Louis Lauten (1842-1899) Kaufmann & Lokalpolitiker: Unterschied zwischen den Versionen

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<big>Ludwig (Louis) Leopold Lauten</big> (*[[12. September]] [[1842]] in Duisburg-Meiderich, † [[28. Oktober]] [[1899]] in Herne<ref>Sterberegister des stadesamtes Herne Nr. 630/1899. Online auf: [https://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FP6%2FP6-10%2F%7E003%2FP6-10_00361%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=229# Landesarchiv-Nrw.de]</ref>, ± 30. Oktober 1897 in Herne war ein Herner Kaufmann, Politiker (Nationalliberal) und erster Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Herne.
<big>Ludwig (Louis) Leopold Lauten (*[[12. September]] [[1842]] in Duisburg-Meiderich, † [[28. Oktober]] [[1899]] in Herne</big><ref>Sterberegister des Standesamtes Herne Nr. 630/1899. Online auf: [https://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FP6%2FP6-10%2F%7E003%2FP6-10_00361%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=229# Landesarchiv-Nrw.de]</ref><big>, ± 30. Oktober 1897 in Herne war ein Herner Kaufmann, Politiker (Nationalliberal) und erster Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Herne.</big>
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| Name = Louis Lauten
Leoplod Ludwig Lauten, welcher sich später Louis nannte, wurde am 12. September 1842 als Sohn des Anstreichers Ferdinand Lauten und dessen Ehefrau Caroline Brinkmann in Meiderich geboren. Am 6. November 1842 empfang er in der Evangelischen Johanniskirche in Duisburg die Taufe.
| Abkürzung =
[[Datei:Janik Andreas-Lauten-Louis-Grab-Herne-Bergelmannshof-2014.jpg|400px|mini|Familiengrabstätte Lauten auf dem ev. Friedhof am Bergelmanns Hof. Bild: Andreas Janik im Dezember 2014.]]
| Bild = Janik Andreas-Lauten-Louis-Grab-Herne-Bergelmannshof-2014.jpg
Über seine Bildung ist z.Zt. nicht bekannt, eine erste Spur fürt ins Jahr 1865 zurück nach Meiderich. In einer Anzeige sucht der Schriftführer des Gesangvereins "Frohsinn" Louis Lauten eine autographische Handdruckpresse.<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/4876023?query=%22louis%20Lauten%22 Rhein und Ruhr Zeitung vom 23. August 1865. Online auf Zeitpunkt.nrw]</ref> Einem weiteren Meidericher Verein mit Namen "Freudschaft" widmete er sich auch.<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/4884948?query=%22louis%20Lauten%22 Rhein und Ruhr Zeitung vom 08. November 1867. Online auf Zeitpunkt. NRW]</ref>
| Bildbeschreibung = Familiengrabstätte Lauten auf dem ev. Friedhof am Bergelmanns Hof. (Grab Nr. 119)<small>Bild: Andreas Janik im Dezember 2014</small>
| Geboren am = 12. September 1842
| Geboren in = Meiderich
| Gestorben am = 28. Oktober 1899
| Gestorben in = Herne
| Friedhof= [[Ev. Friedhof Herne (1882-1905)]]
| Beruf = Kaufmann
| Titel =
| Letzte Adresse= [[Schaeferstraße 10]]
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Leopold Ludwig Lauten, der sich später Louis nannte, wurde am 12. September 1842 als Sohn des Anstreichers Ferdinand Lauten und dessen Ehefrau Caroline Brinkmann in Meiderich geboren. Am 6. November 1842 empfing er in der Evangelischen Johanniskirche in Duisburg die Taufe.


