Urkunde 1142 Juni 13: Unterschied zwischen den Versionen
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Die älteste urkundliche Erwähnung eines Strünkedes: |
Die älteste urkundliche Erwähnung eines Strünkedes im Ministerialrang (Kurköln): |
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{{Urkunde1 |
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| titel = Bestätigungsurkunde |
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| jahr = 1142 |
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| tagmonat = 13. Juni |
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| bild = 2022-07-05-Urkunde 1142 strünkede.jpg |
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| kurzinhalt = |
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| siegel = Rundes Wachssiegel |
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| ausstellungsort = Essen |
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| aussteller = Äbtissin Irmentrud |
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| empfaenger = Reichsstift Essen |
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| sprache = Latein |
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| aufbewahrungsort = Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland |
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| signatur = AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 15 |
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| original = Ja |
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| direktlink = https://www.landesarchiv-nrw.de/iiif/data02/Abt_Rheinland/AA_0248_Essen_Stift/~000/00015/LAV_R_AA_0248_00015_001.jp2/full/max/0/default.jpg |
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| quelle = |
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| stand = Juni 2026 |
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==Regest== |
==Regest== |
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Äbtissin Irmentrudis von Essen: Nachdem unter ihren Vorgängerinnen Stiftsdamen und Kanoniker aus reiner Gefälligkeit den Ministerialen aus Furcht vor äußeren Feinden, in einer Zeit des inneren Friedens und wegen der nachbarlichen Lage der Kirchen Wohngemeinschaft in der Immunität gewährten, haben diese in der Folge daraus erb- und lehnrechtliche Ansprüche abgeleitet. Die Äbtissin hat vor Königen, Bischöfen, Fürsten, Geistlichen und Laien ihr Recht gesucht und schließlich am 13. Juni 1142, im 5. Regierungsjahr König Konrads III. vor dem geistlichen Gericht in Köln gegen Zahlung von 12 Mark einen Vergleich erzielt. |
Äbtissin Irmentrudis von Essen: Nachdem unter ihren Vorgängerinnen Stiftsdamen und Kanoniker aus reiner Gefälligkeit den Ministerialen aus Furcht vor äußeren Feinden, in einer Zeit des inneren Friedens und wegen der nachbarlichen Lage der Kirchen Wohngemeinschaft in der Immunität gewährten, haben diese in der Folge daraus erb- und lehnrechtliche Ansprüche abgeleitet. Die Äbtissin hat vor Königen, Bischöfen, Fürsten, Geistlichen und Laien ihr Recht gesucht und schließlich am [[13. Juni]] [[1142]], im 5. Regierungsjahr König Konrads III. vor dem [[Urkunde 1142 Juni 13 (Köln)|geistlichen Gericht in Köln]] gegen Zahlung von 12 Mark einen Vergleich erzielt. <br /> |
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Hierbei waren zugegen: Erzbischof Arnold I. von Köln, Arnold, Kanzler und Dompropst, die Kölner Pröpste Bruno, Gerhard, Thiebald, Dietrich, Berno und Berenger mit Dekanen und Magistern; ferner die Laien Graf Adolf, Graf Goswin, Dietrich von Broich (Broke), '''Wezelin [[Strünkede (Adelsgeschlecht)|von Strünkede]] (Strunkethe)''' und Rutger von Horst (Hurst) mit anderen Freien und Ministerialen. <br /> |
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Als Getreue der Äbtissin waren zugegen und stimmen zu: die Stiftsdamen Adelheid, Pröpstin, Mathilde, Odelhild, Oda; die Kapelläne Gerhard, Hermann und Friedrich; die Ministerialen Berthold mit den obersten Hofbeamten und Winnemar mit Guideloga und deren Kindern. - Veröffentlicht, gebilligt und besiegelt im Stift. Auf einer allgemeinen Synode wurde ferner hierzu ein erzbischöfliches Privileg ausgestellt. |
