Manfred Urbanski (1929-2005) Oberbürgermeister
Manfred Urbanski (geboren 1. Dezember 1929 in Wanne-Eickel; gestorben 20. Januar 2005 in Herne), war ein deutscher Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), Gewerkschafter und kommunaler Verwaltungschef, der über viele Jahre die Geschicke der ehemaligen Stadt Wanne-Eickel und der Stadt Herne in Nordrhein-Westfalen prägte. Er gilt als eine zentrale Figur der kommunalen Gebiets- und Strukturpolitik in der Region im 20. Jahrhundert.
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Frühes Leben und Ausbildung
Manfred Urbanski wurde am 1. Dezember 1929 in Wanne-Eickel geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Beruf des Maschinenschlossers. In den Nachkriegsjahren war er zunächst als Industriearbeiter tätig, u. a. bei den Flugzeug- und Motorenwerken Büssing und anschließend bei der Hafen-Betriebsgesellschaft Wanne-Eickel, aus der später die heutige Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH hervorging.
Gewerkschaftliche und politische Karriere
Urbanski war früh politisch aktiv und engagierte sich in der Gewerkschaftsbewegung. Ab 1954 arbeitete er hauptamtlich als Bezirksjugendsekretär bei der Gewerkschaft ÖTV (Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr); ab 1956 war er als Gewerkschaftssekretär in Essen tätig. Im gleichen Jahr trat er der SPD bei.
Im SPD-Unterbezirk Ruhr-Mitte übernahm er von 1964 bis 1984 den Vorsitz. Seine kommunalpolitische Karriere begann am 27. September 1964, als er in den Rat der Stadt Wanne-Eickel gewählt wurde.
Oberbürgermeister von Wanne-Eickel und Herne
Oberbürgermeister von Wanne-Eickel
Am 27. November 1969 wurde Urbanski zum Oberbürgermeister der Stadt Wanne-Eickel gewählt – als jüngster Amtsinhaber dieser Stadt und in einer Zeit intensiver kommunalpolitischer Herausforderungen.
In dieser Zeit spielte er eine zentrale Rolle in den Verhandlungen um die kommunale Neuordnung des Ruhrgebiets. Er setzte sich gegen Pläne durch, Wanne-Eickel mit Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop zu einer größeren Einheit zusammenzuführen, und erreichte stattdessen den Zusammenschluss mit der östlich angrenzenden Stadt Herne.
Zusammenschluss mit Herne und Amtszeit als Oberbürgermeister der neuen Stadt Herne
Mit der territorialen Neuordnung wurde die eigenständige Stadt Wanne-Eickel zum 31. Dezember 1974 aufgelöst. Urbanski hatte in den folgenden Monaten eine Schlüsselposition als Übergangsverwalter. Am 1. Januar 1975 entstand aus der Fusion von Wanne-Eickel und Herne die neue Stadt Herne. Nach der ersten kommunalen Wahl wirkte Urbanski ab 26. Mai 1975 als Oberbürgermeister der neuen Stadt Herne.
In dieser Zeit knüpfte er an seine Ziele an, die Menschen aus beiden ehemals selbstständigen Städten zusammenzuführen und die städtische Entwicklung durch wirtschaftliche Maßnahmen zu stabilisieren. Unter seiner Führung wurde die Wirtschaftsförderung der Stadt ausgebaut, Gewerbeflächen erschlossen und eine Phase wirtschaftlicher und struktureller Umbrüche bewältigt. Auch Projekte wie der Bau der U-Bahn-Linie 35 oder die Neugestaltung der Wanner Innenstadt wurden in dieser Ära vorbereitet und angestoßen.
Urbanski war darüber hinaus Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Herne AG. Sein Bürgermeisteramt endete am 16. Oktober 1984, als er sein Mandat und das Amt des Oberbürgermeisters niederlegte.

Spätere Jahre und Tod
Nach seiner kommunalpolitischen Laufbahn wechselte Urbanski am 1. November 1984 als Arbeitsdirektor zur Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG, wo er bis zu seinem Ruhestand tätig war. In den 1990er-Jahren trat er in den wohlverdienten Ruhestand.
Manfred Urbanski verstarb in Herne am 24. Januar 2005 und wurde auf dem örtlichen Waldfriedhof Herne beigesetzt.
Persönliches Leben
Urbanski war mit Sigrun Siglinde geb. Heinz verheiratet; aus dieser Ehe ging ein Kind hervor. Er wurde mehrfach für sein kommunalpolitisches Engagement ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ehrenring der Stadt Wanne-Eickel am 29. November 1974.
Fazit
Manfred Urbanski gilt als bedeutender Kommunalpolitiker der Region Ruhrgebiet, der die schwierige Phase der kommunalen Gebietsreform in den 1970er und 1980er Jahren maßgeblich mitgestaltet hat. Sein Einsatz für die Fusion zweier ehemals konkurrierender Städte, sowie seine Arbeit zur wirtschaftlichen Konsolidierung der neuen Stadt Herne, werden als prägende Faktoren in der lokalen Verwaltungsgeschichte gewertet.
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Quellen
- ↑ Foto: Andreas Janik (02.03.2026)