Über seine Bildung ist zurzeit nichts bekannt; eine erste Spur führt zurück ins Jahr 1865 nach Meiderich. In einer Anzeige sucht der Schriftführer des Gesangvereins „Frohsinn“, Louis Lauten, eine autographische Handdruckpresse.<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/4876023?query=%22louis%20Lauten%22
Rund zwei Jahre später, schon in Herne, verkündeten Zeitungen im Januar 1869 seine Verlobung mit der Herner Pastorentochter Wilhelmine Saatmann.<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/9589859?query=%22louis%20Lauten%22 Kölnische Zeitung vom 25. Januar 1869 Online auf zeitpunkt.nrw]</ref> und dann, am 3. August 1869 seine Verehelichung.<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/9591331?query=%22louis%20Lauten%22 Kölnische Zeitung vom 4. August 1869 Online auf zeitpunkt.nrw]</ref>Der Brütigam war dort als "Buchhalter zu Herne auf [[Zeche Von der Heydt|Zeche v.d.Heydt]]" bezeichnet. Einige Jahre später war er kaufmännische Direktor der Zeche.
Rhein- und Ruhr-Zeitung vom 23. August 1865. Online auf Zeitpunkt.nrw]</ref> Auch einem weiteren Meidericher Verein mit dem Namen „Freundschaft“ widmete er sich.<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/4884948?query=%22louis%20Lauten%22
Rhein- und Ruhr-Zeitung vom 8. November 1867. Online auf Zeitpunkt.nrw]</ref>


Rund zwei Jahre später, bereits in Herne, verkündeten Zeitungen im Januar 1869 seine Verlobung mit der Herner Pastorentochter Wilhelmine Saatmann.<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/9589859?query=%22louis%20Lauten%22
Als einer der tragenden Personen der Gründerjahre trat er neben seiner beruflichen Laufbahn, Politisch und Gestalterisch in Herne auf. Einige Beispiele:
Kölnische Zeitung vom 25. Januar 1869. Online auf Zeitpunkt.nrw]</ref> Am 3. August 1869 folgte die Nachricht seiner Verehelichung.<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/9591331?query=%22louis%20Lauten%22
Kölnische Zeitung vom 4. August 1869. Online auf Zeitpunkt.nrw]</ref> Der Bräutigam wurde dort als „Buchhalter zu Herne auf [[Zeche Von der Heydt|Zeche v. d. Heydt]]“ bezeichnet. Einige Jahre später war er kaufmännischer Direktor der Zeche.<br>
Aus einem erhaltenen Kuxenschein aus dem Jahre 1896 geht hervor, dass er neben [[Otto Seher (1839–1917)|Otto Seher]] die Gewerkschaft des Erz- und Kali-Bergwerks „[https://de.wikipedia.org/wiki/Kupfergrube_Justenberg Justenberg]“ mit Sitz in Herne leitete.


Als eine der tragenden Persönlichkeiten der Gründerjahre trat er neben seiner beruflichen Laufbahn auch politisch und gestalterisch in Herne hervor. Einige Beispiele:
"''<small>Herne, 11. Aug. [1884] [Evangelischer Arbeiter Verein.] Am Sonntag, den 10. d.M., hielt der hiesige evang. Arbeiter=Verein seine monatliche Sitzung ab, verfrüht, weil er sich an der Fahnenweihe des gleichnamigen Vereins in Langendreer am nächsten Sonntag zu beteiligen beabsichtigt. Dem dortigen Vereine wurde durch einen Gönner eine Vereinsfahne geschenkt. Nach einem Gesange, der von der Gesang=Abteilung vorgetragen wurde, und nachdem die Beiträge von den Anwesenden eingezogen waren, auch für die Sterbekasse, welche ihren Mitgliedern beim Sterbefalle des Mannes 30 M. und bei dem der Frau 20 M auszahlt, hielt Herr Direktor Lauten von Zeche „Providence“ einen Vortrag über die menschliche Sprache. Diese ist das dem Menschen nicht angeborene Mitteilungsvermögen. Der chinesische und indogermanische Sprachenstamm haben die weiteste Ausdehnung. Belebt wurde der Vortrag noch insbesondere durch Vorlage von egyptischen, assyrischen und aztekischen Schriftzeichen, deren Bedeutung beigefügt war. Mit dem Wunsche, daß unsere in alle Welt wandernden deutschen Brüder nach der Ferne hin deutschen Laut tragen und nicht so begierig sich anderen Sprachen, wie dies in Amerika geschah und geschieht, hingeben möchten, schloß der mit lebhaftem Beifall aufgenommene Vortrag.</small>''"<ref>Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/1356518?query=%22Direktor%20Lauten%22 Dortmunder Zeitung vom 14. August 1884. Online auf Zeitpunkt.nrw]</ref>