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==Übersetzung== |
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Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit. |
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Zur Ehre der immerwährenden Jungfrau Maria und zur Verehrung der heiligen Märtyrer Kosmas und Damian. |
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Ich, Irmentrud, durch Gottes Gnade demütige Äbtissin von Essen (Astniden), richte mich an alle Gläubigen der gegenwärtigen und zukünftigen Zeit, an alle Liebhaber und Verteidiger der Wahrheit. |
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Vernehmt und bewahrt im Gedächtnis die schwierige Angelegenheit und die mühevollen Auseinandersetzungen, unter denen unsere Kirche zwölf Jahre lang schwer zu leiden hatte, aus denen sie aber schließlich durch die Hilfe des göttlichen Erbarmens gnädig befreit wurde. |
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Dies geschah im Jahre 1142 nach der Menschwerdung des Herrn, im fünften Regierungsjahr unseres Königs Konrad, in der fünften Indiktion, an den Iden des Juni. |
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Zwischen unseren Vorgängern, den Kanonissen, den Klerikern und den Ministerialen bestand einst eine so enge Verbundenheit wohlwollender Schlichtheit, ehrenhafter Vertrautheit und liebevoller Freigebigkeit, dass vollkommene Eintracht jegliches Gift der Zwietracht aus ihrer Mitte vertrieb. |
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Darum gewährte die aufrichtige Wohlgesinnung der Kanonissen gegenüber den Klerikern den Dienern der bekannten religiösen Gemeinschaft als Gegengabe für ihre Dienste den Schutz gemeinsamer Wohn- und Nutzungsrechte innerhalb der Immunität, sowohl wegen der Bedrängnis durch Feinde als auch wegen der friedlichen Zeiten und der Nähe der Kirchen. |
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Ihre Nachfolger jedoch missbrauchten allzu unbesonnen die Freiheit ihres Standes. Sie dehnten die Grenzen unserer Immunität anmaßend auf ihre erblichen Lehen aus und verwandelten jene einträchtige Harmonie, die auf uns überkommen war, ohne Dankbarkeit für die empfangenen Wohltaten in ihr Gegenteil. |
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Deshalb verteidigten wir vor Königen, Bischöfen, Fürsten, Klerikern und Laien die Grenzen unserer Immunität und führten während der genannten zwölf Jahre unserer Bedrängnis zahlreiche Rechtsstreitigkeiten nach göttlichem und menschlichem Recht. |
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Schließlich fand die Sache in der Kölner Kirche durch gerichtliches Verfahren und durch eine Vergleichszahlung von zwölf Mark ihren Abschluss. |
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Dieser Einigung und gerichtlichen Entscheidung standen vor und stimmten zu: |
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:Arnold, der ehrwürdige Erzbischof von Köln,<br>Arnold, Kanzler und Propst des Hauses St. Peter,<br>sowie die übrigen Kölner Pröpste:<br>Bruno,<br>Gerhard,<br>Thiebald,<br>Theoderich,<br>Berno,<br>Berengar,<br>ferner die Dekane und Magister, |
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und unter den Laien: |
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:Graf Adolf,<br>Graf Gozwin,<br>Theoderich von Brück,<br>Wesselin von Strünkede,<br>Rotger von Hurst,<br> |
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sowie viele andere Freie und Ministerialen. |
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Anwesend waren und stimmten ebenfalls mit uns überein unsere Getreuen: |
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unter den Kanonissen: |
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:Adelheid, die Pröpstin,<br>Mathilde,<br>Uthelhild,<br>Oda;<br> |
