewerkschaftlerOberbürgermeister
Geboren1. Dezember 1929
in Wanne-Eickel
✝️
Gestorben20. Januar 2005
in Herne

Frühes Leben und Ausbildung

Manfred Urbanski wurde am 1. Dezember 1929 in Wanne-Eickel geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Pommern. Nach dem Besuch der Volksschule begann er im Jahr 1943 bei Büssing in Braunschweig eine Ausbildung zum Flugzeugmotorschlosser. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte er zu Fuß nach Wanne-Eickel zurück. Dort beendete er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der Hafen-Betriebsgesellschaft Wanne-Eickel, aus der später die heutige Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH hervorging.

Gewerkschaftliche und politische Karriere

Am 1. April 1954 wurde Urbanski im Alter von 24 Jahren Bezirksjugendsekretär. Zuvor beziehungsweise anschließend wirkte er als Betriebsjugendsprecher und als Kreisjugendsprecher des Deutschen Gewerkschaftsbundes. 1966 wechselte er als Gewerkschaftssekretär nach Essen.

Er wurde Geschäftsführer und erster Vorsitzender der ÖTV in Essen. Nach einem zeitgenössischen Bericht vertrat er dort mehr als 14.000 Mitglieder.

Politisches Wirken

Die Gewerkschaftsarbeit führte Urbanski zur SPD. 1965 wurde er zum Kreisvorsitzenden gewählt. Als Oberbürgermeister von Wanne-Eickel setzte er sich nach zeitgenössischer Darstellung für eine sachorientierte Kommunalpolitik ein und betonte das Gesamtwohl der Stadt über parteipolitische Positionen.

Im SPD-Unterbezirk Ruhr-Mitte übernahm er von 1964 bis 1984 den Vorsitz. Seine kommunalpolitische Karriere begann am 27. September 1964, als er in den Rat der Stadt Wanne-Eickel gewählt wurde.

Oberbürgermeister von Wanne-Eickel und Herne

Oberbürgermeister von Wanne-Eickel

Am 27. November 1969 wurde Urbanski zum Oberbürgermeister der Stadt Wanne-Eickel gewählt – als jüngster Amtsinhaber dieser Stadt und in einer Zeit intensiver kommunalpolitischer Herausforderungen.

In dieser Zeit spielte er eine zentrale Rolle in den Verhandlungen um die kommunale Neuordnung des Ruhrgebiets. Er setzte sich gegen Pläne durch, Wanne-Eickel mit Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop zu einer größeren Einheit zusammenzuführen, und erreichte stattdessen den Zusammenschluss mit der östlich angrenzenden Stadt Herne.

Zusammenschluss mit Herne und Amtszeit als Oberbürgermeister der neuen Stadt Herne

Mit der territorialen Neuordnung wurde die eigenständige Stadt Wanne-Eickel zum 31. Dezember 1974 aufgelöst. Urbanski hatte in den folgenden Monaten eine Schlüsselposition als Übergangsverwalter. Am 1. Januar 1975 entstand aus der Fusion von Wanne-Eickel und Herne die neue Stadt Herne. Nach der ersten kommunalen Wahl wirkte Urbanski ab 26. Mai 1975 als Oberbürgermeister der neuen Stadt Herne.

In dieser Zeit knüpfte er an seine Ziele an, die Menschen aus beiden ehemals selbstständigen Städten zusammenzuführen und die städtische Entwicklung durch wirtschaftliche Maßnahmen zu stabilisieren. Unter seiner Führung wurde die Wirtschaftsförderung der Stadt ausgebaut, Gewerbeflächen erschlossen und eine Phase wirtschaftlicher und struktureller Umbrüche bewältigt. Auch Projekte wie der Bau der U-Bahn-Linie 35 oder die Neugestaltung der Wanner Innenstadt wurden in dieser Ära vorbereitet und angestoßen.

Urbanski war darüber hinaus Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Herne AG. Sein Bürgermeisteramt endete am 16. Oktober 1984, als er sein Mandat und das Amt des Oberbürgermeisters niederlegte.

Grabstätte Urbanski auf dem Waldfriedhof[1]

Spätere Jahre und Tod

Nach seiner kommunalpolitischen Laufbahn wechselte Urbanski am 1. November 1984 als Arbeitsdirektor zur Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG, wo er bis zu seinem Ruhestand tätig war. In den 1990er-Jahren trat er in den wohlverdienten Ruhestand.

Manfred Urbanski verstarb in Herne am 24. Januar 2005 und wurde auf dem örtlichen Waldfriedhof Herne beigesetzt.

Familie und Persönliches

Manfred Urbanski war mit Sigrun Urbanski geb. Heinz verheiratet; das Paar hatte eine Tochter namens Anke. Als persönlichen Ausgleich suchte die Familie nach zeitgenössischer Überlieferung Erholung in der Natur und unternahm Reisen mit einem Wohnwagen.

Auszeichnungen

Er wurde mehrfach für sein kommunalpolitisches Engagement ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ehrenring der Stadt Wanne-Eickel am 29. November 1974.

Fazit

Manfred Urbanski gilt als bedeutender Kommunalpolitiker der Region Ruhrgebiet, der die schwierige Phase der kommunalen Gebietsreform in den 1970er und 1980er Jahren maßgeblich mitgestaltet hat. Sein Einsatz für die Fusion zweier ehemals konkurrierender Städte, sowie seine Arbeit zur wirtschaftlichen Konsolidierung der neuen Stadt Herne, werden als prägende Faktoren in der lokalen Verwaltungsgeschichte gewertet.

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Quellen

  1. Foto: Andreas Janik (02.03.2026)