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„''<small>Bochum, 14. Dec. [1892] Von der Strafkammer wurden die Bergarbeiter Michael Karasch, Michael und Franz Makowiak von Baukau wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung zu je 4 Jahren Gefängnis und der Bergmann Albert Przybylski wegen Werfens mit Steinen auf Menschen zu 6 Wochen Haft verurteilt. Am 13, September d. I. kamen der Director [[Gustav Daber|Daber]] und dessen Sohn, Kaufmann Louis Lauten mit seinem Sohn Julius und der Bureauchef Schmidt von Herne von einer Festlichkeit, die in der Nähe der Zeche „Friedrich der Große“ stattgefunden hatte, zurück. Die Herren gingen ruhig ihres Weges, als sie plötzlich von den Angeklagten ohne jede Veranlassung angerempelt wurden. Als die Angegriffenen sich dies verbaten, stieß Karasch den Daber sen, zu Boden, setzte sich auf ihn und brachte ihm mittels eines Dolchmessers—7 Stiche bei, infolge dessen D. 14 Tage arbeitsunfähig war; Schmidt wurde dann von Michael Makowiak mit einem Messer verarbeitet und war 5 Wochen arbeitsunfähig; Lauten sen. erhielt von Franz Makowiak einen Stich, wodurch er 10 Tage arbeitsunfähig war. Przybylski hat mit Steinen auf die Angegriffenen geworfen. Die drei Verletzten traten auch als Nebenkläger auf, infolge dessen die drei ersten Angeklagten noch zur Zahlung einer Buße von 450Mk verurteilt wurden.(Boch. Ztg.)</small>''“<ref>Kölnische zeitung vom 16. Dezember 1892. Online auf Zeitpunk.nrw</ref>
Dortmunder Zeitung vom 14. August 1884. Online auf Zeitpunkt.nrw]</ref>


„''<small>Bochum, 14. Dec. [1892] Von der Strafkammer wurden die Bergarbeiter Michael Karasch, Michael und Franz Makowiak aus Baukau wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung zu je vier Jahren Gefängnis und der Bergmann Albert Przybylski wegen Werfens mit Steinen auf Menschen zu sechs Wochen Haft verurteilt. Am 13. September d. I. kamen der Direktor [[Gustav Daber|Daber]] und dessen Sohn, Kaufmann Louis Lauten mit seinem Sohn Julius sowie der Bureauchef Schmidt aus Herne von einer Festlichkeit, die in der Nähe der Zeche „Friedrich der Große“ stattgefunden hatte, zurück. Die Herren gingen ruhig ihres Weges, als sie plötzlich von den Angeklagten ohne jede Veranlassung angerempelt wurden. Als die Angegriffenen sich dies verbaten, stieß Karasch den älteren Daber zu Boden, setzte sich auf ihn und brachte ihm mittels eines Dolchmessers sieben Stiche bei, infolge deren D. 14 Tage arbeitsunfähig war; Schmidt wurde dann von Michael Makowiak mit einem Messer verletzt und war fünf Wochen arbeitsunfähig; Lauten sen. erhielt von Franz Makowiak einen Stich, wodurch er zehn Tage arbeitsunfähig war. Przybylski hat mit Steinen auf die Angegriffenen geworfen. Die drei Verletzten traten auch als Nebenkläger auf, infolge dessen die drei ersten Angeklagten noch zur Zahlung einer Buße von 450 Mk. verurteilt wurden. (Boch. Ztg.)</small>''“<ref>Kölnische Zeitung vom 16. Dezember 1892. Online auf Zeitpunkt.nrw</ref>
Bei der Stadtgründung wurde er in der 1. Wahlklasse zum Stadtverordneten und darüber hinaus zum [[Stadtverordneten-Versammlung Herne 1897|Stadtverordnetenvorsteher]] gewählt. dieses amt bekleidete er bis zu seinem frühen Tode.