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unter den Kaplänen: |
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:Gerhard,<br>Hermann,<br>Friedrich;<br> |
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unter den Dienstleuten: |
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:Bertold, der Erste unserer Hofbeamten,<br>sowie Gvinemar und Gvideloga mit ihren dort anwesenden Söhnen, |
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als Bekräftigung unserer Wahrheit. |
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Die Art und den Verlauf dieser Angelegenheit, die in unserer Kirche öffentlich bekannt gemacht und von ihr bestätigt wurde und die durch dieses besiegelte Erinnerungsdokument bekräftigt ist, übergeben wir den Freunden der Wahrheit zur Bewahrung. |
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Damit künftig niemand es wage, die Grenzen unserer Immunität für sein Lehen oder Benefizium in Anspruch zu nehmen, da diese durch das Privileg unseres genannten Bischofs in einer Generalsynode unter Androhung des Anathems festgelegt worden sind. |
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==Originaltext== |
==Originaltext== |
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Essen |
Essen |
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:In nomine sancte et indiudue trinitatis. In honore perpetue uirginis sancte Marie. in ueneratione sanctorum martirum Casme et Damiani. Ego Irmentrudis dei gratia humilis astnidensium abbatissa. Omnes fideles. presentis et futuri temporis. amatores et defensores ueritatis. audite memoriter. difficilis negotii difficile liborintum. in quo duodecim annis ecclesia nostra grauiter afflicta laborauit. sed diuine miserationis auxilio tandem misericorditer exiuit. anno ab incarnatione domini M.C.XLII. anno regis nostri Cunradi. V. Indictione quiata. Ibibus iunii. Predecessoribus nostri. sanctimonialibus. clericis. et ministerialibus. tanta fuiut connexio. benigne somplicitatis. honoste familiaritatis. caritatiue liberalitatis. ut concors concordia. prorsus extirparet ab eis. totius dissensionis uenesitia. Quare sanctimonialium et clericorum simplex beniuolentia. gratiam reddens pro gratia note relegionis ministros inmunitatis sue cohabitatione muniuit. probter iuimicorum importunitatem. temporum tranquillitatemecclesiarum nicinitatem. illorum vero successio nimis inprudenter abusa sue liberttis arbitrio. Inmunitatis nostre terminos arroganter suis hereditariis beneficiis. nec reddens gratiam pro gratia. concordem illam concordiam ad nos deriuatam. mutavit in contraia. Nos igituer coram regibus. pontificibus, principibus. clericis. et laicis. inmunitatis nostro terminos defendentes sepe numero. iure divino et humano exiuimus in pretaxato annorum termino nostre tribulationis laborintum. in coloniensi ecclesia iudicario ordine et XII. marcarum conpositione. Prefuerunt et assenserunt huic conpositioni. et iudiciarie diffinitioni. Arnoldus coloniensium uenerabiklis archiepiscopus. Arnoldus cancellarius. in domo s. Petri prepositus. cum ceteris colonie prepositis. Brunone, Gerardo, Thiebaldo, Thieoderico. Bernone. Berengero. Cum decanis et nagistris. et cum laicis. Adolpho comite . Gozguino comite . Theoderico de bruke, '''Guezelino de strunkethe''', Rotgero de hurst. cum multis aliis liberis et ministris. Affuerunt et consenserunt quoque nobiscum nostri fideles. sanctimoniales Adelheidis preposita. Mahthildis. Uthelhildis. Oda. Capellani. Gerardus. Hermannus. Fridericus. ministri. Bertoldus cum primus curie nostre officiariis. et Gvinemarus cum Gvideloga et suis filiis ibidem coniunctis. firmamento nostra ueritatis. Huius negotii modum et seriem in ecclesia nostra publicatam. et ab ea probatam. et hoc sigillatam commonitorio signatam. ueritatis amatoribus tuendam committimus ne postmodum alicuius presumtio inmunitatis nostre terminos arroget suo beneficio. consignatos prefati pontificis nostri privilegio. in generali sinodo sub anathematis supplicio. |
