Freiwillige Feuerwehr Wanne: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach mehreren gemeinsamen Einsätzen und erfolgreichen Feuerwehrtagen reifte der Wunsch nach einer erneuten Zusammenführung. 1907 wurden beide Wanner Wehren zur '''Freiwilligen Feuerwehr Wanne''' vereinigt<ref>https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/17226289</ref>. Die bisherige Gemeinde-Feuerwehr bildete die 1. Abteilung, die Bürger-Feuerwehr die 2. Abteilung. Zum Leiter der Gesamtwehr wurde Beigeordneter [[Friedrich Weiberg (1870-1946) Amtmann|Weiberg]] berufen.<ref>Festschrift 1931.</ref> Später kamen eigene Wehren für die [[Zeche Unser Fritz]] und das Hafengebiet hinzu. Siehe [[Freiwillige Feuerwehr Löschzug Crange]]. |
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Bereits 1909 feierte die zweite Abteilung ihr 25-jähriges Bestehen. |
Bereits 1909 feierte die zweite Abteilung ihr 25-jähriges Bestehen. |
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Aktuelle Version vom 23. Juli 2026, 12:01 Uhr
Die Freiwillige Feuerwehr In der Wanne zählt zu den ältesten freiwilligen Feuerwehren im heutigen Stadtgebiet von Herne. Ihre Ursprünge reichen in das Jahr 1881 zurück, als sich Bürger der damaligen Gemeinden Wanne, Bickern und angrenzender Teile Eickels zusammenschlossen, um einen organisierten Brandschutz aufzubauen. Aus mehreren selbständigen Wehren entwickelte sich bis zur Gründung der Stadt Wanne-Eickel 1926 eine leistungsfähige Feuerwehrorganisation, die das Feuerlöschwesen des gesamten Amtsbezirks entscheidend prägte.

Geschichte
Gründung
Im August 1881 gründeten engagierte Bürger die Freiwillige Feuerwehr Wanne-Bickern. Die Initiative entstand vor dem Hintergrund der rasanten Industrialisierung und des starken Bevölkerungswachstums im nördlichen Emscherraum. Erster Leiter der Wehr wurde der Bauunternehmer Anton Hardick. Die polizeiliche Genehmigung erteilte der damalige Amtmann Major a. D. von Borris.[1]
Die erste Ausrüstung bestand lediglich aus einfachen Geräten. Noch im Gründungsjahr erhielt die Wehr von der Gemeinde Bickern eine Handspritze als Leihgabe. Mangels Gerätehaus wurde diese zunächst in der Gastwirtschaft von Engelbert Heitkamp untergebracht. Übungen fanden im Garten des Vereinslokals sowie an verschiedenen Gebäuden der Gemeinde statt.
1885 errichteten die Mitglieder in Eigenleistung einen Übungsturm an der evangelischen Schule an der damaligen Schulstraße. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden sowie durch selbst ausgegebene Anteilscheine. In den folgenden Jahren konnte der Gerätebestand durch eine Wasserkufe, einen Gerätewagen, Standrohre und Schläuche erheblich erweitert werden.[2]
Ausbau der Wehr
Bereits 1888 trat die Wehr dem Emschergau-Verband des Rheinisch-Westfälischen Feuerwehrverbandes bei. Nach der Teilung des Verbandes gehörte sie 1891 zu den ersten Mitgliedern des neu gegründeten Westfälischen Feuerwehrverbandes. Im selben Jahr fand in Wanne die erste ordentliche Ausschusssitzung des Verbandes statt. Außerdem erhielt die Wehr ihre erste Vereinsstandarte, gestiftet von August Franke.[3]
Durch den starken Mitgliederzuwachs entstand Ende 1891 eine zweite Feuerlöschkompanie in Bickern. Anfang 1894 verfügte die erste Kompanie bereits über 83, die zweite über 41 aktive Feuerwehrmänner.
Teilung der Wehr
Die schnelle Entwicklung des nördlichen Gemeindegebietes führte 1896 zu organisatorischen Veränderungen. Unter dem Protektorat des Amtsbaumeisters Otto Zahn entstand die Freiwillige Gemeinde-Feuerwehr Wanne, während die bisherige Stammwehr als Freiwillige Bürger-Feuerwehr Wanne im südlichen Teil des Amtsbezirks weiterbestand.[4]
In Crange bestand bis zur Eingemeindung nach Wanne im Jahr 1906 eine Pflichtfeuerwehr; danach übernahm die Wanner Wehr diesen Bereich.
Beide Wehren entwickelten sich zunächst unabhängig voneinander weiter. Gleichzeitig entstanden in den Nachbargemeinden weitere freiwillige Feuerwehren, darunter:
- Freiwillige Feuerwehr Holsterhausen (1887)
- Freiwillige Feuerwehr Röhlinghausen (1892), bis dahin war der Brandschutz dort Aufgabe der Werkfeuerwehr der Zeche Königsgrube.