Bei der Stadtgründung wurde er in der 1. Wahlklasse zum Stadtverordneten und darüber hinaus zum [[Stadtverordneten-Versammlung Herne 1897|Stadtverordnetenvorsteher]] gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem frühen Tod.
„''<small>Herne, 1. November. In Herne ist am 27. Oktober infolge eines Schlaganfalles der ehemalige Bergwerksdirektor Herr Louis Lauten, 57 Jahre alt, aus dem Leben geschieden. In dem Verblichenen, der bis kurz vor seinem Tode das Amt des Stadtverordnetenvorstehers dahier bekleidete, verliert die nationalliberale Partei einen treuen, zuverlässigen Freund. Er war Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des nationalliberalen Zentralkomitees der Provinz Westfalen und hat lange Jahre als erster Vorsitzender des Reichsvereins für Herne und Umgegend mit Hingebung und Selbstlosigkeit im Dienste des vaterländischen Gedankens gewirkt.</small>''“<ref>Dortmunder Zeitung vom 1. November 1899. Online auf Zeitpunkt.nrw.de</ref>


„''<small>Herne, 1. November. In Herne ist am 27. Oktober infolge eines Schlaganfalls der ehemalige Bergwerksdirektor Herr Louis Lauten, 57 Jahre alt, aus dem Leben geschieden. In dem Verblichenen, der bis kurz vor seinem Tode das Amt des Stadtverordnetenvorstehers dahier bekleidete, verliert die nationalliberale Partei einen treuen, zuverlässigen Freund. Er war Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des nationalliberalen Zentralkomitees der Provinz Westfalen und hat lange Jahre als erster Vorsitzender des Reichsvereins für Herne und Umgegend mit Hingebung und Selbstlosigkeit im Dienste des vaterländischen Gedankens gewirkt.</small>''“<ref>Dortmunder Zeitung vom 1. November 1899. Online auf Zeitpunkt.nrw.de</ref>
Anfänglich kaufte Lauten das als Acker und Garten benutzte Grundstück [[Bahnhofstraße 52]] im Jahre 1874 von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff und bebaute es mit einem kleinen Wohnhause. Im Jahre 1897/98 wurde es abgebrochen. Kurz davor erbaute er das Haus [[Schaeferstraße|Oststraße]] 3. Er verstarb am 28. Oktober 1899 im Hause Bahnhofstraße 116 (Buchhalter Heinrich Oertgen) an einem Herzinfakt und wurde auf dem [[Ev. Friedhof Herne (1882-1905)|ev. Friedhof]] am [[Bergelmanns Hof]] bestattet.

Anfänglich kaufte Lauten im Jahre 1874 das als Acker und Garten genutzte Grundstück [[Bahnhofstraße 52]] von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff und bebaute es mit einem kleinen Wohnhaus. Dieses wurde 1897/98 abgebrochen. Kurz zuvor hatte er das Haus [[Schaeferstraße|Oststraße]] 3 errichten lassen. Er verstarb am 28. Oktober 1899 im Hause Bahnhofstraße 116 (Buchhalter Heinrich Oertgen) an einem Herzinfarkt und wurde auf dem [[Ev. Friedhof Herne (1882-1905)|evangelischen Friedhof]] am [[Bergelmanns Hof]] bestattet.


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Aktuelle Version vom 9. Mai 2026, 22:19 Uhr

Ludwig (Louis) Leopold Lauten (*12. September 1842 in Duisburg-Meiderich, † 28. Oktober 1899 in Herne[1], ± 30. Oktober 1897 in Herne war ein Herner Kaufmann, Politiker (Nationalliberal) und erster Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Herne.

Louis Lauten
Janik Andreas-Lauten-Louis-Grab-Herne-Bergelmannshof-2014.jpg
Janik Andreas-Lauten-Louis-Grab-Herne-Bergelmannshof-2014.jpg

Familiengrabstätte Lauten auf dem ev. Friedhof am Bergelmanns Hof. (Grab Nr. 119)Bild: Andreas Janik im Dezember 2014

Geboren am: 12. September 1842
Geboren in: Meiderich
Gestorben am: 28. Oktober 1899
Gestorben in: Herne
Friedhof: Ev. Friedhof Herne (1882-1905)
Beruf: Kaufmann
Letzte Adresse: Schaeferstraße 10
Letzte Änderung: 09.05.2026
Geändert von: Andreas Janik


Leopold Ludwig Lauten, der sich später Louis nannte, wurde am 12. September 1842 als Sohn des Anstreichers Ferdinand Lauten und dessen Ehefrau Caroline Brinkmann in Meiderich geboren. Am 6. November 1842 empfing er in der Evangelischen Johanniskirche in Duisburg die Taufe.