:In nomine sancte et indiudue trinitatis. In honore perpetue uirginis sancte Marie. in ueneratione sanctorum martirum Casme et Damiani. Ego Irmentrudis dei gratia humilis astnidensium abbatissa. Omnes fideles. presentis et futuri temporis. amatores et defensores ueritatis. audite memoriter. difficilis negotii difficile liborintum. in quo duodecim annis ecclesia nostra grauiter afflicta laborauit. sed diuine miserationis auxilio tandem misericorditer exiuit. anno ab incarnatione domini M.C.XLII. anno regis nostri Cunradi. V. Indictione quiata. Ibibus iunii. Predecessoribus nostri. sanctimonialibus. clericis. et ministerialibus. tanta fuiut connexio. benigne somplicitatis. honoste familiaritatis. caritatiue liberalitatis. ut concors concordia. prorsus extirparet ab eis. totius dissensionis uenesitia. Quare sanctimonialium et clericorum simplex beniuolentia. gratiam reddens pro gratia note relegionis ministros inmunitatis sue cohabitatione muniuit. probter iuimicorum importunitatem. temporum tranquillitatemecclesiarum nicinitatem. illorum vero successio nimis inprudenter abusa sue liberttis arbitrio. Inmunitatis nostre terminos arroganter suis hereditariis beneficiis. nec reddens gratiam pro gratia. concordem illam concordiam ad nos deriuatam. mutavit in contraia. Nos igituer coram regibus. pontificibus, principibus. clericis. et laicis. inmunitatis nostro terminos defendentes sepe numero. iure divino et humano exiuimus in pretaxato annorum termino nostre tribulationis laborintum. in coloniensi ecclesia iudicario ordine et XII. marcarum conpositione. Prefuerunt et assenserunt huic conpositioni. et iudiciarie diffinitioni. Arnoldus coloniensium uenerabiklis archiepiscopus. Arnoldus cancellarius. in domo s. Petri prepositus. cum ceteris colonie prepositis. Brunone, Gerardo, Thiebaldo, Thieoderico. Bernone. Berengero. Cum decanis et nagistris. et cum laicis. Adolpho comite . Gozguino comite . Theoderico de bruke, '''Guezelino de strunkethe''', Rotgero de hurst. cum multis aliis liberis et ministris. Affuerunt et consenserunt quoque nobiscum nostri fideles. sanctimoniales Adelheidis preposita. Mahthildis. Uthelhildis. Oda. Capellani. Gerardus. Hermannus. Fridericus. ministri. Bertoldus cum primus curie nostre officiariis. et Gvinemarus cum Gvideloga et suis filiis ibidem coniunctis. firmamento nostra ueritatis. Huius negotii modum et seriem in ecclesia nostra publicatam. et ab ea probatam. et hoc sigillatam commonitorio signatam. ueritatis amatoribus tuendam committimus ne postmodum alicuius presumtio inmunitatis nostre terminos arroget suo beneficio. consignatos prefati pontificis nostri privilegio. in generali sinodo sub anathematis supplicio. |
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Vgl.: [[Urkunde 1142 Juni 13 (Köln)]] |
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==Kölner Gegenurkunde== |
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Erzbischof Arnold I. von Köln: Auf die Bitten der Äbtissin Ermentrudis von Essen und die Klagen des dortigen Konvents hin hat er, das ganze Gewicht seines Amtes aufbietend, den Ministerialen des Stiftes 6 Häuser wieder entrissen, die diese der Abtei für ihren eigenen Bedarf wiederrechtlich entwendet hatten, und sie den Stiftsdamen restituiert. - Es siegelt der Aussteller. - Die Namen der Usurpatoren: Gebhard, Konrad, Widelogis, Gebhard, Friedrich, Edelger, Mathilde, Hasceka. - Zeugen: Arnold, Kanzler und Dompropst, Theobald, Propst von St. Severin, Dietrich, Propst von St. Aposteln, Pfalzgraf Otto; vom Stift Essen: Äbtissin Ermentrudis, Pröpstin Adelheid, Odelhild, Oda, Gerhard, Kleriker, Hermann, Friedrich, Graf Adolf, Goswin von Heinsberg (Hinesberge), Dietrich von Broich (Bruke), Wezelin von Strünkede, Rutger von Horst, Robert, Berthold, Kämmerer, Gebhard, Truchsess, Otker, Marschall, Winnemar, Konrad, Segebert, Friedrich, Bernhard, Hermann, Heinrich, Dietrich, Walcon.Actum est Colonie in publico conventu a. ab inc. d. 1142. |