- Freiwillige Feuerwehr Eickel (1896)
Daneben verfügten die Zechen, insbesondere Königsgrube, über leistungsfähige Werkfeuerwehren.
Wiedervereinigung
Nach mehreren gemeinsamen Einsätzen und erfolgreichen Feuerwehrtagen reifte der Wunsch nach einer erneuten Zusammenführung. 1907 wurden beide Wanner Wehren zur Freiwilligen Feuerwehr Wanne vereinigt[5]. Die bisherige Gemeinde-Feuerwehr bildete die 1. Abteilung, die Bürger-Feuerwehr die 2. Abteilung. Zum Leiter der Gesamtwehr wurde Beigeordneter Weiberg berufen.[6] Später kamen eigene Wehren für die Zeche Unser Fritz und das Hafengebiet hinzu. Siehe Freiwillige Feuerwehr Löschzug Crange.
Bereits 1909 feierte die zweite Abteilung ihr 25-jähriges Bestehen.
1911 erhielt die Wehr ihre neue Vereinsfahne, die durch den Vorsitzenden des Westfälischen Feuerwehrverbandes, Hermann Franken, feierlich geweiht wurde. Der langjährige Wehrführer August Franke stiftete hierfür einen repräsentativen Fahnenschrank. Für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen wurde Franke später mit dem Kronenorden IV. Klasse ausgezeichnet.
Erster Weltkrieg
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden zahlreiche Feuerwehrmänner zum Militärdienst eingezogen. Bereits am ersten Mobilmachungstag meldeten sich 16 Mitglieder zum Kriegsdienst. Während der Kriegsjahre mussten die verbliebenen Kameraden den Brandschutz unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten.
Der Feuerwehrmann Rudolf Küpper fiel im Krieg; die Wehr ehrte ihn dauerhaft als Gefallenen.
Im Jahr 1925 zählte die Wanner Feuerwehr bereits 171 aktive Mitglieder, und von 1881 bis 1925 wurden insgesamt 629 Brände dokumentiert.
Zeit der Stadt Wanne-Eickel
Durch den Zusammenschluss der Gemeinden Wanne, Eickel und Röhlinghausen entstand 1926 die Stadt Wanne-Eickel. Gleichzeitig wurden die bis dahin selbständigen Feuerwehren in einem Stadtverband der Freiwilligen Feuerwehren Wanne-Eickel zusammengefasst.
Die frühere Freiwillige Feuerwehr Wanne führte seitdem den Namen Freiwillige Feuerwehr „In der Wanne“, benannt nach der historischen Gemarkung „In der Wanne“, die bereits 1138 urkundlich erwähnt wird.[7]
Die Wehr verfügte nun über eine moderne Ausrüstung, ein automatisches Straßenmeldenetz sowie eine eigene Sirenenanlage und gehörte zu den leistungsfähigsten freiwilligen Feuerwehren Westfalens.
Goldenes Jubiläum
1931 feierte die Freiwillige Feuerwehr „In der Wanne“ ihr 50-jähriges Bestehen. Gleichzeitig fand in Wanne-Eickel die 41. Tagung des Westfälischen Provinzial-Feuerwehrverbandes statt. Mehrere hundert Feuerwehrangehörige aus ganz Westfalen nahmen an den Feierlichkeiten teil. Die Festschrift würdigte insbesondere den ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrleute unter dem Wahlspruch:
- „Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr!“
Nach der Auflösung Wanne-Eickels und der Eingliederung in die neue Stadt Herne im Jahr 1975 wurde sie schließlich umbenannt in „Freiwillige Feuerwehr Herne – 6. LZ-R In der Wanne“.
Wehrführer (Auswahl)
| Amtszeit | Name |
|---|---|
| 1881-1883 | Anton Hardick |
| 1883-1887 | Engelbert Heitkamp |
| 1887-1889 | Amtmann Winter |
| 1889-1891 | Karl von Smiegalski |
| 1891-1910 | August Franke |
| 1910-1919 | Friedrich (Fritz) Blanke |
| ab 1919 | Heinrich Schade |
Bedeutung
Die Freiwillige Feuerwehr Wanne entwickelte sich parallel zum rasanten Wachstum der Bergbau- und Industriestandorte im Raum Wanne-Bickern. Neben dem Brandschutz übernahm sie zahlreiche Aufgaben der technischen Hilfeleistung und trug wesentlich zur öffentlichen Sicherheit der Gemeinden und später der Stadt Wanne-Eickel bei.
Mit ihrer frühen Mitgliedschaft im Westfälischen Feuerwehrverband, der Ausrichtung bedeutender Verbandstage und ihrer organisatorischen Vorreiterrolle gehörte sie zu den prägenden Feuerwehren des westfälischen Industriegebietes.
Literatur
- Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr „In der Wanne“, Wanne-Eickel 1931.
- Zeitgenössische Berichte der Wanne-Eickeler Zeitung und des Hertener Tageblatts, Juni 1931.
- Festschrift zum 40-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Röhlinghausen, 1932.