Über seine Bildung ist zurzeit nichts bekannt; eine erste Spur führt zurück ins Jahr 1865 nach Meiderich. In einer Anzeige sucht der Schriftführer des Gesangvereins „Frohsinn“, Louis Lauten, eine autographische Handdruckpresse.[2] Auch einem weiteren Meidericher Verein mit dem Namen „Freundschaft“ widmete er sich.[3]

Rund zwei Jahre später, bereits in Herne, verkündeten Zeitungen im Januar 1869 seine Verlobung mit der Herner Pastorentochter Wilhelmine Saatmann.[4] Am 3. August 1869 folgte die Nachricht seiner Verehelichung.[5] Der Bräutigam wurde dort als „Buchhalter zu Herne auf Zeche v. d. Heydt“ bezeichnet. Einige Jahre später war er kaufmännischer Direktor der Zeche.
Aus einem erhaltenen Kuxenschein aus dem Jahre 1896 geht hervor, dass er neben Otto Seher die Gewerkschaft des Erz- und Kali-Bergwerks „Justenberg“ mit Sitz in Herne leitete.

Als eine der tragenden Persönlichkeiten der Gründerjahre trat er neben seiner beruflichen Laufbahn auch politisch und gestalterisch in Herne hervor. Einige Beispiele:

Herne, 11. Aug. [1884] [Evangelischer Arbeiterverein.] Am Sonntag, den 10. d. M., hielt der hiesige evang. Arbeiterverein seine monatliche Sitzung ab, vorverlegt, weil er sich an der Fahnenweihe des gleichnamigen Vereins in Langendreer am nächsten Sonntag zu beteiligen beabsichtigt. Dem dortigen Verein wurde durch einen Gönner eine Vereinsfahne geschenkt. Nach einem Gesang, der von der Gesangsabteilung vorgetragen wurde, und nachdem die Beiträge von den Anwesenden eingezogen worden waren, auch für die Sterbekasse, welche ihren Mitgliedern beim Sterbefall des Mannes 30 M. und bei dem der Frau 20 M auszahlt, hielt Herr Direktor Lauten von der Zeche „Providence“ einen Vortrag über die menschliche Sprache. Diese ist das dem Menschen nicht angeborene Mitteilungsvermögen. Der chinesische und indogermanische Sprachenstamm haben die weiteste Ausdehnung. Belebt wurde der Vortrag insbesondere durch die Vorlage ägyptischer, assyrischer und aztekischer Schriftzeichen, deren Bedeutung beigefügt war. Mit dem Wunsche, dass unsere in alle Welt wandernden deutschen Brüder auch in der Ferne deutschen Laut tragen und sich nicht so begierig anderen Sprachen hingeben mögen, wie dies in Amerika geschah und geschieht, schloss der mit lebhaftem Beifall aufgenommene Vortrag.[6]

Bochum, 14. Dec. [1892] Von der Strafkammer wurden die Bergarbeiter Michael Karasch, Michael und Franz Makowiak aus Baukau wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung zu je vier Jahren Gefängnis und der Bergmann Albert Przybylski wegen Werfens mit Steinen auf Menschen zu sechs Wochen Haft verurteilt. Am 13. September d. I. kamen der Direktor Daber und dessen Sohn, Kaufmann Louis Lauten mit seinem Sohn Julius sowie der Bureauchef Schmidt aus Herne von einer Festlichkeit, die in der Nähe der Zeche „Friedrich der Große“ stattgefunden hatte, zurück. Die Herren gingen ruhig ihres Weges, als sie plötzlich von den Angeklagten ohne jede Veranlassung angerempelt wurden. Als die Angegriffenen sich dies verbaten, stieß Karasch den älteren Daber zu Boden, setzte sich auf ihn und brachte ihm mittels eines Dolchmessers sieben Stiche bei, infolge deren D. 14 Tage arbeitsunfähig war; Schmidt wurde dann von Michael Makowiak mit einem Messer verletzt und war fünf Wochen arbeitsunfähig; Lauten sen. erhielt von Franz Makowiak einen Stich, wodurch er zehn Tage arbeitsunfähig war. Przybylski hat mit Steinen auf die Angegriffenen geworfen. Die drei Verletzten traten auch als Nebenkläger auf, infolge dessen die drei ersten Angeklagten noch zur Zahlung einer Buße von 450 Mk. verurteilt wurden. (Boch. Ztg.)[7]

Bei der Stadtgründung wurde er in der 1. Wahlklasse zum Stadtverordneten und darüber hinaus zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem frühen Tod.