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*Nordrhein-Westfälisches Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Stift Essen Urk.15. und Nr. 16 (s.u.) |
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==Abdruck in:== |
==Abdruck in:== |
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*[[Lacomblet I 1840/1960]] Nr.346 S.231 f. |
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*Ludwig Troß (Hsgb.), Westphalia : Zeitschrift für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens und Rheinlands (Hamm: Grote, 1825 - 1826), Band 3 1826, 23. Stück S. 191. https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/periodical/pageview/1346364 Digitalisat (Direktlink) |
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==Zitiert in:== |
==Zitiert in:== |
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*Wand-Sayer, Dr. Gabriele: Ein uralt, adelich und ritterlich Geschlechte - Zur Geschichte der Herner Adelsfamilie von Strünkede. S.11. |
*[[Wand-Seyer 1992|Wand-Sayer, Dr. Gabriele: Ein uralt, adelich und ritterlich Geschlechte - Zur Geschichte der Herner Adelsfamilie von Strünkede.]] S.11. |
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*Frien, Hajo: Genealogie von der Horst in Vestische Zeitschrift Bd. 84/85 S. |
*Frien, Hajo: Genealogie von der Horst in Vestische Zeitschrift Bd. 84/85, S.99 f. |
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== Siehe auch == |
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Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 15 |
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[[Kategorie: |
[[Kategorie:Urkunde]] |
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[[Kategorie:1100-1199]] |
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[[Kategorie:Urkunden Landesarchiv Rheinland]] |
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[[Kategorie:DAS]] |
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Aktuelle Version vom 3. Juni 2026, 09:56 Uhr
Die älteste urkundliche Erwähnung eines Strünkedes im Ministerialrang (Kurköln):
Rundes Wachssiegel
Ausstellungsort Essen
Aussteller Äbtissin Irmentrud → Reichsstift Essen
Sprache Latein
Aufbewahrungsort Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Signatur: AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 15
Original erhalten ✔ Original
Regest
Äbtissin Irmentrudis von Essen: Nachdem unter ihren Vorgängerinnen Stiftsdamen und Kanoniker aus reiner Gefälligkeit den Ministerialen aus Furcht vor äußeren Feinden, in einer Zeit des inneren Friedens und wegen der nachbarlichen Lage der Kirchen Wohngemeinschaft in der Immunität gewährten, haben diese in der Folge daraus erb- und lehnrechtliche Ansprüche abgeleitet. Die Äbtissin hat vor Königen, Bischöfen, Fürsten, Geistlichen und Laien ihr Recht gesucht und schließlich am 13. Juni 1142, im 5. Regierungsjahr König Konrads III. vor dem geistlichen Gericht in Köln gegen Zahlung von 12 Mark einen Vergleich erzielt.
Hierbei waren zugegen: Erzbischof Arnold I. von Köln, Arnold, Kanzler und Dompropst, die Kölner Pröpste Bruno, Gerhard, Thiebald, Dietrich, Berno und Berenger mit Dekanen und Magistern; ferner die Laien Graf Adolf, Graf Goswin, Dietrich von Broich (Broke), Wezelin von Strünkede (Strunkethe) und Rutger von Horst (Hurst) mit anderen Freien und Ministerialen.
Als Getreue der Äbtissin waren zugegen und stimmen zu: die Stiftsdamen Adelheid, Pröpstin, Mathilde, Odelhild, Oda; die Kapelläne Gerhard, Hermann und Friedrich; die Ministerialen Berthold mit den obersten Hofbeamten und Winnemar mit Guideloga und deren Kindern. - Veröffentlicht, gebilligt und besiegelt im Stift. Auf einer allgemeinen Synode wurde ferner hierzu ein erzbischöfliches Privileg ausgestellt.
Übersetzung
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit.
Zur Ehre der immerwährenden Jungfrau Maria und zur Verehrung der heiligen Märtyrer Kosmas und Damian.
