Hermann Hertkens (1860-1901) Pfarrer: Unterschied zwischen den Versionen
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* Grabstätte: Die Gemeinde widmete ihm ein Gedenkgrab auf dem [[Kath. Friedhof St. Laurentius]], das heute noch Zeugnis von seiner Bedeutung ablegt.<ref>https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/pagetext/10096163</ref> |
* Grabstätte: Die Gemeinde widmete ihm ein Gedenkgrab auf dem [[Kath. Friedhof St. Laurentius]], das heute noch Zeugnis von seiner Bedeutung ablegt.<ref>https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/pagetext/10096163</ref> |
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 23:39 Uhr
Hermann Hertkens (geboren 21. Oktober 1860 in Dortmund; gestorben 28. April 1901 in Wanne) war ein katholischer Pfarrer, Sozialpionier und Erbauer des St. Anna-Hospitals.
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Hermann Hertkens war ein bedeutender katholischer Geistlicher in Wanne, dessen kurzes, aber intensives Wirken das Stadtbild und das soziale Gefüge bis heute prägt. Als Initiator des St. Anna-Hospitals und Förderer des Schulwesens gilt er als einer der verdientesten Seelsorger der Jahrhundertwende.
1. Herkunft und Ausbildung
Hermann Hertkens wurde am 21. Oktober 1860 in Dortmund als Sohn des Lehrers Johann Hertkens (1806-1896) und dessen Gattin Josepha Cremer (1818-1897) geboren. Er stammte aus einer bildungsnahen Familie; einer seiner Brüder (Johann) war Oberpfarrer in der Erzdiözese Köln, ein anderer (Peter August *1856) Hauptlehrer in Dortmund.[1] Nach dem Abitur am Gymnasium in Emmerich studierte er Philosophie und Theologie in Bonn. Am 15. August 1887 empfing er in Paderborn die heilige Priesterweihe.
2. Stationen seines Wirkens
Bevor Hertkens nach Wanne kam, war er an verschiedenen Orten seelsorgerisch tätig:
- Frühe Jahre: Dortmund, Cooperator in Bausenhagen und Pfarrverweser in Altengesecke.
- Herdringen (1889–1898): Neun Jahre lang wirkte er als Hausgeistlicher (Schloßkaplan) beim Grafen von Fürstenberg-Herdringen an der Schlosskapelle St. Elisabeth. Nebenbei leistete er geschätzte Aushilfe in der Pfarrei Hüsten.
- Wanne (ab 1898): Am 6. September 1898 hielt er als Pfarrer seinen Einzug in die umfangreiche Gemeinde Wanne.
3. Soziales Engagement und Bauwerke in Wanne
In der kurzen Zeit von nur zweieinhalb Jahren in Wanne schuf Hertkens unter schwierigen Bedingungen Außergewöhnliches. Sein Fokus lag auf der "christlichen Nächstenliebe" und der praktischen Hilfe für Berarbeiterfamilien.[2]
- St. Anna-Stift (1898): Bereits kurz nach seinem Amtsantritt ließ er am 27. September 1898 dieses Schwesternhaus errichten. Unter Leitung der Vinzentinerinnen beherbergte es eine Nähschule, eine ambulante Krankenpflege sowie die erste von insgesamt vier Kleinkinderbewahrschulen (Kindergärten), die Hertkens ins Leben rief.
- Das St. Anna-Hospital: Da die ambulante Pflege nicht ausreichte, plante er gemeinsam mit dem Wirt Ludwig Schäfer den Bau eines modernen Krankenhauses. Die Grundsteinlegung erfolgte am 12. September 1900. Das Hospital wurde im gotischen Stil errichtet und nach der Namenspatronin der Stifterin Anna Schäfer benannt.
- Weitere Werke: Hertkens verantwortete zudem die Erweiterung des Friedhofs, den Neubau der Sakristei, die Anschaffung einer neuen Orgel sowie die Förderung des katholischen Vereins- und Schulwesens.

4. Tod und Vermächtnis
Hermann Hertkens war ein "Priester nach dem Herzen Gottes", der für seinen Fleiß und sein Beispiel über Konfessionsgrenzen hinweg geliebt wurde. Sein plötzlicher Tod am 28. April 1901 infolge einer Blinddarmentzündung erschütterte die Gemeinde tief.
Besonders tragisch: Er erlebte die Vollendung seines "Lieblingswunsches", des St. Anna-Hospitals, nicht mehr. Das Krankenhaus musste erst wenige Monate nach seinem Tod wegen einer Typhusepidemie vorzeitig in Betrieb genommen werden.
Die Beisetzung
Seine Beerdigung am 7. Mai 1901 glich einem Staatsbegräbnis für den Amtsbezirk Wanne:
- Teilnehmer: Über 60 Geistliche, der Landrat Dr. Hammerschmidt, Vertreter des Adels und der Zechen sowie die evangelische Geistlichkeit.
- Ehrung: Alle Straßen trugen Trauerschmuck, die Gaslaternen waren umflort und brannten am hellichten Tag.
- Grabstätte: Die Gemeinde widmete ihm ein Gedenkgrab auf dem Kath. Friedhof St. Laurentius, das heute noch Zeugnis von seiner Bedeutung ablegt.[3]
Werke
- Krautweihlegenden / zsgst. von einem Priester der Diöcese Paderborn. Digitalisat online