Herne, 1. November. In Herne ist am 27. Oktober infolge eines Schlaganfalls der ehemalige Bergwerksdirektor Herr Louis Lauten, 57 Jahre alt, aus dem Leben geschieden. In dem Verblichenen, der bis kurz vor seinem Tode das Amt des Stadtverordnetenvorstehers dahier bekleidete, verliert die nationalliberale Partei einen treuen, zuverlässigen Freund. Er war Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des nationalliberalen Zentralkomitees der Provinz Westfalen und hat lange Jahre als erster Vorsitzender des Reichsvereins für Herne und Umgegend mit Hingebung und Selbstlosigkeit im Dienste des vaterländischen Gedankens gewirkt.[8]

Anfänglich kaufte Lauten im Jahre 1874 das als Acker und Garten genutzte Grundstück Bahnhofstraße 52 von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff und bebaute es mit einem kleinen Wohnhaus. Dieses wurde 1897/98 abgebrochen. Kurz zuvor hatte er das Haus Oststraße 3 errichten lassen. Er verstarb am 28. Oktober 1899 im Hause Bahnhofstraße 116 (Buchhalter Heinrich Oertgen) an einem Herzinfarkt und wurde auf dem evangelischen Friedhof am Bergelmanns Hof bestattet.

Genealogie

Eltern:
Ferdinand Lauten
oo
Caroline Brinkmann
Leopold Ludwig Lauten, * 12.09.1842 Meiderich, ~ 06.11.1842 Duisburg, + 28.10.1899 Herne, ± 30.10.1899 Herne[9].
oo 03.08.1869 Herne
Wilhelmine Alwine Auguste Saatmann, * 22. August 1848 Herne, + 28.01.1906 Herne, ± 31.01.1906 Herne
Kinder:
Victoria Maria Lilli Hedwig Lauten, * 09.09.1870 Herne † 14. Juli 1918 Duisburg-Ruhrort.
∞I 1. Mai 1895 Herne, Friedrich Max Dittmann (* 8. Juli 1867 Bochum - 16. April 1899 Herne).
∞II Otto Gustav Louis Osthoff.
Emil Adalbert Julius Lauten, * 06.3.1873 Herne, ~ 05.04.1873 ebd.
Walter Lauten, *24.10.1878 Herne.

Auszeichnungen

Literatur

Verwandte Artikel

Quellen

  1. Sterberegister des Standesamtes Herne Nr. 630/1899. Online auf: Landesarchiv-Nrw.de
  2. Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/4876023?query=%22louis%20Lauten%22 Rhein- und Ruhr-Zeitung vom 23. August 1865. Online auf Zeitpunkt.nrw]
  3. Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/4884948?query=%22louis%20Lauten%22 Rhein- und Ruhr-Zeitung vom 8. November 1867. Online auf Zeitpunkt.nrw]
  4. Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/9589859?query=%22louis%20Lauten%22 Kölnische Zeitung vom 25. Januar 1869. Online auf Zeitpunkt.nrw]
  5. Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/9591331?query=%22louis%20Lauten%22 Kölnische Zeitung vom 4. August 1869. Online auf Zeitpunkt.nrw]
  6. Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/1356518?query=%22Direktor%20Lauten%22 Dortmunder Zeitung vom 14. August 1884. Online auf Zeitpunkt.nrw]
  7. Kölnische Zeitung vom 16. Dezember 1892. Online auf Zeitpunkt.nrw
  8. Dortmunder Zeitung vom 1. November 1899. Online auf Zeitpunkt.nrw.de
  9. Ev. Kirchenbuch Reg. 367/1899.
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