Ich, Irmentrud, durch Gottes Gnade demütige Äbtissin von Essen (Astniden), richte mich an alle Gläubigen der gegenwärtigen und zukünftigen Zeit, an alle Liebhaber und Verteidiger der Wahrheit.
Vernehmt und bewahrt im Gedächtnis die schwierige Angelegenheit und die mühevollen Auseinandersetzungen, unter denen unsere Kirche zwölf Jahre lang schwer zu leiden hatte, aus denen sie aber schließlich durch die Hilfe des göttlichen Erbarmens gnädig befreit wurde.
Dies geschah im Jahre 1142 nach der Menschwerdung des Herrn, im fünften Regierungsjahr unseres Königs Konrad, in der fünften Indiktion, an den Iden des Juni.
Zwischen unseren Vorgängern, den Kanonissen, den Klerikern und den Ministerialen bestand einst eine so enge Verbundenheit wohlwollender Schlichtheit, ehrenhafter Vertrautheit und liebevoller Freigebigkeit, dass vollkommene Eintracht jegliches Gift der Zwietracht aus ihrer Mitte vertrieb.
Darum gewährte die aufrichtige Wohlgesinnung der Kanonissen gegenüber den Klerikern den Dienern der bekannten religiösen Gemeinschaft als Gegengabe für ihre Dienste den Schutz gemeinsamer Wohn- und Nutzungsrechte innerhalb der Immunität, sowohl wegen der Bedrängnis durch Feinde als auch wegen der friedlichen Zeiten und der Nähe der Kirchen.
Ihre Nachfolger jedoch missbrauchten allzu unbesonnen die Freiheit ihres Standes. Sie dehnten die Grenzen unserer Immunität anmaßend auf ihre erblichen Lehen aus und verwandelten jene einträchtige Harmonie, die auf uns überkommen war, ohne Dankbarkeit für die empfangenen Wohltaten in ihr Gegenteil.
Deshalb verteidigten wir vor Königen, Bischöfen, Fürsten, Klerikern und Laien die Grenzen unserer Immunität und führten während der genannten zwölf Jahre unserer Bedrängnis zahlreiche Rechtsstreitigkeiten nach göttlichem und menschlichem Recht.
Schließlich fand die Sache in der Kölner Kirche durch gerichtliches Verfahren und durch eine Vergleichszahlung von zwölf Mark ihren Abschluss.
Dieser Einigung und gerichtlichen Entscheidung standen vor und stimmten zu:
- Arnold, der ehrwürdige Erzbischof von Köln,
Arnold, Kanzler und Propst des Hauses St. Peter,
sowie die übrigen Kölner Pröpste:
Bruno,
Gerhard,
Thiebald,
Theoderich,
Berno,
Berengar,
ferner die Dekane und Magister,
und unter den Laien:
- Graf Adolf,
Graf Gozwin,
Theoderich von Brück,
Wesselin von Strünkede,
Rotger von Hurst,
sowie viele andere Freie und Ministerialen.
Anwesend waren und stimmten ebenfalls mit uns überein unsere Getreuen:
unter den Kanonissen:
- Adelheid, die Pröpstin,
Mathilde,
Uthelhild,
Oda;
unter den Kaplänen:
- Gerhard,
Hermann,
Friedrich;
unter den Dienstleuten:
- Bertold, der Erste unserer Hofbeamten,
sowie Gvinemar und Gvideloga mit ihren dort anwesenden Söhnen,
als Bekräftigung unserer Wahrheit.
Die Art und den Verlauf dieser Angelegenheit, die in unserer Kirche öffentlich bekannt gemacht und von ihr bestätigt wurde und die durch dieses besiegelte Erinnerungsdokument bekräftigt ist, übergeben wir den Freunden der Wahrheit zur Bewahrung.
Damit künftig niemand es wage, die Grenzen unserer Immunität für sein Lehen oder Benefizium in Anspruch zu nehmen, da diese durch das Privileg unseres genannten Bischofs in einer Generalsynode unter Androhung des Anathems festgelegt worden sind.
Originaltext
Essen
- In nomine sancte et indiudue trinitatis. In honore perpetue uirginis sancte Marie. in ueneratione sanctorum martirum Casme et Damiani. Ego Irmentrudis dei gratia humilis astnidensium abbatissa. Omnes fideles. presentis et futuri temporis. amatores et defensores ueritatis. audite memoriter. difficilis negotii difficile liborintum. in quo duodecim annis ecclesia nostra grauiter afflicta laborauit. sed diuine miserationis auxilio tandem misericorditer exiuit. anno ab incarnatione domini M.C.XLII. anno regis nostri Cunradi. V. Indictione quiata. Ibibus iunii. Predecessoribus nostri. sanctimonialibus. clericis. et ministerialibus. tanta fuiut connexio. benigne somplicitatis. honoste familiaritatis. caritatiue liberalitatis. ut concors concordia. prorsus extirparet ab eis. totius dissensionis uenesitia. Quare sanctimonialium et clericorum simplex beniuolentia. gratiam reddens pro gratia note relegionis ministros inmunitatis sue cohabitatione muniuit. probter iuimicorum importunitatem. temporum tranquillitatemecclesiarum nicinitatem. illorum vero successio nimis inprudenter abusa sue liberttis arbitrio. Inmunitatis nostre terminos arroganter suis hereditariis beneficiis. nec reddens gratiam pro gratia. concordem illam concordiam ad nos deriuatam. mutavit in contraia. Nos igituer coram regibus. pontificibus, principibus. clericis. et laicis. inmunitatis nostro terminos defendentes sepe numero. iure divino et humano exiuimus in pretaxato annorum termino nostre tribulationis laborintum. in coloniensi ecclesia iudicario ordine et XII. marcarum conpositione. Prefuerunt et assenserunt huic conpositioni. et iudiciarie diffinitioni. Arnoldus coloniensium uenerabiklis archiepiscopus. Arnoldus cancellarius. in domo s. Petri prepositus. cum ceteris colonie prepositis. Brunone, Gerardo, Thiebaldo, Thieoderico. Bernone. Berengero. Cum decanis et nagistris. et cum laicis. Adolpho comite . Gozguino comite . Theoderico de bruke, Guezelino de strunkethe, Rotgero de hurst. cum multis aliis liberis et ministris. Affuerunt et consenserunt quoque nobiscum nostri fideles. sanctimoniales Adelheidis preposita. Mahthildis. Uthelhildis. Oda. Capellani. Gerardus. Hermannus. Fridericus. ministri. Bertoldus cum primus curie nostre officiariis. et Gvinemarus cum Gvideloga et suis filiis ibidem coniunctis. firmamento nostra ueritatis. Huius negotii modum et seriem in ecclesia nostra publicatam. et ab ea probatam. et hoc sigillatam commonitorio signatam. ueritatis amatoribus tuendam committimus ne postmodum alicuius presumtio inmunitatis nostre terminos arroget suo beneficio. consignatos prefati pontificis nostri privilegio. in generali sinodo sub anathematis supplicio.
Vgl.: Urkunde 1142 Juni 13 (Köln)
Abdruck in:
- Lacomblet I 1840/1960 Nr.346 S.231 f.
- Ludwig Troß (Hsgb.), Westphalia : Zeitschrift für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens und Rheinlands (Hamm: Grote, 1825 - 1826), Band 3 1826, 23. Stück S. 191. https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/periodical/pageview/1346364 Digitalisat (Direktlink)
Zitiert in:
- Wand-Sayer, Dr. Gabriele: Ein uralt, adelich und ritterlich Geschlechte - Zur Geschichte der Herner Adelsfamilie von Strünkede. S.11.
- Frien, Hajo: Genealogie von der Horst in Vestische Zeitschrift Bd. 84/85, S.99 f.
Siehe auch
Quelle:
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 15
